{"id":151,"date":"2007-06-28T16:17:00","date_gmt":"2007-06-28T16:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=151"},"modified":"2007-06-28T16:17:00","modified_gmt":"2007-06-28T16:17:00","slug":"27062007-remake-von-euphrat-und-tigis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/06\/28\/27062007-remake-von-euphrat-und-tigis\/","title":{"rendered":"27.06.2007: Remake von &#8220;Euphrat und Tigis&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Wir haben die Feiertage recht angenehm zugebracht, wir haben n\u00e4mlich an allen Tagen gespielt und die W\u00fcrfelbecher nicht kalt werden lassen. Dein Bruder hat wie immer heftig gejammert, doch aufs ganze gesehen hat er nicht viel verloren, sondern nach gro\u00dfen Anfangsverlusten das meiste wieder wettgemacht. Ich pers\u00f6nlich habe f\u00fcnftausend verloren, doch nur, weil ich beim Spiel \u00fcber alle Ma\u00dfen gro\u00dfz\u00fcgig gewesen bin. Wie fast immer, Du kennst mich ja. Denn wenn ich alle Summen, die ich gewonnen habe, auch immer eingefordert h\u00e4tte, oder wenn ich all das behalten h\u00e4tte, was ich den einzelnen Mitspielern geschenkt habe, so h\u00e4tte ich sogar achttausend gewonnen. Aber so ist es mir lieber. Mit meiner G\u00fcte werde ich mir n\u00e4mlich Sch\u00e4tze im Himmelreich erwerben.&#8221;<br \/>Das ist kein Ausschnitt aus einem Briefwechsel von heute, das schrieb ein alter R\u00f6mer vor bereits mehr als zweitausend Jahren! Wer war&#8217;s?<br \/>Nur ein Ger\u00fccht ist es allerdings, da\u00df er bei jeden Sechserpasch den Lieblingsspruch &#8220;Alea jacta est&#8221; seines weltber\u00fchmten Onkel ausgerufen haben soll, und ihn so in die Top-Ten-Liste der Ausspr\u00fcche ber\u00fchmter Personen gehievt haben soll.<br \/><strong>1. &#8220;Euphrat und Tigris&#8221;<\/strong><br \/>Gehen wir weitere dreitausend Jahre zur\u00fcck, so landen wir in der Szenerie von &#8220;Euphrat und Tigris&#8221;. Hans-im-Gl\u00fcck hat das Knizia-Spiel bereits 1997 herausgebracht. Es wurde sofort ein Kultspiel unter Spielefreaks und gewann ein Jahr sp\u00e4ter den &#8220;Deutschen Spielepreis&#8221;. Als die K\u00e4uferwelle verebbt war, nahm Hans-im-Gl\u00fcck das Spiel aus seinem Programm; sein Liebhaberpreis bei ebay stieg daraufhin auf astronomische H\u00f6hen.<br \/>Jetzt hat sich der Pegasus-Verlag erbarmt und eine neue Auflage herausgebracht. Es gelten noch die Original-Regeln. G\u00fcnther durfte sie zur Erinnerung vorlesen. Walter suchte und fand in jedem Satz eine Regel-Erweiterung. Aaron f\u00fchrte ihm jedes Mal unerbittlich vor Augen, da\u00df dies nur eine Folge seiner fortschreitenden Altersdemens war. An der Basisversion hat sich kein Jota ge\u00e4ndert.<br \/>&#8211; Jeder Spieler erh\u00e4lt vier Spielsteine f\u00fcr K\u00f6nig, Priester, H\u00e4ndler und Bauern seiner Dynastie.<br \/>&#8211; Jeder Spieler legt &#8220;Zivilisationspl\u00e4ttchen&#8221; auf das Spielbrett, um damit farbige Siegpunkt-Kl\u00f6tzchen zu ergattern.