{"id":156,"date":"2007-08-02T10:00:02","date_gmt":"2007-08-02T10:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=156"},"modified":"2007-08-02T10:00:02","modified_gmt":"2007-08-02T10:00:02","slug":"01082007-die-abenteuer-mit-dem-kampf-um-rom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/08\/02\/01082007-die-abenteuer-mit-dem-kampf-um-rom\/","title":{"rendered":"01.08.2007: Die &#8220;Abenteuer&#8221; mit dem &#8220;Kampf um Rom&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Nach unserer einseitigen Spielekritik zu &#8220;Zooloretto&#8221; (&#8220;Esel getreten und Milchmann gemeint&#8221;) meldeten sich sofort Gegenstimmen. Der gute Fritz schrieb:<br \/><em>&#8220;Wenn du mal wieder deinen Adrenalin-Spiegel mit Hilfe eines pr\u00e4mierten Titeltr\u00e4gers zu regulieren w\u00fcnschst, empfehle ich Dir, die Krallen am TAL DER ABENTEUER vom prominenten Spiele-Autor Dr. Rainer Knizia zu wetzen. Bei den \u00d6sterreichern ist das immerhin zum <strong>Spiel der Spiele<\/strong> gew\u00e4hlt worden ist. Nachdem du diese Pflaume gespielt hast, wirst du dich im Rahmen eines Canossa-Ganges zu Michael Schacht aufmachen und sein vorz\u00fcgliches ZOOLORETTO fortan lobpreisen.&#8221;<\/em><br \/>Das motivierte nat\u00fcrlich sofort, die &#8220;Abenteuer&#8221; am Westpark aufzutischen.<br \/><strong>1. &#8220;Tal der Abenteuer&#8221;<\/strong><br \/>Das Spiel aus dem Parker-Verlag wurde tats\u00e4chlich gerade von der &#8220;Wiener Spiele Akademie&#8221; mit dem Preis &#8220;Spiel der Spiele&#8221; ausgezeichnet. Doch nach Fritzens massiver Vorwarnung mu\u00dfte es am Westpark erst gegen einen dicken Wall von Vorurteilen ank\u00e4mpfen. Um das Ende vorwegzunehmen: Es besa\u00df kein einziges Mittel, den Wall zu durchsto\u00dfen. Chancenlos verlor es die Schlacht und den Krieg.<br \/>Auf einem Spielbrett stehen vier verschiedenfarbige P\u00f6ppel und m\u00fcssen auf Irrwegen zu einem Ziel bewegt werden. Die Spieler bekommen Spielkarten in den vier P\u00f6ppelfarben und in einer Jokerfarbe ausgeteilt, die ihnen erlauben, die einzelnen P\u00f6ppel ein, zwei oder drei Felder zu bewegen. Hat der erste P\u00f6ppel das Zielfeld erreicht, ist Spielende und es erfolgt die Siegwertung: F\u00fcr jede Karte in der Farbe des Siegerp\u00f6ppels, die ein Spieler noch in der Hand h\u00e4lt, gibt es 3 Siegpunkte, f\u00fcr die Karten anderer P\u00f6ppel entsprechend weniger. F\u00fcr die ausgespielten Karten gibt es nichts.<br \/>Das Problem ist: Der Weg ist lang, doch die Schritte sind kurz. Wenn alle Bewegungskarten einer Farbe ausgespielt sind, ist der entsprechende P\u00f6ppel noch lange nicht im Ziel. Aarons zutreffende Schlu\u00dffolgerung: &#8220;Das Spiel wird durch Joker entschieden!&#8221; Wie wahr! Und wie bekommt man die Jokerkarten? Leider nur in der Startausteilung, also zu 100% reines Gl\u00fcck.<br \/>Doch auch eine super Joker-Kartenhand ist kein Gewinn-Garant. Es bringt ja nichts, alle Karten zu spielen, mit denen man seine Favoritenp\u00f6ppel bewegen kann; man mu\u00df ja auch entsprechend-farbige Karten auf der Hand behalten, um damit am Ende Siegpunkte zu holen. Da m\u00fcssen die Mitspieler beim Bewegen schon kr\u00e4ftig mithelfen. Doch aus welcher Motivation heraus sollten sie das tun?<br \/>Fazit: 100% Gl\u00fcck plus 100% Abh\u00e4ngigkeit von der Willk\u00fcr der Mitspieler ergibt 0 % Taktik + 0 % Spielfreude.<br \/>Den einzigen Lacher gab es, als Walter seine in der Startausteilung erhaltenen 6 Joker plus 4 Gr\u00fcnlinge in seine Kartenhand sortieren durfte. Doch das war letztendlich viel zu fr\u00fch gefreut. Schlu\u00dfkommentare: Hans: &#8220;Du kannst bei den Abenteuern nicht wirklich lachen.&#8221; Aaron: &#8220;Wer will den lachen?