{"id":160,"date":"2007-10-12T08:29:51","date_gmt":"2007-10-12T08:29:51","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=160"},"modified":"2007-10-12T08:29:51","modified_gmt":"2007-10-12T08:29:51","slug":"13092007-galaxy-trucker-zum-ersten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2007\/10\/12\/13092007-galaxy-trucker-zum-ersten\/","title":{"rendered":"13.09.2007: &#8220;Galaxy Trucker&#8221; zum Ersten"},"content":{"rendered":"<p>Schnell noch vor Essen hat uns der kleine tschechische Spieleverlag Czech Games Edition mit zwei Spielen eingedeckt, die wir ausprobieren und bewerten sollten. Peter ist gegen\u00fcber solchen Mu\u00df-Spielen \u00e4u\u00dferst skeptisch, er f\u00fcrchtet, da\u00df wir uns dann allein aus Verpflichtung gegen\u00fcber Autor und Verlag stundenlang durch ein Spiel qu\u00e4len, das keinem mehr gef\u00e4llt.<br \/>Seine letzte einschl\u00e4gige Erfahrung liegt ziemlich genau 5 Jahre zur\u00fcck. Damals f\u00fchlten wir uns aus R\u00fccksicht vor dem freundlichen Mike Lasher gem\u00fc\u00dfigt, mehrere Abende mit seinem &#8220;Globopolis&#8221; zu verbringen, einem Spiel das in seinem Regelwerk auf halbem Wege stehen geblieben ist.<br \/>Als Alternative schlug Peter schon im Vorfeld ein &#8220;Manila&#8221; vor. Der besondere Grund: dessen Autor Dr. Franz-Benno Delonge, Autor auch von vielen anderen gelungenen Spielen, ist vorgestern in M\u00fcnchen zu Grabe getragen worden. Aus Piet\u00e4t vor dem Meister sollte nochmal sein Werk aufgelegt werden.<br \/>In unserer \u00fcblichen Rundum-Koordination per EMail einigten wir uns auf ein Sowohl-als-Auch. Die tschechischen Spiele zu Beginn und nur solange sie uns gefallen, und hinterher den Delonge, als sichere Kr\u00f6nung des Abends. Nach den angegebenen offiziellen Spielzeiten sollte es f\u00fcr alle Spiele reichen. Meine Ungarin w\u00fcrde dazu sagen: &#8220;A kecske is j\u00f3l lakott \u00e9s a k\u00e1poszta is megmaradt&#8221;.<br \/><strong>1. &#8220;Galaxy Trucker&#8221;<\/strong><br \/>Aaron und Walter hatten die Spielregeln aus dem Internet heruntergeladen und sich einverleibt. Walter erhielt von Peter das \u00fcbliche Redeverbot; seine Rolle als Partner-Echo mit strategischen Zwischenrufen st\u00f6\u00dft bei den Linearkonsumenten auf keine Gegenliebe. Aaron durfte alleine das Regelwerk vortragen, von Peter mit Zwischenrufen wie &#8220;nett&#8221; oder &#8220;toller Mechanismus&#8221; unterbrochen.<br \/>Die Spieler bauen sich Raumschiffe und gondeln damit durch die Galaxis. Unterwegs laden sie Waren auf, die sie am Ziel f\u00fcr bare Siegpunkte verscherbeln. Auf ihrer intergalatischen Reise fahren sie durch Meteoritenschw\u00e4rme, die Bauteile aus dem Raumschiff herausschlagen; sie m\u00fcssen K\u00e4mpfe gegen Weltraumpiraten bestehen, und diese entweder besiegen oder die eigene Besatzung in die Sklaverei geben. Wer nach drei Runden die ertragreichsten und verlust\u00e4rmsten Weltraumtransporte durchgef\u00fchrt hat, ist Sieger.