von Walter am 2.12.2010 (2.245 mal gelesen, keine Kommentare)

Schneechaos in Europa. Am Flughafen in Genf ruht bis morgen frĂŒh der Verkehr. Auch der ehemalige US-PrĂ€sident Bill Clinton muß sich gedulden. Er war auf dem Weg nach ZĂŒrich um fĂŒr die USA als Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft 2018 zu werben.
Einfacher hatte es da unser GĂŒnther. Er mußte nur von der Hoffmannstraße bis zum Westpark; die zwei km lange Strecke konnte er mit nur einer Stunde VerspĂ€tung zurĂŒcklegen. Unsere DebĂŒtantin Bettina kam aus dem MĂŒnchener Westen und wurde von ihrem Navi mit 15 Minuten VerspĂ€tung herbeigelotst. Nur Aaron klingelte um 19:03 Uhr quasi pĂŒnktlich an der TĂŒr.
1. “Bluff”
Unser Warten auf GĂŒnther begann mit unserem Absacker. Bettina bekam einen Vorgeschmack auf die Spiel-Stimmung am Westpark.
Bei 15 WĂŒrfeln unter den Bechern hatte sich der Pegel bis auf 13 mal die FĂŒnf hochgeschaukelt. Anzweifeln oder erhöhen? Bettina toppte mit 7 mal Stern. Das kostete Aaron und Walter je einen WĂŒrfel.
Noch keine Note von Bettina fĂŒr unsere WPG-Wertung .
2. “Verflixxt!”
Das Warten-auf-GĂŒnther-Warming-Up verließ das Absacker-Niveau. In einem „richtigen“ Brettspiel wĂŒrfelt jeder seine drei Pöppel ins Ziel und versucht dabei:

  • Genau so viele hohe Minus-PlĂ€ttchen einzuheimsen, wie er im Verlauf des gesamten Spiels GlĂŒcksplĂ€ttchen ergattern wird.
  • Alle weiteren Minus-PlĂ€ttchen, insbesondere die hohen, zu vermeiden.
  • Alle Plus-PlĂ€ttchen, insbesondere die hohen, so en passent mitzunehmen.
  • Die gleichgerichteten Ambitionen der Mitspieler zu verhindern, indem man sich auf den guten PlĂ€ttchen an sie (die Mitspieler) kuschelt, auf den schlechten PlĂ€ttchen sie aber möglichst alleine lĂ€ĂŸt.
  • Die Empfindungen beim Kuscheln an oder von Bettina waren also durchaus ambivalent.
    Bettinas 8 Punkte sind im oberen Bereich der WPG-Wertung angesiedelt.
    3. “Asara”
    GĂŒnther war eingetroffen und wir konnten uns an die Ernte aus Essen machen.
    „Asara“ ist ein Aufbauspiel, im dem wir mittels Karten und Geld Bauteile fĂŒr TĂŒrme erwerben, diese TĂŒrme dann errichten und dafĂŒr Siegpunkte einheimsen. Es gibt magere Zwischenwertungen fĂŒr unseren aktuellen Baubestand und eine fette Endwertung am Ende, wo fĂŒr die höchsten und die meisten TĂŒrme nochmals ein vielfacher Punktssegen auf uns herabrieselt.
    Wie bekommt man die gewĂŒnschten Turmteile? Alle Teile – BasisstĂŒck, Spitze, große und kleine Mittelteile und Verschönerungsschnörksel liegen in verschiedenen „MĂ€rkten“ offen aus und können reihum einzeln gekauft werden. Dazu muß man eine „EinkĂ€uferkarte“ (= Karte in den fĂŒnf verschiedenen Farben) im Markt ablegen und die entsprechende Bausumme an die Bank bezahlen. Das Besondere dabei ist, dass der erste Spieler, der auf einem Markt kauft, eine beliebige EinkĂ€uferkarte nutzen darf; jeder weitere Spieler muß dann an diesem Markt mit einem EinkĂ€ufer der gleichen Farbe bezahlen. Zu Beginn jeder Runde setzt ein Run auf die verschiedenen MĂ€rkte an; jeder will an den begehrtesten PlĂ€tzen seine eigene Duftmarken hinterlassen.
    Diese Priorisierung ist im Prinzip die gesamte Interaktion des Spiels. Der Rest ist solitĂ€re Aufbauarbeit und am Schluß erfolgt noch ein Vergleich mit den Bauergebnissen der Konkurrenz. Wolfgang Kramer und Michael Kiesling haben uns mit „Asara“ ein handwerklich absolut solides Produkt abgeliefert, spielerische Geistesblitze haben sie dabei aber nicht einschlagen lassen.
    Autoren und Verlag haben im Regelheft nicht einmal eine ErklĂ€rung fĂŒr die Bedeutung von „Asara“ mitgeliefert. Bei Google gibt es eine halbe Millionen EintrĂ€ge dazu, von Hotels ĂŒber WeingĂŒter bis zu KrĂ€uterelixieren. In der Spielregel steht dazu nur „Land der tausend TĂŒrme“. Ein Kalif soll darin wohnen; doch die Kaliflisten der verschiedenen Religionsrichtungen geben keinen Hinweis auf „Asara“. So bleibt die Vermutung, dass es sich hierbei um ein Kunstwort handelt, dass erstens gut klingt und zweitens verkaufstechnisch ziemlich gĂŒnstig im Alphabet liegt.
    WPG-Wertung: Aaron: 6 („nichts Neues; einseitige Interaktion“), Bettina: 6 („vermutlich kein allzu hoher Wiederspielwert“), GĂŒnther: 8 („schöne Kombination verschiedener PlĂ€ne und ihrer Wertigkeit“), Walter: 7 („ausbalanciert, rechtschaffen“).
    4. “7 Wonders”
    Ordentliches Karten-Ablegespiel. Als leichtes Familienspiel sicherlich ein Favorit fĂŒr das „Spiel des Jahres 2011“.
    Weitere WPG-Kommentare findet man in verschiedenen unserer Session-Reports vom Oktober und November.
    WPG-Wertung: Bettinas 7 Punkte belegen den unteren Wert der beiden WPG-Wertungs-Alternativen.
    5. “Manipur”
    Kein Kunstwort, sondern eine reale Region in Indien, in der Aaron seinen 18xx-Bastard zur Welt bringen will. Heute durften wir den Embryo nur hinter dicken Glasscheiben anschauen. Er ist noch viel zu empfindlich gegen die bösen Erreger aus der harten Spielerwelt.
    PS: Bettina
    Wer ist Bettina? DebĂŒtantin am Westpark! Ansonsten aber mitnichten DebĂŒtantin!
    Bettina Koziol studierte klassischen Gesang und befaßt sich mit Komposition und Arrangement zur Pop-Avantgarde.
    Sie ist als Solistin im klassischen Konzertbereich, mit Neuer Musik, Jazz und Avantgarde – Popmusik international tĂ€tig. Tourneen fĂŒhrten sie durch Europa, in die USA, nach Argentinien und Indien.
    Wer mehr von ihr wissen will, findet bei Google 3040 Verweise zu ihr. Morgen wahrscheinlich schon 3041!


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