{"id":146,"date":"2007-05-10T03:10:43","date_gmt":"2007-05-10T03:10:43","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=146"},"modified":"2007-05-10T03:10:43","modified_gmt":"2007-05-10T03:10:43","slug":"09052007-wikinger-auf-den-hals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/05\/10\/09052007-wikinger-auf-den-hals\/","title":{"rendered":"09.05.2007: Wikinger auf den Hals"},"content":{"rendered":"<p>Ist ein namentlich genannter Spieleautor wirklich der Autor eines Spieles? Die Frage ist gar nicht so trivial. In meiner Jugendzeit wurden noch zu keinem Brettspiel die Autoren genannt. Heute gibt es Starautoren, deren klangvolle Namen allein schon wegen des gew\u00fcnschten Verkaufserfolges gro\u00df auf der Schachtel verk\u00fcndigt werden. Zuweilen erhebt sich dann unter Spielprofis ein leiser Zweifel, ob dieser oder jener Autor an einer l\u00e4ppischen Neuerfindung wirklich seine Hand im Spiel hatte. Oder nur seinen Namen. K\u00f6nnten einst als genial gefeierte Autoren wirklich so weit herunterkommen? Oder gilt auch in der weitgehend idealistisch gepr\u00e4gten Spieleszene das Motto von der Pecunia?<br \/>Sei&#8217;s wie es auch sei. Wer sich einen \u00dcberblick dar\u00fcber verschaffen will, f\u00fcr welche Spiele welcher Autor verantwortlich zeichnet, der kann sich auf unserer Internetseite die Rezensionen alphabetisch nach Spielautor sortiert ausgeben lassen. Aarons flei\u00dfige Datenbank-Programmierung bringt hier Ergebnisse, die nicht so leicht noch anderswo zu finden sind. (Es sind nat\u00fcrlich nur Spiele aufgef\u00fchrt, die wir selber gespielt und bewertet haben.)<br \/>Dazu noch eine Besonderheit: Von allen Autoren wird nur jeweils ein einziger Name aufgef\u00fchrt. Und die Autoren werden nach dem Vornamen sortiert. R\u00fcdiger Dorn mu\u00df man z.B. also unter &#8220;R&#8221; und nicht unter &#8220;D&#8221; suchen. Nur bei Friedemann Friese ist das egal. Er hat nicht nur seine Spieletitel, sondern auch seinen Autorennamen und seinen Verlag nach einem ganz einfachen lexigrafischen Kriterium zusammengestellt.<br \/><strong>1) &#8220;Wikinger&#8221;<\/strong><br \/>Ein neues Spiel aus dem Hause Hans-im-Gl\u00fcck. Michael Kiesling hat es sich ausgedackt und der Verlag legt damit alle Ehre ein.<br \/>Die Spieler m\u00fcssen &#8211; wie so oft in diesem Jahrtausend &#8211; mal wieder ihre Entwicklung optimieren. Aus einer offenen Auslage m\u00fcssen sie jeweils reihum ein Insel-Pl\u00e4ttchen erwerben und daraus vor sich eine gut bewertete Insellandschaft zusammenbauen. Zu jedem Pl\u00e4ttchen geh\u00f6rt eine Berufsgruppe Goldschmied, Sp\u00e4her oder Adeliger, die entweder Geld (f\u00fcr die n\u00e4chsten Erwerbungen) oder Siegpunkte einbringt. Am Ende braucht man auch noch gen\u00fcgend Fischer, um seine Bev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren und Krieger, um die feindlichen Wikingerschiffe abzuwehren. Alles greift sehr gut ineinander.<br \/>Die ganze spielerische Interaktion findet in der Wahl des jeweils Pl\u00e4ttchens f\u00fcr die Landschaft statt, wobei man f\u00fcr sich selbst nat\u00fcrlich das beste St\u00fcck herausfischen und damit seinen Mitspieler den besten Happen vor der Nase wegschnappen will. Doch liegt hier viel mehr Konkurrenzkampf drin, als es zun\u00e4chst den Anschein hat. Die beste Pl\u00e4ttchen sind am Anfang jeder Runde sehr teuer und f\u00fcr keinen erschwinglich. Nach einem sehr bemerkenswerten Prinzip werden sie aber immer billiger und das richtige Timing beim ihrem Erwerb ist einer der Faktoren zum Sieg.<br \/>Die Spielstimmung ist \u00e4u\u00dferst konstruktiv. Zu 99 Prozent geht es darum, seinen eigenen Spielaufbau zu f\u00f6rdern und nur zu einem Prozent will man einem Mitspieler schaden. Das Spiel bekommt auch sehr schnell eine nat\u00fcrliche Asymmetrie, so da\u00df jeder Spieler andere Entwicklungsziele verfolgt und da\u00df das Sich-gegenseitig-ins-Gehege-Kommen sich deutlich in Grenzen h\u00e4lt.<br \/>Aaron zog sehr schnell davon, so da\u00df ausgerechnet unser friedlicher G\u00fcnther das Hetzen anfing. Mit &#8220;Schaut mal unseren Aaron an!