von Walter am 12.02.2009 (623 mal gelesen, keine Kommentare)

Im Internet kann man sich nicht nur einen Lebensabschnittspartner suchen, sondern auch kurzfristige SeitensprĂŒnge. Bei Google werden unter den Suchbegriffen “Seitensprung” + “Portal” immerhin dreihundertvierzigtausend EintrĂ€ge angeboten, z.B. “Seitensprung mit Niveau … fĂŒr Frauen und MĂ€nner, die auf der Suche nach einer AffĂ€re oder einem One-Night-Stand sind!”
Peter hat es ausprobiert. Zumindest einige Links. Angeblich sollen dort 35 jĂ€hrige Frauen “jĂŒngere” MĂ€nner suchen. Mit 40 plus ist man schon ausgemustert. Als armer 40 JĂ€hriger muß man schon um seinen Ruf kĂ€mpfen: “Ich bin kein Opa-Typ!”.
Ach, was hat die heutige Jugend fĂŒr Sorgen! Ich gehe als gut 60-JĂ€hriger in den Bridgeclub und bin dort … Verrate ich nicht!
1. “Chicago Express”
Walter durfte den Neulingen Loradana und Peter die Regeln erklÀren. Nach Peters Vorstellung von Systematik hielt er sich streng linear an das 8-seitige, klar gegliederte Regelheft und wurde als ErklÀrer weder angefeindet noch abgesetzt. Ein Novum am Westpark.
Wir ersteigern Aktien von Eisenbahngesellschaften, bauen Strecken, entwickeln die umliegende Geographie und kassieren Dividenden fĂŒr den Eisenbahnbetrieb. Wer am Ende das meiste Geld erwirtschaften konnte, ist Sieger.
Es gibt eine Menge antagonistischer Effekte zu berĂŒcksichtigen, hier nur zwei Beispiele:
a) Die Gesamteinnahmen einer Linie werden gleichmĂ€ĂŸig unter alle Aktienbesitzer verteilt. Je mehr Aktien einer Linie verkauft sind, desto geringer ist der Quotient. Schnell noch eine Aktie des Gegners auf den Markt zu werfen, erhöht den Nenner und reduziert die Dividende. Im Gegenzug macht jede verkaufte Aktie eine Linie reicher und entwicklungsfĂ€higer. ZusĂ€tzlich erlaubt dies gleich mehreren AktionĂ€ren, den Ausbau einer Linie tatkrĂ€ftig in die Hand zu nehmen.
b) Man versucht eine Aktien so billig wie möglich zu ersteigern, doch der Erlös fließt in die Gesellschaft, und je mehr Kapital sie hat, desto besser kann sie sich entwickeln. Der richtige Preis fĂŒr eine Aktien zum gegebenen Zeitpunkt, das ist das ganze Geheimnis fĂŒr gutes Spiel. Wenn man diese Rechnerei ernst nimmt, kann der Spielablauf allerdings ziemlich dröge werden.
Gott-sei-Dank hat GĂŒnther hier noch keine Optimierungsbilanz erarbeitet, sonst wĂ€re das Spiel zu Tode analysiert. Wir (alle?) rechneten wenig und wir spielten viel. Ganz brav und ruhig verlief die Entwicklung. Ohne Aggressionen wurden die Strecken gebaut und die Industriezentren entwickelt. Fast langweilig …
Walter konnte sich erinnern, daß ab dem Mittelspiel die Aktien leicht ĂŒberbewertet ĂŒber den Ladentisch gingen. Heute hielt er sich von Anfang an zurĂŒck. Am Ende kam er mit einer einzigen Chesapeake-Aktie (plus einer beschisssenen Wabash-Aktie) vor den Richter. Entsprechend gering war seine Geldsummenausbeute: mit 42 Dollar hatte er gerade mal die HĂ€lfte an Barvermögen des vorletzten Spielers erwirtschaftet und etwa ein Viertel die des Siegers Peter.
“Was habe ich falsch gemacht?” Peter: “Alles!”. Deutliche Aussage, doch die Details sind hilfreichere Information fĂŒr das nĂ€chste Spiel. “Keep fully invested” gilt auch hier, zumindest am Anfang des Spiels. Immerhin werden ca. 8 mal Dividenden ausgeschĂŒttet, die ersten Aktien bringen also schon insgesamt etwa 50 Dollars ein.
Zweites Fazit von Peter: “Ihr (wahrscheinlich meinte er wieder Walter) hĂ€ttet mehr Aktien auf den Markt bringen mĂŒssen!”. Dabei hatte sich Walter gerade in der Endphase bemĂŒht, Aktien SEINER Linie zu verkaufen, um die Gesellschaft flĂŒssiger zu machen. Hier hĂ€tte er sich aber besser auf seiner einzigen Aktie ausruhen und etwas fĂŒr die Ertragsentwicklung seiner Linie tun sollen. Dann hĂ€tten die Mitspieler automatisch auch Interesse an der Chesapeake bekommen.
Peters drittes Fazit: “Man kann das Spiel besser spielen, als es hier gespielt wurde!” Klar, wer auch diesmal damit gemeint war.
WPG-Wertung: Aaron: 8 (1 Punkt weniger), Peter: 7 (trotz seiner Geld-Schwemme), Loredana: 5 (das Spiel funktioniert. NachtrÀgliche Frage: Was funktioniert nicht?) Walter: 8 (2 Punkte weniger, Tendenz fallend)
2. “Trans Europa”
Noch mal Eisenbahn, diesmal in Europa. “Trans Europa” ist auch kein Wirtschaftskampf, sondern ein GlĂŒcksspiel (wer zieht die besten StĂ€dte-Verbindungen) und eine psychologische Herausforderung (welche Strecken mĂŒssen die anderen ohnehin fĂŒr mich bauen?).
Locker ist es allemal. Auch wenn unser Terminator es abqualifiziert: “albernes GlĂŒcksspiel”! Da frage ich mich schon, auf Grund welcher Eigenschaften “Zoff im Zoo” fĂŒr ihn seit Jahren der absolute Renner ist!
Keine neue WPG-Wertung fĂŒr ein Mehr-als-7-Punkte-Spiel
3. Flaschenteufel
Hier gilt Walter dank seiner Auseinandersetzung mit GĂŒnther Cornett’s PC-Implementierung als Favorit. Durch einen kapitalen Ablege-Fehler konnte sich auch gleich im ersten Spiel mit Minus 16 Punkten den Teufelsstich sichern.
Doch dann schob er sich Spiel um Spiel nach oben, und als er die FĂŒhrung erobert hatte, schlug er den Spielabbruch vor. Alle waren einverstanden, insbesondere Peter, der sich hier wie bei der “Behinderten-Olympiade” gefĂŒhlt hatte. Als Zuschauer, oder als was?
4. “Bluff”
Nix Neues im Westen. Peter zweimal als erster ausgeschieden, Loredana zweimal gegen Aaron im Endspiel. Einmal oben, einmal unten. Ohne Seitensprung.

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