von Aaron am 1.07.2010 (1.096 mal gelesen, keine Kommentare)

Walter musste sich diese Woche ausklinken; deshalb fand der Spieleabend bei Aaron statt. Eine Lokation ebenfalls im MĂŒnchner Westen, aber ein eher seltener Treffpunkt. Geduldig warteten GĂŒnther und Aaron auf Hans als dritten Spieler. Der traf dann mit ĂŒber halbstĂŒndiger VerspĂ€tung ein, nachdem er sich hoffnungslos im Viertel der Blumenstraßen verirrt hatte. Wir lernen: nicht nur die Straßennamen auf dem Weg sollte man sich merken, sondern auch die Abbiegerichtung.
Inzwischen hatten sich die beiden Wartenden auf ein kurzes Spiel zur ÜberbrĂŒckung der Wartezeit geeinigt.

Mosaix
Das Spiel lag schon in einer Viererrunde auf dem Tisch und sollte nun seine QualitĂ€ten als 2er-Spiel beweisen. Aaron hatte als ‚topologically challenged‘ Unerfahrener gleich zu Anfang deutliche Schwierigkeiten, die optimalen WĂŒrfelformationen fĂŒr sich zu finden. Trotzdem lief das Spiel auf einen spannenden Endkampf hinaus, bei dem sich mit etwas GlĂŒck Aarons selbstgebaute ZwickmĂŒhle noch auflösen ließ. Hier zeigte sich die dann doch noch die GlĂŒcksabhĂ€ngigkeit im Spiel, die ĂŒber weite Strecken in der Zweierformation nicht wirklich eine Rolle spielte.
WPG-Wertung: Aaron 7 (schnell und einfach), GĂŒnther 6 (hat Bedenken, bzgl. der Beinflussbarkeit bei mehr als zwei Spielern)

Wasabi!
Hans liebt Sushi – eine Tatsache, die uns bisher verborgen geblieben war. Also konnte er nicht widerstehen, als er ein Spiel zum Thema in schöner Aufmachung und angemessener KomplexitĂ€t fand. Beim gemeinsamen Auspöppeln der Spielsteine gab es die ersten fragenden Gesichter, die zunahmen, als Hans die englische Version der Spielregeln vortrug (die deutsche enthĂ€lt, wie auch die deutsche Seite des Spielmaterials zu viele Fehler). Wie soll das denn funktioniert? Wird man hier gespielt?sushi
Die Spieler haben die Aufgabe, Sushi-Rezepte erfolgreich aus ausliegenden Zutaten zusammenzustellen. Die Anzahl der notwendigen Zutaten reicht von zwei fĂŒr die ganz einfachen Makis bis hin zu unfassbaren fĂŒnf fĂŒr die exklusiven Sushis. Je mehr Zutaten, umso mehr Siegpunkte gibt es fĂŒr ein komplettiertes Rezept. Und wenn die Zutaten noch in der richtigen Reihenfolge eingebracht werden, gibt es Sonderpunkte fĂŒr die Schönheit. Das klingt alles ein bisschen nach „A la carte“, ist aber völlig anders. Zwar sind die Zutaten vorgegeben, aber sie mĂŒssen erst auf einem Spielplan in einer Reihe oder Spalte, möglichst in richtiger Reihenfolge, ohne Unterbrechung ausgelegt werden. Genau: ein Spielplan. Hier legt jeder Spieler in seinem Zug eine seiner drei geheimen ZutatenplĂ€ttchen ab, um dann wieder auf drei Zutaten aufzuziehen. Wurde mit dem Legen der Zutat ein eigens Rezept vervollstĂ€ndigt, gibt es die Siegpunkte dafĂŒr und der Spieler zieht ein neues Rezept nach. So fĂŒllt sich langsam der Spielplan mit immer mehr Zutaten in buntem Durcheinander. FĂŒr zusĂ€tzliche Dynamik sorgen Aktionskarten, die es erlauben, Zutaten auf dem Spielplan zu verschieben, zu ĂŒberdecken oder wieder freizulegen. Diese Aktionskarten gibt es immer dann, wenn ein Spieler ein Rezept vervollstĂ€ndigt hat. Da man nie mehr als zwei dieser Karten auf der Hand haben darf und auch nicht eine gerade selber ausgespielte Karte wieder aufnehmen darf, ist hier Planung und Timing gefragt.
Bereits zu Beginn gab es eine Diskussion, ob es nun besser sei, erst die „kleinen“ Rezepte anzugehen oder nicht, da diese die begehrten und im Spielverlauf notwendigen Aktionskarten schneller bringen. Wie sich dann herausstellte, war das ein Trugschluss, denn gerade zu Spielbeginn gibt es viel FlexibilitĂ€t bei der Ablage auf dem Spielplan, die man braucht, um die großen Rezepte herzustellen, wĂ€hrend gegen Spielende man nur noch ĂŒber die Aktionskarten Einfluss auf die Auslage nehmen kann. Wer dann gegen Ende ohne Aktionskarten ein 5er-Rezept vervollstĂ€ndigen will, kann nur noch zuschauen und hoffen, dass das Spielende schnell kommt.
WPG-Wertung: Aaron 7 (nettes Thema, schöne Aufmachung, weiss was er beim nĂ€chsten Mal besser machen kann), GĂŒnther 6 (lĂ€sst sich von der Aufmachung nicht beeindrucken), Hans 6 (hatte mehr erwartet)

Die Speicherstadt
Zum zweiten Mal auf dem Tisch, diesmal in der Minimalbesetzung. Die Vermutung war, dass sich jetzt weniger Mitspielerchaos und mehr Planbarkeit beim Bieten einstellen. So war es dann auch: das Bieten lief in der Regel erwartungsgemĂ€ĂŸ ab, inklusive der kleinen Nickeligkeiten gegen Spieler mit wenig Geld. Und wieder stellte sich heraus, dass der konservative Umgang mit Geld und Diversifikation die SchlĂŒssel zum Erfolg sind, denn der GlĂŒcksfaktor bei der Auslage (welche Karten kommen wann; welche Waren kommen wann) ist auch in einer 3er-Runde betrĂ€chtlich. Aaron hatte gleich zu Beginn aufs falsche Pferd gesetzt, denn die fĂŒr ihn Geld- und Punkte bringenden grĂŒnen Waren kamen erst ganz spĂ€t, und da war er schon fast pleite. Da halfen dann auch die 14 Siegpunkte fĂŒr die Kontore nichts mehr.
WPG-Wertung: keine Änderungen.

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