von Aaron am 27.09.2015 (1.349 mal gelesen, 5 Kommentare)

Es kommt selten vor, dass wir statt am Westpark im 3-Mühlen-Viertel spielen und noch seltener in einer Zweier-Runde. Was bot sich also mehr an, als eines von Moritzen’s vielen GMT-Spielen auf den Tisch zu bringen, die oft genug nicht so ganz dem Westpark-Mainstream-Geschmack treffen.

Churchill

Vor uns liegt ein Spielplan, dessen linke Hälfte an die Speichen einer kleinen Raumstation erinnert, während die komplette linke Hälfte eine abstrakte Darstellung der Kriegssituation im 2. Weltkrieg zu sein scheint. Hmm, ein amerikanisches War Games, vielleicht gar eine Kriegssimulation? Etwas was am Westpark garantiert noch nie ankam? Was auf den ersten Blick aussieht wie ein typisches War Game ist aber laut Spielbeschreibung eine Zusammenspiel von politischer Kooperation und Wettbewerb zwischen den 3 alliierten Mächten im 2. Weltkrieg.

KonferenzenDas zentrale Element des Spiels sind die Konferenzen zwischen den Alliierten. Diese werden auf der linken Seite des Spielplans ausgetragen. Jeder Spieler übernimmt die Rolle einer der drei Mächte. Motor der Verhandlungen dort sind 22 Karten je Spieler, die damaligen Konferenzbeteiligte zeigen. Je nach gewälltem Szenario läuft das Spiel über 3, 5 oder 10 Konferenzen (Runden). Für jede Konferenz gibt es eine Konferenzkarte, die die für die aktuelle Runde geltenden Sonderbedingungen festlegt. Welche Konferenzkarte wann gespielt wird, entscheidet der Zufall. Ebenso zufällig werden von jedem Spieler 7 seiner Beteiligten-Karten gezogen, deren „Verhandlungsstärke“ zwischen 1 und 5 variiert. Zusätzlich bietet jede Karte noch eine Sonderfähigkeit an, die sich an der jeweiligen historischen Person orientiert.

Worum geht es überhaupt in einer Konferenz? Zuerst legen die Spieler auf die Themen fest, die behandelt werden. Hier schlägt jeder Spieler 2 Themen vor und der Startspieler als Bonus noch ein drittes. Diese Themen landen in der Mitte des „Konferenztisches“ und jeder Spieler versucht im Laufe der Konferenzphase, ein für ihn wichtiges Thema durch Ausspielen einer seiner Handkarten (Beteiligten-Karten) in Richtung seines Platzes zu ziehen. Die Verhandlungsstärke der ausgespielten Karte bestimmt, ergänzt um eventuelle Sondereigenschaften, wie weit das Thema in Richtung eigener Position gezogen wird. Danach darf ein anderer Spieler Widerspruch einlegen. Dies geschieht ebenfalls durch Ausspielen einer Beteiligten-Karte und erlaubt das Ziehen des Themas weg vom aktiven Spieler. In großer Not darf ein Spieler auch sein Staatsoberhaupt (Churchill, Roosevelt, Stalin) mit besonders großer Verhandlungsstärke einsetzen, riskiert dabei aber mit einer durch einen Würfelwurf bestimmten Wahrscheinlichkeit ein Handikap für die folgenden Runden.

So pendeln die Themen zwischen den 3 Alliierten hin- und her, bis alle Spieler ihre 7 Karten gespielt haben. Nun wird geschaut, wer welches Thema auf seine Seite gebracht hat. Dieser Spieler entscheidet dann, welche Auswirkungen das Thema auf das weitere Geschehen hat. Um das zu verstehen, schauen wir uns die wesentlichen Themen grob an:

