{"id":1021,"date":"2011-03-10T03:29:18","date_gmt":"2011-03-10T02:29:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1021"},"modified":"2011-03-10T14:23:55","modified_gmt":"2011-03-10T13:23:55","slug":"09-03-2011-siedeln-und-fliehen-im-weltraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2011\/03\/10\/09-03-2011-siedeln-und-fliehen-im-weltraum\/","title":{"rendered":"09.03.2011: Siedeln und Fliehen im Weltraum"},"content":{"rendered":"<p>Im Vorfeld haben wir \u00fcber die traurige Situation beim FC Bayern gesprochen. Innerhalb einer Woche drei wichtige Spiele verloren, und das mit den gleichen Spielern, die bei der Weltmeisterschaft letztes Jahr einen grandiosen dritten Platz erreicht haben. Liegt es tats\u00e4chlich am Trainer, wenn eine Fu\u00dfballmannschaft gute Ergebnisse erkickt? Oder liegt es am Geld? Dann aber m\u00fc\u00dfte der FC Bayern unangefochten an der Spitze liegen.<br \/>\nMein Neffe hat mit mir gewettet, dass von einer ausgew\u00e4hlten &#8220;Neuner-Liste\u201c von Bundesliga-Mannschaften (Bayern, Bremen, Dortmund, HSV, Hoffenheim, Leverkusen, Schalke, Stuttgart, Wolfsburg) in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren, d.h. bis zum Saison-Abschlu\u00df im Jahre 2015, jeweils mindestens 3 Mannschaften im Europapokal spielen, und dass der Meister lediglich aus dem Kreise dieser 9 Mannschaften stammt.<br \/>\nWer wettet dagegen?<br \/>\n<strong>1. &#8220;Ad Astra&#8221;<\/strong><br \/>\nNach Moritz Aussage \u201ekein \u201eFreak-Game, sondern ein richtiges Euro\u201c. Faidutti ist Coautor und es gibt in eine tadellose deutsche Spielanleitung dazu. Horst hatte sich vorbereitet und trug perfekt vor. Eine echte Konkurrenz zu \u2026 wem?<br \/>\nWir sind immer noch Menschen, doch unsere Sonne ist uns zu langweilig geworden, wir besiedeln Planeten in fernen Sonnensystemen. Dazu ben\u00f6tigen wir nat\u00fcrlich Energie, Wasser, ein bi\u00dfchen was zum Kauen und Baumaterial f\u00fcr Kolonien und Fabriken. Eine Grundmenge der ben\u00f6tigten Rohstoffe geh\u00f6rt zu unserer Startaufstellung, den Rest m\u00fcssen wir auf den besuchten Planeten im All finden und exploitieren.<br \/>\nF\u00fcr die Spielz\u00fcge steht jedem Spieler ein Satz von Aktionskarten zur Verf\u00fcgung, gem\u00e4\u00df dem wir Bewegungen, Resourcen-Produktion, Baut\u00e4tigkeit oder Spiegpunkt-Ernten durchf\u00fchren. Reihum plazieren wir drei unserer Aktionskarten verdeckt auf einem gemeinsamen \u201ePlanungsfeld\u201c und arbeiten den Stapel sequentiell ab. Bemerkenswert dabei ist, dass jede Aktionskarten f\u00fcr alle Spieler gilt. Wird also z.B. eine Bewegungskarte aufgedeckt, so d\u00fcrfen alle Spieler mit ihren Raumschiffen von Planet zu Planet h\u00fcpfen, nicht nur derjenige, der diese Karte beigesteuert hat.<br \/>\nWenn man aber gerade keine Energie mehr hat, dann n\u00fctzt die fremde Bewegungskarte gar nichts. (Die eigene \u00fcbrigens auch nicht.) Die Art der von den Mitspielern ausgew\u00e4hlten Karten ist eine Unbekannte und man sollte in seiner Zugplanung nicht damit spekulieren. Jeder ist seines eigenen Gl\u00fcckes Schmied, und es ist eher selten, dass man von fremden Karten wirklich profitiert.