{"id":1561,"date":"2012-01-12T03:59:27","date_gmt":"2012-01-12T02:59:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1561"},"modified":"2012-01-13T20:31:36","modified_gmt":"2012-01-13T19:31:36","slug":"11-01-2012-broken-natives-and-fucking","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2012\/01\/12\/11-01-2012-broken-natives-and-fucking\/","title":{"rendered":"11.01.2012: Broken, Natives and Fucking"},"content":{"rendered":"<p>Moritz und G\u00fcnther haben im letzten halben Jahr abgenommen. 20-30 kg. Jeder! Beiden steht es super gut. G\u00fcnther ist immer noch ein stattlicher Mann, schlie\u00dflich bringt er \u00fcber 2 Meter auf den Zollstock. Moritz wirkt t\u00e4glich j\u00fcnger. Mit den Augen der Liebe gesehen sieht er schon aus wie ein dynamischer Twen. Demn\u00e4chst darf er unsere Spielberichte nicht mehr lesen. Schlie\u00dflich gelten fast die H\u00e4lfte von ihnen als jugendgef\u00e4hrdend. Zumindest im amerikanischen Sprachraum.<br \/>\n<strong>1. &#8220;Der Pate&#8221;<\/strong><br \/>\nVom unmoralischen Regelwerk her eigentlich ein jugendgef\u00e4hrdendes Spiel. Doch Finanzkriminalit\u00e4t wird von der Zensur eher lax behandelt: \u201eDer Pate\u201c ist schon ab 12 Jahre freigegeben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1593\" aria-describedby=\"caption-attachment-1593\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1593\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate1.jpg 400w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate1-150x120.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate1-300x241.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1593\" class=\"wp-caption-text\">Der Pate im Mitttelspiel<\/figcaption><\/figure>\n<p>2010 ist das Spiel bei Kosmos erschienen. Moritz hat es im Zuge der j\u00e4hrlichen Entr\u00fcmpelungsaktionen bei Hans-im-Gl\u00fcck abgestaubt. Aus dem Stegreif interpretierte er die Regeln. Das kann ein Risiko sein, manchmal sucht man minutenlang auf dem Spielplan, um bestimmte Stellen wie z.B. \u201edas KO-Feld\u201c zu finden. Doch mit vereinten Kr\u00e4ften ging das heute alles glimpflich ab.<br \/>\nIm Paten m\u00fcssen wir w\u00fcrfeln, w\u00fcrfeln und nochmals w\u00fcrfeln. Jeder darf dies mit vier verschiedenfarbigen W\u00fcrfeln tun. Vier mal pro Zug. Bei jedem Wurf mu\u00df man einen W\u00fcrfel herausnehmen, auf ein W\u00fcrfeltableau legen und damit eine Aktion ausl\u00f6sen.<\/p>\n<ul>\n<li>Der erste W\u00fcrfel bestimmt die \u201eEinnahmen aus illegalen Quellen\u201c, jedes Gesch\u00e4ft, das der Augenzahl entspricht, sch\u00fcttet einen Betrag aus. Leider nicht nur dem aktiven W\u00fcrfler, sondern allen Mitspielern, die ein korreliertes Gesch\u00e4ft besitzen. In der Regel mu\u00df man in den sauren Apfel beissen und einem oder mehreren Mitspielern etwas g\u00f6nnen. Zuweilen mu\u00df man sogar froh sein, dass man selber von der im eigenen Zug ausgel\u00f6sten Aussch\u00fcttungsaktion \u00fcberhaupt etwas mitbekommt.<\/li>\n<li>Der zweite W\u00fcrfel und dritte W\u00fcrfel mu\u00df farbgerecht auf die richtige Spalte der Zeilen f\u00fcr \u201eAnsehen und Einfluss\u201c im W\u00fcrfeltableau gelegt werden. Damit regeln wir unsere Schulden, verdr\u00e4ngen Spieler aus ihren Gesch\u00e4ften, bringen sie ins Gef\u00e4ngsnis oder versenken sie gleich tot oder lebendig im Hudson.