&#8221; G\u00fcnther in Fritzscher Verteidigungsmanier: &#8220;Das Spiel kommt in gewissen Runden gut an!&#8221; Aaron: &#8220;Wir fragen uns, welche Runden das sind!&#8221; Von einem ungenannten Spieler &#8220;Es ist bestechend einfach und sogar spannend&#8221;. Hans: &#8220;Wie MALEFIZ, doch ohne Blockierungssteine&#8221;.G\u00fcnther entdeckte etwas vom &#8220;SCHWEINERENNEN&#8221;, Aaron etwas vom SAGALAND ohne Memory-Effekt. Na ja, von SAGA war wohl auch nicht viel drin. Ein W\u00fcrfel w\u00fcrde dem Spiel gut tun, z.B. als Multiplikator bei der Bewegung. Oder wo auch immer. Das sagt doch wohl eine ganze Menge \u00fcber seine Potenz.<br \/>Aaron, schon mit abgeblendeter Lautst\u00e4rke: &#8220;Was ist denn mit dem Knizia los?!&#8221;<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (f\u00fcr seinen Ex-Chef aus \u00d6sterreich), G\u00fcnther: 4 (spielbar, und sogar schnell), Hans: 3 (fast kaputt), Walter: 3 (aus Piet\u00e4t gegen\u00fcber seinem Fritz)<\/em><br \/>Wenn Walters Adrenalinspiegel sich noch nicht ausreichend gesenkt hat, gibt&#8217;s eine weitere Rezension. Auch dann wird der arme Esel wieder nix daf\u00fcr k\u00f6nnen, und der Milchmann bekommt von dem Fu\u00dftritt wieder nichts ab.<br \/><strong>2. &#8220;Siedler von Catan &#8211; Kampf um Rom&#8221;<\/strong><br \/>Aaron h\u00e4tte die Regeln vorlesen d\u00fcrfen, doch er zog das Ausp\u00f6ppeln vom Spielmaterial vor. Hans \u00fcbernahm die Rolle mit dem Versprechen, schneller vorzulesen als \u00fcblicherweise zu spielen. Er tat sein Bestes und nach einer halben Stunde waren wir durch die Regeln. Walter war wie immer von den vielen Details \u00fcberfordert. Auch Fritz h\u00e4tte mit seinen &#8220;Normalos&#8221; einen ziemlich aussichtlosen Regelerkl\u00e4rungskampf durchstehen m\u00fcssen. Doch die komplizierten Detail-Mechanismen fu\u00dfen auf wenigen und logischen Prinzipien. Mit Learning-by-Doing kommt man im &#8220;Kampf um Rom&#8221; ganz gut zurecht.<br \/>Nach Siedlerart werden Ernte-Ertr\u00e4ge ausgew\u00fcrfelt, nach Kriegerart werden St\u00e4dte gepl\u00fcndert und erobert. St\u00e4ndig st\u00f6\u00dft man auf Randbedinungen von Material und Bewegung. Jeder Spieler br\u00fctet \u00fcber einer Optimierung seiner vielf\u00e4ltigen Ausbreitungsm\u00f6glichkeiten. Jeder ist seines Zuges Schmied, aber nicht hinter jedem Zug lauert das Gl\u00fcck. Die Zufallselemente wie W\u00fcrfelertr\u00e4ge, Rohstoffauswahl, t\u00f6dliche Eroberungseffekte und chaotische Einflu\u00dfkarten dominieren das Geschehen. Der absolute Fortschritt ist me\u00dfbar, doch \u00fcber die relative Positionierung gegen\u00fcber den Mitspielern gehen die Meinungen weit auseinander.<br \/>Nach einer Stunde Spielzeit zeichnete sich noch keine eindeutige Sieger-Linie ab. Keiner hatte eine Stadt erobert und die erzielten Raumvorteile wurden gegen Nachteile in St\u00e4rke und Material aufgewogen. Sollten wir uns noch weiter die Zeit mit z\u00e4her Fieselei vertreiben? Mit drei Stimmen, keiner Gegenstimme und einer Enthaltung votierten wir f\u00fcr den Spielabbruch. Einstimmig wurde die &#8220;Enthaltung&#8221; zum Sieger gek\u00fcrt. Nach Eigenaussage verdient &#8220;wegen konsequenten und schnellen Spiels&#8221;. (Es war nicht der Walter!)<br \/>An die Stelle der praktischen Erprobung traten theoretische Erw\u00e4gungen. &#8220;Sehe ich das richtig, da\u00df das Spiel nach der ersten Eroberung an Geschwindigkeit verliert&#8221; fragte Aaron in die Runde? Keiner konnte widersprechen. Hans hatte noch die Vision, da\u00df der &#8220;Kampf um Rom&#8221; nach einigen Eroberungen wieder Geschwindigkeit aufnehmen w\u00fcrde, doch sein angeborenes Gesp\u00fcr f\u00fcr Tempo im Spiel ist nicht unbedingt zuverl\u00e4ssig.