{"id":144,"date":"2007-04-26T02:28:32","date_gmt":"2007-04-26T02:28:32","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=144"},"modified":"2007-04-26T02:28:32","modified_gmt":"2007-04-26T02:28:32","slug":"25042007-perikles-fast-mit-eklat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/04\/26\/25042007-perikles-fast-mit-eklat\/","title":{"rendered":"25.04.2007: &#8220;Perikles&#8221;, fast mit Eklat"},"content":{"rendered":"<p>Die Vorgespr\u00e4che bis zur Vollz\u00e4hligkeit drehten sich um Kleinfeld, Yspahan und Fazer.<br \/>Kleinfeld spricht f\u00fcr sich selbst;<br \/>zu Yspahan liegen jetzt gleich 3 franz\u00f6sische Sprachversionen vor. Alle verschieden. Aaron entschied sich f\u00fcr diejenige, die auch eine \u00dcbersetzung der Help-Dateien beinhaltet.<br \/>Und was ist &#8220;Fazer&#8221;? Eine finnische Schokoladenmarke, der Aaron nicht wiederstehen kann, wenn er am Flughafen in Helsinki noch etwas Zeit hat. So wie heute.<br \/><strong>1. &#8220;Perikles&#8221;<\/strong><br \/>Ein Kriegsspiel von Martin Wallace. Das es aber im alten Griechenland angesiedelt ist, darf man den Krieg nicht so ernst nehmen.<br \/>Die Hauptst\u00e4dte Sparta und Athen sowie die Bundesgenossen Argon, Megara, Korinth und Theben f\u00fchren gegeneinander Krieg, jeder gegen jeden, sofern es den jeweiligen F\u00fchrern gef\u00e4llt. F\u00fcr Siege streichen die F\u00fchrer Siegpunkte ein, f\u00fcr die F\u00fchrungsrolle bekommen sie auch welche, und zwar umso mehr, je h\u00e4ufiger ihre Stadt ihre Kriege gewinnt.<br \/>F\u00fchrer einer Stadt wird ein Spieler, wenn er am Anfang jeder Runde die richtigen Platzierungsk\u00e4rtchen ausw\u00e4hlt, die ihm erlauben, seine P\u00f6ppel in die Stadt zu setzen. Und wenn er sich dann noch rechtzeitig zum F\u00fchrer w\u00e4hlen l\u00e4\u00dft. Auch daf\u00fcr braucht man das richtige Platzierungsk\u00e4rtchen.<br \/>Das ganze Spiel ist ein einziges Spielen mit oder gegen den Zufall in folgender Form:<br \/>a) Ganz zu Beginn bekommen die Spieler eine zuf\u00e4llige Zaubereigenschaft zugeteilt, die ihnen erlaubt, einmal im Kampf ganz besondere F\u00e4higkeiten zu entfalten. Z.B. gleich doppelt so stark zu sein oder a priori den Gegner zu dezimieren. Welche eine kalkulierte Freude, wenn jemand seine Zaubereigenschaft einsetzt \u0085<br \/>b) Eine Reihe von Platzierungskarten liegt offen aus. Die besten sind gleich weg. (Was immer man f\u00fcr die besten h\u00e4lt.) Dann wird jeweils eine Karte nachgezogen. Wer Gl\u00fcck hat, bekommt dann doch noch die Erlaubnis in Korinth zu kacken, wer Pech hat, sieht dabei in die R\u00f6hre.<br \/>c) Zum F\u00fchrer wird, wie schon angedeutet, nicht der Spieler mit der h\u00f6chsten P\u00f6ppelzahl gew\u00e4hlt, sondern einer, der sich mehr oder weniger ursupatorisch auf den Thron setzt. Er mu\u00df zwar noch mit einem Gegenkandidaten rechnen, und hier entscheidet tats\u00e4chlich die Mehrheit der P\u00f6ppel \u00fcber den Thron, doch man kann auch einen Kandidaten meucheln. Ist das dann Gl\u00fcck, wenn man die richtige Karte in die Finger bekommt? Oder artet es nicht sogar in Kingmakerei aus, wenn man mit der Meuchelkarte in einer beliebigen anderen Stadt einen beliebigen anderen fremden Kandidaten abmeuchelt?