{"id":145,"date":"2007-05-03T02:17:06","date_gmt":"2007-05-03T02:17:06","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=145"},"modified":"2007-05-03T02:17:06","modified_gmt":"2007-05-03T02:17:06","slug":"02052007-niederkunft-im-colosseum-der-anasazi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/05\/03\/02052007-niederkunft-im-colosseum-der-anasazi\/","title":{"rendered":"02.05.2007: Niederkunft im &#8220;Colosseum&#8221; der &#8220;Anasazi&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Moritz legte sein Handy auf den Tisch und war darauf gefa\u00dft, jeden Moment an- oder abgerufen zu werden. Er ist auf dem Sprung, Vater zu werden; in der ersten Maiwoche ist der Nachwuchs f\u00e4llig. Sp\u00e4testens dann werden wir bei den Westpark-Gamers auch Kleinstkinderspiele rezensieren und Moritz wird seine Podcasts mit dem Babysitter-Boogie untermalen.<br \/>Wartet nur balde \u0085<br \/><strong>1. &#8220;Colosseum&#8221;<\/strong><br \/>Ein &#8220;Ausstattungsmonster&#8221; von Wolfgang Kramer und Markus L\u00fcbke. Jede Menge h\u00fcbsches Spielmaterial. Sogar eine Anleitung zum Wieder-Einpacken der Einzelteile gibt es, sonst w\u00fcrde man sie schwerlich wieder in der Originalschachtel unterbringen.<br \/>Entsprechend umfangreich ist das Regelbuch. Allein die \u00dcbersichtskarten mit der Kurzanleitung gehen schon \u00fcber volle zwei DIN-A4-Seiten.<br \/>Jeder Spieler mu\u00df Zirkusspiele veranstalten und dazu nat\u00fcrlich rechtzeitig:<br \/>&#8211; Arenen bauen<br \/>&#8211; Luxus-Logen einrichten<br \/>&#8211; Gladiatoren, L\u00f6wen und sonstige Artisten anheuern<br \/>&#8211; Prominente anlocken<br \/>Die Bauten und ihre Erweiterungen kosten massiv Geld. Das n\u00f6tige Artisten-Zubeh\u00f6r mu\u00df man sich ersteigern. Wer bei der Ersteigerung zu kurz gekommen ist, kann versuchen, die L\u00fccken in seinem Ensemble noch durch Tausch mit den Mitspielern aufzuf\u00fcllen.<br \/>F\u00fcr jede Auff\u00fchrung kassiert ein Spieler Geld; je gr\u00f6\u00dfer und gelungener die Auff\u00fchrung, desto mehr Geld und Pr\u00e4mien gibt es. Doch diese Ertr\u00e4ge werden nicht zu Siegpunkten kummuliert. Man mu\u00df sie in neues Material investieren, um noch gr\u00f6\u00dfere, noch aufwendigere Veranstaltungen aufzuziehen. Wer nach 5 Runden die grandioseste Auff\u00fchrung auf die Beine stellen konnte, ist Sieger.<br \/>Die Tauschaktionen sind etwas problematisch, sie gehen sehr stark in Richtung Kingmakerei. Es gibt zu unterschiedliche Interessen, sowohl an Quantit\u00e4t als auch an Qualit\u00e4t. Der eine hat sein gesamtes Ensemble schon an der Hand, dem anderen fehlen noch Pferdegespann und Leierkastenmann. Ein Mitspieler, der beim Tauschen erfolgreich ist, gewinnt vielleicht 10 oder mehr Pr\u00e4mien-Punkte hinzu, der Nicht-Erfolgreiche geht entsprechend leer aus. F\u00fcr wen soll man sich entscheiden? Bei uns bot Moritz dem G\u00fcnther ein K\u00fcsschen f\u00fcr einen Blumentopf an. Das empfand Hans dann &#8220;definitiv&#8221; als Kingmaker-Angebot.<br \/>Jeder darf auch noch f\u00fcr die VIPs w\u00fcrfeln und sie von Arena zu Arena bewegen, ein weiterer deutlicher Kingmaker-Effekt: Ein Mitspieler, dem es gelingt, sie zum Auff\u00fchrungszeitpunkt in seine Arena zu w\u00fcrfeln, bekommt Zusatz-Punkte. Doch die Mitspieler k\u00f6nnen mit ihren W\u00fcrfel-Bewegungen ihm hier einen Strich durch das W\u00fcrfelgl\u00fcck machen. Dann streicht eben ein besser positionierter Spieler die Pr\u00e4mien ein. Halt wie in einem ganz normal-gemeinen W\u00fcrfelspiel.