{"id":1640,"date":"2012-02-02T03:14:42","date_gmt":"2012-02-02T02:14:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1640"},"modified":"2012-12-13T22:33:18","modified_gmt":"2012-12-13T21:33:18","slug":"01-02-2012-kriege-und-landgewinnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2012\/02\/02\/01-02-2012-kriege-und-landgewinnung\/","title":{"rendered":"01.02.2012: Kriege und Landgewinnung"},"content":{"rendered":"<p>Im verbalen Vorspiel quittierte ein rentner-trotziges Kopfsch\u00fctteln die aktuellen Pl\u00e4ne zur Standort-Aufgabe des Hauses Nokia-Siemens. Vom finnisch-bayerischen Wirtschaftskrieg wechselte das Thema zum britisch-amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg \u201e1812\u201c, wo wir uns m\u00fchsam die paar Punkte erarbeiteten, in denen dieses Spiel \u00fcber ein reines Risiko-W\u00fcrfelspiel hinausgeht. (Siehe Session-Report und Kommentare von letzter Woche.) Dann gingen wir weitere 2000 Jahre zur\u00fcck und wendeten uns auf dem realen Spieltisch Bernd Eisensteins virtueller Vielv\u00f6lkerschlacht zu.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Pergamemnon&#8221;<\/strong><br \/>\nKarthager, R\u00f6mer, Hellenen, Agypter und Perser spielen gegeneinander ein asymmetrisches Jeder-gegen-Jeden rechts-und-links-und-kreuzweise Kartenspiel. Die Angriffswaffen sind Bogen, Speer und Schwert, zur Verteidigung dienen Schild, Helm und Brustpanzer. Jeder Spieler erh\u00e4lt einen Kartensatz mit den genannten Angriffs- und Verteidigungswaffen in unterschiedlicher Zusammensetzung und unterschiedlicher St\u00e4rke. Davon darf er jeweils drei Karten auf der Hand nehmen, um damit die Gefechte zu bestreiten.<\/p>\n<p>Zum Gefecht w\u00e4hlt sich ein Spieler einen beliebigen Mitspieler-Gegner, nennt die Waffe mit der er angreifen will und spielt verdeckt eine der Handkarten aus. Der Angegriffene w\u00e4hlt darauf eine Handkarte aus seiner Hand, dann wird die Angriffsst\u00e4rke des Angreifers mit der Verteidungsst\u00e4rke des Verteidigers verglichen. In der Regel ist die Angriffsst\u00e4rke gr\u00f6\u00dfer, deshalb darf der Verteidiger jetzt noch eine weitere Karte zur Verteidigung nachlegen. Die beiden Verteidungswerte werden addiert. Ist der Angriff pariert, kommt es sofort zum Gegenschlag des Angegriffenen, bei dem ebenfalls die Angriffs- bzw. Verteidungswerte der ausgespielten Karten miteinander verglichen werden. Das kann dann noch einbiszweimal hin und hergehen.<\/p>\n<p>Der Verlierer mu\u00df seine ausgespielten Karten hergeben, der Gewinner darf die eroberten Karten in seinen Kartensatz einreihen, oder er kann sie zum Erwerben von ausliegenden \u201eKreaturen\u201c einsetzen, mit denen er sein Potential an Kampf- und Siegpunktkarten erh\u00f6ht. Sind die unterlegenen Kampfkarten allerdings \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c so erh\u00e4lt sie nicht der Sieger, sondern sie kommen ganz aus dem Spiel bzw. der Spieler, der die \u00c4gypter f\u00fchrt, darf \/ mu\u00df sie in seinen Kartensatz aufnehmen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/PergamemnonVerdroschenerCaesar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/PergamemnonVerdroschenerCaesar-300x255.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"255\" class=\"alignright size-medium wp-image-1662\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/PergamemnonVerdroschenerCaesar-300x255.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/PergamemnonVerdroschenerCaesar-150x128.