{"id":104,"date":"2006-06-01T11:27:03","date_gmt":"2006-06-01T11:27:03","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=104"},"modified":"2006-06-01T11:27:03","modified_gmt":"2006-06-01T11:27:03","slug":"31052006-mesopotamien-taki-und-bekanntes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2006\/06\/01\/31052006-mesopotamien-taki-und-bekanntes\/","title":{"rendered":"31.05.2006:  &#8220;Mesopotamien&#8221;, &#8220;Taki&#8221; und Bekanntes."},"content":{"rendered":"<p>Auch eine Autopanne kann einen geplanten Vierer-Abend zu einem unfreiwilligen Dreier-Abend verk\u00fcrzen. Doch mit professionellen Liebhabern ist jede Konstellation eine spielerische Erf\u00fcllung!<br \/><strong>1. &#8220;Mesopotamien&#8221;<\/strong><br \/>Ganz ohne W\u00fcrfel traben die Spieler mit verschiedenen P\u00f6ppeln durch das verlorene Paradies. Sie erweitern ihren geographischen Horizont, bauen H\u00fctten, um sich bei ihren Vermehrungsaktionen vor den neugierigen Blicken der Nachbarn zu sch\u00fctzen, errichten Alt\u00e4re, um daran ihr metaphysisches R\u00fcstzeug aufzustocken, und bringen Opfergaben zum Tempel, um damit die notwendigen Siegpunkt-Bedingungen zu erf\u00fcllen.<br \/>Das Spiel ist ein Wettlauf um die besten Brutpl\u00e4tze, die besten Opferpl\u00e4tze und um das Baumaterial aus Holz und Stein. Leider war damals das Schie\u00dfpulver noch nicht erfunden, und den Body-Check gab es nur beim Eishockey. So fehlen Mittel, einen davoneilenden Gegner noch zu Fall bringen zu k\u00f6nnen.<br \/>Ansonsten sind die Regeln vielseitig und sehr gut ausbalanciert. Um zu gewinnen, mu\u00df man seine \u00fcberaus reichen Zugm\u00f6glichkeiten optimal durchkalkulieren. Das kann leider l\u00e4nger dauern, als es allen Mitspielern recht ist. Selbst unserem Logistiker G\u00fcnther kam das ganze dann einen Schu\u00df zu logistisch vor.<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 6, Moritz: 7, Walter: 7.<\/em><br \/>Moritz plant in 3 Jahren eine Rezension. Dann ist die Fu\u00dfball WM vorbei, die Tantiemen f\u00fcr seine Er\u00f6ffnungsmusik sind verpra\u00dft, und seine Mozart-Collage f\u00fcr die Salzburger Festspiele ist hoffentlich ein Gassenhauer geworden.<br \/><strong>2. &#8220;Thurn und Taxis&#8221;<\/strong><br \/>Errichten von Poststationen und Bayern und Preu\u00dfen (= alles was nicht Bayern ist). Vom Spielprinzip her \u00e4hnlich wie &#8220;Mesopotamien&#8221;: Jeder mu\u00df die gleichen Siegbedingungen in Konkurrenz zueinander erf\u00fcllen.<br \/>Moritz bedauerte, da\u00df &#8220;Thurn und Taxi&#8221; weniger Entscheidungsfreiheit l\u00e4\u00dft. G\u00fcnther fand das von Vorteil, denn dann dauert die individuelle Maximierungs-Phase nicht so lange. Insofern bringt &#8220;Thurn und Taxis&#8221; alle Eigenschaften mit, die f\u00fcr ein &#8220;Spiel des Jahres&#8221; gefordert sind. Frei nach Michael Andersch sind das:<br \/>&#8211; Optisch und qualitativ gutes Material <br \/>&#8211; SdJ-kompatible Spieldauer <br \/>&#8211; Kaum Wartezeiten zwischen den einzelnen Z\u00fcgen <br \/>&#8211; Relativ einfaches Spielprinzip, dennoch stets interessante Entscheidungszw\u00e4nge <br \/>&#8211; Geringer, aber dennoch vorhandener Gl\u00fccksfaktor<br \/>&#8211; Hoher Interaktionsgrad (letzteres hat M.A. nicht \u00fcber &#8220;T&amp;T&#8221; gesagt!)<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 7, Moritz: 7, Walter: 8.<\/em><br \/>Walter schreibt eine Rezension.<br \/><strong>3. &#8220;Taki&#8221;<\/strong><br \/>Amigo hat ein nagelneues Kartenspiel herausgebracht, das unserem wohlbekannten &#8220;Mau Mau&#8221; \u00e4hnelt wie ein Ei dem anderen. Von letzterem wei\u00df man nach Wikipedia, dass die Spielregeln aus den 1930er Jahren stammen. Die Spieler spielen reihum jeweils eine Karten aus und m\u00fcssen dabei die traditionellen Zugabe-Regeln beachten. Bei bestimmten \u00c4rgerkarten mu\u00df der Nachfolger ausstetzen oder neue Karten ziehen.