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16.09.2020: Scharfe Insider

1. “Spicy”

Ein Geschenk des „netten Spielerfinders Roland Goslar aus Frankfurt“ (O-Ton Moritz) an die Westpark-Gamers! Angekündigt als eine Art „Bluff mit Karten“.

Welches sind die Analogien?

  1. Die Spieler müssen sich reihum überbieten.
  2. Das Überbieten geschieht verdeckt und besteht lediglich aus einer unbewiesenen Behauptung.
  3.  Jeder Spieler darf das Gebot des Vorgängers anzweifeln
  4. Nach dem Anzweifeln wird das verifiziert: Stimmt es, bekommt der Anzweifler einen Nachteil, stimmt es nicht, so hat der Angezweifelte einen Nachteil.

Spielmaterial von “Spicy”

Was ist total anders?

  1. In „Spicy“ hat jeder Spieler eine feste, vom Zufall ausgeteilte Kartenhand, aus der er seine Gebote bestreiten muss; in „Bluff“ kann man bei jedem Zug nachwürfeln und sein Glück neu versuchen -> 0 : 1.
  2. Das Kartendeck in „Spicy“ besteht aus Zahlen in drei verschiedenen Farben. Innerhalb eines Durchgangs darf nur eine einzige Farbe zugeben werden. Statistisch gesehen enthält eine Kartenhand demnach zwei Drittel unbrauchbare Karten. Bei Bluff zählt jederzeit jeder Würfel -> 0 : 2.
  3. Beim Höherbieten muss man eine Karte aus seiner Kartenhand spielen, die dezidiert einen höheren Wert hat als das, was aktuell geboten ist. Wer keine passende Karte hat, hat im Falle des Falles keine Chance -> 0 : 3.
  4. Es zählt nur die Karte aus der eigenen Kartenhand, eine Risiko-Abwägung über alle gespielten Karten und die Gebote der Mitspieler gibt es nicht -> 0 : 4.
  5. Wer zu Unrecht anzweifelt bzw. in seinem Gebot gelogen hat, bekommt eine Zusatzkarte, in Bluff verlieft man einen Würfel. Das ist vergleichbar, also ½ : 4 ½

Wer zu Recht anzweifelt bzw. wessen angezweifeltes Gebot zutreffend war, bekommt den KOMPLETTEN bisher gespielten Kartenstapel als PLUSPUNKTE zugeteilt. Das läuft früher oder später auf ein Alles-oder-Nichts hinaus; auch Kingmakerei ist Tor und Tür geöffnet. ½ : 5 ½

Diese quick-and-dirty Bilanz sieht nach einer totalen Niederlage gegenüber „Bluff“ aus. Dafür war aber auch die Messlatte falsch. Wir hätten eher ein Kartenspiel wie „Mäxchen“ zum Vergleich heranziehen sollen. Dagegen kann „Spicy“ mit seiner kurzen Dauer – ein Kartendeck durchgespielt oder 3 mal eine Kartenhand leergespielt, und schon ist Schluss – und mit seinen dicken Belohnungen durchaus punkten.

Und woher der Name „Spicy“. Wer das herausfindet bekommt einen Taler! Aber ich will es lieber selber gleich verraten: Drei Raubkatzen hatten das ewige Kämpfen satt und beschlossen, dass diejenige ihre Königin sein sollte, die die meisten scharfen Gewürze verträgt. Eine an den Haaren herbeigezerrte Geschichte. Tut mir leid, lieber Roland, aber der Faseler dieser Abstrusität versteht weder etwas von Raubkatzen noch hat er eine Ahnung, wofür scharfe Gewürze in der Küche dienen sollen. Allein dafür einen Punkt Abzug.

WPG-Wertung: Aaron: 6 (das Prinzip ist nicht unbekannt), Günther: 6 (im Prinzip trivial), Moritz: 7 (man muss das Spiel mit Psychologie und Überlegung angehen, z.B. ist eine 10 als letzte Karte fast überlebenswichtig), Walter: 6 (schnell, jede Menge Glück und Zufall, aber stimmig; vielleicht in einer lockeren Runde ein Spielespaß).