<br \/>Die Raumschiffe werden aus Einzelst\u00fccken (Pl\u00e4ttchen) zusammengestellt, die verdeckt auf dem Tisch liegen. Es gibt Kanonen zum Abwehren von Meteoriten und Piraten, Lader\u00e4ume zum Aufnehmen von Waren, Motoren zur Vorw\u00e4rtsbewegung, Mannschaftsr\u00e4ume zum Aufnehmen der Weltraumpiloten, Batterien zum Antreiben von Sonderaggregaten und \u00e4hnliche Bauteile. Die Bauteile liegen zun\u00e4chst verdeckt auf den Tisch. Alle Spieler langen gleichzeitig zu, nehmen ein Baupl\u00e4ttchen auf, probieren, ob es in ihren Bauplan pa\u00dft und legen es bei Nichtgefallen offen auf den gemeinsamen Haufen zur\u00fcck.<br \/>Als wir in der Vorbereitung diese Regel gelesen hatten, haben wie bef\u00fcrchtet, das diese Phase bei uns in ein Chaos ausarten k\u00f6nnte. Jeder dr\u00e4ngt sich vor, jeder greift gierig und r\u00fccksichtslos zu den besten St\u00fccken auf dem Tisch und haut dem Konkurrenten auf die Finger; am Ende haben wir alle blutende Finger und die Bauteile sind verbogen. War aber nicht so. Ganz diszipliniert griffen die Spieler zu, pr\u00fcften die Pa\u00dfbarkeit und legten die Teile wieder zur\u00fcck. Da man das Vorgehen der einzelnen Spieler ohnehin nicht kontrollieren kann (oder will), sollte hier sogar mehr Freiheit geboten werden. Jeder sollte die Teile zu seinem Raumschiff an beliebiger Stelle ablegen und die Teile auf seinem Bauplan beliebig verschieben d\u00fcrfen. Zuviel eingeheimste und nicht-passende Teile werden am Ende ohnehin bestraft.<br \/>Jedenfalls verlief die Bauphase in allen Runden sehr konstruktiv und friedlich. Was man von der anschlie\u00dfenden Transportphase nicht sagen kann. Da waren aber nicht die Mitspieler die b\u00f6sen Buben, sondern die Spielregeln, die uns Meteoriten und Piraten nur so in Kontor hageln lie\u00dfen. Man mu\u00df verinnerlicht haben, da\u00df nur ein Bruchteil des Raumschiffes und nur ein Bruchteil der Ladung sein Ziel erreichen wird, dann kann man die unausweichlichen Verluste viel leichter ertragen.<br \/>Nat\u00fcrlich w\u00e4re es vielleicht spiel-psychologisch erfreulicher, wenn man beim Transport immer reicher w\u00fcrde. In &#8220;Galaxy Trucker&#8221; wird man immer \u00e4rmer: man verliert durch Besch\u00e4digung, Verbrauch oder Kampf immer mehr von seinen Leuten, seinen Kanonen, Motoren, Schutzschilden oder Energiervorr\u00e4ten und darf froh \u00fcber jedes \u00dcberbleibsel sein, das man am Ziel in Siegpunkte verwandeln kann.<br \/>Doch das Spiel funktioniert. Es ist eine gelungene Mischung aus gekonnter Bau-Kombinatorik unter Zeitdruck mit anschlie\u00dfender Bew\u00e4hrung gegen\u00fcber zufallsgesteuerten Belastungsproben. Sehr positiv f\u00e4llt auf, da\u00df es keinerlei Totzeiten gibt, wo man das Ende der Denkprozesse von Mitspielern abwarten mu\u00df. Gebaut wird gleichzeitig und die Schicksalsschl\u00e4ge treffen so zielgerichtet und unbarmherzig ein, da\u00df keiner \u00fcberlegen mu\u00df, wie er sich dagegen wehrt. Er kann es nicht!<br \/>Peter fand noch die geistige Verwandtschaft mit &#8220;Sternschiff Catan&#8221; und &#8220;Ubongo&#8221;. Doch die jetzt angebotene Mischung ist in der Summe sehr viel besser.