{"id":127,"date":"2006-11-30T10:47:31","date_gmt":"2006-11-30T10:47:31","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=127"},"modified":"2006-11-30T10:47:31","modified_gmt":"2006-11-30T10:47:31","slug":"29112006-tara-verflixxt-nochmal-und-247","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2006\/11\/30\/29112006-tara-verflixxt-nochmal-und-247\/","title":{"rendered":"29.11.2006: &#8220;Tara&#8221;, &#8220;Verflixxt! Nochmal&#8221; und &#8220;24\/7&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Wie bestimmt man den Startspieler? Je nach den Regeln ist es manchmal der j\u00fcngste, manchmal der \u00e4lteste Spieler, zuweilen auch der Gastgeber oder der Spielebesitzer. In einer Mini-Familie wird wohl immer das Kind anfangen. Oder es wird darum gew\u00fcrfelt: Wer als erster Sex hat, f\u00e4ngt an.<br \/>Nach der WPG-Methode wird der Startspieler ebenfalls ausgew\u00fcrfel, mit einem einzigen W\u00fcrfel und einem einzigen Wurf: Bei einer Eins f\u00e4ngt der Moritz an, bei einer Zwei der Aaron, bei einer Drei der G\u00fcnther usw. Beim Fehlen der Originale springen die Doubles ein: Peter macht uns den Moritz, Arpad den Aaron und Loredana den Hans. Aber ob Original oder Double: Moritz ist immer die Nummer 1.<br \/><strong>1. &#8220;Tara&#8221;<\/strong><br \/>Nein, es handelt sich hier nicht um die Farm von Scarlett o&#8217;Hara, sondern um eine heilige St\u00e4tte der alten Kelten in Irland und die Spieler m\u00fcssen versuchen, in einem Halma-Dreick mit Gl\u00fcck und K\u00f6nnen die Karriereleiter \u00fcber Bauern, Priester, Krieger und Edelleute bis zum K\u00f6nig hinaufzuklettern. Zuf\u00e4llig verteilte Aktionskarten bestimmen die m\u00f6glichen Schritte auf diesem Weg, doch h\u00e4lt sich der Zufallseinflu\u00df dabei in engen Grenzen, da man f\u00fcr die Fort-Schritte zus\u00e4tzlich noch bezahlen mu\u00df, und je gr\u00f6\u00dfer der Schritt ist, den eine Aktionskarte erlaubt, desto mehr mu\u00df &#8220;Cumal&#8221; man daf\u00fcr hinbl\u00e4ttern. Wir waren uns sofort einig:<br \/>[glowred]Sine pecunia non olet![\/glowred]<br \/>Auf dem Wege zur K\u00f6nigsmacht kommt jeder jedem in die Quere. Keiner kann sich eine Pfr\u00fcnde absichern, keiner seine Machtpositionen und Einnahmequellen gegen die begehrliche Konkurrenz sch\u00fctzen: Eine einzige simple Aktionskarte und der tapferste Krieger ist hin, der Edelmann degradiert und der Pfaffe gefangengenommen.<br \/>Denken und Geldz\u00e4hlen ist m\u00f6glich, ob es sehr viel hilft allerdings fraglich. Moritz tat es ausgiebig und wurde dann auch noch b\u00f6se, als er den Arpad vorgesetzt bekam. Daf\u00fcr fand er am Ende auch den Winning Move zum Doppelten K\u00f6nigstum. Vielleicht hat sein Denken tats\u00e4chlich <strong>uns allen<\/strong> geholfen.<br \/>PS: In Tara wird der Startspieler durch winzige Zahlen auf den Aktionskarten bestimmt. Wer in der ersten Runde die h\u00f6chste Zahl gezogen hat, f\u00e4ngt an. Wir haben lange dar\u00fcber ger\u00e4tselt, warum diese Zahlen in der Spielregel als &#8220;Tie-Breaker&#8221; bezeichnet wurden. Alle Aktionen werden streng sequentiell abgehandelt und es kommt dabei zu keinerlei Kampfentscheidung. Der Startspieler war schon l\u00e4ngst nach de WPG-Methode bestimmt worden und es gab weit und breit keinen Tie zu breaken. Bis Moritz die Startspieler-Regel entdeckte\u0085<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 6, Moritz: 6, Walter: 5, Wolfgang: 6<\/em><br \/>Moritz schreibt eine Rezension.<br \/><strong>2. &#8220;Verflixxt! Nochmal&#8221;<\/strong><br \/>Die erste Erweiterung zum sch\u00f6nen &#8220;Verflixxt! &#8221; von Kramer\/Kiesling. Als neue Elemente werden hereingebracht:<br \/>1) Der Vogel &#8220;Flixxy&#8221; (Moritz hielt das f\u00fcr einen Schreibfehler): eine neutrale Spielfigur, die von jedem Spieler wie seine eigene Figur bewegt werden kann.<br \/>2) Zus\u00e4tzliche &#8220;Verflixxt-Tafeln&#8221;: wenn man diese als Letzter verl\u00e4\u00dft, darf \/ mu\u00df man sein letztes abgegrastes Verflixxt-Hexagon an den linken Nachbarn weitergeben.