{"id":171,"date":"2008-01-03T11:41:59","date_gmt":"2008-01-03T11:41:59","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=171"},"modified":"2008-01-03T11:41:59","modified_gmt":"2008-01-03T11:41:59","slug":"02012008-friedrichs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/01\/03\/02012008-friedrichs\/","title":{"rendered":"02.01.2008: Friedrichs"},"content":{"rendered":"<p>Im Zentrum des heutigen Spielabends stand &#8220;Friedrich&#8221;. Ein phantastisches Spiel, bei dem man \u00fcber jeden einzelnen Verlauf ganze Romane schreiben k\u00f6nnte. Darauf will ich diesmal verzichten und stattdessen etwas ganz anderes tun. Schauen wir uns mal bei Google um, was es alles zu &#8220;Friedrich&#8221; zu sagen hat.<br \/>55.200.000 Worte-Eintr\u00e4ge gibt es dazu und 1.220.000 Bilder. Mein Gott, wer hatte nicht alles diesen Vornamen, nicht nur der K\u00f6nig von Preussen! Einige Kostprobe davon will ich hier zum Besten geben und wer Lust hat, kann damit ein heiteres Personenraten zum Neuen Jahr beginnen: Welcher Friedrich verbirgt sich hinter welcher Beschreibung? (Auf Anfrage versende ich die L\u00f6sungen.)<br \/>1. Friedrich:\tHeute ist eine Universit\u00e4t nach ihm benannt, in der es ihn jahrelang gehungert hat. Wortw\u00f6rtlich h\u00e4tte sie ihn &#8220;im Arsche lecken k\u00f6nnen&#8221;, wenn er wo anders seinen Lebensunterhalt h\u00e4tte verdienen k\u00f6nnen.<br \/>2. Friedrich:\tMeist als erster Wagnerianer apostrophiert. Besuchte das Musiker Ehepaar woimmer es sich herumtriebschen mu\u00dfte.<br \/>3. Friedrich:\tDeutscher Lyriker; wollte sich einen Begriff vom Objekt &#8220;Frau&#8221; machen, geriet dabei aber an die falsche Frau, bzw. an den richtigen Ehemann, der ihn zum Teufel jagte.<br \/>4. Friedrich:\tGro\u00dfer Geist, der meistens mit dem Attribut &#8220;der alte&#8221; genannt wird. Stammt wie der \u00e4lteste Geist der Westpark-Gamers immerhin aus Aschaffenburg.<br \/>5. Friedrich:\tHat noch einen &#8220;Carl&#8221; vor seinem Friedrich und wird wegen seiner Summenformel eher mit dem Nachnamen genannt.<br \/>6. Friedrich:\tDonnerwetter! Nicht mehr lange blitzt er in M\u00fcnchen und Freising herum!<br \/>7. Friedrich:\tFast gleichrangig mit dem Donnerer, von der Farbe aber eher lila als schwarz. Wir m\u00fcssen ihn hier schon allein aus Proporzgr\u00fcnden anf\u00fchren.<br \/>8. Friedrich:\tLandesherr eines Revoluzzers. Wenn er nicht gewesen w\u00e4re, dann g\u00e4be es vielleicht heute noch in Westeuropa ausschlie\u00dflich Parteigenossen unseres Benediktiners.<br \/>9. Friedrich:\tStand 35 Jahre lang ganz oben und war ein H\u00f6hepunkt seiner Zeit, bis er leider ertrunken ist. Seit dem schaut er immer nach, ob die Raben noch fliegen. Besitzt auch eine eigenen Therme und dazu jede Menge Wasser.<br \/>10. Friedrich:\tDas &#8220;Erstaunen der Welt&#8221; genannt, war er hochgebildet und beherrschte mehrere Sprachen, unter anderem Italienisch, Franz\u00f6sisch, Latein, Griechisch, Mittelhochdeutsch und Arabisch.<br \/>11. Friedrich:\tHat den Schiller dransaliert. Und wenn er es nicht selber war, dann war es sein Vater! Doch dieses Faktum wird in seiner Biografie nat\u00fcrlich verschwiegen.