<br \/>\nNur ganz am Anfang zog Horst irrt\u00fcmlich eine falsche Produktionskarte und setzte damit Walter\u2019s statt seiner eigenen Produktion in Gang. Dieser Irrtum brachte Walter gleich in der ersten Runde eine gewisse materielle Dominanz auf den Spielbrett ein, die sich auch unverz\u00fcglich in einen Vorsprung von 10-15 Siegpunkten umsetzen lie\u00df, ca. 25 % der Gesamtpunktzahl zum Sieg!<br \/>\nAlle waren sprachlos, wie das blinde Huhn mit dem irrt\u00fcmlich geschenkten Korn seine Runden drehte und dabei seinen Vorsprung stetig und uneinholbar ausbaute. \u201eDas Spiel ist nicht gut, wenn Walter gewinnt!\u201c Das Spiel war nicht gut!<br \/>\nVor allem der Stapel mit den unberechenbaren und damit ziemlich chaotischen Aktionskarten erntete Kritik. Moritz forderte hierf\u00fcr ein sequentielles offenes Auslegen der Karten. \u201eTypisch Faidutti, gute Ideen aber nicht konsequent durchdacht.\u201c<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (\u201ezu wenig planbar\u201c), G\u00fcnther: 5, Horst: 7 (mag diese Art von Spielen, war auch atmosp\u00e4risch zufrieden), Moritz: 5 (\u201ees darf nicht sein, dass man auch ohne Aufbau allein mit Siegpunkt-Ernte-Karten das Spiel gewinnt\u201c), Walter: 5 (einschlie\u00dflich Siegerbonus).<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Escape from the Aliens in Outer Space&#8221;<\/strong><br \/>\nLetzte Woche in einer Dreierrunde schon angespielt, sollte das Spiel heute in einer F\u00fcnferrunde seine volle Pracht entfalten. Im Prinzip funktioniert es ganz \u00e4hnlich wie Scotland Yard, einem Oldtimer aus dem Jahre 1983. Anstelle eines b\u00f6sen Mister X gibt es 2 gute Menschen, anstelle von 4 guten Detektiven gibt es 3 b\u00f6se Aliens. Alle bewegen sich auf wohldefinierten Strecken \u00fcber das Spielbrett, bei Scotland Yard ist es der reale Stadtplan von London, bei \u201eEscape\u201c eine abstrakte Ebene von Raumschiff-Hexagons. Als Spielziel mu\u00df in Scotland Yard der Mister X dingfest gemacht werden, bei \u201eEscape\u201c m\u00fcssen die Menschen gefressen werden, bevor sie sich in ihre Fluchtkapseln retten.<br \/>\nAbsprachen sind erlaubt, aber nicht notwendig, da die Aliens praktisch bei jedem Zug mitteilen, wo sie sind und sich entsprechend aufeinander einstellen k\u00f6nnen. Die Menschen m\u00fcssen das &#8211; mit zuf\u00e4lligen Schwankungen &#8211; etwa bei jedem zweiten Zug kundtun. Da die Aliens eine doppelt so gro\u00dfe Reichweite haben, sind die Menschen mehr oder weniger chancenlos. Zumindest auf der Raumschiff-Struktur, die wir zugrunde gelegt haben. Noch aussichtsloser w\u00e4re es gewesen, wenn wir mit der optionalen Erweiterung gespielt h\u00e4tten, dass die Fluchtkapsel mit 50% Wahrscheinlichkeit kaputt ist, wenn ein Mensch sie halb aufgefressen erreicht hat. Aber was ist schon die H\u00e4lfte von Null?<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Moritz: 9 (\u201eOriginell, lustig, mir machte es Spa\u00df\u201c), Aaron: 5 (\u201enicht lustiger als 5 Punkte\u201c), G\u00fcnther: 4 (\u201ehat mir es schon in der Dreierrunde nicht gefallen\u201c), Horst: 4 (abh\u00e4ngig von der Spielrunde; nicht besser als \u201eAd Astra\u201c), Walter: 3 (war einer der chancenlosen Menschen).<\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;Gisborne&#8221;<\/strong><br \/>\nGem\u00e4\u00df Regelheft sind wir die ersten Seefahrer Europas, die in Neuseeland gelandet sind und anfangen, die Insel zu kartographieren. