Popeln cover
Autor Henning Poehl
Verlag Sphinx Spieleverlag
erschienen 2004
Spielerzahl 2-5
Spielzeit 30 Minuten

Popeln

rezensiert von Walter Sorger

Ja tatsächlich, der Titel bezieht sich auf eine Tätigkeit im Zusammenhang mit der menschlichen Nase und schon in Essen auf der "Spiel 2004" drückten Besucher ein gewisses unappetitliches Befremden aus, wenn sie an Spieltischen vorbeigingen, an denen dieses Spiel auflag. Auch ich finde den Titel nicht besonders geschmackvoll. Was haltet Ihr davon, wenn ich jetzt durchwegs das Verb "poppen" dafür verwende? In meiner Generation hat dieses Wort einen sehr liebenswürdigen, unverfänglichen Klang. Warum also nicht!

In der Mitte des Spieltisches liegen fünf Nasenkarten. (Behalten wir hier mal den Namen unseres Geruchsorgans!). Die Karten liegen so weit auseinander, daß an alle vier Seiten gut angelegt werden kann. An die Ostseite jeder Nasenkarte wird ein "Popper" vom Popperstapel hingelegt. Das ist eine Wertungskarte mit Siegpunkten, die es zu erringen gilt.

Jeder Mitspieler besitzt fünf Fingerkarten aus den Typen Nord, Süd und West, die er an die freien Seiten der Nasenkarte anlegen darf. Nur wenn dort Platz ist, Nebenbuhler verdrängen gilt nicht. Einen Finger muß jeder Spieler mindestens legen, alle fünf Finger seiner Hand darf er legen. Danach besitzt jede Nase einen genau definierten Eroberungswert, der sich aus den angelegten Finger- und Popperkarten berechnet.

Anschließend wird gewürfelt. Wer mit seinem Wurf unter dem Eroberungswert bleibt, darf den Popper an sich nehmen und zusätzlich einen anliegenden Finger entfernen. Ein neuer Popper vom Stapel wird an die freie Stelle gelegt, jeder füllt seine Handkarten wieder auf fünf auf, und schon geht das lustige Poppen weiter.

Es gibt noch ein paar Sonderkarten, mit denen ein Spieler den Eroberungswert der Nase zu seinen Gunsten beeinflussen kann. Der generelle Spielablauf bleibt davon aber unberührt:

Popeln cards
  1. Laß Dir vom Kartenglück die richtigen Fingerkarten austeilen!

  2. Lege Deine Karten wohlüberlegt an die ein, zwei möglichen freien Plätze an!

  3. Würfele gut!

Das ist doch schon was, oder? Für zwei-ein-halb Punkte aus dem Westpark hat es gereicht.

Lieber Spiele-Produzent:

  1. Hättet Ihr in die Kartenfarben nicht auch ein bißchen Rot hineinbringen können? Es gibt doch manchmal auch Nasenbluten? Damit wäre wenigstens der optische Eindruck - für einen Traditionalisten wie mich - schon gleich etwas gefälliger geworden.

  2. Die Südfinger und die Nordfinger lassen sich von Form- und Farbe her nicht gut auseinanderhalten. Da hätte der Grafiker etwas mehr Designer-Schmalz hineinpacken dürfen.

  3. Die Größe der Finger ist nicht leicht erkennbar. Ich mußte schon genauer hinschauen, um einen Zweier von einem Dreier zu unterscheiden. Ist diese Schwierigkeit eine der gewollten Herausforderungen des Spiels?

Kleine formale Verbesserungen, und schon wären drei WPG-Punkte möglich gewesen!

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2004, Westpark Gamers