{"id":1031,"date":"2011-03-24T02:34:26","date_gmt":"2011-03-24T01:34:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1031"},"modified":"2011-04-04T16:40:13","modified_gmt":"2011-04-04T15:40:13","slug":"23-03-2011-mission-in-afrika-kartenspiel-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2011\/03\/24\/23-03-2011-mission-in-afrika-kartenspiel-in-london\/","title":{"rendered":"23.03.2011: Mission in Afrika, Kartenspiel in London"},"content":{"rendered":"<p>Die Westpark-Katze hat letzte Woche ihr Gastspiel bei uns beendet. Eine Bridge-Partnerin hat sie \u00fcbernommen. Dort wurde sie entwurmt, geimpft und darf jetzt im Schlafzimmer mit dem Frauchen kuscheln. F\u00fcr ihr endg\u00fcltiges Bleiben m\u00fcssen die dortigen Platzhirschen, zwei \u201ealte Zicken\u201c erst noch geh\u00f6rig ins Gebet genommen werden.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/WestparkKatze.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1044\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/WestparkKatze.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/WestparkKatze.jpg 343w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/WestparkKatze-150x91.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/WestparkKatze-300x182.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/a><br \/>\nF\u00fcr die \u00e4u\u00dferst liebensw\u00fcrdige Art von \u201eBridgie\u201c ist auch bereits ein Gedicht entstanden:<br \/>\nAn meine Katze<br \/>\nWenn ich zur Mittagszeit den Schlummer suche,<br \/>\nkommst Du zu mir und wachst an meinem Lager.<br \/>\nIch wei\u00df, wenn ich erwache, wachst Du noch bei mir,<br \/>\nund dieses Wissen ist uns\u00e4glich sch\u00f6n.<br \/>\nDann tapst Du zierlich \u00fcber meinen Busen,<br \/>\nlegst Deinen Kopf vertraut auf meine Schulter,<br \/>\ndrehst Deinen Bauch nach oben hin,<br \/>\nl\u00e4\u00dft Dich umfassen und ganz z\u00e4rtlich kraulen.<br \/>\n<strong>1. &#8220;Livingstone&#8221;<\/strong><br \/>\nAuf den Spuren des gro\u00dfen schottischen Afrikaforschers fahren wir auf einem Dampfboot (Holzfigur) den Sambesi hinauf bis zu den Viktoriaf\u00e4llen (Spielbrett-Szenerie), errichten an verschiedenen Stationen unsere Zelte (Holzp\u00f6ppel) und versuchen unser Gl\u00fcck beim Sch\u00fcrfen von Edelsteinen (Plastiknuggets).<br \/>\nHerzst\u00fcck des ganzen sind W\u00fcrfel, die ganz analog dem Ysphahan-Prinzip gehandhabt werden: Ein Spieler w\u00fcrfelt f\u00fcr alle Mitspieler mit allen W\u00fcrfeln und reihum darf sich jeder Spieler einen W\u00fcrfel davon heraussuchen und damit seinen Zug bestreiten. Er darf<\/p>\n<li>Taler einstreichen \u2013 entsprechend der Augenzahl des gew\u00e4hlten W\u00fcrfels<\/li>\n<li>Diamanten verdeckt aus einem S\u00e4ckchen ziehen &#8211; soviele wie Augen auf dem gew\u00e4hlten W\u00fcrfel. Die Diamanten kann er unverz\u00fcglich in klingende M\u00fcnzen verwandeln<\/li>\n<li>Ein Zelt errichten auf einem Feld, das mit der Augenzahl korreliert. Das kostet in steigendem Ma\u00dfe Geld und daf\u00fcr gibt es fr\u00fcher und sp\u00e4ter, mehr und weniger Siegpunkte<\/li>\n<li>Eine Aktionskarte ziehen \u2013 unabh\u00e4ngig von der Augenzahl. Die Aktionskarte liefert entweder Geld oder Siegpunkte oder Vorteile beim Zeltbau.