<br \/>Doch diese W\u00fcrfelei hat auch ihre Vorteile. Sonst w\u00e4re &#8220;Colosseum&#8221; zu leicht (aber selbstverst\u00e4ndlich zeitaufwendig) ausrechenbar. Schon eine ganze Runde vor Schlu\u00df k\u00f6nnte man ggf. alle m\u00f6glichen Zugoptionen durchrechnen und zusammenz\u00e4hlen, welche Artisten man ersteigern oder mit welchem Spieler tauschen mu\u00df, um das Endspiel zu gewinnen. Einstimmig wurde diese m\u00f6gliche, bei manchen Spielernaturen sogar unvermeidliche Rechnerei als erheblicher Spielnachteil gewertet. Moritz h\u00e4tte hierzu als Korrektiv lieber einen noch gr\u00f6\u00dferen W\u00fcrfeleinflu\u00df gesehen. Das sagt schon fast alles zum Charakter des Spiels: Rechne, w\u00fcrfele und k\u00fcsse!<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 6, Hans: 6, Moritz: 7, Walter: 7<\/em><br \/>Das Spiel ist eine Rezension wert.<br \/><strong>2. Wikinger<\/strong><br \/>von Michael Kiesling. Das Spiel lag auf dem Tisch. Aber die eine Stunde Spielzeit plus \u00bd Stunde Debatte \u00fcber die Spielregeln wollten wir uns zu vorger\u00fcckter Zeit nicht mehr leisten.<br \/>Demn\u00e4chst in diesem Theater.<br \/><strong>3. Anasazi<\/strong><br \/>Das Spiel hat nichts mit Anastasia, der Tochter des letzten Zaren zu tun und auch nichts mit irgendeiner deutschen Wortkombination von &#8220;azi&#8221; (man denke nur an das bayerische &#8220;Bazi&#8221;). Nach Wikipedia ist &#8220;Anasazi&#8221; ist eine indianische Kulturtradition aus dem S\u00fcdwesten der USA.<br \/>Im Spiel &#8220;Anasazi&#8221; werden zun\u00e4chst mal Bauteile der Spielfl\u00e4che, &#8220;Mesas&#8221; genannt, frei auf dem Tisch verteilt. Hierauf werden nach bestimmten Regeln Wohnt\u00fcrme und Sch\u00e4tze verteilt. Die Spieler m\u00fcssen \u00fcber Tisch und Mesas Verbindungswege zu den Sch\u00e4tzen legen und sich diese aneignen. Jeder darf an jedem Weg weiterbauen und das Bestreben eines jeden Spielers ist es,<br \/>&#8211; die in Reichweite liegenden Sch\u00e4tze abzugrasen<br \/>oder, wenn das nicht geht<br \/>&#8211; die Verbindungswege zu den noch verbliebenen Sch\u00e4tzen zu verlegen.<br \/>Moritz fand Spielmaterial und Szenerei sehr sch\u00f6n, doch den Spielablauf ziemlich langweilig. Hans f\u00fchlte irgendwelche Assoziationen zu &#8220;Stupid White Man&#8221; und G\u00fcnther bemerkte: &#8220;Es ist was anderes, aber ansonsten ist es nix.&#8221;<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 3, Hans: 5, Moritz: 4, Walter: 3<\/em><br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Im einzigen Spiel kam es zu einem 5 gegen 5 (!) Endspiel G\u00fcnther gegen Walter, der ewige Kampf von &#8220;Immer-5&#8221; gegen &#8220;Immer-4&#8221;. &#8220;Immer-4&#8221; setzte sich problemlos durch.<br \/>Das ist nat\u00fcrlich immer noch kein Beweis f\u00fcr der Vorrang des &#8220;Immer-4&#8221;, aber ein kleiner vorteiliger Effekt wurde doch sichtbar: Jede &#8220;Immer-X&#8221;-Vorgabe verschleiert, welche W\u00fcrfel man in der Hand hat, jede blinde Vorgabe hat a priori die gleiche Treffer-Wahrscheinlichkeit. Doch bei &#8220;Immer-4&#8221; ist der Gegner eher geneigt, den Wurf anzunehmen und zu erh\u00f6hen. Beim Nachziehen f\u00e4llt ein blindes Setzen schon schwerer; man findet und erh\u00f6ht lieber auf eine W\u00fcrfelkombination, die mit dem eigenen W\u00fcrfelbecher harmoniert als die Vorgabe anzuzweifeln. Damit f\u00e4ngt der Nachziehende &#8211; statt der Vorgebende &#8211; an, Informationen \u00fcber seine W\u00fcrfel preiszugeben. Und das ist beim Bluff der Anfang vom Ende.<br \/>G\u00fcnther, Du bist dran!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moritz legte sein Handy auf den Tisch und war darauf gefa\u00dft, jeden Moment an- oder abgerufen zu werden. Er ist auf dem Sprung, Vater zu werden; in der ersten Maiwoche ist der Nachwuchs f\u00e4llig. 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