  • Global: Hier entscheidet der Konferenzgewinner ĂĽber Auswirkungen auf alle beteiligte Nation. In der Regel werden dadurch Konflikte zwischen den Alliierten erschwert.
  • Atombombe: Hier forschen die UDSSR und die USA in Konkurrenz zueinander.
  • Produktion: Jede alliierten Nationen hat eine festgelegt Produktionskapazität, die fĂĽr verdeckte militärische oder politische Aktionen oder fĂĽr Streitkräfte eingetauscht werden kann. Ăśber die Produktion kann sich eine Nation die Produktionskapazität einer anderen Nation sichern.
  • Gerichtete Offensive: Hier bestimmt der Gewinner, dass ein anderer Spieler eine seiner Militäreinheiten an einer ganz bestimmten Front einsetzen muss.
  • Politische & militärische Macht: Hier erhält der Gewinner die Möglichkeit, verdeckte Operationen in unbeteiligten oder besetzen Ländern auszuĂĽben oder dort sogar die politische Macht zu ĂĽbernehmen.

MilitärUnd damit kommen wir zur rechten Seite des Spielplans und dem nicht unwichtigen Kriegsgeschehen dort. Abhängig vom gespielten Szenario sind insgesamt 7 Fronten unterschiedlich weit fortgeschritten. Im Pazifik kämpfen die Alliierten an insgesamt 4 Fronten gegen die Japaner, in Europa an 3 Fronten gegen die Deutschen.

Jeder Spieler entscheidet für sich, wie viele Militäreinheiten und wie viel Macht er für seine verfügbare Produktion erwirbt. Dann setzt er die Einheiten für verdeckte Operationen in Ländern und die politische Macht ein. Hierfür gibt es nicht unwesentlich viele Siegpunkte. Dann werden die Militäreinheiten an die 7 Fronten verteilt. Haben alle Spieler ihre Einheiten verteilt, wird für die beiden Achsenmächte per Würfelwurf entschieden, an welchen Fronten sie mit wie vielen Einheiten kämpfen. Danach werden die Kämpfe an den Fronten entschieden: jede Einheit einer Achsenmacht entfernt zuerst eine alliierte Einheit. Dann wird die Stärke der verbleibenden Einheiten ermittelt und geschaut, ob die Alliierten in der Überzahl sind. Nur wenn dies der Fall ist und je nach Größe der Überzahl noch passend gewürfelt wird, rückt die Front vor.

Das geschieht jetzt wiederholt über die mit dem Szenario festgelegte Anzahl Runden, es sei denn das Spiel endet dadurch, dass sich beide Achsenmächte vorher ergeben. Dann folgt eine Schlusswertung. Hier gibt es zusätzliche Siegpunkte für jede alliierte Nation für das Erreichen definierter Bedingungen wie z.B. der Erfindung der Atombombe oder dem Erreichen bestimmter militärischer Ziele.

„Churchill“ ist ein Spiel für 1 bis 3 Spieler. Wenn weniger als 3 Spieler spielen, werden die übrigen Alliierten von geskripteten Bots gespielt, d.h. hier ist vordefiniert, wie sich diese Non-Player-Nationen verhalten. Bei uns wurde die UDSSR von einem Bot gespielt. In dieser Konstellation dauerte das Spiel knappe 3 Stunden mit dem 5-Runden Szenario.

Wie spielte sich das Ganze nun? Gleich in der ersten Runde zeigte Churchill, wo der Hammer hing. Er brachte die Themen für politische und militärische Macht zusammen mit dem globalen Thema auf seine Seite. Das ermöglichte ihm in der Militärphase zum einen verdeckte Operationen und gleichzeitig den dauerhaften Schutz seiner Kolonien vor eben diesen. Roosevelt dagegen verzettelte sich an zu vielen Fronten und wurde hoffnungslos von den Achsenmächten geschlagen. Etwas frustrierend ist hier, dass es nicht planbar ist, wie viele Truppen man an welcher Front sinnvoll einsetzen sollte, da die gegnerische Truppenstärke zufällig und erst nach dem Setzen der alliierten Truppen erfolgt.