2. “Caylus – Magna Charta”

Das nagelneue „Caylus 1303“ hatte neulich bei uns nur begrenzt überzeugt. Da wollten wir noch einmal „Caylus – Magna Charta“ auf den Zahl fühlen, dem eine halbe Generation älteren Bruder vom gleichen, genialen Vater.

Die Kartenspiel-Variante hat auch heute überzeugt. Peters damalige Einschätzung: „Neben ‚San Juan’ von Alea die einzige verkürzte Spielvariante, die vom Glanz des Original nichts verloren hat“, galt auch diesmal. Einziger Kritikpunkt: Die Spieldauer müsste kürzer sein. Das könnte man aber problemlos erreichen, indem standardmäßig pro Runde mehr Chips weggenommen würden. Bei einer verkürzten Version könnte man auch leichter das Wegfallen der sehr interessanten Schloss-Konstruktion des Originals verschmerzen.

WPG-Wertung: Aaron: 7 (bleibt, am „altbackendsten“ von allen Caylüssen, trotzdem besser das „modernere“ 1303), Günther: 8 (bleibt; grübelte am intensivsten über eine Spielverkürzung nach, „das ‚alte’ Caylus ist nach wie vor ein Super-Spiel“), Moritz: ? (Note nicht abgefragt, seine vergebenen Attribute „schleppend, lang und öd“ lassen aber nichts Gutes vermuten), Walter: 8 (bleibt; rund, gute Balance zwischen Mangel und Überfluss).

3. “Aarons Nieuw Amsterdam”

Aaron tüftelt an einer neuen Variante von „Nieuw Amsterdam“, bei der der von uns ungeliebte Bietprozess durch etwas „Besseres“ ersetzt wird. Vielleicht wird dann das 7-punktige „eigentlich“ sehr gute Spiel noch zu einem 8-9 punktigen wirklich sehr guten Spiel.

Aaron hat uns seine Idee heute nur kurz skizziert; ausprobiert und gespielt haben wir sie noch nicht. Wird aber bestimmt noch kommen. Wir werden sehen.

4. “Insider”

Ein Deduktionsspielchen. Auf dem Tisch liegt eine Karte mit 6 Begriffen, beispielsweise Eltern, Bruder, Schwester, Zwillinge, Ehepaar und Klassenkamerad. Die Begriffe gehören irgendwie zu einer Kategorie, was aber mit dem Spielprinzip gar nichts zu tun hat. Einer dieser Begriff ist als Suchbegriff definiert. Der „Spielleiter“ und der „Insider“ kennen den gesuchten Begriff, die „Bürger“ kennen ihn nicht. Die Bürger wissen nicht, wer von ihnen der Insider ist. Der Spielleiter weiß es auch nicht.

Spielmaterial von “Insider”



In der ersten Phase geht es für Insider und Bürger nun darum, durch Ja-Nein-Fragen an den Spielleiter aus der vorgegebenen Auswahl von 6 den gesuchten Begriff herauszufinden. Dabei könnte der Insider ihn natürlich sofort benennen, würde sich damit aber als Insider verraten, womit er verloren hätte. So hangeln sich die Fragenden je nach Temperament langsam oder schnell vorwärts.

Ist der Suchbegriff innerhalb von 5 (FÜNF) Minuten (per Sanduhr gemessen) nicht gefunden, so haben alle verloren. Wie schade! Frage an die Allgemeinheit: Haben die Bürger jetzt größeres oder kleineres Interesse als der Insider, den gesuchten Begriff herauszufinden? Können sie den Insider „unter Druck“ setzen, indem sie sich dumm stellen, und ihn damit „zwingen“, sein Insider-Wissen (und damit seine Identität) preiszugeben? Seltsamerweise heute bei uns eine heftige Nach-Spiel-Diskussion.

Gehen wir davon aus, dass der Begriff gefunden wurde. Nachdem die Fragen per Regel nicht eingeschränkt wurden, kann man dazu ja ganz trivial vorgehen. Bei den obigen Beispielsbegriffen könnte man z.B. fragen: „Fängt der Begriff mit „E“ an?“ Ja -> Eltern; Nein: Fängt der Begriff mit „B“ an? Ja -> Bruder usw. Diese Trivialität ist die größte Crux der Spiels.

