{"id":1693,"date":"2012-04-26T02:39:37","date_gmt":"2012-04-26T01:39:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1693"},"modified":"2012-04-26T10:30:09","modified_gmt":"2012-04-26T09:30:09","slug":"25-04-2012-stadt-und-spiel-in-neuer-und-alter-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2012\/04\/26\/25-04-2012-stadt-und-spiel-in-neuer-und-alter-welt\/","title":{"rendered":"25.04.2012: Stadt und Spiel in neuer und alter Welt"},"content":{"rendered":"<p>Drei gesetzte, friedliche Herren trafen zusammen. Im Nachspann ging das Thema \u00fcber Grass zu Friedman, L\u00f6wenthal, Bohlen, Harald Schmidt, Loddar Madd\u00e4us, Wulff, Firmenwagen und Kurzarbeitergeld. Harmonischer Austausch von Fakten und Meinungen.<br \/>\nGenauso harmonisch gingen wir auch die Spieleauswahl an. Ohne uns in die getroffene Auswahl eingepre\u00dft zu f\u00fchlen. Einvernehmlich h\u00e4tten wir jedes Spiel bei Nichtgefallen abgebrochen.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Mondo sapiens&#8221;<\/strong><br \/>\nEin \u201eHektik\u201c-Spiel, d.h. eine Art von Patience-Legen im Wettrennen gegen die Uhr.<br \/>\nAus einer offenen Auslage suchen wir asynchron \u2013 d.h. jeder so schnell, wie er kann &#8211; quadratische Landschaftspl\u00e4ttchen mit Mischformen von Feld, Wald und Wasser heraus und bauen uns daraus &#8211; jeder f\u00fcr sich &#8211; eine neue Welt. Hinterher wird jede Welt pr\u00e4miert. Kriterien dabei sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Anzahl getrennter abgeschlossener Feld-Wald-Wassergebiete<\/li>\n<li>Anzahl Figurenbilder in der neuen Welt<\/li>\n<li>L\u00e4nge des gebildeten Stra\u00dfennetzes<\/li>\n<li>Anzahl von aktiven Vulkane in der neuen Welt (ergibt Minuspunkte)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Pl\u00e4ttchen in jeder Welt m\u00fcssen an ihren Kanten landschaftlich zusammenpassen. Jeder abrupte \u00dcbergang einer Landschaftsart in die andere wird mit Punktabzug bestraft.<br \/>\nIn den Spielvarianten f\u00fcr Fortgeschrittene und Experten kommen weitere Landschaftsp\u00e4ttchen zum Zug und die Pr\u00e4mierungsregeln werden (noch) komplizierter. Am besten setzt man sich erst einmal ganz alleine mit dem Spielmaterial auseinander, schaut welche Pl\u00e4ttchen wie oft vorhanden sind, wie sie sich zusammenf\u00fcgen lassen, wie daraus abgeschlossene Gebiete entstehen und welche Eigenschaften beim Stra\u00dfenbau ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. In diese topologischen Betrachtungen nimmt man dann die angebotenen Figurenbilder (positiv) und die Vulkane (negativ) auf. Erst wenn man damit ausreichend Erfahrung gesammelt hat, sollte man sich an die Konkurrenz mit den Mitspielern und der mitgelieferten Stoppuhr wagen.<br \/>\nBei uns legte das Spiel die unterschiedlichen Spielertypen an den Tag. Walter war in jedem Durchgang der schnellste und strich daf\u00fcr die Geschwindigkeitspr\u00e4mien ein; allerdings hatte seine Welt die meisten Fehler und Defizite und er landete weit abgeschlagen am Ende. G\u00fcnther nahm jedes einzelne Pl\u00e4ttchen genau unter die Lupe bevor er es in seine Welt einbaute, er war in jeder Runde der langsamste, doch die Qualit\u00e4t seiner Welt machte dieses Handicap mehr als wett. Aaron besetzte die goldene Mitte.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (schnell, zum Aufw\u00e4rmen gut geeignet, die Expertenversion tr\u00e4gt die Gefahr einer Gehirnverknotung in sich), G\u00fcnther: 6 (oder waren es 7?, lockeres Familienspiel), Walter: 6 (es hat Spa\u00df gemacht, doch der Wiederspielreiz ist fraglich. F\u00e4nde es noch besser, wenn eine Runde auf 1 Minute Legezeit begrenzt w\u00fcrde &#8230;).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Die Speicherstadt &#8211; Kaispeicher&#8221;<\/strong><br \/>\nVor zwei Jahren erschien die Grundversion und hatte uns auf Anhieb sehr gut gefallen. Herzst\u00fcck des Ganzen ist ein Bietsystem um siegpunkttr\u00e4chtige Karten (Auftr\u00e4ge, Waren, Sondergeb\u00e4ude, Sondereffekte). Der erste Spieler, der auf eine Karte geboten hat, bekommt das Vorkaufsrecht. Allerdings mu\u00df er auch am meisten f\u00fcr diese Karte berappen: F\u00fcr jeden Spieler, der beim Bieten noch dabei ist, muss er eine M\u00fcnze zahlen. Er kann auf den Kauf auch verzichten, dann darf n\u00e4chste Spieler entscheiden, ob er seinerseits kauft oder verzichtet.