<\/li>\n<p>Pro Mitspieler werden zwei W\u00fcrfel eingesetzt und wenn jeder Spieler einen W\u00fcrfel genutzt hat, bleiben in der Mitte noch eine Menge W\u00fcrfel liegen. Jetzt darf jeder Spieler einen weiteren W\u00fcrfel nehmen und damit einen Zug machen, aber nur, wenn noch ein W\u00fcrfel mit einer h\u00f6heren Augenzahl als sein erster gew\u00e4hlter W\u00fcrfel \u00fcbrig geblieben ist. Hierin liegt die Taktik des Spiels: Man sollte f\u00fcr jeden Zug in der Regel einen m\u00f6glichst hohen W\u00fcrfel aussuchen, allerdings sollte er nicht so hoch sein, da\u00df man in dieser Runde keinen zweiten Zug tun darf; die Mitspieler werden nat\u00fcrlich ihrerseits alles tun, um den anderen den zweiten Zug zu vermasseln. Das genaue Lavieren zwischen kalkulierter Bescheidenheit und entschlossenem Zupacken bringt die entscheidenden Vorteile ins Spielgeschehen.<br \/>\nDer Rest ist Zufall. Der W\u00fcrfelwurf als solcher ist Zufall. Werden z.B. bei drei Mitspielern und dementsprechend sechs W\u00fcrfeln einmal die F\u00fcnf und f\u00fcnfmal die Sechs geworfen, so kann der Startspieler zwei W\u00fcrfel nutzen, n\u00e4mlich die F\u00fcnf und eine Sechs, die anderen k\u00f6nnen nur je eine Sechs nutzen.<br \/>\nZufall ist auch die Ausbeute bei den Diamanten. Wer extremes Gl\u00fcck hat, kann bei einer Augenzahl von Vier insgesamt vier rote Diamanten aus dem S\u00e4ckchen ziehen und bekommt daf\u00fcr 20 Taler, wer ein bi\u00dfchen Pech hat, zieht vier schwarze Ger\u00f6llkiesel aus dem S\u00e4ckchen und bekommt daf\u00fcr gar nichts.<br \/>\nGenauso zufallsbestimmt ist auch das Ziehen der Aktionskarte. Wer Gl\u00fcck hat, darf damit in einem sp\u00e4teren Zug gleich zwei W\u00fcrfel ziehen. Er kann dann beispielsweise seinem Hintermann dessen wohlkalkulierten zweiten \u2013 in der Regel h\u00f6herwertigen &#8211; W\u00fcrfel vor der Nase wegschnappen und damit bei den Diamanten den gl\u00fccklichen Riesenraibach machen.<br \/>\nDiese Zufallseinfl\u00fcsse bringen in eine an sich logische und planbare W\u00fcrfelkombinatorik spielerische \u00dcberraschungselemente hinein, die bis ans unberechenbare Chaos reichen.<br \/>\nDer H\u00f6hepunkt des Unkalkulierbaren in \u201eLivingstone\u201c ist \u201edie Spende f\u00fcr den K\u00f6nig\u201c: Jeder Spieler kann w\u00e4hrend jedes Zuges eine geheime \u201eGeldspende\u201c in ein Schatzk\u00e4stchen werfen. Wer bei Spielende die geringste Spendensumme aufgebracht hat, scheidet aus. In unserem Zieleinlauf rangierte Horst mit 51 vor Walter mit 45 und G\u00fcnther mit 44 Siegpunkten. Doch Horst und Walter hatten beide nur je 11 Taler gespendet und schieden unisono aus. G\u00fcnther blieb als Sieger \u00fcbrig. Bei dieser Spendenlage h\u00e4tte er eigentlich \u00fcberhaupt kein Zelt zu errichten brauchen, sondern ganz locker unverz\u00fcglich alle Einnahmen f\u00fcr den K\u00f6nig spenden k\u00f6nnen.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 6 (h\u00fcbsche Ideen, an manchen Stellen aber zu schicksalshart), Horst: 7 (mag die W\u00fcrfel-Kombinatorik), Walter: 6 (h\u00fcbsche Kombinatorik, die \u201eSpende\u201c h\u00e4tte aber besser weggelassen werden sollen und die Aktionskarten sind auch zu wenig ausgewogen, vor allem diejenigen mit \u00c4rgereffekten.)