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/PergamemnonVerdroschenerCaesar-640x544.jpg 640w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/PergamemnonVerdroschenerCaesar.jpg 802w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Aaron war griechischer Startspieler und mangels Besitz einer eroberten Gegnerkarte mu\u00dfte er sogleich zum ersten Angriff \u00fcbergehen. Als Opfer w\u00e4hlte er Walters R\u00f6mer. Von dort wurde ihm allerdings nur ein Fl\u00fcchtling entgegengeschickt, so dass er trotz seines Sieges keinen Zugewinn erzielen konnte. Im Ergebnis war Walter eine Kampfkarte los, und G\u00fcnthers unbeteiligten \u00c4gypter wurden um einen Deserteur reicher. Der Verlierer wird sakrosankt. Aaron blieb als Sieger am Zug und mu\u00dfte sich nun notgedrungen gegen die \u00c4gypter wenden. Auch hier blieb er Sieger, doch da G\u00fcnther ebenfalls einen Fl\u00fcchtling ins Rennen geschickt hatte, ging Aaron zum zweiten Mal leer aus. Die erste Runde war zu Ende, das Sakrosanktentum wurde aufgehoben, und Aaron war immer noch am Zug. Verzweifelt suchte er nach Zugalternativen: \u201eOffensichtlich mu\u00df ich verlieren, um nicht mehr am Zug zu sein. Wie finde ich denn das?!!\u201c Hallo Bernd, kannst Du ihm helfen?<\/p>\n<p>Irrt\u00fcmlich (oder mangels besserer Krieger) schickte Walter jetzt einen Nicht-Fl\u00fcchtlich ins Gefecht und Aaron bekam endlich einen eroberten Krieger ins Portefeuille, mit dem er sich auch sogleich \u00fcber eine Kreatur hermachte und damit seine aktive Rolle abgeben konnte. Die \u00c4gypter bekamen die Initiative. Als einziger Gegner standen ihnen jetzt nur die bereits arg gebeutelten R\u00f6mer zur Verf\u00fcgung. Mit Unterst\u00fctzung und zuf\u00e4lligem Gleichstand im Gegensto\u00df konnten diese ein weiteres Angefressen-Werden ihrer Streitm\u00e4chte gerade noch verhindern.<\/p>\n<p>Endlich war auch Caesar aus seinem Mittagsschlaf im r\u00f6mischen Nachziehstapel aufgewacht. Zwangsweise wurde jetzt Aaron ins Visier genommen. Die R\u00f6mer waren erfolgreich und konnten sich einen griechischen Hauslehrer einverleiben. Doch Caesars Glanz war nur ein Strohfeuer. Alle R\u00f6mer sind Luschen. Vada a bordo, cazzo! Sehr bald ging er nur noch unwillig in die Zwangsk\u00e4mpfe, deren Aussichtslosigkeit ein Blinder mit der Kr\u00fccke f\u00fchlen mu\u00dfte. Einige Male konnte er sich noch mit knapper M\u00fch und Not halb verdroschen auf den Ablagestapel retten, dann landete auch er in der Kriegsbeute seiner Gegner. Um einen Kampf zu gewinnen h\u00e4tte er eine Kreatur haben m\u00fcssen, und um eine Kreatur zu bekommen h\u00e4tte er einen Kampf gewinnen m\u00fcssen. Ein klassischer Circulus Vitiosus. O heiliger Sankt Bernd, schicke mir doch endlich auch mal einen Wilhelm Tell. Oder am liebsten gleich eine Dicke Berta.<\/p>\n<p>G\u00fcnther konterte mitleidslos: \u201eDu hast die falsche Taktik gew\u00e4hlt, du h\u00e4ttest nicht die R\u00f6mer nehmen sollen!\u201c Doch das war keine freie Wahl: Die R\u00f6mer sind rot. (Wie immer man dieses Faktum interpretieren mag!)<br \/>\nNach 2 \u00bd Stunden war das Spiel \u00fcber die B\u00fchne gebracht. Dann kam die Erl\u00f6sung. Heute nicht so sehr als solche empfunden, wohl aber bei einer Wiederholung. Wenn wir nicht immer wieder h\u00e4tten nachlesen m\u00fcssen, wie die Gefechte im einzelnen verlaufen und was ihre Ergebnisse sind, h\u00e4tte es vielleicht auch schneller gehen k\u00f6nnen. Vielleicht auch nicht.