von Walter am 23.07.2009 (1.695 mal gelesen, keine Kommentare)

Sonnenfinsternis in China und Moritz f├Ąhrt mit dem Fahrrad zum Westpark. Wie reimt sich das zusammen?
Ganz einfach: Die Sonne zieht ihre Kreise um die Erde und manchmal kommt ihr der Mond in die Quere. Moritz zieht mit Sack und Pack um in die Isarvorstadt und ihm kommt leider niemals eine U-Bahnstation in die Quere.
Doch mit dem Fahrrad schafft er den Weg in 12 Minuten. Ab sofort wird Peter alleine zur vorletzten U-Bahn hetzen m├╝ssen.
Moritz' Frau hofft dagegen bis jetzt immer noch vergeblich auf ein Pedelec. In letzter Sekunde sagte sie die Tour d’ Ouest ab und ├╝berlies den Westpark einem unverdrossenen m├Ąnnlichen Trio.
1. “After the flood”
Vor weniger als einem halben Jahr zum ersten Mal gespielt, konnte sich heute keiner mehr an die Regeldetails erinnern. Moritz mit dem englischen Regelheft und Aaron mit der deutschen Version durften mit vereinten Kr├Ąften sich und dem einsamen Zuh├Ârer die Regeln vortragen. Nach kaum einer Stunde war die allseitige Wiederholung bew├Ąltigt.
Im alten Sumerien m├╝ssen wir Reiche gr├╝nden und entweder durch Tauschen und Bauen oder durch Mord und Totschlag Siegpunkte erwerben. W├Ąhrend sich Aaron und Walter noch mit dem Polieren ihrer Pflugscharen die Zeit vertrieben, hatte Moritz im Nu daraus Schwerter geschmiedet und die Welt erobert. Nach der ersten Runde hatte er bereits den vierfachen Punktevorsprung vor dem Zweiten und einen Unendlichfachen vor dem dritten Spieler.
In der zweitem Runde war er nicht so erfolgreich, und wir durften wieder hoffen, da├č die kommerzielle Variante der sumerischen Welteroberung der milit├Ąrischen vielleicht doch noch Parioli bieten k├Ânnte. Immerhin gibt es sogar noch einen goldenen Mittelweg: Wer weder als Eroberer noch als Kr├Ąmer direkt punkten kann, der kann seine Aktionen aufs Sparkonto einzahlen und auf eine ertragreichen Zukunft bauen.
In jedem Fall gilt, da├č lukrative Reiche den Mitspielern so teuer wie m├Âglich gemacht werden m├╝ssen. Wer hier allerdings seine Mittel verpulvert und trotzdem den k├╝rzeren zieht, hat sich selbstlos f├╝r die Konkurrenz aufgeopfert. Gedankt wird es ihm nicht.
Weiterhin gibt es Landstriche, z.B. dort, wo der blaue Lapislazuli eingehandelt wird, die f├╝r den Sieg quasi unverzichtbar sind. Wer sich hier festsetzt, hat den Sieg auch schon halb in der Tasche. Nach unseren bisherigen Erfahrungen konnte sich immer relativ fr├╝h einer der Spieler irgendwo irgendwie eine uneinholbare Monopolstellung erwerben. War das K├Ânnen oder ist der Gl├╝ckliche hier jedesmal zuf├Ąllig in eine Balance-Schw├Ąche des Spieldesigns gefallen?
WPG-Wertung: Aaron: 6 (“nicht ausbalanciert”) , Moritz: 8 “stimmige Thematik, Kampfsituation f├╝r 3 Spieler sehr gut gel├Âst”), Walter: 7 (“f├╝r mehr Punkte etwas zu trocken”)
2. “Um Krone und Kragen”
Moritz’ erstes selbst-entwickeltes Brettspiel harrt noch seiner Publizierung, “Um Krone und Kragen” verdankt ihm immerhin schon seinen Namen.
Jeder w├╝rfelt mit einer st├Ąndig steigenden Anzahl von W├╝rfeln. Damit erw├╝rfelt man sich Bonuskarten, die beim weiteren W├╝rfeln helfen sollen, noch bessere W├╝rfelergebnisse zu erzielen. Entweder darf man damit zus├Ątzliche W├╝rfel einsetzen oder ein bi├čchen an den W├╝rfelergebnissen herummanipulieren. Wer am Ende das allerbeste W├╝rfelergebnis hinlegt, wird Sieger.
Wenn man die Bonuskarten alle kennt, kann man sich vielleicht eine optimale Bonuskartenerwerbsstrategie zulegen. Wenn Fortuna dann auch noch die notwendigen W├╝rfelkombinationen gew├Ąhrt, hat man gewonnen. Wenn die Gl├╝cksg├Âttin einen Spieler allerdings schon ganz am Anfang ├╝bersieht, hat sie Schwierigkeiten, diesen Fehler wieder gutzumachen. Wahrscheinlich ist ihr das aber egal.
Aaron wurde unangefochten Sieger. Wo blieb da sein sprichw├Ârtliches W├╝rfelpech!
WPG-Wertung: Moritz: nimmt dem Spiel einen Wertungspunkt, Walter gibt ihm einen. Die Summe bleibt gleich. Der Durchschnitt auch.
3. “Flaschenteufel”
Haben wir nicht gespielt, aber Moritz hat es nachdr├╝cklich gefordert und als eines seiner Lieblingsspiele apostrophiert. Aaron und Walter waren platt! Haben sie doch tats├Ąchlich seine Hebung auf 9 Punkte ├╝bersehen. Wurde ja auch schon vor mehr als einem Jahr bekanntgegeben.
4. “Bluff”
Paradoxien in der Wahrscheinlichkeit. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit 2 W├╝rfeln eine F├╝nf zu w├╝rfeln? Zwei Drittel? Moritz bestand auf “Zweimal ein Drittel!” Ist das nicht das gleiche? Mindestens zwei Drittel der Mitspieler waren verbl├╝fft. Schlu├čendlich war einer von zwei W├╝rfeln unter Moritz’ Becher eine F├╝nf und Aaron hatte verloren.
Der Faden wurde noch weitergesponnen. Im Gegenzug gelang es ihm nicht, mit 4 W├╝rfeln eine Zwei zu w├╝rfeln, obwohl die Wahrscheinlichkeit daf├╝r schon bei Einhundertdreiunddrei├čig Prozent lag! Und schlie├člich mu├čte Moritz einen W├╝rfel abgeben, weil von 6 W├╝rfeln keiner ein Stern war. Obwohl auch daf├╝r die Chance hundertprozentig war.
Lag das vielleicht an der Fragestellung? H├Ątten wir etwa danach fragen sollen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, mit einer bestimmten Anzahl von W├╝rfeln KEINE Zwei zu w├╝rfeln?
Keine neue WPG-Wertung f├╝r ein Super-Spiel.


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