Druids cover
Autor Leo Colovini
Verlag Kidult Games
erschienen 2004
Spielerzahl 2 - 4
Spielzeit 30 Minuten

Druids

by Moritz Eggert

"Druids" ist ein schnelles und einfaches Kartenspiel von Leo Colovini. Die Spieler verkörpern Magier, die die Kraft magischer Orte nutzen. Am Anfang des Spiels werden diese Orte in einer Reihe ausgelegt, in verschiedenen zufälligen Farben. Jeder Spieler nimmt nun ein Set von eigenen "Aktionskarten" (Zahlen von 1-x, je nach Spieleranzahl) und "Steinkarten" auf die Hand (ebenfalls nummeriert, die Farben korrespondieren mit den Orten). Nun kann man jede Runde Karten auf die verschiedenen Steine ausspielen. Links spielt man (verdeckt) die Steinkarten, die man zu ergattern hofft - jede beliebige Farbe kann hier gespielt werden, aber später bringen nur die Steinkarten Punkte, die die Farbe des danebenliegenden Ortes haben. Rechts vom Ort spielt man (ebenfalls verdeckt) die eigenen Aktionskarten. Jederzeit am Anfang seines Zuges darf man auch die Karten an einem Ort aufdecken sobald eine Mindestzahl Aktionskarten dort liegt. Dann passiert folgendes: alle nicht passenden Steinkarten werden abgeworfen (sie dienten allein zum Bluffen) und die Aktionskarten werden von unten nach oben abgehandelt. Der Spieler mit der niedrigsten Zahl auf der Karte darf genau diese Anzahl von noch gültigen Steinkarten als Siegpunkte direkt verwerten (hierzu gibt es sogar eine kleine Siegespunktleiste). Dann der Spieler mit der nächst höheren Zahl genau diese Anzahl der übrig bleibenden Karten, usw.. Es ist nun einerseits möglich, dass nicht genügend Steinkarten mehr aufgeteilt werden können und die höher gespielten Aktionskarten leer ausgehen, andererseits ist es aber auch möglich, dass mehr Karten übrig sind als verteilt werden dürfen, dann bekommt der zuletzt aufnehmende Spieler den Rest geschenkt.

Am Ende gewinnt der Spieler, der als erster die Ziellinie des Siegpunktparcours überschreitet.

Druids cardsDies waren auch schon die kompletten Regeln des Spiels, es ist erstaunlich, dass man sie in der kurzen, mehrsprachigen Anleitung erst einmal überhaupt nicht versteht, wenn man sie liest. Vielleicht liegt es daran, dass hier umständlich von Zauberamuletten etc. gesprochen wird, wenn es letztlich nur um das Umwandeln von Zahlenwerten in Siegpunkte geht.

Natürlich merkt jeder Leser sofort, dass es sich hier trotz des Titels überhaupt nicht um ein Fantasyspiel handelt, sondern um ein rein abstraktes Ablegespiel erster Güte. Als dieses weiß es aber durchaus zu gefallen, denn der Auslegestrategien gibt es viele, und man möchte nach der (normalerweise sehr kurzen) Partie eigentlich gleich noch mal spielen, um seine Fehler zu korrigieren. Ein schöner Zug ist es auch, dass man die Verteilung seiner auf ein Maximum festgelegten Kartenhand selber kontrollieren kann, in dem man selber entscheidet, wie viele und welche Aktionskarten man hält und wie viele Steinkarten man aufzieht.

Auch wenn es sich sicherlich um kein Bahn brechendes Design handelt, ist "Druid" für Freunde schneller Ablege-und Sammelspiele a la z.B. "coloretto" also durchaus zu empfehlen! Das Kartendesign ist schön, aber etwas überkandidelt für den simplen Zweck, gerade bei schwierigeren Beleuchtungsstufen sind bestimmte Farben kaum zu unterscheiden.

Zum Erklären des Spieles reichen 5 Minuten, eine Partie sollte um die 15 bis maximal 30 Minuten dauern.

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2004, Westpark Gamers