{"id":1703,"date":"2012-05-24T02:30:33","date_gmt":"2012-05-24T01:30:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1703"},"modified":"2012-05-24T18:39:19","modified_gmt":"2012-05-24T17:39:19","slug":"23-05-2012-spiele-des-jahres-des-monats-und-nationale-vorlieben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2012\/05\/24\/23-05-2012-spiele-des-jahres-des-monats-und-nationale-vorlieben\/","title":{"rendered":"23.05.2012: Spiele des Jahres, des Monats und nationale Vorlieben"},"content":{"rendered":"<p>Die Nominierungsliste zum \u201eSpiel des Jahres 2012\u201c ist erschienen und wir haben nur eines davon (Kingdom Builder) mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg ausprobiert. Kein Wunder, unser Metier ist ja wohl eher das \u201eKennerspiel des Jahres\u201c. Hier sind wir immerhin bei 2 von 3 Spielen am Ball gewesen.<br \/>\nAaron forderte schon im Vorfeld auf, f\u00fcr heute alles mitzubringen, was ein jeder vom Rest der SdJ-Kandidaten bereits im Regal hat. Insbesondere hatte er dabei an den 2012-Favoriten \u201eVegas\u201c gedacht. Doch G\u00fcnther lehnte &#8211;  ungew\u00f6hnlich kritisch &#8211; entschieden ab \u201eDas ist nichts f\u00fcr uns!\u201c Er hat zwar prinzipiell nichts gegen W\u00fcrfelspiele, wenn aber die Dynamik w\u00e4hrend des Spiels st\u00e4ndig nur sinkt und die Entscheidungsm\u00f6glichkeiten immer eingeschr\u00e4nkter werden, scheint ein Konstruktionsprinzip verkehrt herum angewandt worden zu sein. Die Jury wird\u2019s schon wissen.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Poison&#8221;<\/strong><br \/>\nDer Schock vom Chelsea-Spiel sa\u00df noch tief in den Knochen und Horst w\u00fcnschte sich ein Warming-Up. Da kam \u201ePoison\u201c gerade recht, schon vor drei Jahren von uns zum \u201eSpiel des Monats\u201c gew\u00e4hlt.<br \/>\nIn einem h\u00fcbschen flotten Kartenspiel spielen wir unsere Kartenhand ab, indem wir jeweils eine Karte (drei Farben + eine Jokerfarbe) an ausliegende Farbstapel anlegen. Wenn durch die von uns zugegebene Karte der Wert eines Stapels die 13 \u00fcbersteigt, m\u00fcssen wir diesen Stapel nach der Art von \u201e6-nimmt\u201c an uns nehmen. Am Ende z\u00e4hlt jede \u201egewonnene\u201c Farbkarte einen Minuspunkt, die Jokerkarten sogar zwei Minuspunkte. Nur bei der Kartenfarbe, von der wir mehr Karten als alle Mitspieler haben, kommen wir ungestraft davon.<br \/>\nKartenpflege wird ganz gro\u00df geschrieben. Dabei sind verschiedene Alternativen m\u00f6glich:<\/p>\n<ul>\n<li>Karten mit hohen Werten zuerst loswerden! (Oder lieber die niedrigen Werte zuerst?)<\/li>\n<li>M\u00f6glichst viele Optionen offen halten, d.h. alle Kartenfarben gleichm\u00e4\u00dfig loswerden und von jeder Farbe m\u00f6glichst viele verschiedene Werte behalten! (Oder vielleicht doch lieber m\u00f6glichst schnell eine Farbe frei-spielen?).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Moritz verriet uns hinterher seine Siegesstrategie:<\/p>\n<ul>\n<li>Jokerkarten so lange wie m\u00f6glich behalten.<\/li>\n<li>Die Karten von einer Farbe m\u00f6glichst umgehend loswerden.<\/li>\n<li>Danach die Joker grunds\u00e4tzlich zu der Farbe legen, von der man nichts mehr auf der Hand hat!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diesmal war das erfolgreich. Ein mathematischer Beweis f\u00fcr die Stichhaltigkeit dieser Theorie wird wohl nicht erbracht werden. Und der n\u00e4chste Praxistest steht erst nach dem n\u00e4chsten verlorenen Endspiel in der Champions League an.