<\/li>\n<li>Der vierte und letzte W\u00fcrfel ist der einzige, dessen Aktion wir zielgerichtet bestimmen k\u00f6nnen. Der W\u00fcrfel l\u00f6st unabh\u00e4ngig von der Augenzahl eine farbgerechte Aktion aus, und indem wir bei unseren anderen W\u00fcrfen jeweils einen anderen Farbw\u00fcrfel herausgenommen haben, bleibt jetzt genau die Farbe \u00fcbrig, auf die wir ggf. von Anfang an spekuliert haben. Damit k\u00f6nnen wir jetzt u.a. unsere P\u00f6ppel aus dem Gef\u00e4ngnis befreien oder unseren Pegel f\u00fcr \u201eEinkommen\u201c und \u201eGef\u00e4lligkeiten\u201c erh\u00f6hen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vier Spieler, die ungebremst aufeinander los gehen k\u00f6nnen, wo jeder die gleiche Chance hat, den anderen aus einem Gesch\u00e4ft zu verdr\u00e4ngen, wie dieser, in das Gesch\u00e4ft \u00fcberhaupt erst hinein zu kommen, bewirken, dass man h\u00f6chstenfalls zu 25% sein Schicksal selber in der Hand hat. Eigentlich ist es noch deutlich weniger. Denn wenn man sich gerade in ein h\u00fcbsches Gesch\u00e4ft eingenistet hat, ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit schon wieder drau\u00dfen, bevor man auch nur ein einziges Mal abkassiert hat. Zum Abkassieren braucht man ja auch noch einen passenden W\u00fcrfelwurf, und daf\u00fcr stehen die Chance auch nur 1:5. Die Freiheitsgrade sind begrenzt. Und wenn man zuf\u00e4llig mal gut gew\u00fcrfelt hat, kassiert die korrelierte Konkurrenz gleich mit ab (siehe oben).<\/p>\n<figure id=\"attachment_1594\" aria-describedby=\"caption-attachment-1594\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1594\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate2.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate2.jpg 400w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate2-150x121.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/pate2-300x242.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1594\" class=\"wp-caption-text\">Der Pate - eine Runde sp\u00e4ter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach der dritten Runde hatte Moritz kein einziges Gesch\u00e4ft mehr in Besitz. Ohne erkennbar einseitige Feindeinwirkung waren alle seinen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Gef\u00e4ngnis, gepl\u00fcndert oder erschossen. Mit seinem ersten W\u00fcrfel mu\u00dfte er daher notgedrungen den Geldregen ausschlie\u00dflich \u00fcber seine Konkurrenten herabregnen lassen. Da ging es nur noch darum, diesen Fremdregen zu minimieren. Kann das \u2013 selbst oder grade bei der Mafia \u2013 ein gutes Spielprinzip sein?<br \/>\nAaron st\u00f6hnte: \u201eMan sitzt da und staunt , was mit einem alles gemacht wird. Heute trinke ich ganz viel Wein! Sonst halte ich das nicht aus!\u201c Dabei hatte er noch nicht einmal schlecht gew\u00fcrfelt. Tr\u00f6stlich klang da die Erkenntnis: \u201eWir haben schon mehr als die H\u00e4lfte hinter uns.\u201c Tr\u00f6stlich sollte eine solche Erkenntnis f\u00fcr den Spieleautor allerdings nicht sein.<br \/>\nWir spielten ehrlich bis zum Altruismus. Irrt\u00fcmlich zuviel gezahltes Geld wurde freiwillig zur\u00fcckgegeben. Gedacht wurde auch nicht mehr. Offensichtlich hatte sich bei allen ob der mangelnden Balance und der frustrierenden Abl\u00e4ufe ein absolutes Juxgef\u00fchl eingestellt. Siegeswille und Geldraffgier waren restlost verflogen. Aaron konnte sich sogar zu dem Satz aufraffen: \u201eEs ist ein lustiges Spiel.