<br \/>Warum hei\u00dft das Spiel &#8220;Kampf um Rom&#8221;? Hat die Stadt Rom eine Sonderstellung? Hans hat bei seiner Regelerkl\u00e4rung nichts dar\u00fcber verlauten lassen, und auch in der post-mortem Recherche fanden wir im Regelheft keinen Hinweis. Vielleicht war lediglich der Markenname noch frei und sollte der &#8220;Siedler-Familie&#8221; einen neuen Impuls nach vorne geben. Doch das ganze r\u00f6mische Brimborium ist &#8220;alles Fassade&#8221;, im Film w\u00e4re der &#8220;Kampf um Rom&#8221; ein typisches &#8220;Sequential&#8221;, so etwas wie &#8220;Schulm\u00e4dchenreport 6. Teil&#8221;. G\u00fcnther: &#8220;Ist aber schon Teil 20!&#8221;<br \/>Hans war bekehrt: &#8220;Ihr hattet Recht mit dem Abbruch. Es ist echt stinklangweilig!&#8221;<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 5, G\u00fcnther: 4, Hans: 4, Walter: 5<\/em><br \/>Rezensionen zu den &#8220;Siedlern&#8221; gibt es wie Sand am Meer. Erweiterungen der Spielidee auch. Bei Luding lassen sich die Einzeleintr\u00e4ge nur mehr schwer z\u00e4hlen, etwas leichter tut man sich, wenn man nur die Seiten z\u00e4hlt: Es sind f\u00fcnf ganze Bildschirmseiten voll.<br \/><strong>3. &#8220;San Juan&#8221;<\/strong><br \/>Noch mal ein Entwicklungsspiel mit Optimierungsaufgaben und nicht viel Interaktion. Doch der Kampf der Ratsherren, Baumeister, Aufseher und H\u00e4nder um Produktion und Vertrieb von Indigo, Kaffee, Tabak und Silber geht flott und fl\u00fcssig \u00fcber die B\u00fchne. Und wer die Zusammenh\u00e4nge am besten kennt (G\u00fcnther), kann auch mit deutlichem Vorsprung davonziehen.<br \/>Aarons sprichw\u00f6rtliches W\u00fcrfelgl\u00fcck mutierte zum Kartengl\u00fcck: Unter den vielleicht 100 gezogenen Karten fand er keinen einzigen hohen Punktetr\u00e4ger. Da hilft auch kein Wissen \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge mehr!<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein gut funktionierendes Spiel.<\/em><br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Aaron stand mit 1:5 W\u00fcrfeln im Endspiel gegen G\u00fcnther. G\u00fcnther scho\u00df noch schnell unfreiwillig ein Eigentor und beim 1:4 Stand durfte Aaron aufschlagen. Er hatte eine 4 geworfen und fing gem\u00e4\u00df der Immer-4-Strategie an, verriet also keinerlei Detail-Information an G\u00fcnther. G\u00fcnther hatte 2 Einsen, 1 Zwei und 1 F\u00fcnf unter seinem Becher. Wie sollte er kontern?<br \/>Er hob auf 1 mal die F\u00fcnf. Eine sehr zur\u00fcckhaltende Reaktion, aber mit 4 W\u00fcrfeln l\u00e4\u00dft sich halt leicht Katz und Maus spielen.<br \/>Um es kurz zu machen: Aaron war in seine Vier verliebt, hob auf 2 mal die Vier, und das war das Ende.<br \/>Wir fragten G\u00fcnther, wie er auf eine 2 mal die Eins-Hebung von Aaron reagiert h\u00e4tte. 3 mal die Eins versus die eine F\u00fcnf herausnehmen, mit 3 W\u00fcrfeln nachw\u00fcrfeln und auf 2 mal die F\u00fcnf setzen.<br \/>Aaron konnte laut davon tr\u00e4umen, wie sch\u00f6n es gewesen w\u00e4re, wenn G\u00fcnther auf 2mal die F\u00fcnf gesetzt h\u00e4tte und er, Aaron, auch noch eine F\u00fcnf unterm Becher gehabt h\u00e4tte und mit 3 mal die F\u00fcnf einen weiteren einen Teilerfolg h\u00e4tte verbuchen k\u00f6nnen \u0085<br \/>Selbst bei abgebr\u00fchten Bluffern kann das geniale &#8220;Bluff&#8221; immer noch Tr\u00e4ume hervorrufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach unserer einseitigen Spielekritik zu &#8220;Zooloretto&#8221; (&#8220;Esel getreten und Milchmann gemeint&#8221;) meldeten sich sofort Gegenstimmen. Der gute Fritz schrieb:&#8220;Wenn du mal wieder deinen Adrenalin-Spiegel mit Hilfe eines pr\u00e4mierten Titeltr\u00e4gers zu regulieren w\u00fcnschst, empfehle ich Dir, die Krallen am TAL DER ABENTEUER vom prominenten Spiele-Autor Dr. Rainer Knizia zu wetzen. 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