von Aaron am 15.08.2008 (992 mal gelesen, keine Kommentare)

Dass selbst die Arbeit in der Telekommunikations- und Medienindustrie nicht vor Kommunikationsproblemen sch√ľtzt, zeigte die Organisation unseres gestrigen Spieleabends. Nach dem urlaubsbedingten Ausfall von Walter bot sich Aaron als Host an. Hier waren die Zusagen aber nur sp√§rlich und da unbedingt noch einmal Bernd Eisensteins Peloponnes-Prototyp mit neuer Besetzung auf den Tisch komme sollte, erkl√§rten sich Peter und Loredana bereit mitzuspielen, unter der Voraussetzung, dass sie hosten. Damit war die Location erst einmal klar. Nach einigem Gepl√§nkel dar√ľber, ob es bei den Westpark Gamers Spieler erster und zweiter Klasse geben darf, stellte dann Peter die ultimative Teilnehmerliste zusammen und Hans, der als Letzter zugesagt hatte, wurde ausgeladen und Thomas wegen seiner fr√ľhzeitigen Zusage explizit eingeladen.

Punkt 20:00 Uhr standen dann Aaron, G√ľnther und Thomas in der Maxvorstadt in Peters Wohnung und der Spieleabend konnte beginnen – nicht ohne eine kurze Diskussion dar√ľber, ob denn jetzt nun Hans noch kommen w√ľrde oder nicht. Gerade war die Erkl√§rung von Peloponnes in vollem Gange als das Telefon klingelte. Hans war dran und meldete, dass er vor Aarons Haus in Gro√ühadern (!) stehe, ihm aber keine √∂ffne. Peter machte ihm dann auf seine bekannt charmante Art klar, dass Hans doch bitte in Zukunft alles Emails lesen und richtig interpretieren solle, denn er sei explizit ausgeladen worden. An dieser Stelle m√∂chte ich mich bei Hans entschuldigen, denn der Email Thread war tats√§chlich nicht einfach zu entschl√ľsseln.

Peloponnes
Nach unserem durchaus gelungenen ersten Versuch vor zwei Wochen waren auch hier fast alle Regelinterpretationsm√∂glichkeiten gekl√§rt. Die bef√ľrchtete raue Ablehnung von Experimenten wie dem Ausprobieren von Prototypen seitens Peter fand √ľberraschender Weise nicht statt – zu fertig wirkte das Spiel. Die Regeln waren schnell erkl√§rt und der Einstieg in die gute Mischung aus neuen und bekannten Spielelementen schnell geschafft.
Unsere Erfahrung aus dem letzten Spiel, dass Geld eine dominante Rolle spielt, wurde diesmal von G√ľnther konsequent umgesetzt. So hatte er IMMER ausreichend Silbertaler, um sein Wunschpl√§ttchen zu ersteigern, w√§hrend Peter und Loredana als Neulinge mehr als einmal das Nachsehen hatten. Aaron hatte beim letzten Spiel auf die Geb√§udestrategie mit viel Geld gesetzt und damit letztendlich gesiegt, so dass er diesmal eine andere Variante w√§hlte und in den ersten vier Runden konsequent Landschaftsk√§rtchen ersteigerte. Dabei sollte sich schlussendlich sein Verzicht auf ausreichendes Einkommen r√§chen, als er in den letzten beiden Runden nicht mehr die gew√ľnschten, jetzt deutlich teureren, Geb√§ude ersteigern konnte. Loredana hatte gleich zu Beginn auf Geb√§ude gesetzt, mehr aus Not als aus Planung, da Landschaftsk√§rtchen Mangelware waren und sie mit knappem Geld nicht immer mitbieten konnte. Thomas, ebenfalls Peloponnes-Neuling versuchte sich an einer ausgewogenen Mischstrategie mit Geld, Rohstoffen, Bev√∂lkerung und Geb√§uden. Hier zeigte sich aber, dass man bei Peloponnes nicht auf alles Pferde gleichzeitig setzen darf. Das Spiel verlangt, mit dem Fortschritt der Pl√§ttchenentwicklung mitzugehen und gezielt zu wachsen.

Diesmal empfanden wir die Katastrophen als nicht so schlimm wie beim ersten Spiel, wohl auch deshalb, weil allen klar war, dass im Spiel alle 5 Katastrophen kommen werden und, dass alle zweimal von Doppelkatastrophen getroffen werden. Unbekannt ist nur, welche Katastrophe wann kommt. Wieder war die Pest die letzte Katastrophe, die bei Spielende zuschlug und damit war wieder die Bev√∂lkerung der begrenzende Faktor bei der Siegpunktvergabe. G√ľnther hatte die beste Wahl von Geb√§uden und Landschaftspl√§ttchen getroffen und seine “viel Geld” Strategie konsequent durchgezogen und gewann das Spiel deutlich vor Peter, Loredana und Aaron und dem weit abgeschlagenen Thomas.
Unser positiver Eindruck von Peloponnes wurde auch von dieser Spielerrunde in neuer Zusammensetzung bestätigt und wir freuen uns auf die Veröffentlichung diese hochkarätigen Spiels.
WPG-Wertung: Das Spiel ist ja noch nicht fertig, aber in seiner jetzigen Fassung w√ľrde es zwischen 7 oder 8 WPG-Punkten angesiedelt werden.

In 80 Tagen um die Welt
Die verbleibenden 90 Minuten wollten wir dann mit leichterer Kost verbringen, so dass Peters Vorschlag “La C√≠ta” auf den Tisch zu bringen, zugunsten von “In 80 Tagen um die Welt” abgelehnt wurde. “In 80 Tagen um die Welt” ist ein klassisches Familienspiel, auch wenn das Regelwerk dazu schon fast etwas zu komplex aufgemacht ist – die Regeln selbst sind sehr einfach. Es gilt durch Ausspielen von Schiffs- und Eisenbahnkarten mit m√∂glichst wenigen Punkten (“Tagen”) die Rundreise um die Welt zu vollenden. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wie sich herausstellte, denn insbesondere am Anfang der Reise neigt man dazu auch mal mehr Punkte (Tage) auszugeben, nur um schnell vorzur√ľcken, was sich dann gegen Ende der Reise bitter r√§cht, wenn man verzweifelt auf “kleine” Karten wartet. An diese etwas kontra-intuitive Mechanik, die das schnelle Vorr√ľcken mit hohen Karten in Wirklichkeit zu einer langsamen Reise macht, muss man sich erst einmal gew√∂hnen.

Unsere Reise war nach 60 Minuten entspannender Spielzeit zu Ende, ohne gro√üen √Ąrgerfaktor und mit einem echten Photo Finish: der Spielereinlauf war mit 78, 79 und zweimal 80 √§u√üerst knapp. Nur Loredana war mit ihren 85 Tagen doch etwas zu langsam.
WPG-Wertung: Der bestehende WPG-Schnitt von 7.0 wurde durch G√ľnthers und Thomas’ 6 Punkte leicht gesenkt.


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