Aber Roosevelt war lernfähig und folgte Churchills Beispiel in den folgenden Runden. So entspann sich ein Kampf um verdeckten Einfluss unter dem allerdings der Kampf an den Fronten deutlich litt. Bei Spielende waren deshalb die Fronten kaum vorwärts gekommen. Überraschenderweise lagen die USA und UK punktgleich (42), gefolgt von der UDSSR mit einem 9-Punkte-Abstand. Da die USA bei Spielende Gleichstände auflösen dürfen, erklärten sie sich zum Sieger. Daran änderte sich auch nichts mehr durch die noch notwendigen abschließenden 3 Würfelwürfe, falls die Achsenmächte nicht besiegt wurden. Die fielen nämlich tatsächlich so aus, dass der Endstand erhalten blieb. Interessanterweise hätten die Würfe aber auch die Reihenfolge komplett auf den Kopf stellen können, mit der UDSSR als Sieger, den USA als 2. (tiebreaker) und UK als Schlusslicht.

Resümee von meiner Seite: „Churchill“ hat trotz der langen Spieldauer Spaß gemacht, auch wenn ich es nicht unbedingt noch einmal spielen möchte. Dazu ist es zu glückslastig und dauert zu lange. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Der Konferenzmechanismus wirkte nur am Anfang interessant, denn er verkommt leicht zu einem Hin- und Hergeschiebe der wichtigen Themen und der Ausgang wird dann von der zufälligen Kartenhand bestimmt. Kooperation ist hier zwar möglich und auch notwendig, aber nur bedingt sinnvoll, da das Konkurrenzsituation doch überwiegt. Gleiches gilt für den Truppeneinsatz. Hier hat man als einzelner Spieler kaum eine Chance, eine Front weiterzubewegen, selbst wenn man alle verfügbaren Truppen auf eine Front konzentriert. Aber da an jeder Front unterschiedliche Siegpunktbedingungen für die einzelnen Alliierten hängen, schneidet man sich hier auch gerne mal ins eigene Fleisch. Die Mischung von Kooperation und Konfrontation ist für mich hier nicht wirklich stimmig, genauso wenig wie das Verhältnis von Glück und Spieldauer.

WPG-Wertung: Aaron: 6 (zu lang für den alten Mann, 5 Punkte bei 3 Spielern), Moritz: 8 (schöne historische Simulation)

Im Nachgang gab es noch einen kleinen Mailaustausch zwischen mir und Moritz, den ich hier in AuszĂĽgen wiedergebe:

Moritz: Warum gibst Du ihm weniger Punkte fĂĽr 3 Spieler? Ich denke Mal ohne Bot ist es noch wesentlich besser zu spielen und wirklich ein hervorragendes 3er Spiel (was selten ist). Ich gebe ihm 8 Punkte (Abstriche eigentlich nur wegen der etwas uninteressanteren Kriegsmechanik).

Ich persönlich finde den Siegpunktmechanismus hier gar nicht so schlimm, denn wir wurden hier dafür bestraft, den Krieg zu sehr vernachlässigt zu haben. Man weiß ja vorher, dass dann der Zufall eine Rolle spielen wird. Wenn man seine Chancen auf den Sieg erhöhen will, muss man sehr darauf achten, den Krieg auch zu gewinnen, denn nur dann gewinnt ja automatisch der höchste Score (wenn nicht zu weit von den anderen entfernt, was man aber durchaus steuern kann).

Bei dieser Art von Spielen ist das Gewinnen eigentlich Nebensache, sondern der Wunsch zu Gewinnen erzeugt nur die Dynamik, sich mit einer historischen Simulation auseinanderzusetzen, etwas über Geschichte zu lernen und einfach Spaß zu haben. In dieser Hinsicht sind mir Eurogames oft zu verkrampft und einseitig, weil manchmal der pure Spaß am Spielen und an der Phantasie verloren geht, wenn man endlos Aktionen und Siegpunkte maximiert. Bei Spielen wie „Churchill“ ist es im Design eingeplant, dass Spieler Fehler machen und überraschende Situationen und Wendungen entstehen, ich habe damit keinerlei Problem. Es ist auch eine Art Rollenspiel, und da finde ich die sehr unterschiedlichen Rollen der historischen Führer hervorragend ausgearbeitet, ich habe auf jeden Fall durchaus den Simulationscharakter als sehr unterhaltend empfunden.