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 7, Loredana: 7, Peter: 7 (leicht gez\u00f6gert), Walter: 7<\/em><br \/>Aaron schreibt eine Rezension<br \/><strong>2. &#8220;Sechstst\u00e4dtebund&#8221;<\/strong><br \/>Das w\u00e4re das zweite Spiel der Czech Games Edition gewesen. Doch es war schon 23 Uhr: 1 Stunde Erkl\u00e4rung und 2 Stunden Spiel und Diskussion im Weltraum waren vergangen. Mit Aarons Feststellung: &#8220;Das zweite ist auch nur ein 1 Stunden Spiel&#8221; waren die Tschechen und war auch Herr Delonge vom Tisch. (Verzeiht mir die despektierlicher Formulierung!) Anmerkung f\u00fcr die Ungarn: Die Ziege ist zwar satt geworden, aber der Kohlkopf ist dabei darauf gegangen.<br \/>Jetzt ging es nur noch darum,  einen gut angefangenen Spielabend auch gut abzurunden.<br \/><strong>3. &#8220;Tichu&#8221;<\/strong><br \/>Eines von Peters Lieblings-Kartenspielen. Beim Einf\u00fchren von Neulingen (diesmal war das Aaron) erz\u00e4hlt er immer die Story, wie er es zum ersten Mal im Spiellokal der M\u00fcnchener Spuiratzn spielte und sein Adrenalinspiegel den ganzen Abend lang durch den st\u00e4ndig wiederkehrenden Aufschrei &#8220;Bombe&#8221; (eine besondere potente Kartenkombination) in die H\u00f6he geschnellt wurde.<br \/>Nach Peter Ansicht ist dieser ber\u00fchmte M\u00fcnchener Spielclub ohnehin nur ein verkappter &#8220;Tichu-Verein mit angeschlossener Brettspiel-Abteilung&#8221;. G\u00fcnther darf dementieren, wenn er aus seinem Urlaub zur\u00fcck ist.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron war von &#8220;Tichu&#8221; nicht hingerissen, durfte aber keine Erste-Eindrucksnote vergeben um den den WPG-Durchschnitt von guten 8,3 Punkten nicht zu gef\u00e4hrden.<\/em><br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Peter war mit 2 W\u00fcrfeln im Endspiel gegen Aarons und Walters je einen W\u00fcrfel. Er hatte eine Zwei und eine Drei unter dem W\u00fcrfelbecher. Was sollte er vorgeben?<br \/>1 mal die Eins? Das verschiebt sein Problem nur auf sein n\u00e4chstes Gebot.<br \/>1 mal die Zwei oder 1 mal die Drei? Dann hat er bei seinem n\u00e4chsten Gebot ebenfalls keine Chance mehr.<br \/>Er packte den Stier bei den H\u00f6rnern und bot 1 mal die F\u00fcnf. Aaron hatte keine F\u00fcnf unter seinem Becher und zweifelte an. Peter deckte seine Luschen auf, die Spannung stieg, doch Walter hatte eine tragische F\u00fcnf geworfen! Nach der Standard-Non-Warumduscher-Regel waren die beiden Armh\u00e4lse ausgeschieden. Peter pochte darauf, diese seine grandiose Bluff-Leistung morgen im Spielbericht zu lesen!<br \/>Doch dann darf ich auch vom n\u00e4chsten Spiel berichten:<br \/>Aaron gab mit drei W\u00fcrfeln 3 mal die Vier vor. Walter hatte unser seinen beiden W\u00fcrfeln auch eine Vier und erh\u00f6hte auf 4 mal die Vier. Peter hatte mit drei W\u00fcrfeln eine Zwei, eine Drei und eine F\u00fcnf. Absolut uncool ging er auf 4 mal die F\u00fcnf. Das kostete ihn alle seine restlichen W\u00fcrfel, denn seine F\u00fcnf war die einzige unter den acht W\u00fcrfeln des Endspiels. Den Rest konnte Aaron f\u00fcr sich entscheiden.<br \/>Wo ist hier eigentlich die Loredana geblieben? Sie hatte jedesmal bereits beim Vorspiel alles hingeben m\u00fcssen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnell noch vor Essen hat uns der kleine tschechische Spieleverlag Czech Games Edition mit zwei Spielen eingedeckt, die wir ausprobieren und bewerten sollten. 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