<br \/>3) Sehr potente &#8220;Wurmchips&#8221;: man bekommt sie f\u00fcr jedes Einkassieren eines negativen Verflixxt-Hexagons. Sie erlauben dem Besitzer beachtliche Zugvorteile wie z.B. Zweimal-W\u00fcrfeln.<br \/>4) Ein &#8220;Aktionsw\u00fcrfel&#8221;, der bestimmt, ob man den Flixxy bewegen mu\u00df oder nicht bewegen darf oder dar\u00fcber die freie Auswahl hat.<br \/>Alle Mitspieler fanden diese Variationen ganz lustig. Das ist richtig. Chaos und Zufall werden gef\u00f6rdert, die Schadenfreude w\u00e4chst und die Vorfreude auf die Schadenfreude auch. Doch in meinen Augen ist das kein Gewinn. Zu 16,7 Prozent wird man jetzt von den Regeln gespielt und zu 75 Prozent von seinen 3 Mitspielern. Von dem sehr guten strategischen W\u00fcrfelspiel a la Backgammon bleiben dann grade noch mal 8,3 Prozent \u00fcbrigt.<br \/>Moritz vermi\u00dfte die Wargame Expansion, mit der man fremde P\u00f6ppel erschie\u00dfen kann.<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 8, Moritz: 7, Walter: 7, Wolfgang: 7<\/em><br \/>Walter schreibt eine Rezension.<br \/><strong>3. &#8220;24 \/ 7&#8221;<\/strong><br \/>Moritz hatte dieses Spiel schon in der Maxvorstadt als Absacker hingestellt (oder hat dort Peter diese Klassifikation erfunden?), und unter diesem Motto wurde es eine halbe Stunde vor Mitternacht am Westpark auch sofort akzeptiert.<br \/>Doch ein Absacker ist es nicht. Eher ein Denkerspiel. Nur weil ein Spiel nach 9 Z\u00fcgen zu Ende ist, kann man es noch lange nicht in die Reihe der lustigen, lockeren Spielfreuden einreihen. Jeder Spieler mu\u00df auf einer Art Schachbrett eine Art von Dominosteinen hinlegen und damit horizontal, vertikal oder diagonal bestimmte Poker-Muster zustandebringen. Da gibt es eine Menge zu rechnen. Und wenn man eine gute Kombination erkannt und erf\u00fcllt hat, dann h\u00e4lt die Euphorie \u00fcber die Siegpunkte nicht lange an, denn damit hat man unabsichtlich dem n\u00e4chsten Spieler die Vorgabe zu einer noch viel besseren Kombination gegeben, die ihm noch mehr Siegpunkte einbringt. Oder h\u00e4tte man das alles vorher ber\u00fccksichtigen und miesnickelig verhindern sollen?<br \/>F\u00fcr den gem\u00fctlichen Nachmittag im Kaffeekr\u00e4nzchen bei Charlies Tante (ansonsten Scrabble- und Canasta-Spielerin) ist das eine passende Herausforderung. Zum Absacken unter den Gr\u00fcblern vom Westpark wohl eher nicht.<br \/>Wolfgang fand noch eine weitere passende Verwendung: F\u00fcr seinen Sohn, mit dem er das Kopfrechnen im Zahlenraum von 7 bis 24 \u00fcben m\u00f6chte.<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 6, Moritz: 8, Walter: 5, Wolfgang: 7<\/em><br \/>Peter hat schon eine Rezension geschrieben.<br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Im ersten Endspiel mit 2 W\u00fcrfeln gegen Walters einen W\u00fcrfel legte Moritz nach der bew\u00e4hrten &#8220;Immer-4-Strategie&#8221; die Vier vor. Walter hatte selbst eine F\u00fcnf und hob freudig auf 1 mal die F\u00fcnf. Nach langem \u00dcberlegen ging Moritz auf 1 mal den Stern. Konnte das ein guter Spielzug sein? Walters F\u00fcnf war so gut wie fotographiert. Wenn Moritz selbst einen Stern hatte, h\u00e4tte er doch auf 2 mal die F\u00fcnf gehen m\u00fcssen. Wenn er weder Stern noch eine F\u00fcnf geworfen hatte und bei Walter einen Bluff vermutete, dann h\u00e4tte er entweder anzweifeln oder nachw\u00fcrfeln m\u00fcssen. Also war Walters logische Folgerung das Anzweifeln.<br \/>Moritz hatte eine Drei und einen Stern und blieb der Sieger. Der naheliegende Konter &#8220;2 mal die F\u00fcnf&#8221; h\u00e4tte ihn ausgehebelt. Frage an die Statistiker: War Moritz&#8217; Vorgabe wirklich optimal? Hat er damit sowohl einen Bluff als auch eine Wahrheitsaussage von Walter am optimalsten ausgesteuert?<br \/>Eine der vielen ungel\u00f6sten Fragen \u00fcber W\u00fcrfel-Trivialit\u00e4ten in einem phantastischen Spiel.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bestimmt man den Startspieler? Je nach den Regeln ist es manchmal der j\u00fcngste, manchmal der \u00e4lteste Spieler, zuweilen auch der Gastgeber oder der Spielebesitzer. 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