{"id":1406,"date":"2011-10-13T01:53:57","date_gmt":"2011-10-13T00:53:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1406"},"modified":"2016-11-03T13:52:19","modified_gmt":"2016-11-03T12:52:19","slug":"12-10-2010-konflikt-mit-oesterreich-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2011\/10\/13\/12-10-2010-konflikt-mit-oesterreich-ungarn\/","title":{"rendered":"12.10.2011: Konflikt mit \u00d6sterreich-Ungarn"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;1824 &#8211; \u00d6sterreich-Ungarn&#8221;<\/strong><br \/>\nEigentlich stand heute eine \u201e1824 &#8211; \u00d6sterreich-Ungarn\u201c auf dem Programm. Walter hatte in Liebe zur besten aller ungarischen Ehefrauen (hallo Birgit, gib nicht auf, da ist noch ein Titel frei!) letzte Woche ein Exemplar erstanden und f\u00fcr heute sollte er sich darauf vorbereiten.<br \/>\nEigentlich ist alles ja ganz einfach und in allen Mitgliedern der 18xx-Familien gleich: In einem Vorgepl\u00e4nkel (und zum Ausgleich des Zufalls bei der Bestimmung der Spielerreihenfolge) werden Mini-Eisenbahngesellschaften versteigert. Anschlie\u00dfend werden Aktien von \u201erichtigen\u201c Eisenbahngesellschaften gekauft oder verkauft, Gleisstrecken gelegt oder modernisiert, Z\u00fcge gekauft oder verschrottet, Betriebseinnahmen kassiert und verteilt. Am Ende gewinnt der Spieler mit dem gr\u00f6\u00dften Verm\u00f6gen.<br \/>\nDiesen gewohnten Ablauf findet man auch im Regelheft zu \u201e1824\u201c wieder. Doch dann folgen die massigen Detail-\u00c4nderungen, mit denen Helmut Ohley den 18xx-Spr\u00f6\u00dfling auf K&amp;K-Tauglichkeit getrimmt hat. Es gibt nicht \u2013 wie bei 1830 \u2013 nur simple sechs Trivial-Gesellschaften und acht \u00f6ffentliche Bahnen, es gibt:<\/p>\n<ul>\n<li>7 Vor-Staatsbahnen<\/li>\n<li>4 Gesellschaften mit zugeh\u00f6riger Kohlebahn, sp\u00e4ter in Ohne-Kohlebahnen verwandelt<\/li>\n<li>1 Gesellschaft von Haus aus ohne zugeh\u00f6rige Kohlebahn<\/li>\n<li>Bergbahnen je nach Anzahl der Spieler<\/li>\n<li>5 Aktiengesellschaften<\/li>\n<li>3 Staatsbahnen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle mit unterschiedlichen Start- und Betriebsbedingungen.<br \/>\nEs gibt nicht \u2013 wie bei 1830 \u2013 nur f\u00fcnf Lokomotiv-Typen, die sich gegenseitig aus dem Spiel dr\u00e4ngen, es gibt gleich sieben \u201enormale\u201c Lokomotiv-Typen und zus\u00e4tzlich f\u00fcnf Sonder-Lokomotiv-Typen, die alle nach unterschiedlichen Kriterien in und aus dem Spiel gebracht werden.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/1824-ausgepackt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1414\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/1824-ausgepackt.jpg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"513\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/1824-ausgepackt.jpg 605w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/1824-ausgepackt-150x127.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/1824-ausgepackt-300x254.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/a><br \/>\nGleichzeitig k\u00fcndigten die Mitspieler an, nicht nur flott so mal eben die neuen konstruktiven Elemente des Spiels wirken zu lassen, Linien zu bauen und Dividenden auszusch\u00fctten. Nein, zu 101% wollten sie die neuen Gegebenheiten des Spiel auszureizen, selbst bei den Z\u00fcgen der Mitspieler mitdenken, aus deren Leistungen und Fehlern \u201edoppelt und dreifache Erfahrungen zu dem neuen Spiel\u201c zu sammeln, um dann mit einer umfassenden stundenlangen Kosten- und Nutzenanalyse von 4 verschiedenen Mitspielern mit 84 Aktien von 24 Gesellschaften aus 6 verschiedenen Betriebsformen und einem Besitz von 56 Lokomotiven von 12 verschiedenen Typenreihen die \u00fcber 123 Gleisteile von 59 verschiedenen Strukturen \u00fcber ein Spielbrett aus 99 verschiedenen Hexagons fahren. Walter warf das Handtuch. F\u00fcr dieses Spiel ist Walter in diesem Leben schon zu alt! \u201eIch will nicht mehr Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten werden.