von Walter am 12.02.2009 (654 mal gelesen, keine Kommentare)

Im Internet kann man sich nicht nur einen Lebensabschnittspartner suchen, sondern auch kurzfristige Seitenspr├╝nge. Bei Google werden unter den Suchbegriffen “Seitensprung” + “Portal” immerhin dreihundertvierzigtausend Eintr├Ąge angeboten, z.B. “Seitensprung mit Niveau ┬ů f├╝r Frauen und M├Ąnner, die auf der Suche nach einer Aff├Ąre oder einem One-Night-Stand sind!”
Peter hat es ausprobiert. Zumindest einige Links. Angeblich sollen dort 35 j├Ąhrige Frauen “j├╝ngere” M├Ąnner suchen. Mit 40 plus ist man schon ausgemustert. Als armer 40 J├Ąhriger mu├č man schon um seinen Ruf k├Ąmpfen: “Ich bin kein Opa-Typ!”.
Ach, was hat die heutige Jugend f├╝r Sorgen! Ich gehe als gut 60-J├Ąhriger in den Bridgeclub und bin dort ┬ů Verrate ich nicht!
1. “Chicago Express”
Walter durfte den Neulingen Loradana und Peter die Regeln erkl├Ąren. Nach Peters Vorstellung von Systematik hielt er sich streng linear an das 8-seitige, klar gegliederte Regelheft und wurde als Erkl├Ąrer weder angefeindet noch abgesetzt. Ein Novum am Westpark.
Wir ersteigern Aktien von Eisenbahngesellschaften, bauen Strecken, entwickeln die umliegende Geographie und kassieren Dividenden f├╝r den Eisenbahnbetrieb. Wer am Ende das meiste Geld erwirtschaften konnte, ist Sieger.
Es gibt eine Menge antagonistischer Effekte zu ber├╝cksichtigen, hier nur zwei Beispiele:
a) Die Gesamteinnahmen einer Linie werden gleichm├Ą├čig unter alle Aktienbesitzer verteilt. Je mehr Aktien einer Linie verkauft sind, desto geringer ist der Quotient. Schnell noch eine Aktie des Gegners auf den Markt zu werfen, erh├Âht den Nenner und reduziert die Dividende. Im Gegenzug macht jede verkaufte Aktie eine Linie reicher und entwicklungsf├Ąhiger. Zus├Ątzlich erlaubt dies gleich mehreren Aktion├Ąren, den Ausbau einer Linie tatkr├Ąftig in die Hand zu nehmen.
b) Man versucht eine Aktien so billig wie m├Âglich zu ersteigern, doch der Erl├Âs flie├čt in die Gesellschaft, und je mehr Kapital sie hat, desto besser kann sie sich entwickeln. Der richtige Preis f├╝r eine Aktien zum gegebenen Zeitpunkt, das ist das ganze Geheimnis f├╝r gutes Spiel. Wenn man diese Rechnerei ernst nimmt, kann der Spielablauf allerdings ziemlich dr├Âge werden.
Gott-sei-Dank hat G├╝nther hier noch keine Optimierungsbilanz erarbeitet, sonst w├Ąre das Spiel zu Tode analysiert. Wir (alle?) rechneten wenig und wir spielten viel. Ganz brav und ruhig verlief die Entwicklung. Ohne Aggressionen wurden die Strecken gebaut und die Industriezentren entwickelt. Fast langweilig ┬ů
Walter konnte sich erinnern, da├č ab dem Mittelspiel die Aktien leicht ├╝berbewertet ├╝ber den Ladentisch gingen. Heute hielt er sich von Anfang an zur├╝ck. Am Ende kam er mit einer einzigen Chesapeake-Aktie (plus einer beschisssenen Wabash-Aktie) vor den Richter. Entsprechend gering war seine Geldsummenausbeute: mit 42 Dollar hatte er gerade mal die H├Ąlfte an Barverm├Âgen des vorletzten Spielers erwirtschaftet und etwa ein Viertel die des Siegers Peter.
“Was habe ich falsch gemacht?” Peter: “Alles!”. Deutliche Aussage, doch die Details sind hilfreichere Information f├╝r das n├Ąchste Spiel. “Keep fully invested” gilt auch hier, zumindest am Anfang des Spiels. Immerhin werden ca. 8 mal Dividenden ausgesch├╝ttet, die ersten Aktien bringen also schon insgesamt etwa 50 Dollars ein.
Zweites Fazit von Peter: “Ihr (wahrscheinlich meinte er wieder Walter) h├Ąttet mehr Aktien auf den Markt bringen m├╝ssen!”. Dabei hatte sich Walter gerade in der Endphase bem├╝ht, Aktien SEINER Linie zu verkaufen, um die Gesellschaft fl├╝ssiger zu machen. Hier h├Ątte er sich aber besser auf seiner einzigen Aktie ausruhen und etwas f├╝r die Ertragsentwicklung seiner Linie tun sollen. Dann h├Ątten die Mitspieler automatisch auch Interesse an der Chesapeake bekommen.
Peters drittes Fazit: “Man kann das Spiel besser spielen, als es hier gespielt wurde!” Klar, wer auch diesmal damit gemeint war.
WPG-Wertung: Aaron: 8 (1 Punkt weniger), Peter: 7 (trotz seiner Geld-Schwemme), Loredana: 5 (das Spiel funktioniert. Nachtr├Ągliche Frage: Was funktioniert nicht?) Walter: 8 (2 Punkte weniger, Tendenz fallend)
2. “Trans Europa”
Noch mal Eisenbahn, diesmal in Europa. “Trans Europa” ist auch kein Wirtschaftskampf, sondern ein Gl├╝cksspiel (wer zieht die besten St├Ądte-Verbindungen) und eine psychologische Herausforderung (welche Strecken m├╝ssen die anderen ohnehin f├╝r mich bauen?).
Locker ist es allemal. Auch wenn unser Terminator es abqualifiziert: “albernes Gl├╝cksspiel”! Da frage ich mich schon, auf Grund welcher Eigenschaften “Zoff im Zoo” f├╝r ihn seit Jahren der absolute Renner ist!
Keine neue WPG-Wertung f├╝r ein Mehr-als-7-Punkte-Spiel
3. Flaschenteufel
Hier gilt Walter dank seiner Auseinandersetzung mit G├╝nther Cornett’s PC-Implementierung als Favorit. Durch einen kapitalen Ablege-Fehler konnte sich auch gleich im ersten Spiel mit Minus 16 Punkten den Teufelsstich sichern.
Doch dann schob er sich Spiel um Spiel nach oben, und als er die F├╝hrung erobert hatte, schlug er den Spielabbruch vor. Alle waren einverstanden, insbesondere Peter, der sich hier wie bei der “Behinderten-Olympiade” gef├╝hlt hatte. Als Zuschauer, oder als was?
4. “Bluff”
Nix Neues im Westen. Peter zweimal als erster ausgeschieden, Loredana zweimal gegen Aaron im Endspiel. Einmal oben, einmal unten. Ohne Seitensprung.

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