{"id":154,"date":"2007-07-19T10:20:34","date_gmt":"2007-07-19T10:20:34","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=154"},"modified":"2007-07-19T10:20:34","modified_gmt":"2007-07-19T10:20:34","slug":"18072007-unbekanntes-und-vergessenes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/07\/19\/18072007-unbekanntes-und-vergessenes\/","title":{"rendered":"18.07.2007: Unbekanntes und Vergessenes"},"content":{"rendered":"<p>Der Small-Talk auf der Terrasse am Westpark drehte sich um Luftlinien und ihre Preise. Wie kann ein Flug nur 8 Euro kosten, wenn damit noch nicht einmal die Stromkosten f\u00fcr die Leselampe abgedeckt sind.<br \/>Peter machte sich Gedanken (und intensive Recherchen im Internet), mit welchen Tricks man die meisten Meilen einstreicht. Es soll sich z.B. lohnen, bei Langstreckenfl\u00fcgen erst noch ein bi\u00dfchen in Deutschland hin und her zu fliegen &#8211; auf kosten der Fluglinie nat\u00fcrlich &#8211; bevor man sich auf die Reise nach \u00dcbersee begibt.<br \/>Wenn er es dereinst mal zum Lufthansa-Honorable geschafft hat, dann quartiert er sich in Frankfurt im First-Class-Terminal ein und kommt bis zu seinem Lebensende &#8211; dauert hoffentlich noch ein knappes Jahrhundert &#8211; nicht mehr heraus. Er wird verk\u00f6stigt und vertr\u00e4nkt, hat Dusche und Liegebett zur Verf\u00fcgung und l\u00e4\u00dft seinen Kreislauf in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden mit Fu\u00dfmassagen in Schwung bringen.<br \/>Lieber Peter, hier noch eine Information aus berufener Quelle: Du darfst das First-Class-Terminal als Honorable nur dann betreten, wenn Du eine g\u00fcltige Bordkarte f\u00fcr einen Flug am gleichen Tag in der Hand hast. Und das Terminal wird nach dem letzten Tagesflug (gegen 23 Uhr) geschlossen. Da mu\u00dft Du erst noch das Aufheben des Nachtflugverbotes in Rhein-Main abwarten.<br \/><strong>1. &#8220;On the Underground&#8221;<\/strong><br \/>Nach dem Vorspiel-Thema wollte Peter wollte eigentlich &#8220;Airlines&#8221; spielen, doch darauf waren wir nat\u00fcrlich nicht eingestellt. Daf\u00fcr stand ein anderes Linien-Spiel bereit: &#8220;On the Underground&#8221;, ein Aufbauspiel um die U-Bahnlinien in London.<br \/>Die Spieler bauen eifrig an ihren verkehrsg\u00fcnstigen Linien und transportieren einen Passagier-P\u00f6ppel zu ausw\u00e4hlbaren Zielorten durch das entstehende Netz. Der Passagier mu\u00df von allen m\u00f6glichen Strecken diejenige mit dem k\u00fcrzesten Fu\u00dfweg w\u00e4hlen, und m\u00f6glichst wenig umsteigen. Zu Spielbeginn kann man schnell noch ein paar Verbindungswege bauen, um damit den Passagier auf die eigene Linie zu locken und Siegpunkte zu kassieren. Wenn das Netz schon einigerma\u00dfen ausgebaut ist, geht das nicht mehr so einfach. Dann zahlt es sich aus, wenn man seine Linienf\u00fchrung strategisch gut geplant hat und gro\u00dfe Verkehrsr\u00e4ume verbindet. Unweigerlich m\u00fcssen dann alle Spieler bei ihren Passagier-Bewegungen diese Super-Linien ber\u00fccksichtigen und Siegpunkte herschenken.