von Walter am 10.01.2008 (733 mal gelesen, keine Kommentare)

Wie hei├čt denn unser aktuelles Kalenderjahr nach dem chinesischen Kalender? Das Jahr des Drachen? Dann ist es kein Wunder, da├č Mingde, unser chinesisches Urgestein aus der Gr├╝ndungszeit der Westpark-Games, in diesem Jahr Vater wird. Denn nach Peters gew├Âhnlich gut unterrichteten Informationsquellen geh├Ârt zum guten Ton in China, im Jahr des Drachen einen Sohn zu zeugen. Hi Mingde, wir w├╝nschen Dir viel Erfolg!
Oder haben wir jetzt das Jahr der Ratte? Wikipedia legt es nahe! Dann war wohl Moritz’ Milo Mingdes Motivation in diesem Jahr das hohe C anzusteuern!
Im ├╝brigen wird der chinesische Kalender heute fast ausschlie├člich nur noch zur Berechnung von Festen benutzt; offiziell verwenden die Volksrepublik China wie auch die meisten anderen asiatischen L├Ąnder den gregorianischen Kalender.
Zur “Gregorianik” gibt es dieses Jahr auch in Deutschland eine Besonderheit. Wann ist bei uns eigentlich Muttertag? Wie jeder gewissenhafte Vater wei├č, ist er am zweiten Sonntag im Mai. Aber wenn dieser Sonntag auf Pfingsten f├Ąllt, was dann?
Der Gesetzgeber hat daf├╝r nichts vorgegeben. Deshalb haben sich Floristen ins Zeug gelegt und f├╝r diesen Fall eine Vorverlegung auf den ersten Sonntag im Mai gefordert. Schlie├člich stehen 130 Millionen Euro Blumenumsatz auf dem Spiel. Und viele eifrige Kalendermacher haben darauf R├╝cksicht genommen.
Aber nicht alle. Als Konsequenz dieser Inkonsequenz gibt es f├╝r das Jahr 2008 einige Kalender, in denen der Muttertag an Pfingstsonntag, dem 11. Mai eingetragen ist, und und andere, in denen er schon am 4. Mai gefeiert wird. Schaun wir mal, wie es Milo halten wird. Und wie der kleine Mao Ming De! Falls er denn rechtzeitig zur Welt kommen sollte!
1. “Im Jahr des Drachen”
Dieses Spiel wird wohl unser (├╝ber-)n├Ąchstes “Spiel des Monats”, denn es ist dem jetzigen (kommenden) Sieger nur im Tie-Break unterlegen gewesen.
In einem Wettkampf um die beste Entwicklung gegen Konkurrenz und knappe Ressourcen m├╝ssen die Spieler Geld, Reis, Feuerwerk, M├Ârser, Helme und Pr├Ąmien scheffeln, sich gegen die regelm├Ą├čig auftretenden Kalamit├Ąten wie Krankheiten, Kriege und Hungersn├Âte wehren und dazu in der richtigen Reihenfolge die f├Ąhigsten Mitarbeiter wie Bauern, Architekten, Geldeintreiber, Gelehrte und B├╝cherw├╝rmer anwerben, um dabei m├Âglichst wenig Federn zu lassen und die meisten Siegpunkte einzuheimsen.
Denken ist erlaubt und sogar notwendig. Man mu├č Schwerpunkte setzen, denn die progress steigenden Gewinne machen die konstanten oder h├Âchstenfalls linear steigenden Verluste aus Mangelerscheinungen mehr als wett. Doch bei aller Logik verliert das Spiel nie seine spielerische Linie.
Peter hatte sein Spiel total auf Siegpunkte angelegt, ohne jeden Geldeintreiber. Seinen Geldmangel beseitigte er durch regelm├Ą├čiges Aussetzen, ansonsten sa├č er das Spiel aus und lie├č daf├╝r seinen P├Âppel auf der Kramerleiste Runde f├╝r Runde die meisten Felder vorr├╝cken. Das reichte zum Endsieg. Anschlie├čend diktierte er mir f├╝r dieses Sessiontagebuch folgenden Satz in die Feder: “Nach einem souver├Ąnen Kantersieg lehnte sich Peter g├Ąhnend zur├╝ck und meinte:’An diesem Spiel kann man nur Spa├č haben, wenn man nicht auf Sieg spielt!'” Entsprechend (relativ) mager war seine Wertungsnote.