Aaron: Weniger Punkte fĂĽr 3 Spieler, weil es dann vermutlich 4 Stunden, statt der 3, die wir gespielt haben, dauern wird, und das ist einfach ein bisschen zu lang fĂĽr das, was das Spiel hergibt. Das ist auch der Grund fĂĽr meine eher niedrige Wertung: ich finde, das Spiel wĂĽrde durch eine kĂĽrzere Spielzeit gewinnen.

Moritz: Ich glaube mit 3. Spielern wird das nicht länger sondern kürzer – eigentlich gehen die individuellen Spielerrunden ja sehr schnell, Karte ausspielen in der Verhandlungsrunde, ein paar Einzelentscheidungen für die Production, dann läuft vieles automatisch ab. Das Nachgucken was der Bot macht dauert länger!

Auch darfst Du nicht vergessen, dass das Spiel 3 Szenarien hat, die alle unterschiedliche Spieldauern haben, das „Training“-Szenario dauert 3 Konferenzen und braucht ca. 90 Minuten, da kann man eigentlich nicht meckern. All diese Szenarien sind absolut gleichwertig vom Spielspaß, haben also nicht „weniger“ Action. Ich hatte einfach Lust auf das Standardszenario, sonst hätten wir auch das kürzere spielen können.

Aaron: Mit 3 Spielern eher kürzer? Das kann ich mir nicht vorstellen. Da der Bot, abgesehen von seinen Würfelwürfen, ein vorbestimmtes Verhalten hat, kann man sich gut darauf einstellen. Selbst wenn ein 3. Spieler etwas kürzer für seinen Zug braucht als der Bot (warum eigentlich, ich fand das ging immer recht schnell), müssen die Spieler ohne Bot mehr bei ihren Zügen überlegen, da es mehr Zugmöglichkeiten des Gegners gibt. Ein gutes Beispiel sind die Konferenzen. Hier weiß ich ziemlich genau, was der Bot macht und kann mich darauf einstellen, insbesondere da ich ja seine Karten kenne. Was das Spiel zu Dritt vermutlich wirklich länger machen wird, sind die Verhandlungen bei den Konferenzen. Wenn die funktionieren sollen, müssen die Spieler über ihre Zugmöglichkeiten diskutieren, sonst endet das immer in sinnlosen Hin- und Herschiebereien und am Ende bestimmt der mit den besseren Karten auf der Hand den Endstand. Allianzen scheinen mit hier wichtig zu sein, auch wenn sie nur temporär sein können. Das ist eigentlich ein schönes Element in dem Spiel.

Leider wird das Positive wieder aufgewogen durch die Mechanismen im „theatre of war“: Die Allierten müssen grundsätzlich ihre Truppen den Fronten zuordnen bevor die Verteilung der Truppen der Achsenmächte beginnen. Das macht das Geschehen dort unkalkulierbar und viel zu glückslastig. Ein bisschen Planbarkeit wäre da wirklich besser gewesen.

Nun zu den Szenarien: wir haben das mit den 5 Konferenzen gespielt. Wenn ich mich richtig erinnere gibt es noch das „volle Programm“ mit 10 Konferenzen und dann das mit nur 3en. 3 Konferenzen lassen sich sicherlich in 1 ½ bis 2 Stunden spielen, aber ich befürchte, da ist der Glücksfaktor noch größer als bei 5en. An 10 Konferenzen mag ich gar nicht denken, da sprechen wir ja wohl von 5 bis 6 Stunden und am Ende entscheidet möglicherweise wieder ein einziger Würfelwurf bei der Endabrechnung über Sieg oder Niederlage. Überhaupt ist das meine hauptsächliche Kritik an dem Spiel, es ist zu lang für den hohen Glücksfaktor.

Zu meiner Punktvergabe: Verstehe mich nicht falsch, mir hat das Spiel Spaß gemacht, was zu einem großen Teil auch an der entspannten Atmosphäre lag. 6 Punkte heißen bei mir, es ist ein durchschnittliches bis gutes Spiel, ich möchte es aber nur gelegentlich spielen. Eine 8er-Wertung heißt für mich, ich spiele es gerne und es darf jederzeit wieder auf den Tisch kommen.


