{"id":147,"date":"2007-05-17T03:43:28","date_gmt":"2007-05-17T03:43:28","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=147"},"modified":"2007-05-17T03:43:28","modified_gmt":"2007-05-17T03:43:28","slug":"16052007-reprise-fur-notre-dame-und-colosseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/05\/17\/16052007-reprise-fur-notre-dame-und-colosseum\/","title":{"rendered":"16.05.2007: Reprise f\u00fcr &#8220;Notre Dame&#8221; und &#8220;Colosseum&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>In das Tagebuch von Moritz und Walter:<br \/>&#8220;Seht doch, wie unsere Seele [das Brettspiel,] dieses l\u00e4ppische Am\u00fcsement zu einer Haupt- und Staatsaktion aufbl\u00e4ht! Welche Leidenschaften treiben uns dabei nicht um: Ver\u00e4rgerung und Zorn, Ungeduld und Ha\u00df, sowie der unb\u00e4ndige Ehrgeiz zu gewinnen &#8211; in einer Sache, bei der es verzeihlicher w\u00e4re, wenn man ihn dareinsetze zu verlieren; denn in niedrigen Dingen sich besonders hervortun tun wollen steht einem Mann von Ehre schlecht an.&#8221;<br \/>Schon vor 450 Jahren schrieb das Michel de Montaigne, ein gro\u00dfer, aufgekl\u00e4rter Nonkonformist.<br \/>Seine heutigen Nachfahren bringen das auf der Internetseite von &#8220;Tric-Trac&#8221; etwas vereinfacht auf die profane Formel:<br \/>[glowred]&#8221;L&#39;important n&#39;est pas de gagner, mais de partir pisser.&#8221;[\/glowred]<br \/><strong>1) &#8220;Notre Dame&#8221;<\/strong><br \/>Es war eine lockere Runde. Peter schw\u00e4rmte noch von dem neuesten Enkel aus dem Hause Thurn &amp; Taxis, das er mit Autoren-Ehepaar Seyfarth bei Hans im Gl\u00fcck gespielt hat. Da stand er dann &#8220;Notre Dame&#8221; etwas reserviert gegen\u00fcber, soll hier doch die Interaktion etwas auf der Strecke bleiben. Doch die Spiele, das die meisten noch nicht kannten, bestimmte den heutigen Fahrplan.<br \/>Mit lockeren Gespr\u00e4chen \u00fcber Ehrengerichte und ihre seltsamen Urteile, \u00fcber einen bestraften &#8220;Wixxer&#8221; und einen unbestraften &#8220;Hurensohn&#8221;, \u00fcber Bestechungen im Gro\u00dfen und Freundschafts-Geschenke im Kleinen kam immer wieder der Spielflu\u00df ins Stocken, so da\u00df am Ende doch fast 2 Stunden verflossen waren, bis die F\u00fcnferrunde das Spiel \u00fcber die B\u00fchne gebracht hatte.<br \/>Die Spieler m\u00fcssen ihre Ressourcen (P\u00f6ppel, Geld, Siegpunkt-Quellen, Reichweite) entwickeln und d\u00fcrfen sich dabei keine Mangelerscheinungen an P\u00f6ppeln, Geld und Rattenbek\u00e4mpfung leisten, sonst hemmt das den Fortschritt. Es gibt viele Wege zu Siegen, und das ist einer der Vorz\u00fcge vom Spiel. Schwerpunkte-Setzen hei\u00dft der Schl\u00fcssel zum Erfolg, und dabei ist die Richtung fast zweitrangig. Doch die teils zuf\u00e4llig gezogenen, teils von den Mitspielern zugeschusterte Aktionskarten haben einen erheblichen Einflu\u00df auf den Weg, den man letztendlich einschl\u00e4gt.<br \/>F\u00fcr Peter waren im Mittelspiel die Einscheidungen zu einfach: &#8220;Ich bekomme drei Karten auf die Hand und sofort ist mir klar, welche davon ich weitergebe!&#8221; Bei ihm paart sich halt Handwerk mit Genie. Andere m\u00fcssen erst das Spielende abwarten, bevor ihnen die Erleuchtung kommt, was sie demn\u00e4chst besser machen werden. Und manchen brauchen noch l\u00e4nger.<br \/>In jedem Fall ist das Spiel eine sehr gelungene Mischung von Gl\u00fcck und K\u00f6nnen: der Zufall bestimmt die Reihenfolge der Spielz\u00fcge, die jeder machen darf, doch die daraus folgende optimale Gesamt-Planung mu\u00df sich ein jeder selber zurechtlegen.