<br \/>&#8211; Bestimmte Pl\u00e4ttchenkombinationen darf ein Spieler in einen Tempel umwandeln, der dann f\u00fcr seinen Besitzer eine st\u00e4ndig sprudelnde Quelle von Siegpunkt-Kl\u00f6tzchen darstellt.<br \/>&#8211; Es gibt die bekannten inneren und \u00e4u\u00dferen Konflikte, mit denen um die Vorherrschaft an den besten Siegpunktquellen gek\u00e4mpft wird.<br \/>&#8211; Jeder Spieler wird mit zwei &#8220;Katastrophen-Pl\u00e4ttchen&#8221; ausgestattet, mit denen er vor allem im Endkampf noch versuchen kann, seinen Mitspielern das Wasser abzugraben.<br \/>&#8211; Es gewinnt der Spieler, der in seiner schw\u00e4chsten Farbe die meisten Siegpunkt ergattert hat,<br \/>Nachdem G\u00fcnther das 10-seitige Regelbuch vorgelesen hatte, fanden wir auf der elften Seite sogar noch eine echte Erweiterungsregel: Wer drei oder mehr Zivilisationspl\u00e4ttchen einer Farbe in einer Reihe gelegt hat, darf darauf ein &#8220;Zivilisationsgeb\u00e4ude&#8221; bauen und kassiert dann beim sp\u00e4teren Legen von gleichfarbigen Pl\u00e4ttchen einen Siegpunkt mehr. Vielleicht dient das im Endspurt dazu, eine minderentwickelte Farbe doch noch beschleunigt auf Vordermann zu bringen.<br \/>Alles funktioniert vorz\u00fcglich und l\u00e4\u00dft eine kultige Spiel-Spannung aufkommen. Hans fand in der Kampftaktik eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit &#8220;Friedrich&#8221;: Wer auf einem Gebiet erkennbar schwach geworden ist, wird schnell noch das Angriffsziel der Mitspieler, solange er nicht wieder aufger\u00fcstet hat. F\u00fcr welches der beiden Spiele ist diese Gleichsetzung ein Kompliment?<br \/>Trotz der k\u00e4mpferischen Szenerie war die Stimmung friedlich. Ohne Dr\u00e4ngelei durfte jeder \u00fcber seinem Zug gr\u00fcbeln. Alle taten es auch ausgiebig (bis auf einen). Konflikte wurde nicht nur gerechnet, sondern auch gespielt und zuweilen sogar von den gr\u00f6\u00dften Denkern ziemlich gedankenlos vom Zaun gebrochen. In der Schlu\u00dfphase fielen allen noch ihre l\u00e4ngst vergessenen Katastrophen-Pl\u00e4ttchen ein. Die Sieg-Anw\u00e4rter bauten sie in ihr taktisches Konzept ein, die weit Abgeschlagenen erzeugten damit ein bi\u00dfchen Chaos und demonstrierten die M\u00e4chtigkeit dieses Spielelements und die Qualit\u00e4t vom Gesamtdesign.<br \/>Lange k\u00e4mpften Aaron und G\u00fcnther ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die st\u00e4rkste schw\u00e4chste Farbe, dann verzichtete Aaron in seinem letzten Zug \u00fcberraschend auf Gegenwehr gegen einen leichten Body-Check von Hans und G\u00fcnther errang bei 16:16-Punkten Gleichstand \u00fcber seine Tie-Breaker-Farbe den Sieg.<br \/><em>WPG-Wertung: Es wurde keine neue Wertung vergeben, der bisherige WPG-Durchschnitt von 9.0 d\u00fcrfte wohl weiterhin bestehen bleiben.<\/em><br \/>Walter schreibt eine Rezension, besonders weil wir &#8211; o Schande &#8211; f\u00fcr die 1997er Ausgabe von &#8220;Euphrat und Tigris&#8221; noch keine geschrieben haben.