{"id":1471,"date":"2011-12-03T14:13:33","date_gmt":"2011-12-03T13:13:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1471"},"modified":"2012-01-17T20:49:44","modified_gmt":"2012-01-17T19:49:44","slug":"30-11-2011-sorgen-und-eroberungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2011\/12\/03\/30-11-2011-sorgen-und-eroberungen\/","title":{"rendered":"30.11.2011: Sorgen und Eroberungen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1473\" aria-describedby=\"caption-attachment-1473\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1473 \" title=\"handschmeichler\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/handschmeichler.jpg\" alt=\"Handschmeichler aus Zypern\" width=\"270\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/handschmeichler.jpg 385w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/handschmeichler-145x150.jpg 145w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/handschmeichler-291x300.jpg 291w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1473\" class=\"wp-caption-text\">Handschmeichler aus Zypern<\/figcaption><\/figure>\n<p>In den letzten Tagen erreichten uns sorgenvolle Anfragen, was denn bei den Westpark Gamers los sei und warum es kaum noch Spielberichte gibt. Daher eine kurze Erkl\u00e4rung: Spielberichte gibt es nur dann, wenn auch tats\u00e4chlich ein Spieleabend zustande kam und sich ein Spieler findet, der einen solchen schreibt. Und genau daran hat es in den letzten Wochen gemangelt. Zum einen fielen einige Spieleabende wegen Urlaub, Krankheit und sonstigen Gr\u00fcnden aus. Und anders als unser Standardberichterstatter Walter, der sich noch um 2 Uhr morgens nach anstrengendem Spieleabend hinsetzt und es schafft, einen spannenden, fast literarischen Spielbericht zu verfassen, sieht sich sein Backup Aaron dazu nicht in der Lage und schiebt diese eher l\u00e4stige Aufgabe vor sich her.<\/p>\n<p>Urlaubsbedingt fielen also im November zwei Spieleabende aus und Walter musste diese Woche wegen eines Termins am fr\u00fchen Donnerstagmorgen als Berichterstatter passen. Auch das mitgebrachte Geschenk aus Zypern konnte ihn nicht erweichen mit nur drei Stunden Schlaf auszukommen.<\/p>\n<p><strong>1. \u201eQu\u00e9bec\u201c<\/strong><br \/>\nYstari\u2019s Neuerscheinung zur Spiel 2011 kam ohne Widerspruch als erstes auf den Tisch. Die kleine Erg\u00e4nzung \u201eplus\u201c unter dem Verlagsnamen sorgte f\u00fcr Stirnrunzeln. Sollte es sich hier um eine besonders h\u00fcbsch aufgemachte Sonderserie von Ystari handeln? Oder dient das plus als Hinweis darauf, dass es sich um eine Gemeinschaftsproduktion mit einem anderen Verlag handelt? Die Ystari-Website gibt dar\u00fcber keine Auskunft.<\/p>\n<p>Der Spielplan brachte dann die Aufkl\u00e4rung: seine Gestaltung in Bonbonfarben passt eher zu einem Kindergeburtstag und kaum zum Thema \u201eWir bauen \u00fcber einen Zeitraum von 400 Jahren die sch\u00f6nsten Geb\u00e4ude in Qu\u00e9bec\u201c. Also wohl keine Sonderserie. Die Farbgestaltung und Topologie des Plans bedingt eine gewisse Eingew\u00f6hnungszeit nicht un\u00e4hnlich unserer Erfahrung mit Ystari\u2019s \u201eMetropolys\u201c vor drei Jahren. Danach kann man allerdings die perfekt ineinander greifenden, sch\u00f6nen Mechanismen des Spiels genie\u00dfen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1478\" aria-describedby=\"caption-attachment-1478\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/quebec.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1478 \" title=\"quebec\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/quebec.jpg\" alt=\"Qu\u00e9bec Spielplan\" width=\"300\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/quebec.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/quebec-150x119.