<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;London&#8221;<\/strong><br \/>\nEin ziemlich reinrassiges Kartenspiel, obwohl ein dickes Spielbrett mit einem Stadtplan von London auf dem Tisch liegt und wir darauf konsequent Stadtvierel ausbauen und darin \u201eregieren\u201c m\u00fcssen. Doch diese Aktionen dienen nur dazu, ein variable Anzahl von Karten zu ziehen, die Karten in optimaler Konstellation auszulegen und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden ihren Ertrag zu kassieren.<br \/>\nErtr\u00e4ge der Karten ist Geld und \/ oder Siegpunkte, und zuweilen k\u00f6nnen wir damit die Armut bek\u00e4mpfen. Wenn wir viele Karten ausliegen haben, flie\u00dfen nat\u00fcrlich auch reichlich Ertr\u00e4ge in unsere Taschen, daf\u00fcr steigt aber die \u00f6ffentliche Armut in unseren Stadtvierteln rapide an. Am Ende f\u00fchrt die \u00f6ffentliche Armut zu erheblichen Siegpunkteinbu\u00dfen; wer hier nicht konsequent gegengesteuert hat, kann nicht gewinnen. In der richtige Balance zwischen der Menge an ausliegenden und genutzen Karten mit ihren Geld und Siegpunkteinnahmen sowie an den Ma\u00dfnahmen gegen die Armut liegt der Sieg.<br \/>\nDabei ist der Spielverlauf aber ziemlich solit\u00e4r. Jeder spielt seine eigenen Karten nach optimalen Gesichtspunkten; Einwirkungen auf Aktionen und Besitztum der Mitspieler gibt es nicht. F\u00fcr Horst war es immerhin ein <strong>gutes<\/strong> (mit Betonung) Solit\u00e4rspiel. Zumindest \u00fcber drei Viertel des Spiels. Dann ging ihm bitterlich das Licht auf: \u201eDie Armut bricht mir das Genick!\u201c. Er hatte sich mit seinen privaten Erwerbsquellen in eine Sackgasse man\u00f6vriert; sein Armutsstand kostete ihn in der Schlu\u00dfabrechnung die H\u00e4lfte seines Besitztums, es reichte gerade noch zur Bronce-Medaille.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 7 (mit den \u00fcblichen Wallace-Fragezeichen), Horst: 7 (Das System ist klasse, aber Abz\u00fcge in der B-Note f\u00fcr den Armutsmalus), Walter: 7 (Einschr\u00e4nkung f\u00fcr den solit\u00e4ren Charakter; maximal f\u00fcr 3 Spieler, die vielen Zugoptionen sind in einer gr\u00f6\u00dferen Runde t\u00f6dlich).<\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;Trans Europa&#8221;<\/strong><br \/>\nKam um 23 Uhr als mittellanger Absacker auf den Tisch. Schnell, fl\u00fcssig, genial.<br \/>\nWeiterhin unentschieden ist die Frage, ob man solo an der Probleml\u00f6sung mit seinem Randst\u00e4dten beginnen soll oder lieber im gemeinsamen Zentrum.<br \/>\nDie \u201eUngerechtigkeit\u201c der St\u00e4dteauswahl f\u00e4llt bei dem leichten, spielerischen Charakter und den schnellen Wiederholungen \u00fcberhaupt nicht ins Gewicht.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein 7,8 Punkte-Spiel.<\/em><br \/>\n<strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nNoch nicht genug abgesackt beim Gleisbau f\u00fcr die europ\u00e4ischen Eisenbahnen. Horst hat seine Stern-Strategie erfolgreich \u00fcberarbeitet. Er w\u00fcrfelt jetzt mehr Sterne als er blufft.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Westpark-Katze hat letzte Woche ihr Gastspiel bei uns beendet. Eine Bridge-Partnerin hat sie \u00fcbernommen. 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