<br \/><strong>2. &#8220;Heckmeck am Bratwurmeck&#8221;<\/strong><br \/>Als Absacker legte G\u00fcnther ein weiteres ein Knizia-Spiel auf den Tisch, diesmal aus dem Zoch-Verlag. Ein lustiges W\u00fcrfelspiel, bei dem es darum geht, die besten W\u00fcrfe hinzulegen und sich die h\u00f6chstwertigen Wurm-Pl\u00e4ttchen zu erw\u00fcrfeln. G\u00fcnther hat eine Ader f\u00fcr solche lockeren Spielchen. Und schlie\u00dflich geh\u00f6rte &#8220;Heckmeck&#8221; voriges Jahr zu der Pflichtspielen bei den Vorentscheidungen zur Deutschen Brettspielmeisterschaft.<br \/>Walter durfte 5 mal seine Startspielerw\u00fcrfe wiederholen, weil er immer noch nicht die Regeln verstanden hatte:<br \/>&#8211; Pro Wurf mu\u00df mindestens eine Zahl herausgelegt werden.<br \/>&#8211; Pro Wurf darf man nur W\u00fcrfel einer Zahl herauslegen<br \/>&#8211; Pro Wurf mu\u00df man alle W\u00fcrfel einer Zahl herauslegen.<br \/>&#8211; Es darf keine Zahl herausgelegt werden, die bei einem vorherigen Wurf bereits herausgelegt wurde.<br \/>&#8211; Am Ende eines Wurfes mu\u00df mindestens ein Wurm-W\u00fcrfel herausgelegt worden sein, sonst ist der gesamte Wurf ung\u00fcltig.<br \/>Wer mit seiner W\u00fcrfelsumme gut genug liegt, darf sich von der Auslage auf dem Tisch ein Pl\u00e4ttchen mit Siegpunkt-W\u00fcrmern nehmen. Da kommt Freude auf.<br \/>Wer sogar genau die Zahl eines Wurmpl\u00e4ttchens seiner Mitspielern gew\u00fcrfelt hat, darf es ihm wegnehmen und in seinen eigenen Besitz einreihen. Da kommt ebenfalls Freude auf. Aber nicht auf der anderen Seite.<br \/>Wer nichts Passendes w\u00fcrfelt, mu\u00df ein Wurmpl\u00e4ttchen aus seinem Besitz zur\u00fcckgeben. Auch da kommt Freude auf. Diesmal aber nur bei den anderen.<br \/>&#8220;Heckmeck am Bratwurmeck&#8221; ist ein chaotisches Spielchen, bei dem man nicht verbissen auf den Sieg schauen darf, sonst ist der Frustfaktor entschieden zu hoch. Atmosph\u00e4re ist alles. Wir haben viel gelacht, nicht so sehr wegen des Spiels, aber immerhin w\u00e4hrend des Spiels und mit dem Spiel.<br \/>Es ist leider nicht bekannt, zu welchem W\u00fcrfelspiel der Kaiser Augustus den oben aufgef\u00fchrten Briefausschnitt in die Weltliteratur eingehen lies. &#8220;Heckmeck am Bratwurmeck&#8221; war es sicher nicht, denn dann h\u00e4tte er nicht st\u00e4ndig &#8220;Alea jacta est&#8221; gerufen, sondern &#8220;Ein Wurm ist ein Wurm&#8221;!<br \/><em>Die heutige WPG-Wertung stimmt sehr gut mit den Noten von vor zwei Jahren \u00fcberein:<br \/>Aaron: 5, G\u00fcnther: 7, Hans: 6, Walter: 6<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wir haben die Feiertage recht angenehm zugebracht, wir haben n\u00e4mlich an allen Tagen gespielt und die W\u00fcrfelbecher nicht kalt werden lassen. Dein Bruder hat wie immer heftig gejammert, doch aufs ganze gesehen hat er nicht viel verloren, sondern nach gro\u00dfen Anfangsverlusten das meiste wieder wettgemacht. 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