\u201c Doch unser ansonsten spieldesignfehlertoleranter Moritz konstatierte: \u201eDas Thema ist verfehlt. F\u00fcr die Mafia ist es ja das Wichtigste, Gesch\u00e4fte zu \u00fcbernehmen und Schutzgelder zu erpressen. Hier geht es aber unausweichlich darum, Gegner ins Gef\u00e4ngnis zu bringen oder im Hudson zu versenken.\u201c<br \/>\nG\u00fcnther hat nur nicht wegen guten W\u00fcrfelns gewonnen. Er hatte sich nur, wie es seinem Charakter entspricht, konsequent auf \u201eGef\u00e4lligkeiten\u201c verlegt und konnte damit in der Schlu\u00dfphase absahnen.<br \/>\nJemand sagte noch: \u201eDas ist ja wie bei \u2019Ora &amp; Labora\u2019, nur besser!\u201c (Ich war das nicht!)<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (nicht broken, enth\u00e4lt aber eine Menge Stimmungskiller), G\u00fcnther: 4 (wohlwollend), Moritz: 4 (lustig, wenigstens ein bi\u00dfchen. Die Z\u00fcge dauern zu lange und enthalten kein bi\u00dfchen Interaktion), Walter: 3 (reines W\u00fcrfelchaos ohne Planung. Monopoly ist besser, viel besser. Und stetiger.) <\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Rapa Nui&#8221;<\/strong><br \/>\nWir blieben bei Kosmos. Rapa-Nui hei\u00dfen die Ureinwohner der Osterinseln und \u201eRapa-Nui\u201c ist ein schnelles, ausgereiftes Kartenspiel, in dem wir durch geschicktes Sammeln und Auslegen von Karten unser \u201eDorf\u201c am besten entwickeln m\u00fcssen.<br \/>\nJeder Spieler legt pro Zug ein bis drei Personenkarten aus seiner Kartenhand in seine Dorfauslage. Die Personen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Holzf\u00e4ller, damit gewinnen wir Holz (= Geld)<\/li>\n<li>J\u00e4ger und Sammler von den vier Rohstoffen Fisch, Beeren, Kartoffeln und Getreide<\/li>\n<li>Priester, f\u00fcr direkte Siegpunkte, ansonsten bringen sie nichts, kosten aber Geld<\/li>\n<li>Moai (die ber\u00fchmten Steink\u00f6pfe), zum Einflu\u00df auf die Wertigkeit der gesammelten Rohstoffe<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Karte auszulegen ist kostenlos, mehrere kosten Geld, es d\u00fcrfen nur identische Karten abgelegt werden.<br \/>\nF\u00fcr jede ausgelegte Karte ziehen wir eine Karte aus einem Angebot von vier offenen Stapel nach. Der Stapel, von dem wir die letzte Karten gezogen haben, l\u00f6st einen Rohstoff-Nachschub aus: Die jetzt oberste Karte (Holzf\u00e4ller, J\u00e4ger &amp; Sammler etc.) bestimmt, welche Karten in den D\u00f6rfern der Spieler bewertet werden. Sie bekommen daf\u00fcr jetzt Nachschub an Holz, Rohstoffe oder Siegpunkten. Und hier kommt eine einfache, aber sehr fein ausgekl\u00fcgelte Logik ins Spiel. Wir haben eine gewisse Freiheit, uns die Karten zu nehmen, die wir in einem der n\u00e4chsten Z\u00fcge passend ablegen wollen. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen wir darauf achten, welche Karte danach im Stapel oben liegt, damit wir eine f\u00fcr uns g\u00fcnstige Nachschublieferung ausl\u00f6sen. Einfach aber pfiffig.