<br \/><em>WPG-Wertung: Die hohen Noten des ersten Eindrucks konnten sich nicht halten. Aaron nahm einen Punkt zur\u00fcck und Peter und Loredana waren mit je 6 Punkten noch knauseriger.<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Colosseum&#8221;<\/strong><br \/>W\u00e4hrend wir eifrig unsere K\u00e4rtchen ersteigerten, erhandelten und erklauten, um damit die gro\u00dfartigste Zirkus-Vorstellung mit den wildesten L\u00f6wen, den sch\u00e4rfsten Gladiatoren und goldkehligsten Heldenten\u00f6ren im gr\u00f6\u00dften Stadion der Welt auszustatten, was die Stimmung war schon leicht ins D\u00f6deln geraten.<br \/>G\u00fcnther nannte den Tempel konstant eine Br\u00fccke, das Gitter wurde nur zusammen mit seinem &#8220;Modern-Art&#8221;-Vornamen &#8220;Karl&#8221; unter die Leute gebracht und der Arena-Ausbau hie\u00df &#8220;Schwanzverl\u00e4ngerung&#8221; nach einem \u00e4hnlichen Spielzug in &#8220;Evo&#8221;.<br \/>W\u00e4hrend Aaron und G\u00fcnther die feinen Unterschiede zwischen &#8220;Siegpunkten&#8221; und &#8220;Siechpunkten&#8221; kl\u00e4rten, versuchte Peter die geheimnisvollen Colosseum-W\u00fcrfel zu entziffern: Wei\u00dfe R\u00f6mische Ziffern auf wei\u00dfem Holz. Vielleicht war dem Kaiser Vespasian bei Finanzieren seines kolossalen Colosseums gerade der Purpur ausgegangen.<br \/>Diesmal pa\u00dfte jeder auf, nicht in F\u00fchrung zu geraten, weil man dann pro Runde an den Letzten ein K\u00e4rtchen abgeben mu\u00df. Oft verzichteten wir deshalb auf hohen Besuch und zogen es vor, die Adelsriege \u00fcber fremde Arenen hinweg zu w\u00fcrfeln.<br \/>Peter mu\u00dfte zur letzten U-Bahn, bevor wir gerade die Schlu\u00dfrunde eingel\u00e4utet hatten. Aber er war Startspieler und hatte seine Manege schon zielgerichtet verl\u00e4ngert und eine geile K\u00fcnstlertruppe zusammengestellt, so da\u00df das Spiel auch ohne sein pers\u00f6nliches Eingreifen beendet werden konnte. Loredana als Letzte in der Zugreihenfolge \u00fcberreichte uns noch ihre Abschlu\u00dfw\u00fcrfel mit der Direktive, damit optimal umzugehen, dann zischten beide ab.<br \/>G\u00fcnther legte ihr in absentia freiwillig einen Kaiser ins Nest &#8211; damit sich Walter nicht daran vergreifen konnte &#8211; und verhalf ihr damit zum sicheren Sieg. Sogar auf den Kaiser h\u00e4tte sie verzichten k\u00f6nnen (, wenn er dabei nur nicht in die falschen H\u00e4nde geraten w\u00e4re). Peter f\u00fchrte die Punktwertung nur bis zu seinem virtuellen Zug an, dann wurde er von einem nach dem anderen noch \u00fcberholt.<br \/>&#8220;L&#39;important n&#39;est pas de jouer, mais de partir a metro.&#8221;<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 7, G\u00fcnther: 8, Loredana: 8, Peter: 7, Walter: 8, Wolfgang: 9<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Nein, diesmal kein &#8220;Bluff&#8221; mehr mit echten W\u00fcrfeln. Als Peter und Loredana schon in der U-Bahn sa\u00dfen und Aaron bereits von seiner morgigen Telefonkonferenz mit Finnland tr\u00e4umte, sa\u00dfen G\u00fcnther und Walter noch zusammen und diskutierten die Alternativen von Wahrheit und L\u00fcge f\u00fcr die A1-Strategie des Anfangsspielers im 1:1 Enspiel und vor allem die optimale, universelle B1-Gegenstrategie. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr B ist beim heutigen Stand der Analyse ein ganz kluger Konter gegen die verschiedensten Immer-1-Varianten von A.<br \/>Vielleicht kommt hier doch noch mal ein WPG-Artikel zustande.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In das Tagebuch von Moritz und Walter:&#8220;Seht doch, wie unsere Seele [das Brettspiel,] dieses l\u00e4ppische Am\u00fcsement zu einer Haupt- und Staatsaktion aufbl\u00e4ht! 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