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Die drei mal 7,33 Punkte von G\u00fcnther, Moritz und Walter wurden best\u00e4tigt: Aaron: 7 (schnell erkl\u00e4rt, locker gespielt, unterhaltsam), Horst: 7 (sehr unterhaltsam).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Aquileia&#8221;<\/strong><br \/>\n\u201eAquileia\u201c ist nach Wikipedia heutzutage eine Stadt in der italienischen Provinz Udine mit 3493 Einwohnern. Vor 2000 Jahre war es eine gro\u00dfe Stadt im r\u00f6mischen Reich. In ihr bl\u00fchten Handel und Kunsthandwerk, der Hafen brachte Reichtum, eine monumentale Arena f\u00fcr Gladiatorenk\u00e4mpfe entstand, und im Stadion fanden spannende Wagenrennen zu Pferde statt. In diese Szenerie hat der Spielautor Cielo d\u2019Oro 22 Arbeitspl\u00e4tze verteilt, die wir uns in Konkurrenz mit unseren Mitspielern unter den Nagel rei\u00dfen m\u00fcssen:<\/p>\n<ul>\n<li>Auf dem Markt decken wir uns mit Waffen, Pferden und Sklaven ein.<\/li>\n<li>In der Arena k\u00e4mpfen wir mit Waffenst\u00e4rke und Sklaven-Unterst\u00fctzung gegen die entsprechende Ausr\u00fcstung unserer Mitspieler. Es geht allerdings nicht um Alles-oder-Nichts, sondern nur um Viel-oder-ein-bi\u00dfchen-Weniger.<\/li>\n<li>Im Stadion treten wir gegen die Pferde der Konkurrenz an. Auch hier werden alle Teilnehmer allein f\u00fcr ihre Teilnahme mehr oder weniger reichlich bedacht.<\/li>\n<li>Auf dem Forum holen wir uns die Baugenehmigung f\u00fcr Villen, Handswerksbetriebe und Warenh\u00e4user.<\/li>\n<li>Via Hafen erzielen wir Sofort-Siegpunkt-Zinsen f\u00fcr unser aktuelles Besitztum.<\/li>\n<li>Im Theater er- oder ver-steigern wir Multiplikator-Karten, mit denen unser Besitztum am Ende effizient in Siegpunkte umgesetzt wird.<\/li>\n<li>Daneben gibt es einen legalen Betr\u00fcger, der auf krummen W\u00fcrfel-Wegen sein Bargeld vermehrt, es gibt einen Geldwechsler, der Euros in Dollar oder chinesische Renminbi wechselt. Und es gibt einen Taschendieb, der im Hafen sein Unwesen treibt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/AquileiaMap.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/AquileiaMap-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" class=\"alignright size-medium wp-image-1707\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/AquileiaMap-300x216.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/AquileiaMap-150x108.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/AquileiaMap.jpg 625w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Alles ist sehr sch\u00f6n komponiert und erlaubt bzw. erfordert die Beachtung vieler Abh\u00e4ngigkeiten im Aquileiischen Stadt-Leben. Damit in das gewaltige Plan- und Optimierungswerk aber noch eine spielerische Linie hineinkommt, sind an allen Ecken und Enden Zufallseffekte eingef\u00fcgt. Die Ertr\u00e4ge im Waffen und Sklavenhandel schwanken um bis zu 300 Prozent. Ohne dass man das vorhersehen kann. Zur Wettkampfst\u00e4rke der Spieler in Arena und Stadion kommt grunds\u00e4tzlich noch ein Zusatzanteil von potentiell einigen 100 Prozent, der per W\u00fcrfelwurf ausgew\u00fcrfelt wird. Auch der Erfolg von Betr\u00fcger und Dieb wird \u00fcber W\u00fcrfel entschieden.<br \/>\nHorst fragte sich (verzweifelt?): \u201eWas hat sich der Autor bei allen diesen Zufallselementen eigentlich gedacht?\u201c Aaron wu\u00dfte die Antwort: \u201eEr ist halt ein Italiener!