<br \/>\nLegen wir eine Moai-Karte ins Dorf, so mu\u00df jeder Spieler eine Rohstoffkarte offen in den Opferstock geben. In der Schlu\u00dfwertung bestimmt der Inhalt des Opferstockes den Wert der einzelnen Rohstoffe. Jede Karte (in der Hand der Spieler) von der Rohstoffsorte, die am meisten gespendet wurden, ist am Ende 3 Punkte wert, die anderen jeweils 1 Punkt weniger. Aus diesem einfachen Wertungsprinzip ergibt sich eine Abw\u00e4gung zweier gegens\u00e4tzlicher Effekte: Gebe ich viele Rohstoffkarten einer Sorte in den Opferstock, so wird deren Wert hoch, ich habe aber nur noch wenige Karten f\u00fcr die Wertung in der Hand. Und umgekehrt. Einfach aber pfiffig.<br \/>\nDamit die Wertigkeit im Opferstock aber nicht so trival mechanistisch auszuz\u00e4hlen ist, legt jeder Spieler, der einen Moai errichtet, noch eine Rohstoffkarte verdeckt in den Opferstock. Jetzt l\u00e4\u00dft sich nur noch vage mutma\u00dfen, welche Karten hier wohl drin liegen. Eine gute Idee, um eine unspielerische Totalausz\u00e4hlung zu vermeiden.<br \/>\nSo sind in dem einfachen Kartenspiel einige h\u00fcbsche antagonistische Mechanismen realisiert:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir m\u00fcssen beim Ausbau unseres Dorfes mit den Mitspielern <strong>kooperieren<\/strong>, damit wir gegenseitig beim Rohstoffnachschub profitieren.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen beim Ausbau unseres Dorfes mit den Mitspielern <strong>konkurrieren<\/strong>, damit wir in einzelnen Rohstoffarten dominieren und uns selbst am meisten zuschustern k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen beim Ausbau unseres Dorfes <strong>diversifizieren<\/strong>, um mit Mitspielern kooperieren zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen beim Ausbau unseres Dorfes <strong>kumulieren<\/strong>, damit wir bestimmte Rohstoffe billig bis kostenlos erwerben k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Wir k\u00f6nnen vorausplanen, aber nur wenige Z\u00fcge, so dass wir uns langwierige Denkprozesse ersparen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Eine gewisse Ged\u00e4chstnisleistung beim Einsch\u00e4tzen des Opferstocks wird honoriert, doch ist hier eine spieltechnisch vern\u00fcnftige Unsicherheit eingebaut.<\/li>\n<li>Vieles ist planbar, doch auch die Gl\u00fccksg\u00f6ttin kann dabei mitmischen: bei der Kartenauslage in den offenen Stapeln, beim pl\u00f6tzlichen Spielende und nat\u00fcrlich im Opferstock.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 8 (nette Mechanismen, schnell, funktioniert phantastisch), G\u00fcnther: 8 (mit wenig Mitteln viel erreicht, flott, erfrischend), Moritz: 8 (ausgewogen, simpler Klasse-Mechanismus, thematisch getroffen), Walter: 7 (h\u00fcbsch, der erhebliche Zufallsanteil verhindert aber eine noch h\u00f6here Note.)<\/em><br \/>\n<strong>3. &#8220;Aquarium&#8221;<\/strong><br \/>\nEin Kartenspiel mit bunten Fischen in 5 Farben und 3 Gr\u00f6\u00dfenordnungen. Die Spieler m\u00fcssen sich sequentiell Fische kaufen und bekommen am Ende erstens f\u00fcr jeden Fisch und zweitens f\u00fcr bestimmte Fischkombinationen (verschiedene Farben &#8211; gleiche Gr\u00f6\u00dfenordnung oder gleiche Gr\u00f6\u00dfenordnung &#8211; verschiedene Farben) Siegpunkte.