<br \/>d) Sind die Throne in den St\u00e4dten alle vergeben, setzen die St\u00e4dtek\u00e4mpfe ein. Welche St\u00e4dte bekriegt werden, bestimmt der Zufall. Wer Gl\u00fcck hat, ist Herr in einer friedlichen Stadt und braucht seine Siegpunkte nicht zu verteildigen. Er darf sich aber trotzdem mit seinen Truppen auf den Kampfpl\u00e4tzen der bekriegten St\u00e4dte engagieren. Normalerweise ist das triviale Kingmakerei, denn es gibt meist keinen Grund, sich f\u00fcr oder gegen eine Stadt zu entscheiden.<br \/>e) F\u00fcr jeden St\u00e4dtekampf legt jeder reihum verdeckt seine Truppen in Form von Schiffe oder Fu\u00dfvolk auf die Angreifer- oder auf die Verteidiger-Seite. Wenn alles platziert ist, werden die Truppenk\u00e4rtchen aufgedeckt und es wird sichtbar, wie stark die jeweiligen Fronten sind. Unterschiede in den Kampfst\u00e4rken liefern Vorteile im W\u00fcrfelergebnis, das man f\u00fcr einen Sieg erzielen mu\u00df. Geahnte Erwartungen und absolute \u00dcberraschungen halten sich beim Aufdecken der Truppenst\u00e4rke die Waage.<br \/>f) Der Sieg wird ausgew\u00fcrfelt. Mit zwei gegen zwei W\u00fcrfeln. Selbst eine deutliche Kampfst\u00e4rken-Mehrheit garantiert keinen Sieg. Ganz normale Wargamer-Realit\u00e4t.<br \/>Wo liegt hier eigentlich der Witz des Spieles? Welche Regel pa\u00dft zu unserer Maxime &#8220;to have a plan&#8221;? Im Engagement f\u00fcr Spartha oder Athen? Wir dachten alle bis zum Abwinken, manche l\u00e4nger manche k\u00fcrzer. Einmal rief Moritz verzeifelt aus: &#8220;Ist ja komplex, wenn man sich das alles ausrechnen will!&#8221; Aaron tr\u00f6stete und dr\u00e4ngte ihn mit der Antwort: &#8220;Damit habe ich schon lange aufgeh\u00f6rt. Also komm: Aus dem Bauch!&#8221;<br \/>Es half nicht viel. Dreieinhalb Stunden lang lie\u00dfen wir uns zum F\u00fchrer ausrufen, setzen unsere Truppen ein, kassierten Siegpunkte und reduzierten den Siegpunktwert fremder St\u00e4dte. Dabei durfte jeder genau 30 Z\u00fcge tun: 15 mal eine Platzierungskarte ziehen und P\u00f6ppel platzieren und 15 mal Truppen platzieren. F\u00fcr jeden Spiele macht das in siebeneinhalb Minuten einen Zug aus. F\u00fcr einen Eine-Karte-nehmen-und-zwei-P\u00f6ppel-platzieren-Zug! Ach ja, nicht zu vergessen: an den dabei entstandenen Kriegereien durfte jeder auch noch die Kampfentscheidung ausw\u00fcrfeln.<br \/>Zum Schlu\u00df kam es fast noch zu einem der (schon lange nicht mehr gehabten) WPG-Eklats. Nachdem wir alle unsere Zaubereigenschaft zwar zugeteilt, anschlie\u00dfend aber vergessen hatten, zog Moritz im letzten Kampf gegen Walter seine Karte hervor, die besagte, da\u00df jetzt seine Kampfst\u00e4rke doppelt zu z\u00e4hlen sei. Erst jetzt erinnerte sich auch Walter an seine Zaubereigenschaft, die besagte, da\u00df er den Spartanern eine Kampftruppe wegnehmen durfte. Und zuf\u00e4llig war Moritz ein Spartaner.