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1478\" class=\"wp-caption-text\">Kindergeburtstag in Qu\u00e9bec<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit ihrem Baumeister besetzen die Spieler die f\u00fcr das jeweilige Jahrhundert markierten g\u00fcltigen Baupl\u00e4tze, um in sp\u00e4teren Aktionen sowohl selbst Baumaterial dorthin zu liefern, als auch die anderen Spieler zu animieren, beim Bau zu helfen. Sp\u00e4ter, wenn der Besitzer des Baumeisters entscheidet, dass genug Material zum Bau geliefert wurde, zieht er seinen Baumeister auf einen neuen Bauplatz, dreht den jetzt fertiggestellten Bauplatz um und markiert ihn mit einem Siegpunktemarker seiner Farbe. Je mehr Baumateriallieferungen erfolgten, umso mehr Siegpunkte gibt es bei Spielende.<\/p>\n<p>Stellt sich die Frage, warum andere Spieler beim Bau des Geb\u00e4udes \u00fcberhaupt helfen sollten, wenn doch die Siegpunkte des Geb\u00e4udes nur an den Besitzer des Baumeisters gehen? Zwei clevere Mechanismen sorgen daf\u00fcr, dass es oft f\u00fcr einen Spieler besser ist, fremde statt eigene Baupl\u00e4tze zu beliefern. Zum einen bringt jede solche Lieferung den Vorteil von Siegpunkt-tr\u00e4chtigen Zusatzaktionen, die dem Bauplatz zugeordnet sind. Weiterhin wird alles gelieferte Baumaterial bei Fertigstellung des Geb\u00e4udes auf eine der Bauplatzfarbe zugeordnete Einflusszone verschoben und bringt dort am Ende eines Jahrhunderts zus\u00e4tzliche Siegpunkte. Da nach der Wertung einer Einflusszone die H\u00e4lfte der Steine des Spielers mit dem meisten Baumaterial dort in die n\u00e4chste Zone verschoben wird, kommt es zu Mehrfachwertungen. Geschicktes Liefern von Baumaterial an Geb\u00e4ude der richtigen Farbe schafft daher Mehrheiten in den Einflusszonen und einen m\u00e4chtigen Strom an Siegpunkten am Ende eines Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Doch nicht nur die Lieferung des eigenen Baumaterials an die Einflusszonen will beachtet sein. So bringen fertiggestellte Geb\u00e4ude bei Spielende mehr Siegpunkte, wenn sie ein gro\u00dfes, zusammenh\u00e4ngendes Gebiet bilden. Schnell lassen sich so fast 50% der Gesamtsiegpunkte bei Spielende generieren.<br \/>\nUm die Spieltaktik variabler zu gestalten, k\u00f6nnen die Spieler Sondereigenschaften durch \u201eLeader\u201c-Karten erwerben, die sie dann f\u00fcr die Dauer eines Jahrhunderts verwenden d\u00fcrfen. Dies, zusammen mit dem variablen Spielplan und einer f\u00fcr jedes Spiel variablen Zusatzbedingung sorgen f\u00fcr einen hohen Wiederspielreiz.<\/p>\n<p>G\u00fcnther wies gleich zu Beginn des Spiels auf die m\u00f6glichen Siegstrategien und deren Gleichwertigkeit hin. Der weitere Spielverlauf zeigte schnell, dass die Wichtigkeit der Mehrheiten in den Einflusszonen nicht zu untersch\u00e4tzen ist. Aaron schaffte es damit, in den ersten beiden Jahrhunderten einen deutlichen Vorsprung herauszuarbeiten, w\u00e4hrend sich die anderen Spieler eher auf wertvolle Baupl\u00e4tze und zusammenh\u00e4ngende Gebiete konzentrierten. Im dritten und vierten Jahrhundert schwenkte Horst auf die Einflusszonenstrategie um, und Aaron begann, ein gro\u00dfes zusammenh\u00e4ngendes Gebiet zu bebauen, w\u00e4hrend Walter und G\u00fcnther ihre \u201evon allem etwas\u201c Strategie beibehielten. Bei Spielende f\u00fchrte Horst mit 122 Siegpunkten vor G\u00fcnther, Aaron und Walter \u2013 jeweils mit einem Abstand von f\u00fcnf Siegpunkten.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 8 (nicht zu gl\u00fcckslastig), Horst: 7 (nicht unspannend), Walter: 7 (dynamische Spannung fehlt, viel Interaktion, gut ausbalanciert), Aaron: 8 (spannend, kaum Gr\u00fcbelei)<\/em><\/p>\n<p><strong>2. \u201eCaravelas\u201c<\/strong><br \/>\nAuf der Spiel 2011 in der zweiten Auflage verf\u00fcgbar, war \u201eCaravelas\u201c sowohl G\u00fcnther als auch Aaron aufgefallen. Beide hatten das Spiel dort kurz angespielt und danach sofort zugegriffen. Vom Thema und Mechanik erinnert \u201eCaravelas\u201c an \u201eNavegador\u201c. K\u00f6nnte das der Grund gewesen sein, warum die Erstauflage auf der Spiel 2010 so wenig beachtet wurde?