In der zweiten Phase ist derjenige, der den Begriff schlussendlich genannt hat, der also z.B. aus dem „Ja“ zum Anfangsbuchstaben „E“ messerscharf geschlossen hatte, dass die „Eltern“ herauszufinden waren, und der zum Spielleiter sagt: „der gesuchte Begriff sind die Eltern“ jetzt die Determinante. Er wird wiederum 5 (FÜNF) Minuten lang examiniert, warum er was gefragt hat und warum er auf die „Eltern“ geschlossen hat. Danach müssen alle abstimmen, ob die Determinante der Insider ist oder nicht. Ist es der Insider und er wird identifiziert, so hat er verloren; wird er nicht identifiziert, so hat er gewonnen. Ist es ein Bürger und wurde fälschlich verdächtigt, so hat der Insider ebenfalls gewonnen. Ist es ein Bürger und er wurde nicht verdächtigt, so wird in einer dritten Phase abgestimmt, wer der Insider ist.

Mein Gott, wenn die Begriffs-Raterei nur nicht so dämlich wäre, wenn man den Insider tatsächlich unter Druck setzen könnte, dass er „verdächtige“ Hinweis-Fragen stellen muss. Aber das ist alles Fehlanzeige. Die phlegmatischen Bürger halten sich zurück und überlegen lang und breit, bevor sie fragen, weil das halt ihre Natur ist. Die Sanguiniker unter ihnen gehen mit Windeseile auf die Lösung zu, und finden sie entsprechend schnell heraus, bevor der Spielleiter die Sanduhr auch nur gestartet hat. Und der Insider versucht dabei nicht aufzufallen.

WPG-Wertung: Aaron: 5 (bekannte Ideen neu präsentiert), Günther: 5 (das Prinzip ist OK, aber die Umsetzung ist misslungen), Moritz: 6 (fand die drei Spielphasen gut), Walter: 3 (maximal, die Begriffsraterei ist trivial, die Insider-Verdächtigung reines Kaffeesatz-Lesen)).

16.06.2014: Spieltheorie und Spielpraxis

Walter hat im Freundeskreis an einem Tipp-Wettbewerb zur Fußballweltmeisterschaft teilgenommen. Jedes Spiel aus Qualifikation und KO-Runden musste getippt werden. Für ein richtiges Ergebnis gab es drei Siegpunkte, für die richtige Tendenz (Sieg oder Niederlage) einen Siegpunkt.

Geld gab es auch zu gewinnen. Für jedes Spiel musste ein Beitrag zwischen 50 Cent und 1.50 Euro eingesetzt werden. Die gesetzten Summen wurden jeweils nach einem wohldefinierten Schlüssel aus Siegpunkten und Geldeinsatz wieder unter die Teilnehmer verteilt.

Erfolgskurven beim Tippen der Ergebnisse für die Fußball-WM
Erfolgskurven beim Tippen der Ergebnisse für die Fußball-WM
In einer Mischung aus Mutwillen, Faulheit und Spielwitz tippte Walter für alle Spiele einen Spielausgang von 0:1! Auch bei den deutschen Spielen, also ein 0:1 gegen Portugal, Ghana und die USA. Gegen die USA war dieser Tipp ausnahmsweise mal für Deutschland. Das 0.1 gegen Algerien, Brasilien und sogar im Endspiel gegen Argentinien stempelte ihn dann schon fast zum Vaterlandsverräter!

Was kam dabei heraus? Nach den ersten beiden Verlustspielen brachte ihn die 1:5 Niederlage Spaniens gegen Holland mit einem Gewinn von 9.28 Euro schon weit in die Gewinnzone. Die 0.1 Siege Costa Ricas gegen Uruguay und Italien hoben ihn dann auf den ersten (Geldgewinn-)Platz, den er bis zum Endspiel verteidigen konnte. Und das mit seinen stumpfsinnig-sturen 0:1-Tipps! Fazit:

  • Fußball ist doch nur ein Glücksspiel. (Aarons Predigt)
  • Mit ein bißchen vager Spieltheorie kann man gegen solide Spielpraktiker immer noch jede Menge Boden gutmachen. (Günthers Predigt)

Happy End? Leider nein! Im Endspiel wurde Walter von zwei Tipp-Konkurrenten noch überholt, die den 0:0-Stand nach 90 Minuten richtig getippt hatten, und sich mit den jeweils dafür verbuchten 15,52 Euro an die Spitze aller 165 Teilnehmer setzen konnten.