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wird ein neues unbekanntes St\u00fcck Land aufgedeckt, und wir bewegen unseren Kartographen-P\u00f6ppel entlang eines Trampelpfades in Richtung Ziel. Die Strecke, die wir pro Zug zur\u00fccklegen d\u00fcrfen, ergibt sich aus der Summe der Schritte auf den Bewegungskarten, die wir daf\u00fcr einsetzen. Die Bewegungskarten werden von einem verdeckten Stapel gezogen, und es ist nat\u00fcrlich einsichtig, dass hier Lady Fortuna einen erheblichen Einflu\u00df aus\u00fcbt.<br \/>\nAuf dem Trampelpfad gibt es in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Sonderfelder: wer mit seinem P\u00f6ppel hier darauf zieht, bekommt einen Siegpunkt-Chip und l\u00f6st eine Wertung auf. Der vorderste Spieler erh\u00e4lt eine Menge neuer Bewegungskarten, die nachfolgenden erhalten weniger. Den Letzten bei\u00dfen die Hunde.<br \/>\nZum Ausgleich bei\u00dfen den Ersten die W\u00f6lfe, n\u00e4mlich wenn er bei seinem Vorw\u00e4rtsschreiten auf ein neues St\u00fcck Land kommt, auf dem zuf\u00e4llig und keinesfalls voraussehbar noch W\u00f6lfe leben. Der Erste kann auch ungewollt in einen Sumpf fallen, aus dem er nur mit erh\u00f6htem Aufwand an Bewegungskarten wieder herauskommt.<br \/>\nSo ist in \u201eGisborne\u201c einfach alles zuf\u00e4llig:<\/p>\n<li>die Wertigkeit der gezogenen Karten<\/li>\n<li>die Struktur der neu entdeckten Landesteile<\/li>\n<li>die Schrittweite der Mitspieler und deren sonstigen Ambitionen<\/li>\n<p>Locker ist es auch. Zwangsweise.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (\u201egenauso gut wie Ad Astra\u201c), G\u00fcnther: 6 (\u201eschnelles Spiel mit \u00c4rgerfaktor\u201c), Horst: 7 (fand ein \u201eSchluchten-Feeling\u201c), Moritz: 7 (\u201elockeres Gl\u00fccksspiel\u201c), Walter: 6 (\u201eeinschlie\u00dflich Enkelbonus\u201c).<\/em><br \/>\n<strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nHorst\u2019s vor zwei Monaten noch als erfolgreiche \u00dcberraschung vorgetragene Sternenstrategie kann keinen Stich mehr machen. Er wird sich etwas Neues ausdenken m\u00fcssen. Aaron, G\u00fcnther und Walter waren mit 3, 2 und nochmals 2 W\u00fcrfeln im Endspiel. Walter begann standardm\u00e4\u00dfig mit 1 mal die Vier und Aaron hob ohne Z\u00f6gern auf 2 mal die Vier. G\u00fcnther hatte 2 Vieren unter dem Becher und k\u00e4mpfte mit den Setz-Alternativen 3 mal die Vier oder 4 mal die Vier.<br \/>\nWas hatten die anderen mit ihren 5 W\u00fcrfeln gew\u00fcrfelt, als sich nach Walters Anzweifeln unverz\u00fcglich ein homerisches Gel\u00e4chter erhob. Anders gefragt: Was hatten die anderen NICHT gew\u00fcrfelt und wer stimmte nur unwillig in das Gel\u00e4chter ein?<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><br \/>\nPS: Die Katze kriegt immer noch am Westpark t\u00e4glich ihre Milch. Und nach den Indizien im Katzenklo zu schlie\u00dfen, ist ihre Verdauung in Ordnung.<br \/>\nPS2: Immerhin hat Schalke gewonnen und Mailand nur Unentschieden gespielt. Der dritte Champions-League-Platz f\u00fcr Deutschland scheint gesichert. Hallo FC Bayern, nochmals die \u00c4rmel hoch gekrempelt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Vorfeld haben wir \u00fcber die traurige Situation beim FC Bayern gesprochen. 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