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Autor Wolfgang Kramer
Markus Lübke
Verlag Days of Wonder
erschienen 2007
Spielerzahl 3-5
Spieldauer 75 Minuten
Wertung pic pic pic pic pic pic pic pic pic pic

Colosseum

rezensiert von Walter Sorger

Ein "Ausstattungsmonster" von Wolfgang Kramer und Markus Lübke. Jede Menge hübsches Spielmaterial: einen Kaiser mit Lorbeerkranz, einen Konsul mit Tunika, dicke feste Spektakelplättchen mit farbenfrohen symbolischen Zeichnungen (für die himmlischen Münchener sind auch ein paar "boanige Engel" dabei). Sogar eine Anleitung zum Wieder-Einpacken der Einzelteile gibt es, sonst würde man die vielen Einzelteile schwerlich wieder in der Originalschachtel unterbringen.

Die Spieler veranstalten Zirkusspiele und müssen dazu natürlich rechtzeitig:

Die Arena-Erweiterung und vor allem die neuen Zirkusprogramme kosten massiv Geld. Das nötige Artisten-Zubehör muss man sich ersteigern. Die noch offenen Lücken in seinem Ensemble kann man versuchen, durch Tausch mit seinen Mitspielern aufzufüllen. Promies werden schlichtweg durch Würfel herbeigewürfelt. Damit sind die wesentlichsten Spielelemente auch schon aufgezählt: kaufen, ersteigern, tauschen und würfeln. Die Mischung ist thematisch gelungenen und verbreitet eine konstruktive Spielstimmung. Vor allem die sehr rasante Steigerung der Effekte, das schnell anwachsende Künstlerensemble und die enorm steigenden Einnahmen lassen überall eine gespannte Vorfreude auf die nächste Aufführung entstehen.

Die Spieler bekommen zu Beginn je zwei Zirkusprogramme und fünf Artisten zugeteilt. Alle Programme sind verschieden, d.h. sie benötigen eine unterschiedliche Anzahl und eine unterschiedliche Zusammensetzung von Artisten. Ob die ausgeteilten Artisten zu den Programmen der Startaufstellung passen, ist Glücksache, doch sind Diskrepanzen hier nicht allzu tragisch. Die ersten Programme sind noch ziemlich bescheiden. Die paar benötigten Artisten kann man sich meist leicht ersteigern oder ertauschen. Und wenn ein Programm nicht vollständig abgedeckt werden kann, gibt es nur ein paar Punkt-Abzüge, die leicht zu verschmerzen sind.

Für jede Aufführung kassiert ein Spieler Geld; je größer und vollständiger die Aufführung, desto mehr Geld und Prämien gibt es. Doch diese Zwischensummen werden nicht zu Siegpunkten kumuliert. Man muss sie in neues Material investieren, um noch größere, noch aufwendigere Veranstaltungen aufzuziehen. Wer nach fünf Runden die grandioseste Aufführung auf die Beine stellen konnte, ist Sieger.

Für die Sieger in den Zwischenrunden hält das Spiel ein Zuckerbrot und eine Peitsche bereit: Der jeweils Führende bekommt außer dem höheren Geldertrag für seine Veranstaltung noch eine Punkteprämie, die in allen weiteren Aufführungen mitgezählt wird. Dafür muss er dem Letzten in der Reihe eines von seinen Spektakelplättchen abgeben. Das kann bitter sein. Aber es ist spieltechnisch ein sinnvolles Korrektiv, so wird der Letzte nicht allzu früh ganz aus dem Rennen geworfen.

Nach jeder Aufführung behält man die Artisten in seinem Ensemble. Beim Zusammenstellen eines erweiterten Zirkusprogramms muss man darauf Rücksicht nehmen und möglichst eine Vorstellung mit ähnlichen Künstlern auf die Beine stellen. Hier die Möglichkeiten seiner Hand, das Angebot auf dem Versteigerungsmarkt und das überflüssige Personal in den Händen der Mitspieler gut einschätzen zu können und mit den künstlerischen Ambitionen der Mitspieler und den Preisen im Showbusiness in Einklang zu bringen, das ist die wesentliche Voraussetzung zum Sieg.

Was gibt es noch für Tipps? Nicht sehr viele!

  1. Tausche gut und vorteilhaft! Aber das ist bereits ein problematischer Vorschlag. Wer hier beim Tausch auf Heller und Pfennig seine materiellen Tauschvorteile gegen die seines Gegenüber ausrechnen will und dann noch darauf achten will, ob er anderen Mitspieler etwas wegtauschen kann, der hat das spielerisch-konstruktive Thema verfehlt. Glücklicherweise kam das in unserer durchaus auf Konkurrenz ausgerichteten Spielerschar auch überhaupt nicht vor.

  2. Würfele gut! Bring die Promis in deine Vorstellung, würfele sie aus den Arenen der Gegner, positioniere sie mit deinen Würfelergebnissen so, dass sie für deine letzte und teuerste Vorstellung in greifbarer Nähe sind. Auf die Problematik dieser Würfelratschläge brauche ich wohl nicht einzugehen.

Was ist mit diesen Tipps gesagt? "Colosseum" ist ein Spiel und keine Rechenaufgabe! Aufbauen und anpassen, progressiv Geld ausgeben und progressiv Geld einnehmen hält es in Schwung. Schwingen wir mit!

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2007, Westpark Gamers