1. “Istanbul”
Horst kannte das gerade frisch gekürte „Kennerspiel des Jahres 2014“ noch nicht und hatte es schon im Vorfeld auf seine Wunschliste für den heutigen Abend gesetzt. Günthers Exemplar lag noch am Westpark herum und Aaron nahm die Einführung vor.

Horst war begeistert: „Das Spiel macht schon beim Erklären Spaß. Locker flocker. Von einer erfrischenden Leichtigkeit.“ Walter: „Es ist vielleicht nicht ganz so leicht, aber die Züge sind vom Spielmaterial her alle sehr leicht gemacht.“ Aaron: „Vor allem ist es schnell.“

WPG-Wertung: Den bisherigen Schnitt von 8-WPG-Punkten toppte Horst mit 9 Punkten (Endlich mal wieder ein Spiele-Highlight!)

Herzlichen Glückwunsch, lieber Rüdiger Dorn, zu Deinem Meisterwerk!

2. “Blöder Sack”

Ein Würfelplatzierungsspiel. Jeder Spieler hat insgesamt 10 Würfel, würfelt jeweils zwei davon und legt die Ergebnisse einzeln oder gemeinsam auf fünf „Sackkarten“ in der Mitte des Tisches. Zu jeder Sackkarte gibt es eine Qualifikation darüber, wer diese Karte in den unregelmäßig auftretenden Wertungen erhält, z.B.

  • Diese Sackkarte erhält der Spieler, der zuletzt eine 4, 5 oder 6 hingelegt hat
  • Diese Sackkarte erhält der Spieler, der hier die meisten Würfel platziert hat
  • Diese Sackkarte erhält der Spieler, dessen Würfel die höchste Summe kleiner als 10 bilden
  • Und was dergleichen Kombinationsmöglichkeiten mehr sind, insgesamt 27 Stück.

Eine Wertung erfolgt, wenn

  • auf einer Sackkarte 9 Würfel liegen
  • ein Spieler alle seine Würfel auf den Sackkarten verteilt hat und nicht nachwürfeln kann
  • ein Spieler einen Pasch wirft. Jedem Pasch ist genau eine Sackkarte zugeordnet, die dann gewertet wird.

Schnell, rund und … fragwürdig! Aaron beklagte den Mangel an Wahlfreiheit beim Platzieren seiner Würfel. Eigentlich sei es ganz eindeutig, wohin jeder seine Würfel legen muss. Unausgesprochen: Damit läßt das Spiel keinerlei Raum für jegliches Versprühen von Geist.

Aarons Auffassung blieb nicht unwidersprochen. Wir führten unseren zweiten Durchgang daher ausschließlich unter dem Aspekt, die jeweilige Entscheidungsfreiheit zu verifizieren. Jeden Wurf begleitete eine sachliche Diskussion darüber, wohin die Würfel jetzt am sinnvollsten platziert werden müssten. Doch selbst die sachlichstes Sachlichkeit führte nicht zu grundsätzlichem Einverständnis. Der Blöde Sack hat auch ein erhebliches, unwägbares Potential für Platzierungen, die sich nicht unmittelbar auszahlen, sondern in der Hoffnung auf nachgewürfelte Paschs oder als Basis für zukünftige Mehrfronten-Angriffe angesehen werden können.

