{"id":1496,"date":"2011-12-08T03:20:13","date_gmt":"2011-12-08T02:20:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1496"},"modified":"2012-01-17T20:48:52","modified_gmt":"2012-01-17T19:48:52","slug":"07-12-2011-ratlos-auf-hawaii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2011\/12\/08\/07-12-2011-ratlos-auf-hawaii\/","title":{"rendered":"07.12.2011: Ratlos auf Hawaii"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/schatz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1519\" title=\"schatz\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/schatz.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"168\" \/><\/a>Was macht der Kassier eines Vereins? Er kassiert die Mitgliedsbeitr\u00e4ge und bezahlt die anfallenden Kosten: Abgaben an die \u00fcbergeordneten Verb\u00e4nde, Zuwendungen an Funktion\u00e4re, monatliche Mieten f\u00fcr die Clubr\u00e4ume, Saalmieten f\u00fcr Sonderveranstaltunen, Weihnachtsfeiern und \u00e4hnliches.<br \/>\nUnd was passiert, wenn er die Kosten nicht bezahlt? Dann trudeln Mahnungen ins Haus. Zuerst bei ihm und dann beim Pr\u00e4sidenten. Was tut der Pr\u00e4sident mit den Mahnungen? Er leitet sie an den Kassier weiter, zuerst verwundert, dann frustriert, schlie\u00dflich grollend.<br \/>\nUnd bevor die gutgl\u00e4ubigen Club-Gl\u00e4ubiger ihrerseits anfangen zu grollen, bezahlt der Pr\u00e4sident die angemahnten Rechnungen (zun\u00e4chst mal) von seinem Privatkonto. Schlie\u00dflich will er die S\u00e4\u00e4le ja auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Veranstaltungen anmieten und das gute Verh\u00e4ltnis zwischen Club und Verband erhalten.<br \/>\nWie geht es dann weiter? Ich wei\u00df es selber nicht! Vielleicht habt Ihr, liebe Leser, dazu eigene Erfahrungen, praktikables juristisches Wissen, einen guten Rat! Danke!<br \/>\n<strong>1. &#8220;Hawaii&#8221;<\/strong><br \/>\n\u201eDie Fischer fischen, die Surfer surfen, die T\u00e4nzerinnen tanzen und die Fr\u00fcchte fr\u00fcchteln.\u201c So hei\u00dft es in der Einleitung. Und die Spieler spielen. Ein Teil des Spielspa\u00dfes ist das Zusammenbauen des Puzzle-Spielbretts. Dies ist auch eine Intelligenzaufgabe, besonders da man erst herausfinden muss, welche Teile des umfangreichen Materials zum Spielbrett geh\u00f6ren und welche zur Start-Ausstattung der Spieler an Grundst\u00fccken und Geb\u00e4uden. Erleichtert wird diese Aufgabe durch 3 \u00bd Seiten des Regelheftes, so dass diese Herausforderung nicht der Grund f\u00fcr das angegebene Mindestalter von 10 Jahren ist.<br \/>\nEs gilt allerdings noch weitere 7 1\/5 Seiten Spielregel durchzuarbeiten, um die Aufgabenstellung zu verstehen. Jeder Spieler muss seine kleine Insel zu dem sch\u00f6nsten Paradies der Zivilisation ausbauen. In seinen maximal f\u00fcnf D\u00f6rfern kann er Muschel-, Fu\u00df-, Lang- Tausch- und Speerh\u00fctten errichten, Obstplantagen anlegen, und verschiedenartige Attraktionen f\u00fcr die Touristen anschaffen. Weiterhin gibt es KU, KANE, PELE, LONO, LAKA und KANAOLA-Elemente, die er in seine D\u00f6rfer einbauen kann, und die alle fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Siegpunkte bei der Dorf-Pr\u00e4mierung abwerfen.<br \/>\nUm ein neues Element in eines seiner Dorf einarbeiten zu d\u00fcrfen, muss ein Spieler zuerst mit seinem H\u00e4uptling zu einem Supermarkt laufen, wo es dieses Element im Angebot gibt. Dann muss er es auch noch bar bezahlen k\u00f6nnen. Bewegungsradius und Muschiw\u00e4hrung sind die beiden Mittel, mit denen ein Spieler seine Aktionen bestreitet.