<br \/>Damit ggf. noch existierende Patente nicht verletzt werden, hat der Autor Haim Shafir schnell noch ein paar neue Kartentypen dazugemixt. Z.B. darf der Besitzer eine &#8220;Taki&#8221;-Karte in einem Zug gleich alle Karten einer Farbe abwerfen.<br \/>Das ganze ist zwar schnell und lustig wie das echte &#8220;Mau-Mau&#8221;, aber auch nicht mehr.<br \/><em>Keine WPG-Wertung f\u00fcr ein neues altes Spiel<\/em><br \/><strong>4. &#8220;6 nimmt plus&#8221;<\/strong><br \/>Warum soll man bei &#8220;6 nimmt&#8221; immer nur Minuspunkte sammeln k\u00f6nnen? Um diesen oft ge\u00e4u\u00dferten Vorwurf zu entkr\u00e4ften hat Amigo in seiner Jubil\u00e4umsausgabe von &#8220;6 nimmt&#8221; ein paar neue Regel-Varianten herausgebracht. U.a. auch das &#8220;6 nimmt plus&#8221;, bei denen die erworbenen Hornochsen ganz einfach als Pluspunkte z\u00e4hlen.<br \/>Dazu gibt es ein paar Regel-Schmankerl:<br \/>&#8211; Jeder Spieler darf pro Zug 1 oder 2 Karten legen; so kann er schneller einen begehrten Stapel abr\u00e4umen und die Punkte einheimsen.<br \/>&#8211; Es gibt &#8220;Nuller-Karten&#8221;, mit denen ein Spieler die Zugpriorit\u00e4t erzwingen kann.<br \/>Bei uns erhob sich gleich die Frage, ob diese Nuller-Karten gleichm\u00e4\u00dfig an alle Spieler verteilt werden sollten, oder wir dem Zufall die Verteilung anvertrauen d\u00fcrften. Wir waren unisono f\u00fcr die Gleichverteilung, doch wahrscheinlich h\u00e4tte auch der Zufall keine gr\u00f6\u00dferen Probleme erzeugen k\u00f6nnen. Hier gilt die goldene Regel der Statistik: &#8220;Was an Nuller-Karten gewonnen wird, geht an Zahlen-Karten verloren.&#8221;<br \/>In jedem Fall erfordert das jetzige Erwerben-Wollen von Kartenreihen eine ganz andere Kartenbehandlung als das fr\u00fchere Vermeiden-Wollen. Moritz stellte ganz schnell fest: &#8220;6-nimmt-plus ist eigentlich ein vollkommen anderes Spiel.&#8221; Wo er recht hat, hat er recht!<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><br \/><strong>5. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>In den ersten Runden f\u00fchlte sich Moritz nicht ausgelastet und glaubte sich parallel zu Bluff noch auf seinem Handy mit Poker besch\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen. Doch nachdem er zweimal blitzschnell ausgeschieden war, nahm er die Sache etwas ernster.<br \/>Im dritten Spiel mu\u00dfte er im Endspiel mit einem 1:5-Handicap gegen G\u00fcnther antreten. G\u00fcnther hatte in seinen 5 W\u00fcrfeln 1 Stern, 2 Dreien, 1 Vier und 1 Eins. Vorsichtig legte er 2 mal Eins vor, Moritz hob auf 3 mal Eins. G\u00fcnther ging auf 3 mal Drei. Moritz hob auf 4 mal Drei. G\u00fcnther zweifelte an und hatte verloren: Moritz einziger W\u00fcrfel war eine Drei.<br \/>Im 1:4-Handicap gab Moritz 1 mal Vier vor. G\u00fcnther hatte in seinen verbliebenen 4 W\u00fcrfeln 1 F\u00fcnf, 1 Zwei und 2 Dreien. Er ging auf 2 mal die Drei. Moritz hob auf 3 mal Drei. G\u00fcnther zweifelte wieder an und hatte wieder verloren: Moritz einziger W\u00fcrfel war wieder eine Drei. Eine Sensation bahnte sich an.<br \/>Doch mit der &#8220;Immer-4-Strategie&#8221; beim 1:3-Handicap hatte Moritz anschlie\u00dfend kein Gl\u00fcck. G\u00fcnther zweifelte sofort Moritz&#8217; Vier-Vorgabe an; vor allem auch, weil Moritz gesetzt hatte, ohne seinen eigenen W\u00fcrfel \u00fcberhaupt anzusehen. (Diese Blind-Vorgabe ist \u00fcbrigens kein fester Bestandteil der &#8220;Immer-4-Strategie&#8221;!). Keiner der 4 W\u00fcrfel war eine Vier. Schade!<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch eine Autopanne kann einen geplanten Vierer-Abend zu einem unfreiwilligen Dreier-Abend verk\u00fcrzen. Doch mit professionellen Liebhabern ist jede Konstellation eine spielerische Erf\u00fcllung!1. &#8220;Mesopotamien&#8221;Ganz ohne W\u00fcrfel traben die Spieler mit verschiedenen P\u00f6ppeln durch das verlorene Paradies. 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