{"id":139,"date":"2007-03-15T02:52:17","date_gmt":"2007-03-15T02:52:17","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=139"},"modified":"2007-03-15T02:52:17","modified_gmt":"2007-03-15T02:52:17","slug":"14032007-auf-der-seidenstrasse-nach-yspahan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/03\/15\/14032007-auf-der-seidenstrasse-nach-yspahan\/","title":{"rendered":"14.03.2007: Auf der Seidenstrasse nach Yspahan"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Silk Road&#8221;<\/strong><br \/>Spielmaterial und Spielbrett lassen zun\u00e4chst einen Eindruck von &#8220;Yspahan light&#8221; aufkommen. Kamele und Holzkl\u00f6tzchen dominieren das Bild. Doch das Spiel ist eher z\u00e4h. In einer Art &#8220;Asienreise&#8221; mu\u00df man vom Start bis zum Ziel 13 St\u00e4dte durchlaufen und in jeder Stadt darf man genau eine Aktion tun:<br \/>1) Waren nach einer progressiven Preisskala kaufen<br \/>2) Waren nach einer degressiven Preisskala verkaufen<br \/>3) Beliebige verschiedene Waren im Verh\u00e4ltnis 1:1 umtauschen<br \/>4) Gezielte Warenarten im Verh\u00e4ltnis 2:1 umtauschen<br \/>5) Ein Warenkl\u00f6tzchen von einem Mitspieler wegnehmen (O-Gott-o-Gott!)<br \/>6) Eine Warenart bewerten lassen: Wer die meisten Kl\u00f6tzchen davon hat, bekommt eine Pr\u00e4mie.<br \/>Nicht alle diese Aktionen stehen zur Auswahl, sondern pro Stadt nur jeweils drei; davon darf sich der Startspieler zuerst eine aussuchen, bleiben f\u00fcr den n\u00e4chsten nur noch zwei, dem dritten noch eine und der vierte geht leer aus (und darf daf\u00fcr in der n\u00e4chsten Runde den Karawanenf\u00fchrer spielen). Summa Summarum macht jeder Spieler pro Runde eigentlich nur 75% eines Zuges; in 13 Runden sind das knapp 10 Spielz\u00fcge. Und die Freiheitsgrade f\u00fcr jedem Zug sind in der Gr\u00f6\u00dfe von 0. Teilnehmen ist wichtiger als spielen!<br \/>In diesem (fast) Nullz\u00fcgespiel hat der Startspieler nat\u00fcrlich einen gewissen Vorteil. Er darf den Weg der Karawane zur n\u00e4chste Stadt bestimmen (Freiheitsgrad 0 bis 1) und sich dort die erste Aktion aussuchen. Diese Rolle wird pro Runde versteigert. Der aktuelle Karawanenf\u00fchrer kann das h\u00f6chste Gebot annehmen und die entsprechende Summe einstreichen, oder er mu\u00df die gleiche Summe hinbl\u00e4ttern um Startspieler bleiben.<br \/>Ein Gag in &#8220;Silk Road&#8221; ist noch, da\u00df die weitere Zugreihenfolge nicht rechtsherum oder linksherum oder radial-diametrisch abgehandelt wird, sondern da\u00df der Startspieler nach freier Willk\u00fcr den Spieler f\u00fcr den n\u00e4chsten Zug bestimmen kann. Das kostet ihn nix und das bringt ihm nix. Au\u00dfer bin bi\u00dfchen \u00c4rger und Anfeindung von der Mehrheit der Mitspielern, die nicht ausgew\u00e4hlt wurden. Viel Feind, viel Ehr!<br \/>Walter hat grunds\u00e4tzlich seine Tochter Sabina als Nachfolger gew\u00e4hlt. Sie sa\u00df nicht nur zu seiner Linken, es war auch Dankbarkeit f\u00fcr ihre ehemalige Familien-Unterst\u00fctzung im letzten Jahrtausend bei den &#8220;1830&#8221;-Runden gegen Aaron. Sabina ihrerseits mu\u00dfte in ihrer Nachfolge zwischen der Skylla Aaron und der Charibdys G\u00fcnther w\u00e4hlen. Tapfer versuchte sie zwischen beiden einen alternierenden Ausgleich, doch 13 Spielrunden sind zu kurz, um den guten Willen unter Beweis zu stellen.<br \/>Nach Anleitung darf man f\u00fcr &#8220;Silk Road&#8221; insgesamt 90 Minuten brauchen. Einschlie\u00dflich dem \u00fcblichen Start-Palaver bei den Westpark-Gamers, der Spielaufstellung und dem Erarbeiten der Spielregeln waren wir in 60 Minuten durch. Sicherlich nicht nur deshalb, weil keine Denker unter uns waren.