Die Regeln zur Schlußwertung brachten Aaron aber vollends auf die Palme. Sobald ein Spieler die vierte Sackkarte eingeheimst hat, läutet er das Spielende ein. Die Runde wird zu Ende gespielt, d.h. die Spieler bis rechts vom Startspieler dürfen je noch einmal würfeln und ihre Ergebnisse platzieren. Natürlich hat der letzte Würfler hier nochmals unverhältnismäßig höhere Chancen, noch schnell z.B. „die letzte 4, 5, oder 6“ an eine Sackkarte zu legen und diese dann einzustreichen. Wer das Spielende eingeläutet hat, ist naturgemäß von diesem möglichen Schlußsegen ausgenommen. „Die Schlußwertung ist broken.“

Fast unkommentiert hier noch ein biografischer Auszug aus dem Regelbeiblatt zum Blöder-Sack-Autor Ralf zur Linde: Er studierte Mathematik und Theologie und lebt heute die meiste Zeit auf Mallorca, mitunter aber auch sehr zurückgezogen auf einer kleinen Insel auf den Seychellen. Wenn das kein blöder Sack ist … (Entschuldigung!)

WPG-Wertung: Aaron: 3 (habe keine Wahl), Horst: 6 (Klassischer Absacker), Walter: 5 (lockeres Würfelspiel).

Caylus Magna Carta – und die schwarze Hand
Caylus Magna Carta – und die schwarze Hand
3. “Caylus – Magna Carta”

2006 bekam „Caylus“ den ersten, neugeschaffenen „Sonderpreis Komplexes Spiel“ der Jury von SdJ. Ein Jahr später wurde unter dem Namen „Caylus – Magna Carta“ eine leichtere Kartenspiel-Variante herausgebracht, die ebenfalls sehr gut punkten konnte und mit einem Durchschnitt von 8 Punkte im Juni 2007 auch unser „Spiel des Monats“ wurde.

Zweifellos eine gute Kartenumsetzung eines sehr guten Brettspiels. Alles funktioniert, alles ist gut ausbalanciert, es gibt viel Interaktion und Konkurrenz, und jeder hat eine reichliche Auswahl von strategischen Plänen für seinen Sieg.

Heute ging es allerdings ziemlich zäh über die Bühne. Die Frondienste für den Schlossbau wurden nur widerwillig abgeleistet, und das Schloss wurde und wurde nicht fertig. Das lag aber zum Großteil daran, dass wir hier eine wichtige Regel falsch gelesen und falsch gehandhabt haben. Wer in einer Runde die meisten Rohstoffpakete für das Schloss abgeliefert hat, bekommt nicht einen läppischen Gulden dafür, sondern ein ganzes batziges Goldstück, das unsere Spielerseelen viel heller zum Erstrahlen gebracht hätte. Als wir den Irrtum bemerkten, war es leider schon viel zu spät für eine Korrektur.

Trotzdem bleibt die Frage, ob unsere heutige lediglich Zufriedenheit mit dem Spiel und unsere Begeisterung von vor sieben Jahren richtig miteinander korrelieren. Zumindest Aaron reduzierte seine Wertungsnote von 8 auf 7 Punkte.

WPG-Wertung: Aaron: 7 (füher 8, eine Note, die ihm heute „komisch“ vorkommt), Horst: 6 (kein Spiel zum Lachen [, eher zum sich ab und zu mal Ärgern]), Walter: 8 (bleibt, auch innerhalb der heutigen, Überdruß erzeugenden Flut von Workerplacmentspielen noch klares Leuchtfeuer brillanter Konstruktion).

4. “Nobiles”
Aaron wickelt weiter an seiner Neuentwicklung über den ostfriesichen Kampf gegen Hunger, Sturmflut und für Amt und Würden. Die Verlagerung der Aktivitäten gegen Spielmitte von der Naturfront an die Sozialfront klappt schon ganz gut. Vielleicht zu gut. Opportunisten können selbst im letzten Augenblick noch umschwenken und die Macht im Rathaus an sich reißen. Hier wird weiter an den Rädchen gedreht. Aaron hat schon eine Menge passender Ideen dazu.

In der jetzigen Fassung muss der Häuptling oft genug seine Kastanien selber aus dem Feuer holen, wenn die für seine Kampfgenossen in Aussicht gestellten Erfolgsprämien zu mickrig ausfallen. Vielleicht ist das gewollt und gut so. Vielleicht wird auch daran noch gedreht. Gut Ding will Weile haben.

Keine WPG-Wertung für ein Spiel in der Entstehungsphase.