<br \/>\nZum Kaufen k\u00f6nnen die Spieler aber nicht einfach in ein Fischkartengesch\u00e4ft gehen und sich aussuchen, was zu ihren Ambitionen und zu ihrem Geld pa\u00dft. Das Angebot ist eng begrenzt und zufallsgesteuert: vom verdeckten Stapel wird eine Fischkarte aufgedeckt, die ein Spieler jetzt kaufen kann oder nicht. Weiterhin k\u00f6nnen die Mitspieler jedem Kaufwilligen in die Suppe spucken, und zwar gleich zweimal. Wenn ein Spieler zu einem Kartenkauf genickt hat, d\u00fcrfen alle anderen Spieler mit Aktionskarten das Angebot ver\u00e4ndern. Sie k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>den ausliegenden Fisch durch einen Fisch aus dem eigenen Aquarium austauschen. (Da hat man sich gerade einen roten Teenagerfisch ausgesucht und schwupps hat ihn ein b\u00f6ser Mitspieler in eine blaue Omma umgetauscht.)<\/li>\n<li>den ausliegenden Fisch durch einen neuen Fisch vom verdeckten Stapel austauschen. (M\u00f6gliche Effekte wie oben, nur nicht zielgerichtet sondern mehr zuf\u00e4llig.)<\/li>\n<li>noch einen Fisch vom verdeckten Stapel dazulegen. Dann m\u00fcssen beide Fische gekauft werden oder man bekommt gar keinen. (Da freut man sich gerade \u00fcber einen gelben Billigheimer, da kommt per Zufall noch ein gr\u00fcner Luxushecht hinzu, den man schon gar nicht in seinem Aquarium gebrauchen kann.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Steht endlich das Fischangebot fest, geht es um den Preis. Zun\u00e4chst mal hat die Auslage einen wohldefinierten Preis, Teenager sind billig, Ommas sind teuer. Doch jeder b\u00f6se Mitspieler kann jetzt<\/p>\n<ul>\n<li>den Preis um einzelne Einheiten nach oben bringen. (Gemeinsam sind sie stark!)<\/li>\n<li>den Preis verdoppeln (jetzt wird das Angebot so teuer, dass sich das keiner mehr leisten kann)<\/li>\n<li>den Preis halbieren (daf\u00fcr streichen jetzt sie anstelle der Bank das Geld ein. Teilen f\u00e4llt schwer!)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn man gen\u00fcgend Geld hat, sind diese Preismanipulationen ja noch tolerierbar. Doch nach den ersten paar Gesch\u00e4ften geht allen Spielern schnell die Puste aus. Dazu kommt noch eine weitere Geldschr\u00f6pfung: Wir m\u00fcssen in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden die Fische in unserem Aquarium f\u00fcttern. Mit unserem Geld. Kurze \u00dcberschlagsrechnung: Als Startgeld bekommt jeder Spieler 15 Geldeinheiten. Kauft er sich davon f\u00fcr 5 Einheiten 2-3 Fische (da mu\u00df er noch Gl\u00fcck haben, dass die Mitspieler ihm die Preise nicht versalzen), dann mu\u00df er bei der F\u00fctterung nochmals zufallsbestimmt das ein- bis dreifache an Geldeinheiten hinbl\u00e4ttern. Wenn er das Geld nicht hat, ist er seine Fische wieder los. Frage an Lieschen M\u00fcller: Wieviel Fische bleiben ihm denn bei dieser \u00dcberschlagsrechnung nach der ersten F\u00fctterung noch \u00fcbrig?<br \/>\nDas Spiel bietet eine M\u00f6glichkeit, seine Fische auch ohne Geld zu f\u00fcttern: Man kann sich Wasserpflanzen kaufen, die erzeugen dann Sauerstoff und Futter. Doch die Wasserpflanzen sind so sakrisch teuer \u2013 von Haus aus schon etwa die H\u00e4lfte unseres Grundkapitals, dazu kommt dann noch die Preisverdoppelung der miesnickeligen Mitspieler \u2013 , dass sie sich quasi kein Spieler leisten kann.