von Aaron am 3.11.2007 (1.030 mal gelesen, 1 Kommentar)

Walter passte diese Woche als Host und Moritz bot sich als Alternative an. Schnell war geklärt, dass am gewohnten Mittwoch die Spielerzahl zu gering sein wird und der Feiertag am 1.11. die seltene Gelegenheit bot, schon vor 20:00 Uhr zu beginnen.

1. Age of Empires III
Bereits vor unserem Eintreffen um 17:30 Uhr hatte Moritz die nicht unbeträchtliche Menge Spielmaterial aufgebaut. Seit seinem im Podcast “Hazards of Gaming” geschilderten Erlebnis liegt der Spielplan geschĂĽtzt unter einer Acrylglas-Platte, die nebenbei noch den Vorteil bietet auch auf dĂĽnnem Papier gedruckten Plänen spielen zu können, ohne beim kleinsten Rempler gleich den kompletten Aufbau zu zerstören.

GĂĽnther bemerkte richtig, dass Age of Empires III, obwohl bereits vor Essen erschienen, zur häufigsten Kategorie der diesjährigen Spielmechaniken gehört: strategische Aufbauspiele. Oft sind Brettspiel-Adaptionen von Computerspielen nicht besonders gelungen, so dass leichte Zweifel an der vorliegenden Umsetzung erlaubt waren. Moritz hatte die Regel bereits ausgiebig studiert und war absolut ĂĽberzeugt, dass es sich um ein gutes Spiel handelt. Tatsächlich kann man die Verwandtschaft mit dem Computerspiel kaum erahnen, wenn man mal von der Kategorie “Aufbauspiel” absieht. Die Spieler versuchen fremde Länder mit ihren Kolonisten und Spezialisten (Missionare, Soldaten und Kapitäne) zu entdecken und die dort vorhandenen Waren in Besitz zu nehmen. Oft viel in unserer Runde der Vergleich mit “Puerto Rico”, das ein ähnliches Thema hat. Hier wie dort gibt Spezialgebäude, die den Spielern zusätzliche Fähigkeiten geben und auch die Auswahl der Aktionen der Spieler ist durchaus vergleichbar. Das fĂĽr den Sieg wichtigste Spielelement ist die Entdeckung fremder Länder und hier setzt auch unsere (bisher einzige) Kritik an: leider ist die Entdeckung eines Landes extrem vom KartenglĂĽck abhängig, da die “Stärke” der Länder vor dem ersten Entdeckungsversuch unbekannt ist. So bleibt dem Spieler nur die Möglichkeit grundsätzlich mit der maximalen Stärke auf Entdeckungsreise zu gehen, um kein Risiko einzugehen oder das Risiko des Totalverlusts seiner Entdeckungs-Crew in Kauf zu nehmen. Hier wäre es viel besser, wenn allen Spieler von Anfang an die Stärke der Länder bekannt ist und dieses unnötige GlĂĽckselement durch aufgedeckte Stärkekarten entfernt wird.
WPG:Wertung: Aaron 7

2. Tribun
Den Reigen der strategischen Aufbauspiele setzte Karl-Heins Schmiel’s Neuerscheinung “Tribun” fort. Der Autor ist unvergessen fĂĽr sein Meisterwerk “Die Macher”, ebenfalls ein Aufbauspiel und aufgrund seiner Spiellänge ein echtes Gamers’ Game. Tribun hat eine angegebene Spieldauer von 60 Minuten, was bei unserer Spielerunde in der Regel 90 bis 120 Minuten bedeutet. Auch hier waren die Regeln schnell erklärt. Wir entschieden uns fĂĽr die Variante, die den Spielern eine Auswahl von möglichen Siegbedingungen anbietet, von denen je nach Spielerzahl unterschiedlich viele erfĂĽllt sein mĂĽssen.

Es stellte sich schnell heraus, dass fĂĽr den Sieg bei Tribun ein gekonntes Ausnutzen von “Nischen” notwendig ist, in dem der Spieler versucht gerade dort aktiv zu sein, wo die Beteiligung der anderen Spieler eher niedrig ist. Leider gibt es auch bei Tribun ein nicht unbeträchtliches GlĂĽckselement, erzeugt durch die Kartenverteilung. Ein Hand-Management ist zwar bedingt möglich aber eine echte Planung ĂĽber die aktuelle Spielrunde hinaus ist sehr eingeschränkt. Trotzdem ist Tribun alles andere als ein schlechtes Spiel, der Druck auf die Spieler ist immer hoch und es gibt kaum Leerlaufzeiten. Mir war das Spiel dennoch etwas zu “trocken”.
WPG:Wertung: Aaron 6

3. Filou – Die Katze im Sack
Inzwischen war es Zeit fĂĽr einen Absacker und nach kurzer Diskussion kam Friedmann Frieses neues Kartenspiel “Filou” auf den Tisch. Schon bei der Regelerklärung gab es erste Vergleiche mit “Hlo’s der Geier” und diese wurden im Spielverlauf auch bestätigt. Trotzdem hat Friedemann es geschafft mit einer neuen Mischung bekannter Themen ein lustiges, vor Schadenfreude strotzendes Spiel mit kurzer Spieldauer zu entwerfen. Als erstes oder letztes Spiel eines Spieleabends ideal.
WPG:Wertung: Aaron 7

Eine Reaktion zu “01.11.2007: FrĂĽhstart mit Aufbauspielen”

  1. Guenther

    [quote] leider ist die Entdeckung eines Landes extrem vom KartenglĂĽck abhängig, da die “Stärke” der Länder vor dem ersten Entdeckungsversuch unbekannt ist. So bleibt dem Spieler nur die Möglichkeit grundsätzlich mit der maximalen Stärke auf Entdeckungsreise zu gehen, um kein Risiko einzugehen oder das Risiko des Totalverlusts seiner Entdeckungs-Crew in Kauf zu nehmen[/quote]

    Zusaetzlich ist auch die Belohnung bei erfolgreicher Eroberung sehr, sehr unterschiedlich.
    Also auch wenn man immer mit Staerke 6 angreift, erhaelt der eine eine riesige Belohnung und kann damit in der naechsten Runde 1 bis 2 zusaetzliche Eigenschaften kaufen und der andere erhaelt fast nichts.
    Wertung Guenther 5 gemaess Regel mit verdeckten Plaettchen
    7 mit offenen Plaettchen
    7 bis 8 bei Modifikation einiger Eigenschaften
    [url]http://www.boardgamegeek.com/image/252564?size=original[/url]

Einen Kommentar schreiben