5 Reaktionen zu “23.09.2015: Entspannte Konferenzen”

  1. GĂĽnther

    “Bei dieser Art von Spielen ist das Gewinnen eigentlich Nebensache, sondern der Wunsch zu Gewinnen erzeugt nur die Dynamik, sich mit einer historischen Simulation auseinanderzusetzen, etwas ĂĽber Geschichte zu lernen und einfach SpaĂź zu haben”
    – konsequent wäre es dann, auf Siegbedingungen zu verzichten und das ganze kooperativ oder als Sologame zu spielen(sonst ist man doch sofort wieder am Optimieren … Erst recht in einem 2 Personenspiel!)
    – an einer Simulation SpaĂź zu haben, eine Art Rollenspiel zu spielen (auch mit viel Zufall): Ist ok.
    Wenn es aber in 90% solcher Spiele um Kriegssimulationen geht, dann darf man sich da schon mal seine Gedanken machen…

  2. ravn

    Mir persönlich hat an Churchill in 3er-Runde die Diskussion der politischen Lage vor der Wahl der Konferenzthemen am meisten gefallen. Da kann man dann mit seinen zwei Mitspielern absprechen, was man wie gerne selbst erreichen würde und wo man bereit ist, Zugeständnisse zu machen und seinen Mitspielern entgegenzukommen, um sich deren Zustimmungen zu sichern. Das hat sich dann nach echten diplomatischen Verhandlungen angefühlt, wie ich mir die so durch Filme und Dokumentationen vorgebildet so vorstelle, um niemanden zu sehr in die Enge zu treiben, aber eben auch nicht zu übervorteilen. Grenzte teilweise schon ans Rollenspiel, mit einem bitteren Unterton, wenn man sich bewusst macht, dass man hier grausame Geschichte nachspielt, bei der Entscheidungen Menschenleben gekostet haben.

    Lässt man diese ganzen Diskussionen weg (was allzu schnell passieren kann, weil dadurch die Partie zeitlich ausufern kann), minimiert sich das Spielgeschehen auf ein langweiliges Hin- und Hergeschiebe von Themencountern, bestimmt durch zufällige Handkarten. Deshalb möchte ich Churchill auch nicht zu zweit mit gescripteten Bot spielen, da man mit dem Bot nicht diskutieren und verhandeln kann. Churchill braucht Zeit und die Mitspieler, die Konfernzthemen diskutiren sollen. Ansonsten verflacht es und kann nicht seine wahren Stärken zeigen.

  3. ravn

    Korrektur vorletzter Satz: “… die Konferenzthemen diskutieren wollen.”

  4. Aaron

    @Ravn: Mich wĂĽrde interessieren, wie lange denn das Spiel bei euch gedauert hat inkl. der diplomatischen Diskussionen und wie viele Konferenzen ihr gespielt habt.

  5. ravn

    @Aaron: Das war unsere Erstpartie und wir hatten deshalb das Turnierszenario mit fĂĽnf Konferenzen gewählt. Spielzeit war inklusive Erklärung und Verständnis der Mechanismen tagesfĂĽllend – so rund sechs Stunden. Allerdings haben wir nur die beiden ersten Konferenzen wirklich intensiv ausdiskutiert. Danach sind wir selbst in die Falle getappt, das Spielgeschehen beschleunigen zu wollen, haben in Folge die Diskussionen extrem abgewĂĽrgt und damit verflachte dann leider auch das Spiel.

    Die unschöne Kombination aus Regelunsicherheiten und dem anfänglichen Willen der Konferenzthemen-Diskussion haben das Spiel schlicht zu langwierig werden lassen. Empfehle deshalb, erstmal die Regeln in einer gemeinsam offen gefĂĽhrten Probepartie auf die Reihe zu bekommen und dann richtig neu durchzustarten mit Konferenzthemen-Diskussionen. Dabei sollte einem allerdings vorab klar sein, dass man sich so ein Spiel eben nicht an nur einem einzigen Abend vollständig erarbeiten kann – GMT eben.