<br \/>\nEs gibt noch eine weitere M\u00f6glichkeit, Futtergeld zu sparen: Man schickt zwei identische Fische (in Farbe und Gr\u00f6\u00dfenordnung) in das Zuchtbecken. Dort verbrauchen sie (offensichtlich bzw. regelrecht) kein Futter, sondern bringen sogar noch pro Runde 1-3 Kr\u00f6ten, sprich Geldeinheiten f\u00fcr den Nachwuchs (nur virtuell) ein. \u201eFickfische\u201c haben wir diese Tierchen genannt. Einen englischen Ausdruck gibt es daf\u00fcr nicht, im amerikanischen Sprachraum w\u00e4re das Wort daf\u00fcr auch schon l\u00e4ngst in Guantanamo gelandet.<br \/>\nFazit war: Die F\u00fctterungen waren so teuer, dass bei Spielende jeder mehr oder weniger vor einem leeren Aquarium stand. Nach einer knappen Stunde Spiel mit Kaufangeboten von etwa 100 verkauften Fischen befanden sich in den H\u00e4nden aller vier Spieler nur insgesamt 9 lose Fischlein. Es gab keine einzige Fischkombination. Aaron mit einer einzigen Wasserpflanze und zwei blauen Fischlein wurde mit 5 Siegpunkten Sieger. Kann solch ein Ergebnis \u201egewollt\u201c sein? Kann es sein, da\u00df wir eine Regel \u00fcbersehen haben? Oder zwei oder drei? Aaron wollte bis zum Schlu\u00df nicht glauben, dass wir das Spiel richtig verstanden haben. Moritz versicherte ihm dies verzweifelt bis glaubhaft.<br \/>\nF\u00fcrs n\u00e4chste Mal versprach er noch eine Expansion (, die ihm die attraktive Verk\u00e4uferin in Essen gleich mitaufgedr\u00e4ngt hatte). Oder war das eher eine Drohung?<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 3 (wegen der Fickfische, sonst weniger. Das Spiel funktioniert nicht), G\u00fcnther: 2 (wegen der strikten Begrenzung auf nur 2 Fickfische), Moritz: 3 (am\u00fcsant \u2013 wegen der F. \u2013 aber broken), Walter: 2 (\u00fcberhaupt kein Spielflu\u00df, au\u00dfer bei den F.)<\/em><br \/>\nVielleicht braucht man f\u00fcr dieses Spiel eine konsequente Strategie:<\/p>\n<ul>\n<li>Im ersten Drittel kauft man nur Pflanzen (wenn sie denn angeboten werden und erschwinglich sind)<\/li>\n<li>In allen weiteren Runden setzt man aus und kassiert daf\u00fcr das Sitzungsgeld. (Dies beschleunigt Denkprozesse und Spiel)<\/li>\n<li>Mit den letzten beiden Spielz\u00fcgen kauft man f\u00fcr sein gesamtes Geld alles Fischige was zu haben ist. (F\u00fcr das dann \u00fcbrig bleibende Geld kann man die eingehandelten Fische wohl auch noch ern\u00e4hren)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zumindest nach dem heutige Ablauf w\u00e4re man damit unangefochtener Sieger geworden.<br \/>\n<strong>4. &#8220;Flaschenteufel&#8221;<\/strong><br \/>\nAaron mu\u00df heute fr\u00fch raus. Deswegen um 24 Uhr nur noch einen schnellen \u201eFlaschenteufel\u201c bis 100 Punkte. Mit Stoppuhr-Limit f\u00fcr den Sudden Death. Mit der notwendigen Gr\u00fcbelzeit f\u00fcr Kartenablage und Kartenpflege schafften wir in 20 Minuten gerade mal 4 Runden. Moritz legte sich nach der dritten Runde auf einem Polster mit 75 Pluspunkten zu Ruhe. Es reichte zum Sieg.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr einen h\u00fcbschen Absacker.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moritz und G\u00fcnther haben im letzten halben Jahr abgenommen. 20-30 kg. Jeder! Beiden steht es super gut. G\u00fcnther ist immer noch ein stattlicher Mann, schlie\u00dflich bringt er \u00fcber 2 Meter auf den Zollstock. Moritz wirkt t\u00e4glich j\u00fcnger. Mit den Augen der Liebe gesehen sieht er schon aus wie ein dynamischer Twen. 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