{"id":128,"date":"2006-12-07T11:03:51","date_gmt":"2006-12-07T11:03:51","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=128"},"modified":"2006-12-07T11:03:51","modified_gmt":"2006-12-07T11:03:51","slug":"06122006-khronos-verflixxt-nochmal-und-bluff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2006\/12\/07\/06122006-khronos-verflixxt-nochmal-und-bluff\/","title":{"rendered":"06.12.2006: &#8220;Khronos&#8221;, &#8220;Verflixxt! Nochmal!&#8221; und &#8220;Bluff&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Khronos&#8221;<\/strong><br \/>Auf der Spiel 2006 in Essen war das Spiel im Nu ausverkauft. Offensichtlich hatte ein kluger H\u00e4ndler alle Restexemplare aufgekauft und bietet sie heute per Internet an. Der Preis soll bei 147 Euro pro Spiel liegen. Aaron \u00fcberlegt schon, ob er sich mit solchen spekulativen Techniken in Zukunft nicht seine Reise nach Essen finanzieren kann.<br \/>Auf der Messe kam das Spiel beim Publikum offensichtlich sehr gut an. G\u00fcnther hatte es mit dem Autor kurz angespielt. Doch die Regelerkl\u00e4rung mit einem englisch sprechenden Franzosen hatte manche offene Punkte hinterlassen, \u00fcber die sich G\u00fcnther erst per Internet schlauer machen konnte. So ganz vollst\u00e4ndig war dies immer noch nicht gelungen. Sogar Hans platzte mit einem ungewohnten &#8220;Das glaube ich nicht&#8221; in G\u00fcnther sonoren Erkl\u00e4rungs-Sermon hinein. Womit er oft genug recht hatte. Das soll aber kein Angriff auf G\u00fcnthers Vorbereitung sein. So einfach geht &#8220;Khronos&#8221; wirklich nicht.<br \/>Auf einen Nenner gebracht, ist es wie ein dreidimensionales &#8220;Euphrat und Tigris&#8221;. Die Spieler bauen Ritterburgen, Domkapitel und B\u00fcrgerh\u00e4user in drei verschiedenen Teilen des Spielbretts, das die Epochen: Mittelalter, Renaissance und Neuzeit repr\u00e4sentiert. Die Geb\u00e4ude werden zu D\u00f6rfern gruppiert und in jedem Dorf gibt es Mehrheiten an Kriegern, Domherrn oder B\u00fcrgern. Wachsen zwei D\u00f6rfer zusammen, so entstehen Konflikte \u00fcber die Mehrheiten, wobei wie immer der Schw\u00e4chere nachgeben mu\u00df.<br \/>Die drei Teile des Spielbretten h\u00e4ngen logisch und topologisch miteinander zusammen. Ein gr\u00f6\u00dferes Geb\u00e4ude vom Mittelalter ist sogleich auch in der Renaissance und als Ruine in der Neuzeit existent. Ein Geb\u00e4ude aus der Renaissance hat umgekehrt kein Pendant im Mittelalter; es wird sofort vom Spielfeld genommen, wenn an der korrespondierenden Stelle im Mittelalter ein eigenes Geb\u00e4ude errichtet wird. Diese lokalen Abh\u00e4ngigkeiten sind auch f\u00fcr geometrisch begabte Spieler keineswegs einfach zu durchschauen.<br \/>In zwei Wertungsrunden werden Siegpunkte vergeben: Im Mittelalter erhalten die Spieler mit milit\u00e4rischen Mehrheiten einen Siegpunkt f\u00fcr jeden B\u00fcrgerlichen in ihren D\u00f6rfern. In der Renaissance bekommt der Domherr einen Siegpunkt f\u00fcr jedes Sch\u00e4fchen in seiner Pfarrei. Und in der Neuzeit bekommt jeder B\u00fcrger Siegpunkte f\u00fcr Milit\u00e4r und Kirchen in seiner Stadt.<br \/>Sieben Runden dauert das ganze Spiel. 