<br \/>Beim Ermitteln des vorgeschriebenen besten Weges stellten sich immer wieder (un)liebsame \u00dcberraschungen ein, wenn der Passagier nicht die eigenen Linien benutzen durfte, sondern die Linie eines Mitspielers, die zwar deutlich l\u00e4nger war, aber Umsteigen ersparte. Aaron machte uns diesmal den Walter: Blitzschnell (na ja) hatte er seine Linien verl\u00e4ngert, und genauso blitzschnell nahm er seinen Zug wieder zur\u00fcck, weil die Fahrstrecken nicht die erhofften Siegpunkte einbrachten.<br \/>Das Hin- und Zur\u00fcck wurde auch f\u00fcr die anderen langsam zum Standard. F\u00fcr Unge\u00fcbte gibt einfach zu viele Irrtumsm\u00f6glichkeiten. Wir waren aber eine sehr konstruktive Runde und solidarisch suchte jeder f\u00fcr jeden die besten Bau-und Fahrgelegenheiten aus. In einer F\u00fcnferrunde bleibt einem auch nichts anderes \u00fcbrig. Soll sich jeder 10 Minuten und l\u00e4nger gelangweilt zur\u00fccklehnen, bis die anderen ihren optimalen Zug ausgerechnet und durchgef\u00fchrt haben? Der geduldige Aaron st\u00f6hnte: &#8220;Es dauert viel zu lange, bis man wieder dran ist&#8221;. Selbst der schlitzohrige Peter mit dem ausgepr\u00e4gten Siegeswillen konstatierte: &#8220;Man mu\u00df eigentlich partnerschaftlich spielen [, um \u00fcberhaupt Spa\u00df am Spielablauf zu bekommen]!&#8221;. Und er hielt sich sogar dran.<br \/>Gegen Ende kritisierte er die ausgepr\u00e4gten Kingmaker-M\u00f6glichkeiten in &#8220;On the Underground&#8221;. Bei gleichguten Streckenalternativen entscheidet der aktive Spieler in freier Willk\u00fcr, wen er am Punktesegen beteiligt. Es gibt daf\u00fcr zuweilen rationale Entscheidungsgr\u00fcnde. (\u00dcbliches Diskussionsthema: Soll der Letzte gegen den Vorletzten oder gegen den Ersten spielen?), doch oft genug fehlen sie. Wolfgang bef\u00f6rderte mit seinem letzten Zug die zweite Loredana auf gleiche H\u00f6he wie den ersten Peter. Die einzige dazu plausible Begr\u00fcndung kann nur die eines stinknormalen Heteros sein.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (wie fr\u00fcher), Loredana: 6 (siegen macht froh), Peter: 5 (wie unser Moritz), Walter: 7 (wir d\u00fcrfen doch keine Eisenbahnspiele verkommen lassen), Wolfgang: 7 (die gro\u00dfe Seele)<\/em><br \/>Walter wird eine Rezension schreiben. Das hat er schon vor einem halben Jahr versprochen<br \/><strong>2. &#8220;Zoff im Zoo&#8221;<\/strong><br \/>Es war noch eine Menge Zeit \u00fcbrig und Peter grub sein Lieblingskartenspiel aus. Loredanas Augen fingen sofort zu gl\u00e4nzen an. &#8220;Zoff im Zoo&#8221; ist ein kombiniertes Ablage- und Stichspiel: Die Spieler punkten in der Reihenfolge, wie sie ihre Karten losgeworden sind. Au\u00dferdem bekommen sie Pr\u00e4mien f\u00fcr bestimmte Karten, die sie in ihren Stichen eingesammelt haben.