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Autor Reiner Knizia
Klaus-Jürgen Wrede
Verlag Hans im Glück Verlag
erschienen 2003
Spielerzahl 2
Spielzeit 30 Minuten

Carcassonne - Die Burg

rezensiert von Peter Riedlberger

"Carcassonne - Die Burg" (nicht zu verwechseln mit "Die Stadt"!) ist ein Carcassonne-2PS. Unbedingt notwenig wäre seine Einführung nicht gewesen, denn "Carcassonne" (rein und unverfälscht und unerweitert) funktioniert auch zu zweit hervorragend. Ich setz' mal Carcassonne als bekannt voraus und beschränk mich darauf, das Delta zu erläutern.

Bei der Burg ist das Spielfeld umrandet (die Burgmauer, versteht sich), es kann also nicht beliebig gebaut werden. Zugleich ist die Mauer die Punkteleiste; an gewissen Stellen liegen Bonusplättchen, die man aber nur bekommt, wenn man genau den entsprechenden Punktstand erreicht. Diese Plättchen können ziemlich wertvoll sein ("1 fertiger Turm zählt für dich doppelt" ist schon mal spiel entscheidend).

Der wichtigste Bauunterschied ist, dass allein Wege fortgesetzt werden müssen. Mauern, Türme, Häuser, Höfe lassen sich beliebig aneinander legen (und so viel leichter abschließen). Der wichtigste Wertungsunterschied ist, dass angefangene Wege, Türme, Häuser bei der Schlusswertung mit Null gewertet werden.

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Die größte Besonderheit ist der Palas: Sobald man ein Haus selbst fertig stellt, setzt man den Palas-Stein drauf. Sollte man später ein größeres Haus selbst fertig stellen, springt der Palas-Stein dahin. Am Ende wird gekuckt, wer den größeren Palas hat. Derjenige bekommt die Zahl der Felder des größten zusammenhängenden Gebiets freier Felder (nicht vergessen, das Spielfeld ist umrandet!) gutgeschrieben.

Die Palas-Regel wirkt ein bisschen unausgegoren. Denn erstens ist es ziemlich einfach, andrer Leute Häuser fertig zu stellen (wir erinnern uns: man muss ja nur Wege fortsetzen; selbst wenn ich gar kein Hausplättchen hab, kann ich ein gegnerisches Haus beenden). Man kann also oft kaum ums eigene Palas kämpfen. Aber warum sollte man: Die Menge zusammenhängenden Whitespaces ist gar nicht so groß. Vor allem, wenn man sieht, dass der andere sicher die Palas-Mehrheit haben wird, spiel ich eben so, dass ich mit meinen Konstrukten die leeren Flächen durchtrenne. Andererseits stört das Ganze auch nicht weiter. Es ist halt nur viel Regel für relativ wenig Spieleinfluss.

Fazit: Wir mögen Carcassonne, und wir mögen daher auch die Burg, die wir so auch relativ oft hervorholen. Was wir aber mögen, sind eher die aus Carcassonne bekannten Elemente, nicht so sehr das Sondergut wie die Palas-Regel. Da sich unsere Wertungen aber auf die Spielhäufigkeit beziehen, sind's in jedem Fall vier Sterne.

Wertung:

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2005, Westpark Gamers