von Walter am 5.10.2017 (294 mal gelesen, keine Kommentare)

„Spielregeln: zählen letztendlich nur für den, der nicht mitspielt.“
Andreas Egert, Journalist und Aphoristiker)

„Es ist nicht alles wahr, was schöne Worte uns vorgaukeln.“
moi; das gilt gleichermaĂźen fĂĽr Pfarrer, Politiker und Journalisten.

1. “Mexian Cartels”


Cártel mexicano : agricultura, halcones y sicarios con cockringes

Nicht erst seit „Loot Island“ in trockenen Tüchern ist, bastelt Aaron an seiner nächsten Spielentwicklung. Er hat ständig gleich eine Handvoll neuer Spielideen in seinem Brutkasten. Heute durften wir einen ersten Eindruck von seinem neuesten mexikanischen Abenteuer mitnehmen.

Thematisch geht es um Drogenkartelle, um den Anbau und Handel von Haschisch durch „Halcones“ hinter dem Schutzwall von „Sicarios“, die nicht nur die eigene Ernte schützen sollen, sondern auch die feindlichen Killer abknallen und nach Möglichkeit deren Anbaufelder übernehmen sollen.

Political correct könnte man die Szenerie auch als den Anbau von bravem Hanf zur Herstellung von Jute-Taschen ansehen. Oder als Reisanbau in Vietnam, der von Miss Saigon und ihren Konsorten geschützt bzw. vernichtet wird. Mal sehen, was der Zahn der Zeit aus dem Thema noch alles herausbringt.

Der Bandenkrieg ist noch nicht gelungen. Angreifer und Verteidiger, Gewinner und Sieger verlieren regelgerecht regelmäßig zuviel Potenz und werden anschließend unweigerlich eine Beute der bisher unbeteiligten Dritten. Es muss sich lohnen zu kämpfen oder alle Kämpfe müssen – analog wie bei Small Word – ein unumgänglicher Bestandteil des Spielgeschehens sein.

Konstruktives Bauen kombiniert mit destruktiven Erobern ist zweifellos eine hübsche Spielidee. Aber geschenkt wird dem Genie auch hier nichts. Die Balance im Spielmaterial (Engpässe verschiedenster Art), in der Effizienz von äußeren Bedrohungen durch Polizeit und Militär, sowie die topologische Chancengleicheit in den Anbauregionen benötigen noch massive Fortschritte in der Entwicklung. Das Dreimonatskind kann noch lange nicht aus dem Brutkasten heraus.

Noch keine WPG-Wertung fĂĽr ein Spiel in der Entwicklung.

2. “Wabash Cannonball“ alias „Chicago Express”

Das hĂĽbsche SpielgefĂĽhl beim Cannonball-Revival von letzter Woche wollten wir diesmal in einer Viererrunde wiederholen. Diemal gelang es nur mit gebremstem Schaum.

Der Aktienbesitz war zu symmetrisch verteilt: Wenn jeder ein Share einer Gesellschaft hat, lohnt es sich nicht, diese Gesellschaft zu fördern. So lohnte sich heute vieles nicht.

Beispiel fĂĽr Walters Dilemma:

• Er besaß ein Drittel der roten Aktien (genauso wie Günther und Moritz), ein Viertel der blauen Aktien (Aaron besaß die restlichen drei Viertel) und ein Fünftel der grünen Aktien (Günther und Moritz besaßen je 40 Prozent).

• Bei der Entwicklung der roten Linie profitierte er zu 33 1/3 – 25 = 8 1/3 Prozent gegenüber dem Durchschnitt seiner Mitspieler. Hier ärgerte er sich aber darüber, dass ihm Günther und Moritz unisono die „Drecksarbeit“ überließen, nachdem die PRR Fort Wayne erreicht hatte und nur noch zwei Schritte zum profitablen Anschluss von Chicago fehlten.

• Die Entwicklung der blauen Linie war für ihn gewinn-neutral, wobei hier aber Aaron mit seiner 75 % Mehrheit der glückliche Absahner geworden wäre.

• Der Fortschritt der grünen Linie war für ihn kontraproduktiv; pro Punkte hätte er 25 – 20 = 5 Prozent an Boden gegenüber dem Durchschnitt verloren. Was lag näher, als den Ärger über das rote „Drecksarbeit Überlassen“ hier auszulassen und die grüne Linie zu schädigen Ein Gewinn von 5 Prozent pro miesnickeligem Verschleudern von Potential! Gesagt getan, Gegen-Argumentation und lange Gesichter bei G&M, Kingmakerei für Aaron! Auch das liegt in „Wabash Cannonball“ drin.

Neben heutigem langen Nachdenken, welcher Aktion wohl die beste wäre, gab es auch auch merklich langes Nachrechnen darüber, bis zu welchem Preis man beim Aktien-Versteigern wohl mitgehen sollte. Wobei Letzteres in jeder Versteigerungsrunde neu berechnet wurde, obwohl die Eingangsdaten sich nicht geändert hatten und eigentlich immer der gleiche Wert herauskommen sollte. Allerdings sollten alte Mehrheitsbesitzer hier offensichtlich noch einen Obolus mehr opfern, um miesnickelige Seiteneinsteiger draußen zu halten.

Keine neue WPG-Wertung; trotz der angefĂĽhrten Kritikpunkte blieben alle bei ihren 8-Punkten.


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