<br \/>\nWie bei jeder guten Optimierungsaufgaben gilt es, gegens\u00e4tzliche Prinzipien in einer wohlbalancierten Weise zu handhaben:<\/p>\n<ul>\n<li>Man kann in Masse machen und sich viele billige kleine Bauteile zulegen, braucht dazu aber einen l\u00e4ngeren Fu\u00dfmarsch und bekommt nicht die Sonderpr\u00e4mien f\u00fcr die teuren gro\u00dfen Qualit\u00e4tsst\u00fccke.<\/li>\n<li>Man kann sich potenzerweiternde Elemente zulegen, um damit in zuk\u00fcnftigen Aktionen abzusahnen, oder man kann sich gleich auf siegpunkttr\u00e4chtigen Besitzstand konzentrieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein paar konstruktive Zufallselements sind in \u201eHawaii\u201c auch eingebaut. So variiieren Angebot und Preise von Runde zu Runde, und es ist immer von Vorteil, in der Startspielerreihenfolge einen guten Platz zu belegen. So kann man schneller zuschlagen als die Konkurrenz. Dieses Privileg ist k\u00e4uflich, zwar nicht direkt, aber wer als erster seine Einkaufstour abbricht, darf w\u00e4hlen, in welcher Position er die n\u00e4chste Runde beginnt.<br \/>\nBei der Optimierung der Einkaufstouren in Bezug auf Gesamtstrecke und Gesamtausgaben stellt sich die Frage, ist \u201eKeep fully invested\u201c die richtige Maxime? Soll man sein Potential an F\u00fc\u00dfen und Muschis pro Runde restlos aussch\u00f6pfen? Ganz gewi\u00df nicht. Die Verf\u00fcgbarkeit voraussetzt, ist es f\u00fcr bestimmte Investitionen absolut gleichg\u00fcltig, in welcher Runde man sie t\u00e4tigt. Ein scharfes Kalkulieren des jeweiligen Rundenetats geh\u00f6rt unbedingt zu gutem Spiel. Und verachtet mir den Fischerhafen und die Anlegepl\u00e4tze f\u00fcr die Inselbesuche nicht. Hier liegen die Siegpunkte mehr oder weniger massig am Kai.<br \/>\nAm Ende lagen wir alle in der Reihenfolge Aaron, Walter, G\u00fcnther und Horst nur ganze sieben Punkte auseinander. Allerdings hatte G\u00fcnther dabei alle einmal \u00fcberrundet. Mit seinen Vergn\u00fcgungsbooten im Hafen.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Horst: 8 (hat wahnsinnig Spa\u00df gemacht), Aaron: 5 (hat nur durchschnittlich Spa\u00df gemacht, die Frage: \u201eSchaff ich noch das n\u00e4chste Teil\u201c erzeugt nur einen begrenzten Spannungsbogen, G\u00fcnther: 7 (sch\u00f6nes Aufbauspiel), Walter: 7 (vermi\u00dft in der Optimierungsaufgabe eine spielerische Linie, f\u00fcr eine h\u00f6here Bewertung fehlt eine progressive Steigerung, und zudem ist \u201eHawaii\u201c etwas zu solit\u00e4r)<\/em><br \/>\nEs schlo\u00df sich eine Diskussion an \u00fcber die Frage: \u201eWann funktioniert ein Spiel?\u201c F\u00fcr Aaron ist es eine Grundvoraussetzung, damit ein Spiel \u00fcberhaupt in die Wertung kommt. Doch sicherlich haben wir auch einige Spiele mit 2 oder gar 3 Punkten (wenn nicht gar 10, lieber Moritz!) belegt, die nicht funktionieren. Wie immer man das definieren mag.<br \/>\n\u201eUnd wann ist ein Spiel spielerisch?\u201c Aaron und Horst wollen mit ihren Wertungspunkten grunds\u00e4tzlich das \u201eSpielerische\u201c, d.h. den Spielespa\u00df eines Spiel benoten. G\u00fcnther unterscheidet hier noch zwischen Spielespa\u00df und pers\u00f6nlichen Vorlieben. F\u00fcr Walter ist \u201espielerisch\u201c nur eines von vielen Kriterien, die ein guten Spiel haben sollte. F\u00fcr ihn ist \u201eMensch \u00e4rgere Dich nicht\u201c deutlicher spielerischer als \u201eHawai\u201c, obwohl letzteres eine h\u00f6here Wertung bekommt.<br \/>\nBei Woxikon werden zum Wort \u201espielerisch\u201c 39 Synonyme in 5 Wortgruppen angeboten:<br \/>\n<strong>kinderleicht<\/strong>: unscheinbar, unkompliziert;<br \/>\n<strong>unbefangen<\/strong>: unbeschwert, ungebunden, unbelastet;<br \/>\n<strong>m\u00fchelos<\/strong>: leicht, bequem, einfach, kinderleicht, problemlos, unschwer, spielend;<br \/>\n<strong>entspannend<\/strong>: beschwingt, sorgenlos, sorglos, unbefangen<br \/>\n<strong>leicht<\/strong>: zart, anmutig, sacht, sorgenlos.