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 4, G\u00fcnther: 4 (Kampf mit der 3), Sabina: 4 (mu\u00dfte erst aufgekl\u00e4rt werden, wie schlecht wirkliche 3 Punkte-Spiele sind), Walter: 4<\/em><br \/>Aaron wird wohl eine Good-Will-Rezension schreiben. Schlie\u00dflich hat er das Spiel 2006 in Essen vom Z-Man-Games Verleger pers\u00f6nlich in die Hand gedr\u00fcckt bekommen.<br \/><strong>2. &#8220;Yspahan&#8221;<\/strong><br \/>Die Wogen um die beste Spieldurchf\u00fchrung sind noch lange nicht verebbt. Auch R\u00fcdiger Dorn, der Erfinder von &#8220;Goa&#8221; hat sich in unsere theoretische Diskussion eingeschaltet. Allerdings h\u00e4lt er unsere &#8220;Strategien&#8221; eher f\u00fcr &#8220;Schienen&#8221;. Theoretische Frage: Wann ist eine Strategie eine Strategie und wielange ist sie eine Schiene? Erst wenn jedes Milligramm mathematisch haargenau berechnet ist? Wikipedia ist da etwas gro\u00dfz\u00fcgiger: &#8220;Eine Strategie ist ein l\u00e4ngerfristig ausgerichtetes planvolles Anstreben einer vorteilhaften Lage oder eines Ziels.&#8221; Und eine &#8220;Schiene&#8221; ist eine &#8220;ausgew\u00e4hlte Vorgehensweise&#8221;. Das liegt doch ziemlich dicht beieinander, oder?<br \/>Das Anstreben der vorteilhaftesten Lage ist jedenfalls abh\u00e4ngig von der Startspielerposition. Wer hier mit dem ersten Wurf schon mal einen Stall voller Kamele einheimsen konnte, tut sich mit allen ausw\u00e4hlbaren Vorgehensweisen leicht. Wer als letzter aber erst mal mit Einzelw\u00fcrfeln auf Sack und Tonne starten mu\u00df, tut sich hart, hier eine bl\u00fchende Karawanenstrategie hinzulegen.<br \/>G\u00fcnther kam in den ersten beiden Runden durch gekonnte W\u00fcrfel-W\u00fcrfe zu seinem Hoist und brauchte sich dann nur noch um Souks zu k\u00fcmmern. Dabei \u00fcberlie\u00df er dann Sabina oft genug einen reichlichen \u00dcberflu\u00df an Gold- und Kamel-W\u00fcrfeln, mit denen sie erfolgreich ihre Weichen auf der Karawanenschiene stellen konnte. Aaron und Walter mu\u00dften zwar nicht direkt den Zusammenbruch ihrer strategischen Tr\u00e4ume erleben, doch irgendwie waren die anderen immer einen winzigen Schritt voraus.<br \/>G\u00fcnther konnte wieder einen Sieg in die Scheuer einfahren, doch es war knapp: das absolute Yspahan-K\u00fccken Sabina landete, sehr zum Stolze ihres Erzeugers, nur wenige Punkte dahinter.<br \/><em>Sabina senkte mit ihren 8 guten Punkten den bisherigen WPG-Schnitt von 9,1 auf 9,0 Punkte.<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Ein Triumpf der Immer-4-Strategie. Aaron zweifelte frei nach G\u00fcnther&#8217;s Manier von letzter Woche aus einem 2:4 Handicap heraus Walters Vorgabe von 1 mal die Vier an. Zum Gl\u00fcck kostete ihn das nur einen W\u00fcrfel. (Oder haben wir da vor lauter \u00dcberraschung eine Trivial-Regel falsch angewendet? H\u00e4tte ihn das nicht gleich zwei W\u00fcrfel kosten m\u00fcssen?)<br \/>G\u00fcnther stand mit 1:4 gegen Walter im Endspiel. Die obliatorische 1 mal die Vier-Vorgabe drehte er auf 1 mal die F\u00fcnf. Walter setzte auf 1 mal den Stern und G\u00fcnther ging auf 2 mal die F\u00fcnf. Was wei\u00df man jetzt von ihm? Sollte er nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine F\u00fcnf haben? Walter hob auf 3 mal die F\u00fcnf und G\u00fcnther ging in sich. Er hatte wirklich eine F\u00fcnf. Was h\u00e4ttet ihr jetzt an seiner Stelle gesetzt? Es gibt noch eine Chance zum Sieg, bzw. wenigstens zu einer Verk\u00fcrzung auf 1:3!<br \/>G\u00fcnther hob auf 2 mal den Stern. Nach seinen bisherigen Reaktionen war das ganz abwegig. Doch Walter hatte mit einem Stern und zwei F\u00fcnfen unter seinem Becher keine Schwierigkeiten, mit 4 mal die F\u00fcnf den Sack zu zumachen.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Silk Road&#8221;Spielmaterial und Spielbrett lassen zun\u00e4chst einen Eindruck von &#8220;Yspahan light&#8221; aufkommen. Kamele und Holzkl\u00f6tzchen dominieren das Bild. Doch das Spiel ist eher z\u00e4h. 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