<\/p>\n<p>Der Spielplan zeigt die f\u00fcnf Kontinente und die Ozeane. Wichtige H\u00e4fen gilt es anzulaufen, dort als erster ein Denkmal zu errichten und G\u00fcter auf die eigenen Schiffe zu verladen und zur\u00fcck nach Lissabon zu bringen und dort gegen Siegpunkte zu verkaufen. Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler 8 Zielkarten, die zus\u00e4tzliche Siegpunkte bringen, falls der Spieler dort ein Denkmal errichtet hat.<\/p>\n<p>Das Navigieren der Schiffe wird durch Meeres- und Windstr\u00f6mungen erschwert bzw. erleichtert. Gleichzeitig birgt das Kap der guten Hoffnung die Gefahr eines Schiffsuntergangs und in besonders gef\u00e4hrlichen Meergebieten sorgen Ereigniskarten oder Piraten f\u00fcr ungeplante Man\u00f6ver.<\/p>\n<p>Unser Spiel begann recht spannend, als alle Spieler versuchten, m\u00f6glichst viele ihrer Zielh\u00e4fen als erste zu erreichen. Schnell stellte sich dann der erste Frust ein, als klar wurde, dass die zuf\u00e4llige Verteilung der Zielkarten gepaart mit den m\u00f6glichen Navigationsrouten einen gro\u00dfen Gl\u00fccksfaktor ins Spiel bringt. Nachdem sich diese Anfangsentt\u00e4uschung gelegt hatte, versuchten alle Spieler, m\u00f6glichst viele weitere Denkm\u00e4ler zu setzen und gleichzeitig ihre Schiffe mit den notwenigen Waren zu beladen. Hier geben die Wind- und Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse die sinnvolle Route weitestgehend vor. Und leider f\u00fchren die Ereigniskarten in schwierigem Gebiet wieder einen Gl\u00fccksfaktor ein, der schwer vorauszuplanen ist.<\/p>\n<p>Sind dann die Schiffe beladen, geht es zur\u00fcck nach Lissabon zum Warenverkauf. Wie bereits auf dem Hinweg ist das Kap der guten Hoffnung mit seinen gef\u00e4hrlichen Str\u00f6mungen erneut zu meistern und wieder besteht die 50%ige Chance, dass ein Schiff mitsamt Ladung sinkt. In Lissabon angekommen, werden alle Waren verkauft oder geladener Pfeffer f\u00fcr die doppelte Siegpunktanzahl in den Bau eines Klosters investiert. Sobald f\u00fcnfmal in den Klosterbau investiert wurde endet das Spiel.<br \/>\nBevor das erste Schiff zur\u00fcck in Lissabon war, hatten wir alle H\u00e4fen angelaufen und damit alle verf\u00fcgbaren Denkm\u00e4ler gesetzt. Was jetzt also \u00fcbrig blieb, war immer die gleiche Route zu den Warenh\u00e4fen zu navigieren, dort die Waren aufzuladen und nach Lissabon zu bringen. Klar, dass zur\u00fcckliegende Spieler nicht in den Klosterbau investieren werden, um das Spieleende nicht zu beschleunigen. Auch klar, dass sich der immer gleiche Ablauf wiederholen wird, bis endlich das f\u00fcnfte Klosterteil gebaut wurde. Und ebenfalls klar, dass wir das Spiel bereits vor dem ersten Klosterbau abbrachen. Zu wenig Spannung blieb f\u00fcr die restlichen Runden \u00fcbrig, zu wenig Interaktion und Taktikoptionen.<\/p>\n<p>Schade, \u201eCaravelas\u201c hat stimmige Mechanismen und einen dazu passenden Spielplan. Aber es ist nicht ausgereift und nach den ersten Runden v\u00f6llig spannungslos. Wer das Gl\u00fcck hatte und viele Zielh\u00e4fen als erster erreichte wird das Spielende beschleunigen (und damit wieder mehr Punkte als die anderen erhalten), w\u00e4hrend die anderen Spieler hinterherhecheln aber keine Chance haben, aufzuholen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 4 (Zielkarten bringen zu viel Chaos), Horst: 3 (Idee gut, Umsetzung katastrophal), Walter: 4 (zu viel Gl\u00fcck, Pseudoplanspiel), Aaron: 4 (nicht ausbalanciert, kein Drive)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen erreichten uns sorgenvolle Anfragen, was denn bei den Westpark Gamers los sei und warum es kaum noch Spielberichte gibt. 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