&#8221; fing es an und ging bis zum &#8220;Jetzt haben wir aber wirklich alle ein Feindbild&#8221;. Es traf zwar die objektiv Ausgangslage, war aber mit einem scherzenden Unterton ausgesprochen und konnte zu keiner Zeit Aggressivit\u00e4t aufkommen lassen.<br \/>In der Schlu\u00dfwertung werden noch mal verschiedenste Kriterien mit Sonderpunkte belohnt: die l\u00e4ngste Insel, die meisten Inseln, die meisten Bootsm\u00e4nner, die \u00dcber- oder Unterern\u00e4hrung durch Fischer und \u00e4hnliche Extreme. Da wurde \u00f6fters tief durchgeatmet, wenn die Konkurrenz gut bedacht wurde und fl\u00fcssig davonzog, aber auch dann, wenn der eigene Siegpunktstein an die vorderste Front geriet. Schlu\u00dfendlich setzte sich aber doch Aaron mit 63 Punkte an die Spitze, und verwies G\u00fcnther auf den zweiten Platz. Offensichtlich hat dessen ausgiebiges \u00dcben erst zwei Tage vorher bei Hans-im-Gl\u00fcck nicht geholfen.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 8, G\u00fcnther: 8, Walter: 8, Wolfgang: 9 (einschlie\u00dflich der Punkte-Bruchst\u00fccke der anderen Beteiligten)<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Um Kron und Kragen&#8221;<\/strong><br \/>Ein veradeltes Kniffel-Spiel, bei dem die Spieler sich mittels Paschs, Stra\u00dfen, Drillingen, Full-Houses etc. immer h\u00f6herwertige Hilfskarten erw\u00fcrfeln, mit denen sie sich immer mehr Vorteile f\u00fcr ihre n\u00e4chsten Wurf-Runden erwerben (z.B. mehr W\u00fcrfel oder willk\u00fcrliche Manipulation der W\u00fcrfelergebnisse).<br \/>Die von Zufall geschenkten guten W\u00fcrfe kummulieren sich, weil man mit guten W\u00fcrfen starke Hilfskarten bekommt, die in der n\u00e4chsten Runde wiederum zu guten W\u00fcrfen verhelfen. Wer hier nicht auf den fahrenden Zug aufspringen konnte, der ger\u00e4t hoffnungslos ins Hintertreffen.<br \/>W\u00e4hrend sich alle anderen mittels Bauer bereits den ersten Zusatzw\u00fcrfel ergattern konnten, mu\u00dfte sich Walter schon in der ersten Runde mit dem Hofnarren begn\u00fcgen. Auch sp\u00e4ter orientierte er sich mit seinen F\u00e4higkeiten lieber an der Dienstmagd als an der Hofdame, und als G\u00fcnther die K\u00f6nigin errang und die Endrunde einl\u00e4utete, war er aus der K\u00fcche noch nicht herausgekommen und konnte dann auch gleich drin bleiben.<br \/>Wolfgang wagte sich mit seiner Potenz an die Sex heran. Mit 11 W\u00fcrfeln schaffte er genau 9 St\u00fcck, das reichte aber nicht, um G\u00fcnthers 10-mal-dieDrei-Sieg zu gef\u00e4hrden.<br \/>Walter, der Wolfgang vor den Sexern gewarnt hatte, durfte au\u00dfer Konkurrenz noch mal mit Wolfgang&#8217;s Potenz antreten. Seine 11 mal die F\u00fcnf w\u00e4ren der Sieg gewesen. Ja, wenn die Dienstmagd ihn nur nicht von Anfang an zum Hofnarren gehalten h\u00e4tte \u0085<br \/><em>WPG-Wertung: Wolfgang lies mit seinen 9 Punkten den WPG-Durchschnitt um einen ganzen Punkt nach oben schnellen.<\/em><br \/>F\u00fcr uns Westparker hat das Spiel noch eine besondere Bedeutung, weil unser Moritz beim Amigo-Wettbewerb um die Namensvergabe &#8211; genial, aber sonst mehr oder weniger zuf\u00e4llig (?) &#8211; den ersten Preis gewonnen hat.<br \/><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Ungew\u00f6hnlich fr\u00fch fingen wir schon mit der 1 mal die Eins-Strategie an. Da waren noch 12 W\u00fcrfel ausstehend! Aaron schaffte mit einem einzigen W\u00fcrfel gegen je 3 von G\u00fcnther und Walter das Endspiel, doch hier konnte er seine Chancen gegen Walter&#8217;s Stern nicht nutzen.<br \/>Im zweiten Endspiel fing Walter gegen Aaron mit 1 mal die Ein an. G\u00fcnther folgerte hieraus messerscharf, da\u00df Walter &#8220;auf keinen Fall eine Vier&#8221; haben konnte. Wie wahr! Ein deutlicher Nachteil f\u00fcr die eingefleischten &#8220;Immer-4-Strategen&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist ein namentlich genannter Spieleautor wirklich der Autor eines Spieles? Die Frage ist gar nicht so trivial. In meiner Jugendzeit wurden noch zu keinem Brettspiel die Autoren genannt. Heute gibt es Starautoren, deren klangvolle Namen allein schon wegen des gew\u00fcnschten Verkaufserfolges gro\u00df auf der Schachtel verk\u00fcndigt werden. 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