von Walter am 25.11.2005 (742 mal gelesen, keine Kommentare)

Aus den Spielen der diesj├Ąhrigen Spieler-Messe in Essen sind schon ein paar Glanzpunkte hervorgetreten. Dabei haben wir die f├╝nfundzwanzig Koffer, mit denen Moritz zur├╝ckgekommen ist, noch gar nicht aufgemacht. Es scheint ein Super-Jahrgang 2005 geworden zu sein.
1. “Heckmeck am Bratwurmeck”
Das Spiel wird – in abseitigen Spielerkreisen – schon als Nachfolger von “Bluff” gehandelt, es ist aber nur eine Weiterentwickung der “Vollen Lotte”, woanders auch “Flotter Otto” gehei├čen. Die Spieler fangen mit 8 W├╝rfeln an zu w├╝rfeln, pro Wurf m├╝ssen sie mindestens einen W├╝rfel zur Seite legen, dessen Augenzahl mu├č sich aber von allen bereits ausliegenden W├╝rfeln unterscheiden. Wenn man keinen passen W├╝rfel mehr auslegen kann, geht man leer aus und der n├Ąchste Spieler kommt an die Reihe. Ansonsten kann man freiwillig auf das Weiterw├╝rfeln verzichten und bekommt dann die Summe der zur Seite gelegten Augenzahlen gutgeschrieben. An Ende gewinnt der Sieger mit den meisten Punkten.
Das war jetzt nur ein Schnelldurchgang, etwas komplizierter als es hier dasteht ist “Heckmeck” allemal. Insbesondere werden hier die Pluspunkte nicht auf einem Zettel notiert, sondern als Spielstein ausgezahlt; wer zielgenau w├╝rfelt, kann einem Mitspieler diesen Spielstein auch wieder abluchsen. Da kommt nat├╝rlich Freude auf, Schadenfreude, in jedem Fall eine gehobene Spielstimmung. Bis zum phantastischen “Bluff” fehlt allerdings noch ein St├╝ckchen, insbesondere jede Art von Bluff.
WPG-Wertung: Aaron 5 (Goodwill f├╝r Irina), G├╝nther 6 (in Erinnerung an seine flotte Lotte, alias Claudia), Loredana 5 (“Weil es mir gef├Ąllt?” Frage: Was empfindest du dann bei 8-bis-10- Punkte-Spielen?), Peter 3 (entt├Ąuschter Knitzia-Fan), Walter 6 (aus Piet├Ąt zu seiner Oma)
Rezension ist offen, jedenfalls sind die Bratw├╝rmer noch wesentlich flotter als der Volle Wilhelm!
2. “Il Principe”
G├╝nther stellte den klassischen “Ill Printschiepe” mit einem gewissen Genuschel vor, das stark nach “Principles” klang. Unser Altphilologe wurde sofort hellh├Ârig und fragte: “Kennst du Macchiavelli?” G├╝nthers R├╝ckfrage: “Das Spiel – oder was?” – Klare Positionierung: Wenn man in der Spitzengruppe der europ├Ąischen Brettspielmeisterschaft mitmischen will, mu├č man sich offensichtlich andere Lesebrillen aufsetzen.
Der gute alte Macchiavelli tr├Ągt zum Verst├Ąndnis von “Il Principe” auch nicht viel bei. Da mu├č man sich schon eher durch 2 Seiten Kleingedrucktes hindurchlesen, das jeder Hagelschadenversicherung alle Ehre gemacht h├Ątte. Es geht nicht um hohe Politik sondern eher um niederen Handel. Wenn alles verstanden ist, werden Karten gezogen und abgeworfen, Karten ersteigert und ausgelegt, St├Ądte gebaut, Majorit├Ąten erwirtschaftet und Siegpunkte kassiert. Alles in einer abgewogenen inneren Abh├Ąngigkeit, die man als Neuling nat├╝rlich lange nicht durchschauen kann.
WPG-Wertung: Aaron 7, G├╝nther 7, Loredana 5 (das Spiel hat ihr schon wieder gefallen!), Peter 8 (wenn das Spiel beherrschbar ist, 4 Punkte wenn es sich als nicht beherrschbar herausstellt. Bitte bei Gelegenheit festlegen!), Walter 7
Walter wird eine Rezension schreiben
3. “Havoc”
Peter bat schon im Vorfeld alle Spieler um ein “gro├čes Herz”, damit “Havoc” noch mal auf den Tisch k├Ąme. Hatte er sich etwa zwei Wochen lang mit einer Gewinn-Strategie besch├Ąftigt? Zumindest gl├Ąnzten seine Augen entsprechend, als das Spiel aufgebaut wurde.
Am Ende wurde er nicht Erster, ja ganz im Gegenteil. Hatten die anderen etwa eine noch genialere Taktik ausgebr├╝tet? Oder ist “Havoc” doch nur ein Poker-Spiel, bei dem das gr├Â├čere Kartengl├╝ck den entscheidenen Einflu├č auf Sieg oder Niederlage besitzt? Vielleicht kannst du (Peter) hier ja mal nachtragen, zu wieviel Prozent ein jeder Spieler bei “Havoc” sein Schicksal in seinen eigenen H├Ąngen tr├Ągt. Nach der Einsch├Ątzung von heute Nacht!?
Im bisherigen WPG-Schnitt von 8,0 Punkte keine neuen Bewegungen.
4. “Bluff”
Loredana mu├čte Peter mit 3 nachgew├╝rfelten Sternen Peter aus der Patsche helfen. In der Euphorie, noch mal davongekommen zu sein, versenkte der sich dann selber. Die letzte U-Bahn gew├Ąhrte einen zeitlichen Aufschub und er konnte – wie wir alle vorzeitig Ausgeschiedenen – mit Spannung den Endkampf zwischen Aaron und G├╝nther verfolgen.
G├╝nther k├Ąmpfte wie ein L├Âwe. Aus Verzweiflung wechselte er sogar teilweise von seiner Lieblings-Strategie auf die ungeliebte “Immer-4-Strategie” (hat das weh getan?), doch gegen einen Aaron in Hochform war er machtlos. Aaron hatte garantiert nicht die bessere W├╝rfe, aber die besseren Nerven, die bessere Taktik, und am Ende einen W├╝rfel mehr! Loredana wird ihre Doktorarbeit ├╝ber die optimale Strategie im 1:1-Endspiel wohl zu einer Habilitation f├╝r das 3:3-Endspiel ausbauen m├╝ssen.
Keine neue WPG-Wertung

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