\u201c<br \/>\n\u201e1824\u201c ist nicht f\u00fcr Liebhaber und Experten von komplexen Spielen gebaut. Es ist f\u00fcr Quadrat-Freaks der \u201e18xx\u201c-Familie gebaut. Lieber Helmut, Du hast eine tolle Arbeit geleistet und die verworrene Geschichte der \u00d6sterreich-Ungarischen Eisenbahnen mit Liebe und Genialit\u00e4t in das Regelwerk der \u201e1824\u201c eingebaut. Hier k\u00f6nnen die kl\u00fcgsten K\u00f6pfe aus Mathematik, Betriebswirtschaft und Finanzwesen ihre Systeme hei\u00dflaufen lassen, um noch mehr Gulden aus ihrem Gesch\u00e4ft herauspressen zu k\u00f6nnen. Doch mit Spielen hat das nichts mehr zu tun. Nicht f\u00fcr mich!<br \/>\n<em>Keine WPG-Wertung.<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;1830 +&#8221;<\/strong><br \/>\nHurra, hurra, die Gro\u00dfmutter der 18xx-Spiele-Familie ist wieder auferstanden. Nach vielen Jahren im Nirvana und nach mehreren Jahren Geburstswehen ist es Lookout-Games gelungen, die Reinkarnation wieder ans Tageslicht zu bef\u00f6rdern.<br \/>\nAuf einem Spielbrett mit sehr viel mehr geographischer Detailinformation zu Stadt-Land-Flu\u00df, aber mit identischer Struktur und identischer Ausstattung wie beim Original \u201e1830\u201c k\u00f6nnen wir ohne jede Ver\u00e4nderung das gleiche alte Spielgef\u00fchl wieder aufleben lassen.<br \/>\nEs wird aber noch mehr geboten. Auf der R\u00fcckseite des Spielbretts gibt es einen modifizierten Spielplan mit drei zus\u00e4tzlichen Hexareihen im S\u00fcden der USA, mit einer leicht ver\u00e4nderten Struktur von St\u00e4dten und Wertigkeiten und mit zwei weiteren Eisenbahnlinien. Im Szenario \u201eGleiche Bedingungen\u201c sollen nach Angabe des Autors jetzt alle Linien ein vergleichbares Potential haben, die Musik spielt nicht mehr ausschlie\u00dflich in und um New York. Nat\u00fcrlich lockte uns gleich diese Variante, auch wenn Horst als 18xx-Neuling dabei war und lediglich Erfahrungen aus \u201ePoseidon\u201c und dem Kartenspiel \u201eRailroad Barons\u201c mitbringen konnte.<br \/>\nWalter bestand auf der regelkonformen Auslosung der Sitzreihenfolge, er wollte der undankbaren Position hinter dem fehlerlosen G\u00fcnther entkommen. Doch das Los ersparte ihm dieses Los nicht. Aaron und Horst verzichteten dann auf den ausgelosten Tausch ihrer angestammten Pl\u00e4tze.<br \/>\nEin langes Palaver entstand um den Verkauf der Privatlinien. Aaron h\u00e4tte diese Prozedur gerne verk\u00fcrzt: Jeder kauft, was gerade ansteht. Walter bestand auf einer regelkonformen Versteigerung. Er hoffte durch gezieltes Passen und Bieten, das Erstkaufrecht bei den \u00f6ffentlichen Bahnen zu erwischen. Nix wars. Zwischen der Alternative, die B&amp;O zu kaufen und dann mangels Masse \u00fcberhaupt keine echte Linie mehr floaten zu k\u00f6nnen oder auf die B&amp;O zu verzichten und allen Mitspielern eine h\u00f6here Privatbahn-Rendite zukommen zu lassen, entschied er sich f\u00fcr die B&amp;O. Damit war er in den ersten Runden auf Gedeih einem fremden Pr\u00e4sidenten unterworfen.<br \/>\nHorst w\u00e4hlte f\u00fcr sich gleich zu Beginn die PRR. Auch im 1830-Plus-Szenario ist das eine sehr schwierige Anfangslinie. Ihre Dividende kann vielen Runden lange einfach kein L\u00e4cheln auf den Gesichtern der Anteilseigner hervorrufen, und bevor sie im Endspiel gl\u00e4nzen kann, haben die erfahreneren Konkurrenten ihre Pfr\u00fcnden l\u00e4ngst zerpfl\u00fcckt. Niemand warnte Horst vor seiner Entscheidung. Erstens wu\u00dften wir in dem ver\u00e4nderten Spielplan selber nicht, wie der Hase laufen w\u00fcrde, und zweitens gab es zu Spielbeginn gleich eine strikte Abmachung: Niemand durfte ungefragt Horst beraten, denn erfahrungsgem\u00e4\u00df erfolgen alle \u2013 noch so f\u00fcrsorglichen \u2013 Beratungen von Neulingen niemals ohne Eigeninteresse. Vor allem enthalten sie immer ein gezieltes Spucken in die Suppe der anderen Mitspieler. Schlie\u00dflich strotzt jedes Mitglieder der 18xx-Familie nur so vor M\u00f6glichkeiten, Mitspielern einen Kn\u00fcppel zwischen die Beine zu werden, wenn nicht gar, ihm gleich ganz den Hals zu brechen. Horst wurde nur beraten, wenn er ausdr\u00fccklich darum bat. Doch dazu war er sich aber eigentlich w\u00e4hrend des ganzen Spiels zu fein.