von Walter am 21.12.2006 (604 mal gelesen, keine Kommentare)

Aus einem Geburtstagsgru├č an den Senior der Westpark-Gamers:
“Das Leben ist wie ein Spiel: Erst tut man sich mit allem schwer und von allem hat man zu wenig. Erst gegen Spielende kann man absch├Âpfen.”
Ganz ├Ąhnlich dr├╝ckte sich der alte Whist-Spieler aus Weimar aus: “Was man in der Jugend w├╝nscht, hat man im Alter die F├╝lle.”
1. “Hermagor”
Ein neues Spiel von Emanuele Ornella, der sich schon mit “Oltre Mare” einen guten Namen gemacht hat. Beim Auspacken des soliden Spielmaterials vergab Hans gleich den ersten Wertungspunkt.
Keiner hatte sich auf das Spiel vorgereitet, so da├č wir uns im Stegreif durch die vier Seiten Spielregeln in serif-reicher Zierschrift durchk├Ąmpfen mu├čten. Aaron las vor und Hans machte mit seinen Armen routiniert wie eine Stewardess bei der Notfalleinweisung die zugeh├Ârigen Deutungen ├╝ber dem Spielbrett. Doch manchmal gerieten die Erl├Ąuterungen ins Stocken, z.B: wenn es in der Anweisung hie├č: “Bei 5 Mitspielern werden alle 10 Marktst├Ąnde best├╝ckt”, auf dem Spielbrett aber 20 Marktst├Ąnde eingezeichnet waren. Wie sollte man das verstehen? Erst die englische Textversion brachte hier Abhilfe: “With 5 players, fill all 20 booths”. Ja wenn das so ist!
Die Spieler spielen H├Ąndler, die sich im st├Ądtischen Gro├čmarkt Waren einkaufen, um sie dann auf dem Land zu verkaufen. Er geht um die Optimierung des Einkaufs, Optimierung der Handelswege, Optimierung der Verk├Ąufe und Optimierung der Marktpr├Ąsenz. Eine Menge Rechnerei. Mehr als man ├╝berblicken und kontrollieren kann. Aaron bemerkte zutreffend: “Wie ein mehrdimensionales Thurn & Taxis”!
Nach einer von vier Runden d├Ąmmerte uns langsam, wohin der Hase l├Ąuft. Walter schlug vor: “Jetzt wissen wir, wo es darauf ankommt, wir fangen nochmal an.” Aaron hielt dagegen: “Jetzt wissen wir, wie es geht; wir h├Âren auf!” Doch das war mehr als Scherz gemeint.
Friedlich konnte jeder sein Potential entfalten, Kontore errichten und die globalen Handelsr├Ąume besetzen. St├Ąndig gibt man Geld aus oder bekommt wieder welches. G├╝nther kam das st├Ąndige Geldscheinwechseln “ja schlimmer als bei 1830″ vor. Dabei spielt man nicht gegeneinander, sondern nur gegen seine eigene Optimierung. Jeder f├╝r sich. Erst gegen Ende des Spieles erkennt man die L├╝cken und Defizite in seinem Spielaufbau. Hans bemerkte sehr treffend:
[glowred]Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.[/glowred]
Aaron vergo├č zum 10 j├Ąhrigen Jubil├Ąum der Westpark-Gamers das f├╝nfundzwanzigste Rotweinglas auf dem Spieltisch.
WPG-Wertung: Aaron: 7, G├╝nther: 6, Hans: 6, Walter: 7, Wolfgang: 6
Walter schreibt eine Rezension.
2. “Verflixxt!”
G├╝nther hatte die Expansion zuhause gelassen, aber auch das Basisspiel verspricht viel Spielfreude. F├╝r Walter sogar noch mehr. Vier Mitspieler bringen genug Unberechenbarkeit in die fr├Âhliche Runde, und der einfache W├╝rfel noch dazu.
Keine neue WPG-Wertung.
Es gibt schon je eine WPG-Rezension zum Basisspiel und zur Expansion.
3. “Bluff”
Hans war zweimal im Endspiel. Beim ersten Mal mit drei W├╝rfeln gegen Walters zwei. Er hatte einen mickrigen Wurf und versuchte mit 2 mal die Drei sein Bestes. Walter dagegen konnte mit zwei Sternen unter dem Becher die Sache langsam angehen lassen, wurde aber schon bei 2 mal die F├╝nf angezweifelt und hatte gleichgezogen.
Bei 2:2 W├╝rfelstand war es f├╝r Walter keine Frage, ohne unter seinen Becher zu schauen mit der “Immer-4-Strategie” anzufangen. Hans hatte wieder eine bescheidene Eins und Drei geworfen und wollte er mit dem Kopf durch die Wand. Sein 2 mal die F├╝nf-Konter kostete ihn Kopf und Kragen.
Im zweiten Endspiel stand Hans mit 1:1 W├╝rfelstand gegen G├╝nther im Endspiel. Ich durfe bei G├╝ther kiebitzen. Er hatte einen Stern geworfen; mit was fing er wohl an?? Einmal die Vier! H├Ârt, h├Ârt, vom Saulus zum Paulus!
Hans hob auf zweimal die Vier. Das war f├╝r G├╝nther jetzt ziemlich grausam und ich f├╝rchtete schon die Reputation der “Immer-4-Strategie”. Doch G├╝nther setzte kaltbl├╝tig auf 2 mal den Stern! Und war der Sieger!
Hans kommentierte entt├Ąuscht: “Das Endspiel mu├č ich einfach noch lernen.!”

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