<br \/>\nDas Geld ist immer sehr knapp. Manchmal krebsen wir mit nur 2-3 M\u00fcnzen in der Hand durch den Hafen. Allein durch das Mitbieten auf eine Karte k\u00f6nnen uns die miesnickeligen (= strategisch ausgerichteten) Mitspieler eine Karte unerschwinglich teuer machen.<br \/>\nMit der Erweiterung \u201eKaispeicher\u201c kommen neue Karten (f\u00fcr Auftr\u00e4ge etc.) ins Spiel. Doch das wesentlich Neue daran ist eine weitere Kartenauslage, in der die Karten nicht nach dem urspr\u00fcnglichen Bietsystem vergeben werden, sondern in der sich jeder Spieler in Zugreihenfolge eine beliebige Karte vorreservieren kann. Die Anzahl der Vorreservierungen entscheidet am Ende \u00fcber den Preis. Hier gibt es eine sehr destruktive Interessen-Tendenz: <strong>Begehrte<\/strong> Karten, die man <strong>nicht<\/strong> selber ersteigern will, w\u00e4hlt man zuerst f\u00fcr die Vorreservierung aus. Die werden dann die teuersten und kommen oft nicht zum Zug.<br \/>\nAaron gefiel diese Erweiterung nicht. Sie verl\u00e4ngert die Spielzeit und r\u00e4umt dem Zufall (zuf\u00e4llig optimale Karten in der Auslage bei g\u00fcnstiger Startspielerreihenfolge) einen gr\u00f6\u00dferen Einflu\u00df ein. G\u00fcnther und Walter fanden die Erweiterung deutlich als Bereicherung. Die Preisbildung pa\u00dft sich gut in die Mechanismen beim bisherigen Bietsystem ein, doch man mu\u00df man nicht so viel Hoffnungs-Biet-Schwei\u00df vergie\u00dfen, um eine bestimmte gew\u00fcnschte Karte zu bekommen; man kann zur Abwechslung einfach zulangen.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (ein Punkt weniger als ohne Erweiterung), G\u00fcnther: 8 (f\u00fcr Vielspieler ist die Erweiterung besser, f\u00fcr Gelegenheitsspieler empfielt er eher die \u201ereine\u201c Variante, Walter: 8 (ein Punkt mehr; das Spiel wird besser, mehr Geld, weniger Entwicklungssackgassen).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Elfmeterschie\u00dfen Real &#8211; FCB&#8221;<\/strong><br \/>\nGerade rechtzeitig zum Elfmeterschie\u00dfen war die Speicherstadt zusammengepackt worden. Jubel beim Gastgeber, verhaltene Emotionen bei den Non-Fu\u00dfballern.<br \/>\nAus Barcelona kam per Facebook noch blitzschnell der Kommentar:<br \/>\n\u201cFelicidades desde Catalunya !! Aqu\u00ed la gente tira petardos, Bayer campe\u00f3n. For\u00e7a Bayer !!!\u201c<\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Trans Europa&#8221;<\/strong><br \/>\nZu fr\u00fch f\u00fcr einen Absacker, zu sp\u00e4t f\u00fcr ein spielerisches Vollprogramm. Die Frage: \u201eZu welchem der vielen, von uns hochbewerteten Brettspielen h\u00e4tten jetzt ein jeder noch wirklich Lust?\u201c Keine spontane Antwort. Bedenklich, oder? G\u00fcnther entdeckte oben auf einem Spielestapel das \u201eTrans-Europa\u201c. Unangefochten f\u00fcr alle die beste Wahl des Augenblicks.<br \/>\nEingekleidet in das Verlegen von Eisenbahnschienen werden wir vor ein h\u00fcbsches Transportoptimierungsproblem gestellt. In einem mehr oder weniger gemeinsam zu bauenden Eisenbahnnetz mu\u00df jeder Spieler f\u00fcnf vorgegebene St\u00e4dte verbinden. Sobald es der erste geschafft hat, ist das Spiel zu Ende.<br \/>\nIn einer Dreierrunde gibt es viel weniger Gewurrl in der Mitte des Spielplans als mit vier, f\u00fcnf oder gar sechs Mitspielern. Viel l\u00e4nger kann jeder sein eigenes Streckens\u00fcppchen kochen, und hoffen, dass die Mitspieler nolens volens die notwendigen Verbindungen in den anderen Teilen Europas herstellen. Voraus-zu-Ahnen, wohin die anderen bauen m\u00fcssen, ist der halbe Sieg. Die andere H\u00e4lfte liefert ein g\u00fcnstiges Gl\u00fcck beim Verteilen der individuellen St\u00e4dteaufgaben, die jeder Spieler l\u00f6sen muss.<br \/>\nIm Regelheft steht: \u201eEs ist meist vorteilhaft, nicht zu nahe neben dem Startpunkt eines anderen Spielers mit seiner Strecke zu beginnen.\u201c Ist das zutreffend? Wahrscheinlich ein bis heute ungel\u00f6stes geographisches, mathematisches und psychologisches Problem.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr 8-Punkte Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei gesetzte, friedliche Herren trafen zusammen. Im Nachspann ging das Thema \u00fcber Grass zu Friedman, L\u00f6wenthal, Bohlen, Harald Schmidt, Loddar Madd\u00e4us, Wulff, Firmenwagen und Kurzarbeitergeld. Harmonischer Austausch von Fakten und Meinungen. Genauso harmonisch gingen wir auch die Spieleauswahl an. Ohne uns in die getroffene Auswahl eingepre\u00dft zu f\u00fchlen. 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