90 Minuten sollte es dauern. Moritz zweifelte daran, da\u00df die l\u00e4ppischen sieben Spielrunden so lange dauern k\u00f6nnten. Doch Hans konnte ihn gleich im ersten Zug eines besseren belehren. Schon prophylaktisch war er mit Arpad und Eieruhr ausgestattet worden, doch das ist in &#8220;Khronos&#8221; einfach nicht angebracht. Die vielen Zusammenh\u00e4nge von Bauten in den verschiedenen Epochen auf Mehrheiten und Siegpunkte zusammenzutragen, erfordert auch f\u00fcr f\u00fcr ungeduldige Schnellspieler eine erkleckliche Zeit. Leider kann man nicht denken, wenn man nicht dran ist, zu sehr \u00e4ndert sich von Zug zu Zug die gesamte bekannte Welt. Jeder hat mehr als einen Drehpunkt, um die Welt aus den Angeln zu heben.<br \/>&#8220;Ich brauche so was von <strong>nicht-lange<\/strong>!&#8221; lies sich Hans vernehmen, als er mit seiner Rechnerei vermeintlich am Ende war. Doch dann hatte er ein paar Randbedingungen nicht ber\u00fccksichtigt und fing von vorne an. Die Stimmung war absolut harmonisch und friedlich. Keiner dr\u00e4ngelte auf Zeit. Der Arpad machte nur symbolisch die Runde. Nach einer f\u00fcnfminutigen Denkpause fragt Moritz: &#8220;Hans, bist Du nicht dran?&#8221;. Welche Frage! Es dauerte weitere f\u00fcnf Minuten, bis sich Hans zum Seufzer durchringen konnte: &#8220;Es w\u00e4re so sch\u00f6n, wenn man etwas tun k\u00f6nnte, was vern\u00fcnftig w\u00e4re!&#8221; Folgende nicht-triviale statistische Fragestellung hielt ihn in Atem: Lohnt sich der Einsatz von 2 Gold, um damit Aktionskarten zu tauschen, die mit der a priori Wahrscheinlichkeit von einem Drittel sieben Siegpunkte verhei\u00dfen, w\u00e4hrend man ohne die richtige Aktionskarte nur drei Siegpunkte erzielen kann?<br \/>Vor viel gr\u00f6bere Probleme stellte das Schicksal unseren Aaron! &#8220;Ich hatte zwei Runden lang nur Mist in der Hand!&#8221; Was hilft der ganze Slogan &#8220;Pflugscharen statt Schwerter&#8221;, wenn man eine Kirche ins Dorf bauen will, die Karten in den H\u00e4nden aber nur Kasernen erlauben? Was h\u00e4tte Aaron bei seinem sprichw\u00f6rtlichen W\u00fcrfelgl\u00fcck erst in den H\u00e4nden gehalten, wenn die Baugenehmigungen per W\u00fcrfelwurf verteilt worden w\u00e4ren.<br \/>Nach zweieinhalb Stunden Spielzeit (ohne G\u00fcnthers 1 st\u00fcndige Erkl\u00e4rung) waren wir durch und summierten friedlich unsere Siegpunkte zusammen. Moritz, mit ausschlie\u00dflich Looser-Karten in der ersten Runde gewann dank einer \u00fcberlegenen mittelalterlichen Wargamer-Strategie, in deren Windschatten er sogar noch Aaron auf den zweiten Platz hieven konnte.<br \/>G\u00fcnther k\u00e4mpft noch mit sich, ob er sein Exemplar bereits jetzt f\u00fcr 150 Euro zur Versteigerung freigibt, oder ob er damit noch wartet, bis es 1000 Euro wert ist.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 6, G\u00fcnther: 6, Hans: 7, Moritz: 8, Walter: 6.<\/em><br \/>Moritz schreibt eine Rezension.<br \/><strong>2. &#8220;Verflixxt! Nochmal!