Die anderen Mitspieler hatten das Spiel von vorneherein auf Aktionismus angelegt und schalteten und walteten an allen verf├╝gbaren Hebeln der Macht. Das machte nat├╝rlich Spa├č, und sie lie├čen das Spiel knapp unter “sehr-gut” ansiedeln.
Wenn Peter mit seiner “├Âden” Strategie recht hat und das langweilige Siegpunkt-Aussitzen wirklich die beste Strategie sein sollte, dann m├╝ssen wir unsere Notengebung nochmal ├╝berpr├╝fen. Doch das Spiel scheint so gut ausbalanciert zu sein, da├č man wohl mit einer ganzen Reihe verschiedener sowohl Extrem-Vorgehensweisen als auch Mischstrategien ebenfalls ganz vorne landen kann. Man mu├č nur konsequent genug agieren, dann kann jeder das “Jahr des Drachen” so angehen, wie es seinem Naturell entspricht.
WPG-Wertung: G├╝nther: 8(nach 7), Loredana: 7, Peter: 6, Walter: 7 (fast 8)
Das Spiel ist eine Rezension wert.
2. “Trans Europa”
Ein konstruktives Aufbauspiel um Eisenbahnlinien in Europa. Jeder legt abwechselnd ein bis zwei Gleisst├╝cke im Schienennetz zwischen Moskau und Lissabon. Die gebauten Linienabschnitte blockieren sich nicht gegenseitig, sondern sie sind gemeinsames Eigentum und jeder darf sie in seine Verkehrsplanung einbeziehen. Wenn der erste Spieler seine f├╝nf vorgegebenen St├Ądte verbunden hat, ist eine Runde beendet. Alle Mitspieler bekommen soviele Strafpunkte, wie Bauabschnitte zu ihren Zielbahnh├Âfen noch fehlen, und schon beginnt die n├Ąchste Runde. Wer am Ende die wenigsten Strafpunkte hat, ist Sieger.
Das ist ein feiner, schneller Wettkampf um den Streckenbau. Und absolut konstruktiv ist die Stimmung. Man kann den Konkurrenten ja nicht schaden sondern nur nutzen. Das ganze Bestreben geht allein darum, den anderen m├Âglichst so wenig wie m├Âglich zu nutzen. Da gibt es nat├╝rlich keine Tr├Ąnen, sondern eitel Freude und Wonne.
Ein h├╝bscher Spa├č f├╝r alle gro├čen und kleinen Amateure, und ein gelungener Absacker f├╝r alle Profis. Wir h├Ątten spontan einen weiteren Rundenzyklus angesetzt, wenn als Alternative nicht unser ├ťber-Absacker gewartet h├Ątte.
WPG-Wertung: G├╝nther: 7, Loredana: 8, Peter: 6, Walter: 8
Das Spiel ist eine Anschaffung wert.
3. “Bluff”
Keine besonderen Vorkommnisse. G├╝nther verlor mit antizyklischen Erh├Âhungen hinter einem ehrlichen Walter und vor einer mi├čtrauischen Loredana Haus und Hof. Entweder lag er mit seinen eigenen individualistischen Vorgaben entschieden zu hoch oder die W├╝rfel der Restgemeinschaft ├╝bertrafen seine ungl├Ąubigen Au├čenseitervorstellungen noch um L├Ąngen. Sein h├Âchster Verlust waren f├╝nf W├╝rfel auf einen Streich, weil er zu fr├╝h (!!) angezweifelt hatte. Dabei besa├č er selber aber nur noch einen einzigen W├╝rfel. Beim n├Ąchsten Mal mu├č er mit Minus-Vier anfangen!

Einen Kommentar schreiben