{"id":143,"date":"2007-04-21T22:59:45","date_gmt":"2007-04-21T22:59:45","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=143"},"modified":"2007-04-21T22:59:45","modified_gmt":"2007-04-21T22:59:45","slug":"20042007-neue-wurfel-auf-dem-markt-vor-notre-dame","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/04\/21\/20042007-neue-wurfel-auf-dem-markt-vor-notre-dame\/","title":{"rendered":"20.04.2007: Neue W\u00fcrfel auf dem Markt vor Notre Dame"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Novo Dice&#8221;<\/strong><br \/>Mit 5 W\u00fcrfeln m\u00fcssen sich die Spieler in 3 Versuchen Gewinn-Kombinationen nach Art der einarmigen Banditen erw\u00fcrfeln: Drei Pflaumen oder zwei Birnen und einen Apfel. F\u00fcr seltene Kombinationen bekommt ein Spieler hohe Siegpunkt-Pl\u00e4ttchen, die Trivial-Kombinationen oder gar Fehlversuche bringen Nieten ein.<br \/>Die Siegpunkt-Pl\u00e4ttchen muss jeder Spieler so auf seiner Pl\u00e4ttchenablage plazieren, da\u00df dabei besondere Muster entstehen, die noch mal eigens honoriert werden: wenn in einer Reihe nur Pl\u00e4ttchen von einer Sorte liegen, oder wenn umgekehrt in einer Reihe Pl\u00e4ttchen mit m\u00f6glichst vielen verschiedenen Sorten liegen, werden die Siegpunkte verdreifacht oder vervierfacht. Es geht also im Prinzip darum, zweimal vom Zufall beg\u00fcnstigt zu werden, zum einen beim guten W\u00fcrfeln und zum anderen beim gl\u00fccklichen Plazieren. <br \/>Aaron war mal wieder von seinem sprichw\u00f6rtlichen W\u00fcrfelpech verfolgt; er trug&#8217;s mit Fassung.<br \/>G\u00fcnther glaubte nach seiner monatelangen Ysphahan-Programmierung, in den W\u00fcrfeln m\u00fc\u00dfte sich doch noch eine versteckte W\u00fcrfellogik aufsp\u00fcren lassen. Ungew\u00f6hnlich lange w\u00e4hrten seine Denkerphasen vor und nach dem W\u00fcrfeln. Doch es war untaugliche M\u00fche am falschen Objekt. Am Ende mumelte er gebetsm\u00fchlenartig wie der alte Cato sein &#8220;Ceterum censeo&#8221; immer wieder &#8220;Da ist das Siedlerspiel aber besser&#8221; in seinen nicht vorhandenen Bart.<br \/>Das Material gaukelt mehr vor, als dahintersteckt. Es braucht keine bunten Bildchen von Weltraum-Pflaumen und Birnen; simple Zahlenwerte auf einfarbigem Hintergrund h\u00e4tten es auch getan. Vielleicht sogar besser, zumindest \u00fcbersichtlicher. Doch manche m\u00f6gen&#8217;s bunt.<br \/>Eine chaotisch ausgerichtete W\u00fcrfler-Runde kann sich mit &#8220;Novo Dice&#8221; durchaus die Zeit vertreiben. Moritz wollte es sogar zu unserem neuen Absacker protegieren. Doch damit blieb er der einsame Rufer in der W\u00fcste.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 3, G\u00fcnther: 4, Moritz: 5, Walter: 5.<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Notre Dame&#8221;<\/strong><br \/>Nach einer genialen Konstruktion wird das Spielbrett je nach Spielerzahl zu einer anderen Form zusammengesteckt, am Ende entsteht in der Mitte die Glasfester-Rosette von Notre Dame und darum herum erh\u00e4lt jeder Spieler eine Fl\u00e4che zum Aufbau seiner eigenen Managerie. Standing Ovations begleiteten die Vollendung des Spielbretts f\u00fcr unsere 5er Runde.<br \/>In drei mal drei Spielrunden k\u00e4mpft jeder Spieler einen ziemlich komplexen Kampf um seine optimalen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Es gilt seine P\u00f6ppel zu vermehren, Geld zu verdienen, seine Bewegungsfreiheit auszudehnen und immer mal wieder Siegpunkte einzustreichen. Am Anfang ist alles knapp und man wei\u00df nicht, wo man zuerst aktiv werden soll. Die Ertr\u00e4ge steigen progressiv mit dem Einsatz, so da\u00df sich Mehrfach-Investitionen auf dem gleichen Gebiet besonders lohnen, doch man mu\u00df sich in alle Richtungen engagieren, um f\u00fcr alle Wechself\u00e4lle des Lebens ger\u00fcstet zu sein. &#8220;Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel&#8221; hei\u00dft die Maxime. Oder auch: &#8220;Ohne Moos nix los&#8221;. Und eine Hand braucht man auch immer frei, um die allgegenw\u00e4rtigen Ratten abzuwehren, sonst fangen sie unweigerlich an, die Siegpunkte anzuknabbern.