<br \/>\nIst \u201eHawaii\u201c jetzt \u201espielerisch\u201c?<br \/>\nZur Demonstration des Spielerischen schlug Horst spontan eine Partie \u201eMensch \u00e4rgere Dich nicht vor\u201c und Walter legte ohne Z\u00f6gern die Schachtel mit der Ravensburger Spielesammlung auf den Tisch. Doch Aaron winkte entsetzt ab.<br \/>\n<strong>2. &#8220;Pax&#8221;<\/strong><br \/>\nEin h\u00fcbsches kleines Kartenspiel von Bernd Eisenstein, das wir schon in der Endphase seiner Entstehung mittesten durften. Die Spieler ziehen Karten verschiedener Kategorien vom verdeckten Stapel, legen einige davon offen in ihre private Auslage und andere in \u00f6ffentliche Kaufpl\u00e4tze, von wo sie von den anderen Spielern gegen blanke M\u00fcnze gekauft werden k\u00f6nnen.<br \/>\nJe mehr Karten man auslegt, deste teurer wird der Vorgang. Je l\u00e4nger die eigene Auslage in den verschiedenen Kategorien ist, desto h\u00f6her sind anschlie\u00dfend die Einnahmen. Es gilt also, eine gute Balance zwischen dem Bezahlen beim Auslegen der Karten und dem Kassieren f\u00fcr die lange Auslage zu finden. Im Laufe des Spiels werden die Auslagen nat\u00fcrlich immer l\u00e4nger und die Einnahmen immer h\u00f6her, so dass man kurz vor Spielende nahezu im Geld schwimmt.<br \/>\nIn regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden werden die Karten eines Kaufplatz in den Besitz von Rom \u00fcbergef\u00fchrt. Bei Spielende wird gewertet, ob Rom oder die Mitspieler in den verschiedenen Kategorien mehr Karten ausliegen haben. In dieser Phase ist das Spiel ein Kooperationsspiel. Man kann sich gegenseitig die notwendigen Karten zuschustern, um gemeinsam die Majorit\u00e4ten zu erringen. Oder man kann auch absichtlich Rom viele und entscheidene Karten zukommen lassen, n\u00e4mlich wenn man m\u00f6chte, dass Rom die Kategorienwertung gewinnt. Denn in diesem Fall gewinn derjenige Spieler das Spiel, der in der Kategorie \u201eIntrige\u201c die l\u00e4ngste Auslage hat.<br \/>\nEin feiner Kampf um Rom, mit vielen Optionen um Siegpunkte zu machen, mit rasant anwachsenden Betriebsmitteln und mit bis zum Schlu\u00df ungewissem Ausgang, ob der Intrigant oder der beste der \u201eseri\u00f6sen\u201c Spieler gewonnen hat.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (als notorischer Schlecht-W\u00fcrfler hat er etwas gegen das Gl\u00fcck beim Kartennachziehen), G\u00fcnther: 6 (mit Tendenz zu 7), Horst: 7 (hoher Wiederspielreiz, will sich das Spiel sofort kaufen), Walter: 7 (flottes Kartenspiel, \u00fcberraschende Wendungen, psychologisch gut designedte \u00dcberflu\u00dfwirtschaft).<\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nG\u00fcnther stand im Endspiel mit einem W\u00fcrfel gegen drei W\u00fcrfel von Walter und demonstrierte die Schlagkraft seiner Immer-5-Strategie.<br \/>\nBei ersten Kampf hatte Walter 4 + 4 + 1 unter seinem Becher. Was sollte er auf G\u00fcnther\u2019s Vorgabe 1 mal die F\u00fcnf antworten? 2 mal die Vier? Naheliegend. Doch G\u00fcnther hatte mit seinem einen W\u00fcrfel auch eine Vier und konnte mit 3 mal die Vier seinen Gegner um einen W\u00fcrfel k\u00fcrzen.<br \/>\nIm n\u00e4chsten Kampf hatte Walter 3 + 1 unter seinem Becher? Er kam gar nicht auf die Idee, G\u00fcnthers 1 mal die F\u00fcnf anzuzweifeln, sondern suchte sein Gl\u00fcck in 2 mal die Drei, mit der A-priori-Wahrscheinlichkeit von 1\/3. Doch G\u00fcnther zweifelte erfolgreich an.<br \/>\nIm letzten Kampf 1:1 hatte Walter eine 2 unter dem Becher und zweifelte diesmal G\u00fcnthers 5-er Vorgabe an. Mit seinem geworfenen Stern konnte G\u00fcnther den Sack zumachen.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht der Kassier eines Vereins? 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