<br \/>Nach dem Kleingedruckten im Regelheft war Walters nachtr\u00e4gliches Reklamieren seiner Sondereigenschaft nicht zul\u00e4ssig. Nach unserem ungeschriebenen WPG-Kodex darf aber ein Spieler eine Zugvariation nachtr\u00e4glich einbringen, wenn sie in seinem Zug einfach logisch war, und er bei seinem Zug zur Beschleunigung des Spielablaufes einfach nicht alle seine Zugoptionen durchgecheckt und sie deshalb vergessen hat. Die letzte Truppenbewegung von Walter war genau seine Kampfansage gegen die Spartaner und hier diese Sondereigenschaft nicht auszuspielen, war kein taktischer Fehler sondern einfach Unkenntnis der Regeln!<br \/>Zwei Meinungen zweier ausgepr\u00e4gter Spiel-Kampfh\u00e4hne prallten aufeinander. Moritz erwies sich als der Kl\u00fcgere. Auch wenn es ihm schwer fiel und Aaron alle \u00dcberredungs- und \u00dcberzeugungskunst aufbringen mu\u00dfte, Walters Standpunkt zu verteidigen.<br \/>Noch eine Schw\u00e4che von &#8220;Perikles&#8221;: Diese saubl\u00f6de Eigenschaft kostete Moritz in einem einzigen Kampf etwa 12 Siegpunkte und brachte Walter 6 Punkte sein. Diese Differenz machte etwa 30 Prozent der gesamten Siegpunkte aus einer dreieinhalbst\u00e4ndigen Schlachtenarie aus. Das war mehr als der Unterschied zwischen dem ersten und dem letzten Platz. Moritz war der moralische Sieger. Ich gebe es zu!<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 5, Moritz: 6, Walter: 3, Wolfgang 6.<\/em><br \/>Moritz wird sicherlich eine Rezension schreiben.<br \/><strong>2. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Wolfgang kickte sich mit \u00fcberzogenen Stern-Vorgaben selbst aus dem Rennen.<br \/>Im ersten Spiel stand Moritz mit 4:1 W\u00fcrfeln gegen Walter im Endkampf. Er hatte zwei Sterne, eine F\u00fcnf und eine Vier. Womit sollte er anfangen? WPG-Standard: 1 mal die Vier! Walter hob auf 2 mal die Vier und Moritz drehte auf 2 mal die F\u00fcnf. Walter hatte nur eine mickrige Eins geworfen und drehte verzweifelnd-bluffend auf 3 mal die Vier. Moritz hob auf 3 mal die F\u00fcnf. Damit gab er Walter noch eine Chance, doch dieser nutzte sie nicht. Bei 2 mal Stern h\u00e4tte Moritz Nachw\u00fcrfeln m\u00fcssen.<br \/>Lehre: Wenn du mit einer deutlichen W\u00fcrfelmehrheit ins Endspiel gehst, dann sage die h\u00f6chste Kombination an, die du in deinen W\u00fcrfeln hast und zweifele anschlie\u00dfend alles an, was dein Gegner dann noch sagt.<br \/>Achtung: Das gilt nur, wenn dein Gegner nur noch einen W\u00fcrfel hat. Ansonsten k\u00f6nnte er mit guter Wahrscheinlichkeit einen passenden Wurf zum Erh\u00f6hen haben oder auch Nachw\u00fcrfeln. Ganz so trivial ist die Gewinn-Strategie in &#8220;Bluff&#8221; doch wieder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorgespr\u00e4che bis zur Vollz\u00e4hligkeit drehten sich um Kleinfeld, Yspahan und Fazer.Kleinfeld spricht f\u00fcr sich selbst;zu Yspahan liegen jetzt gleich 3 franz\u00f6sische Sprachversionen vor. Alle verschieden. Aaron entschied sich f\u00fcr diejenige, die auch eine \u00dcbersetzung der Help-Dateien beinhaltet.Und was ist &#8220;Fazer&#8221;? 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