<br \/>Die Karten bestehen aus Tierbildern, von denen eines das andere fri\u00dft: M\u00fccke &#8211; Fisch &#8211; Otter &#8211; Krokodil &#8211; Elefant. Und viele mehr. (Beim Fressen wollen wir es mit Brehms Tierleben nicht so genau nehmen.) Die tats\u00e4chlich h\u00f6chstwertige Tierart l\u00e4\u00dft sich nicht eindeutig bestimmen: Der Elefant ist der Maus unterlegen (dann f\u00e4ngt die Fresserei wieder von vorne an), und aus einer M\u00fccke darf man einen Elefanten machen (wenn man noch einen zweiten in der Hand hat). Sicherlich w\u00e4re es eine lohnende Aufgabe f\u00fcr Excel und Konsorten, die Fre\u00df-Reihenfolge und die Zusatz-Qualifikation der verschiedenen Karten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.<br \/>Mit gewohntem didaktischen Geschick (Hi Peter, das ist eine Aush\u00e4nge-Qualifikation f\u00fcr Deine Kandidatur zum Bezirksausschu\u00df! Oder bist Du daf\u00fcr etwa in der falschen Partei?) erkl\u00e4rte Peter den Neulingen und den Verge\u00dflichen erst nur die Minimalregeln und lies damit eine Runde spielen. Die weiteren, komplizierteren Regeln setzen auf den jetzt aktuellen Spielstand auf. Der Erste bildet mit dem Vorletzten und der Zweite mit dem Letzten ein Team. (Aaron: &#8220;Wie? Teambildung??!!&#8221; Das Schicksal hat ihn gl\u00fccklicherweise als f\u00fcnftes Rad am Wagen davor bewahrt.)<br \/>Die Teamzusammengeh\u00f6rigkeit bestimmt das Austauschen von Karten und die M\u00f6glichkeit, dem Partner beim Stich-Gewinnen zu helfen. Doch jeder ist sich selbst der N\u00e4chste. Gemeinsam ins Team gehen nur die Siegpunkte f\u00fcr die Reihenfolge beim Karten-Loswerden ein, die Pr\u00e4mien f\u00fcr Sonderkarten streicht jeder ganz allein ein. Zuweilen l\u00e4\u00dft man seinen Teampartner dann schon mal kurz und herzlos im Regen stehen.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (gleichbleibend), Loredana: 10 (h\u00f6rt, h\u00f6rt!), Peter: 10 (2 Punkte mehr), Walter: 8 (Kartenpfleger), Wolfgang: 7(diesmal kein Mahatma)<\/em><br \/><strong>3. Gl\u00fccksfaktor<\/strong><br \/>Letzte Woche hatten wir noch lang und breit diskutiert, wie man den Gl\u00fccksfaktor eines Spiels definierten kann. Ohne abschlie\u00dfendes Ergebnis. Diese Diskussion nahmen wir zum Ausklang noch einmal auf und h\u00e4tten fast wieder kein Einvernehmen erzielt, bis Peter die geniale Idee hatte.<br \/>&#8220;La\u00dft uns anstelle von Gl\u00fccksfaktor einfach Freiheitsgrad sagen&#8221;: Die Entscheidungsm\u00f6glichkeiten, unter intelligenten Alternativen beliebig auszuw\u00e4hlen, ist genau das Spiel-Charakteristikum, f\u00fcr das wir eine Metrik gesucht haben. Bietet ein Spiel einen hohe Entscheidungsspielraum, dann hat es einen geringen Gl\u00fccksfaktor. Und umgekehrt.<br \/>Die Definition ist fertig. Jetzt ist es nur noch ein kleiner Weg, f\u00fcr ein gegebenes Spiel die Alternativen auszuz\u00e4hlen, zu normieren und zu addieren. Es gibt eine L\u00f6sung. Der Mathematiker ist zufrieden und geht zum n\u00e4chsten Problem \u00fcber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Small-Talk auf der Terrasse am Westpark drehte sich um Luftlinien und ihre Preise. Wie kann ein Flug nur 8 Euro kosten, wenn damit noch nicht einmal die Stromkosten f\u00fcr die Leselampe abgedeckt sind.Peter machte sich Gedanken (und intensive Recherchen im Internet), mit welchen Tricks man die meisten Meilen einstreicht. 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