<br \/>\nAaron floatete die C&amp;O und G\u00fcnther die NNH. F\u00fcr Walter reichten die Barmittel nicht mehr f\u00fcr eine eigene Linie, er pa\u00dfte zun\u00e4chst und schlo\u00df sich dann voll an G\u00fcnthers NNH ein: Im Orginal ist das ohnehin die beste Anfangslinie und ein Aktion\u00e4r konnte damit unter G\u00fcnthers erfahrener Pr\u00e4sidentschaft nur gut fahren. Auch lockte das Steigen des Aktienkurses bei 100% Besitz in den H\u00e4nden der Spieler. Doch Walter war damit zu gierig und G\u00fcnther roch den Braten. Anstelle die Linie konstruktiv zu fahren und Walter beim Aktienverkauf einen gro\u00dfen Reibach zu g\u00f6nnen, strapazierte er das Investitionsverm\u00f6gen der Linie gleich in der n\u00e4chsten Betriebsrunde bis auf die nackte Haut: Er kaufte auf Teufel komm\u2019 raus alle billigen Z\u00fcge, verkaufte ihr f\u00fcr einen Wucherpreis auch noch seine Privatbahn, schmi\u00df in der n\u00e4chsten Bankrunde alle Aktien auf den Markt und machte Walter zum Pr\u00e4sidenten einer Linie, die schon am Stock ging, bevor er sie erhielt.<br \/>\nDas war der Startschlu\u00df zu brutalen Aktien-Manipulationen. Miesnickelig und ungebremst wurden Aktienkurse gedr\u00fcckt und Linien verscherbelt. Horst verzweifelte: \u201eIn diesem Spiel ist ja nichts planbar!\u201c Heftiger Widerspruch der Mitspieler. F\u00fcr einen Neuling sieht gewi\u00df alles wie Chaos aus, was hier passiert und nat\u00fcrlich ist man von den Ambitionen der Mitspieler abh\u00e4ngig. Doch die Erfahrenen k\u00f6nnen diese Ambitionen der Konkurrenten klar voraussehen. Schlie\u00dflich arbeitet jeder nur an seinem eigenen finanziellen Erfolg. Gute Linien werden gegen bessere vertauscht, und schlechte Linien werden \u2013 nach M\u00f6glichkeit \u2013 abgesto\u00dfen. Zudem gilt die Binsenweisheit, dass so manche begehrte Linie, die gerade noch die fettesten Gewinne einstreicht, zwei Runden sp\u00e4ter durch die T\u00fccken des Objekts bettelarm dastehen kann. Die unausweichlichen wirtschaftlichen Umbr\u00fcche in Vorhinein zu erkennen, die vielseitigen Interessen und Manipulationsm\u00f6glichkeiten der Mitspieler daraus abzuleiten und sich dagegen zu sch\u00fctzen, und vielleicht selber ein paar Gemeinheiten anzubringen, das macht die ungebrochene Faszination dieser Spiele aus.<br \/>\n<em>WPG-Wertung f\u00fcr die \u201eGleiche Bedingungen\u201c-Variante: Aaron: 8 (ihm reicht schon die Komplexit\u00e4t des Original 1830), G\u00fcnther: 8 (warum eigentlich nur 8?), Horst: verzichtete auf eine Wertung, die ganze 18xx-Serie ist ihm zu trocken, er hat sich die 5 \u00bd Stunden aber keineswegs gelangweilt, Walter: 9 (immer noch ein sehr gutes Spiel, doch das Original 1830 ist k\u00fcrzer und deshalb besser.)<\/em><br \/>\nZum Schlu\u00df eine kleine Kritik am Lookout-Games-Verlag: Das Spielmaterial ist vorz\u00fcglich, sch\u00f6ne informative Graphik, Hochglanzpapier f\u00fcr Spielplan, Aktien und Lok-Zertifikate. War es dann n\u00f6tig, beim Papier zu sparen und die R\u00fcckseiten der Privat-Gesellschaften als Diesel-Loks und die R\u00fcckseiten der 2er Loks als 5er Loks zu verwenden? Wieviele mehr Geld h\u00e4tte es gekostet, die 10 zus\u00e4tzlichen Papier-Karten in den Karton zu stecken? Das Super-Spiel und seine wundersch\u00f6ne Aufmachung h\u00e4tten es verdient gehabt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;1824 &#8211; \u00d6sterreich-Ungarn&#8221; Eigentlich stand heute eine \u201e1824 &#8211; \u00d6sterreich-Ungarn\u201c auf dem Programm. Walter hatte in Liebe zur besten aller ungarischen Ehefrauen (hallo Birgit, gib nicht auf, da ist noch ein Titel frei!) letzte Woche ein Exemplar erstanden und f\u00fcr heute sollte er sich darauf vorbereiten. 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