\u201c Und Walter schob nach: \u201eWes Geistes Kind er ist, kann man schon an der simplen Reihenfolge der Aktionen in der Arena erkennen: Jeder Deutsche h\u00e4tte zuerst w\u00fcrfeln lassen und dann das Defizit durch nachgeschobene Waffen- und Sklavenkarten ausgegleichen lassen. D\u2019Oro zwingt die Spieler dazu, zuerst ihren Waffen- und Sklavenbesitz auf Nimmerwiedersehen zu investieren, und dann per W\u00fcrfelwurf nachzuschauen, ob es zum Sieg gereicht hat. Manche m\u00f6gen\u2019s hei\u00df. Doch die anderen verbrennen sich beim oralen Genuss die Zunge.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (z\u00e4h, zu lange Spieldauer f\u00fcr den hohen Gl\u00fccksanteil), G\u00fcnther: 5 (vom Herzen her 1 Punkt mehr als vom Verstand: Die Mechanismen sind gut.), Horst: 7 (es macht Spa\u00df, es gibt super Verzahnungen, das Setzen ist anstrengender als bei \u201eVillage\u201c), Moritz: 4 (ohne K\u00e4mpfe und Rennen kann man nicht gewinnen, und gerade hier ist das Gl\u00fcckselement besonders gro\u00df), Walter: 4 (ohne die dominierenden Zufallseffekte h\u00e4tte das Spiel das Potential zu 7 Punkten.).<\/em><br \/>\nEin neuer Justizfall in unserer Geschichte: Im Laufe des Spiels erkannten wir eine falsche Regelhandhabung: Auf den drei Arbeitspl\u00e4tzen im Hafen darf sich jeder Spieler nur h\u00f6chstens einmal bet\u00e4tigen. Horst hatte es richtig erkl\u00e4rt, doch dieses Detail war untergegangen. Als Horst diese Regel sp\u00e4ter noch einmal klarstellte und wir uns danach richten sollten, legte Moritz Widerspruch ein: \u201eIch habe meine ganze Potenz auf die Villen-Hafen-Schiene gesetzt. Wenn wir jetzt diese Regel richtig spielen, breche ich das Spiel sofort ab!\u201c Aaron protestierte sanft, Walter heftig; ihm h\u00e4tte es auch nichts ausgemacht, das Spiel an dieser Stelle zu beenden.<br \/>\nHallo, liebe Vielspieler, wie w\u00fcrdet ihr diese Situation l\u00f6sen?<br \/>\nHeute gab es in unserem Konflikt gl\u00fccklicherweise noch eine Trivial-L\u00f6sung, ohne dadurch einen Pr\u00e4zedenzfall zu schaffen. Wir spielten ohne klare Entscheidung weiter. Nachdem die Bedeutung der Hafenertr\u00e4ge erkannt war, engagierte sich jeder Spiel umgehend auf diesem Gebiet, so dass ohnehin nur drei der f\u00fcnf Spieler sich einen (einzigen) Platz reservieren konnten.<\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nAuch hier ereignete sich in der Jahrzehnte langen Geschichte des Westpark-Bluffens ein Novum: Im 2:2:1-Endspiel legte G\u00fcnther 2 mal die F\u00fcnf vor. Sicherlich war eine von G\u00fcnthers beiden W\u00fcrfeln eine F\u00fcnf. Aber mit welcher Wahrscheinlichkeit waren unter den restlichen drei W\u00fcrfeln auch noch mindestens eine F\u00fcnf? Seine eigene Nicht-F\u00fcnf konnte Moritz ja ablesen, aber wie stand es mit Aaron\u2019s zwei W\u00fcrfeln? Fragende Blicke und ein leichtes Kopfsch\u00fctteln gaben den Ausschlag. Moritz zweifelte an und G\u00fcnther war einen W\u00fcrfel los.<br \/>\nAuf ausdr\u00fcckliche Bitte des Gesch\u00e4digten erhalten hiermit Aaron und Moritz einen R\u00fcffel wegen unzul\u00e4ssiger Absprache. Ludens causa.<br \/>\n<em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nominierungsliste zum \u201eSpiel des Jahres 2012\u201c ist erschienen und wir haben nur eines davon (Kingdom Builder) mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg ausprobiert. Kein Wunder, unser Metier ist ja wohl eher das \u201eKennerspiel des Jahres\u201c. Hier sind wir immerhin bei 2 von 3 Spielen am Ball gewesen. 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