&#8221;<\/strong><br \/>Von den vielen Ideen und Materialien der Spiel-Erweiterung nutzten wir diesmal nur den Fixi. Wir wollten soviel wie m\u00f6glich vom urspr\u00fcnglichen Charakter des strategischen W\u00fcrfelspiels behalten und nur die Erweiterung des Handelsspielraum um eine zus\u00e4tzliche Spielfigur ausprobieren. Doch auch das ist schon zu viel. Die W\u00fcrfelergebnisse mit dem &#8220;Du <strong>mu\u00dft<\/strong> den Fixi&#8221; und &#8220;Du darfst den Fixi <strong>nicht<\/strong>!&#8221; sprengen schon den Rahmen der fr\u00fcheren \u00dcberschaubarkeit und statt mehr Freiheitsgraden gibt es in der Summe weniger als in der Basisversion.<br \/>Doch es gilt auf jeden Fall das Fazit: Besser als &#8220;Mensch-\u00e4rgere-Dich-nicht&#8221; ist es allemal.<br \/>Hans \u00fcberlegte schon, <strong>bevor<\/strong> er w\u00fcrfelte. Aber das ist f\u00fcr ihn ja absolut im Bereich der Normalit\u00e4t.<br \/>Moritz hatte noch die Idee, f\u00fcr den Einlauf der P\u00f6ppel ins Ziel Siegpunkte zu vergeben. Das erzeugt einen durchaus kalkulierbaren Druck, nicht nur W\u00e4chter- und sonstige Tempo-Z\u00fcge zu machen, sondern den Blickpunkt etwas deutlicher in Richtung Ziel zu verschieben. Vielleicht gibt es diese Idee in der 2. Erweiterung im n\u00e4chsten Jahr. Moritz verzichtet auf Tantiemen.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung. Die &#8220;Neulinge&#8221; wollten auf Grund des Fixi allein keine Delta-Punkte f\u00fcr die 1. Erweiterung gegen\u00fcber der Basisversion vergeben.<\/em><br \/>Walter hat schon eine Rezension geschrieben.<br \/><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Im ersten Endspiel gab es diesmal einen 3:3-W\u00fcrfelstand zwischen dem &#8220;Immer-4&#8221;-Strategen Walter und dem &#8220;Anti-Immer-4&#8221;-Strategen G\u00fcnther. Walter hatte 3 Vierer geworfen und tat sich leicht, mit 1 mal die Vier anzufangen. G\u00fcnther hob siegessicher auf 2 mal die Vier, doch gegen Walters Konter von 4 mal die Vier war er machtlos. 3:2!<br \/>Walter legte wieder 1 mal die Vier vor. G\u00fcnther ging mit einem Stern und einer Drei wieder auf 2 mal die Vier. Doch das war schon zu hoch. Walter hatte keine einzige Vier unter seinem Becher: 3:1! Das war schon fast wie Katz und Maus.<br \/>Walter legt wieder 1 mal die Vier vor. G\u00fcnther stand mit dem R\u00fccken zur Wand und hob auf 2 mal die F\u00fcnf. Doch Walter hatte den Becher voll und lie\u00df sich mit 2 Sternen nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.<br \/>In n\u00e4chsten Endspiel fing sogar G\u00fcnther mit 1 mal die Vier an!<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Khronos&#8221;Auf der Spiel 2006 in Essen war das Spiel im Nu ausverkauft. Offensichtlich hatte ein kluger H\u00e4ndler alle Restexemplare aufgekauft und bietet sie heute per Internet an. Der Preis soll bei 147 Euro pro Spiel liegen. Aaron \u00fcberlegt schon, ob er sich mit solchen spekulativen Techniken in Zukunft nicht seine Reise nach Essen finanzieren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2006\/12\/07\/06122006-khronos-verflixxt-nochmal-und-bluff\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">06.12.2006: &#8220;Khronos&#8221;, &#8220;Verflixxt! 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