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 3 (\u201edas kann man nicht loben, krasse Extuition\u201c), G\u00fcnther: 4 (\u201edie Kartentechnik \/ Kartenpfege hat einen gewissen Reiz\u201c, er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass man das Spiel in einer halben Stunde spielen k\u00f6nnte), Walter: 2 (mit R\u00f6mer-Malus, kaum Entscheidungsspielraum).<\/em><br \/>\nAuch als namentlich genannte Tester waschen wir in \u201ePergamemnon\u201c unsere H\u00e4nde in Unschuld.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Seeland&#8221;<\/strong><br \/>\nAaron erinnerte sich an ein \u201enettes Spiel\u201c, obwohl er es noch gar nicht gespielt hat. Zumindest nach der WPG-Rangliste auf unserer Internetseite. Und auch im Session-Verzeichnis gibt es keinen Eintrag. Bei emsigem Suchen fand er es schlie\u00dflich in unserer Liste \u201eSpiel des Monats\u201c. Aber wie kann das sein? Ohne Diskussion und ohne Spielkritik? Oh Wunder, oh Wunder! K\u00f6nnt ihr euch erkl\u00e4ren, wie sich das zusammenreimt? Hier und heute keine Erkl\u00e4rung dazu.<\/p>\n<p>Seeland ist eine holl\u00e4ndische Landschaft, die fast komplett unter dem Meeresspiegel liegt. Seit dem Mittelalter ist der Kampf gegen das Wasser ein elementarer Bestandteil ihrer Geschichte. Im Spiel \u201eSeeland\u201c sind wir Holl\u00e4nder und m\u00fcssen uns unsere Verdienste bei der Landgewinnung erwerben.<\/p>\n<p>Das Spielbrett ist eine Landschaft aus Hexagons, in die wir reihum jeweils ein Landschaftspl\u00e4ttchen legen: Kohl, Raps und Tulpen. Oder eine Wasserm\u00fchle, mit der wir das Wasser aus unseren Grundst\u00fccken pumpen. Das jeweilige Pl\u00e4ttchen, das wir legen, m\u00fcssen wir uns nach einem sehr pfiffigen Auswahlmechanismus erwerben: Die angebotenen Pl\u00e4ttchen liegen in einen Kreis, um den der \u201eGildemeister\u201c herumwandert. Wir bewegen den Gildemeister um ein oder mehrere Felder und d\u00fcrfen dann das Pl\u00e4ttchen nehmen, bei dem er angekommen ist. Ein Schritt des Gildemeisters ist kostenlos, jeder weitere Schritt kostet einen Gulden. Beim Geldeinsatz sind wir sehr beschr\u00e4nkt: Der ausgabefreudigste Spieler darf nur maximal vier Gulden mehr ausgegeben haben als der sparsamste. Wie diese Gelddifferenz technisch und spielerisch gehandhabt wird, ist allein der Kauf des Spieles wert.<\/p>\n<p>Jedes Pl\u00e4ttchen hat einen unterschiedlichen Wert, den wir in periodischen Abrechnungen gutgeschrieben bekommen. Weiterhin gibt es Pr\u00e4mien f\u00fcr besondere Gesamtstrukturen an Pl\u00e4ttchen, die wir um unsere Wasserm\u00fchlen angelegt haben. Ein h\u00fcbscher, interaktiver Wettkampf um den Einsatz unserer Gulden, den Einkauf der besten Pl\u00e4ttchen und das Auslegen der Pl\u00e4ttchen in die lukrativste Seeland-Gegend.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (ein Punkt mehr als bisher, schnell, mit wenigen Spiel-Elementen ein interessantes Ergebnis erzielt), G\u00fcnther: 7 (taktisches Familienspiel), Walter: 7 (konstruktiv, gro\u00dfer Freiheitsgrad, allerdings ohne Progression).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im verbalen Vorspiel quittierte ein rentner-trotziges Kopfsch\u00fctteln die aktuellen Pl\u00e4ne zur Standort-Aufgabe des Hauses Nokia-Siemens. Vom finnisch-bayerischen Wirtschaftskrieg wechselte das Thema zum britisch-amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg \u201e1812\u201c, wo wir uns m\u00fchsam die paar Punkte erarbeiteten, in denen dieses Spiel \u00fcber ein reines Risiko-W\u00fcrfelspiel hinausgeht. (Siehe Session-Report und Kommentare von letzter Woche.) 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