<br \/>Das Spiel ist von seiner Anlage her absolut symmetrisch. Jeder Spieler hat die gleichen Aktionskarten auf der Hand, die seine zul\u00e4ssigen Spielz\u00fcge angeben. Doch ein pfiffiger Auswahlmechanismus sorgt daf\u00fcr, da\u00df sich alles ganz unsymmetrisch entwickelt: F\u00fcr jede Spielrunde darf ein Spieler nur drei seiner Aktionskarten ausw\u00e4hlen, davon mu\u00df er auch noch zwei Karten an seinen linken Nachbarn weitergeben und darf nur eine behalten. Nachdem er von seinem linken Nachbarn ebenfalls zwei Aktionskarten bekommen hat, mu\u00df er noch einmal eine Karte weiterschieben, so da\u00df die Aktionskarten, die er schlie\u00dflich seinen Handlungsspielraum ausmachen, zu zwei Dritteln von der Ablage seiner Mitspieler bestimmt ist.<br \/>Hans schlug an dieser Stelle f\u00fcr die &#8220;Seniorenversion&#8221; vor, alle Aktionskarten zusammenzulegen, zu mischen und jedem Spieler drei davon auszuteilen \u0085 Doch die gewollte Kombination von Zufall und Planung beim Original-Verfahren in &#8220;Notre Dame&#8221; ist in sich schl\u00fcssig.<br \/>Irgendwie erinnert mich &#8220;Notre Dame&#8221; an &#8221; Caylus&#8221;. Und das hat immerhin im Jahr 2006 den Sonderpreis &#8220;Komplexes Spiel&#8221; gewonnen.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 8, G\u00fcnther: 8, Hans: 8, Moritz: 8, Walter: 8.<\/em><br \/>Das Spiel ist eine Rezension wert. Moritz empfahl es G\u00fcnther f\u00fcr seine n\u00e4chste PC-Implementierung.<br \/><strong>3. &#8220;Portobello Market&#8221;<\/strong><br \/>Sieht auf den ersten Blick aus wie ein abgewracktes &#8220;Zug um Zug&#8221;: Anstatt Gleisteile auf Schienenstr\u00e4nge zu legen, stellen die Spieler Marktbuden entlang Marktstra\u00dfen auf. Wenn eine Stra\u00dfe voll ist (und an beiden Enden noch K\u00e4ufer plaziert wurden), wird sie abgerechnet.<br \/>Bei &#8220;Zug um Zug&#8221; werden die Zugstrecken anhand gezogener Karten bestimmt. Das geht ganz sch\u00f6n flott und verschafft dem Zufall einen &#8220;eleganten&#8221; (Moritz&#8217;sche Formulierung) Einflu\u00df. In &#8220;Portobello&#8221; kann jeder Spieler genau zwei, drei oder vier Verkaufst\u00e4nde aufbauen; da ist alles determiniert und wer will, k\u00f6nnte hier sofort das Rechnen anfangen und sich eine optimale Marktgassenstrategie zurechtlegen. Zum Gl\u00fcck ging es schon auf Mitternacht zu, und selbst unsere Profi-Denker wollten lieber spielen als rechnen.<br \/>In &#8220;Zug um Zug&#8221; kassiert jeder Spieler f\u00fcr sich allein. Er kann h\u00f6chstenfalls bei seinem Streckenbau einem Mitspieler das Wasser abgraben. In &#8220;Portobello&#8221; k\u00f6nnen beliebig viele Mitspieler in der gleichen Stra\u00dfe ihre Marktbuden errichten; beim Abrechnen bekommen alle anteilig ihre Siegpunkte. Das f\u00f6rdert selbstverst\u00e4ndlich Abkassier-Allianzen. Und wer nicht beteiligt wird, riecht hier sofort Kingmakerei heraus.<br \/>Walter leitete die letzte Runde ein. G\u00fcnther traf es etwas unvorbereitet; er konnte mit seinen letzten Marktbuden keine Stra\u00dfe mehr vervollst\u00e4ndigen, keine Siegpunkte mehr einstreichen und sah schon den letzten Platz auf sich zukommen. Aber unverdrossen fing er mit seinen letzten Marktbuden-Gleisen eine letzte h\u00fcbsche Stra\u00dfe an und verlockte Hans dazu, sie abzuschlie\u00dfen. Hans bi\u00df an, strich selbst auch noch mal geh\u00f6rig Siegpunkte ein, katapultierte aber zugleich G\u00fcnther hoch auf den ersten Platz.<br \/>Jetzt war die Diskussion \u00fcber Kingmakerei nicht mehr aufzuhalten. Doch weil die Stimmung bisher so friedlich war, richteten sich die Angriffe mehr auf das Spiel als auf die Spieler. Und dort landeten sie zweifellos nicht ganz unberechtigt.<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 7, Hans: 5, Moritz: 4, Walter: 6.<\/em><br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Im Westpark nichts Neues.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Novo Dice&#8221;Mit 5 W\u00fcrfeln m\u00fcssen sich die Spieler in 3 Versuchen Gewinn-Kombinationen nach Art der einarmigen Banditen erw\u00fcrfeln: Drei Pflaumen oder zwei Birnen und einen Apfel. 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