<br \/>12. Friedrich:\tEine Kaiserin! Kein Druckfehler, wirklich ein weibliches &#8220;in&#8221; am Ende. Auch sonst alles weiblich an ihr.<br \/>13. Friedrich:\tWar entgegen allem Anschein kein K\u00f6nig, sondern ein Buchdrucker und Erfinder der Schnellpresse.<br \/>14. Friedrich:\tAuch nur ein B\u00fcrgerlicher, aber immerhin ein Politiker, der knapp 6 Jahre lang so etwas wie die Nachfolge unseres vertriebenen Kaisers aus\u00fcben durfte.<br \/>15. Friedrich:\tHat eine Stiftung gestiftet. Oder stiften lassen. Diese wiederum enth\u00e4lt eine virtuelle Akademie. Ich wei\u00df nicht, ob da nur virtuelle Studenten studieren d\u00fcrfen.<br \/>16. Friedrich:\tBeileibe kein Engel, ging aber als einer der Marx-Brothers in den roten Himmel ein.<br \/>17. Friedrich:\tProfessor f\u00fcr Staatswissenschaften, Erfinder der Schutzz\u00f6lle, was immer man darunter verstehen mag. Wird meist verwechselt mit einem Musiker, der aber noch ein unh\u00f6rbares &#8220;Z&#8221; in seinem ansonsten gleichlautenden Nachnamen hat. Letzterer hie\u00df mit Vornamen eigentlich Franz.<br \/>18. Friedrich:\tBekannt durch einen Kreidefelsen, den heutzutage jeder Deutscher freiz\u00fcgig besuchen kann.<br \/>19. Friedrich:\tHeine nannte ihn &#8220;den gro\u00dfen Bettler&#8221;, und mutma\u00dfte, er hie\u00dfe jetzt Grobianus.<br \/>20. Friedrich:\tWer kennt ihn noch, den Langen aus einer gro\u00dfen Elf? Vor kurzem noch von allen zugejubelt, jetzt schon fast allen entschwunden. Dabei blieb er fast ausschlie\u00dflich hinten.<br \/>21. Friedrich:\tDer von ihm gepr\u00e4gte Begriff &#8220;Kindergarten&#8221; wurde un\u00fcbersetzt in 22 Sprachen \u00fcbernommen.<br \/>22. Friedrich:\tEr unterh\u00e4lt einen Podcast mit Erz\u00e4hlungen \u00fcber das Leben und Wirken als Musiker bei den Berliner Philharmonikern; damit ist er fast schon so bedeutend wie unser Moritz.<br \/>23. Friedrich:\tImmerhin der Name einer Univerit\u00e4t. Doch der Namensgeber war kein einzelner Gro\u00dfer, sondern eher zwei kleine. Ihr k\u00f6nnt sie Euch ja bei Google heraussuchen.<br \/>24. Friedrich:\tEndlich der Namensgeber des Spiels vom heutigen Abend. Hat von der Geschichte noch andere Namen bekommen. Welche?<br \/><strong>1. &#8220;Friedrich&#8221;<\/strong><br \/>F\u00fcr Peter und Loredana war dieses geniale Kriegsspiel aus dem Jahre 2004 noch Neuland, Hans und Walter waren alte Hasen. Da stellte sich gleich die Frage nach der Startaufstellung: Wer sollte welche L\u00e4nder f\u00fchren? F\u00fcr die Preussen mit seinen 8 Armeen und tausenden notwendigen Winkelz\u00fcgen im F\u00fcnf-Fronten-Krieg kam nur ein alter Hase in Frage, aber keiner der lange denkt: also Walter. F\u00fcr die Franzosen, die nur ganz langsam mit sehr viel Geduld und Umsicht ins Spiel gebracht werden d\u00fcrfen, kam auch nur ein alter Hase in Frage, einer der die langsame Entwicklung kennt und gleich von Beginn an auf die Endphase hinarbeitet: also Hans. Unser Peter ist eigentlich pr\u00e4destiniert f\u00fcr die \u00d6sterreicher: da hat er eine Menge Schalthebel in der Hand und kann in Angriff und Verteidigung das beste Timing ausbalanzieren. Er bedauerte auch sogleich, da\u00df ihm auf preussischer Seite ohne Moritz der gleichwertige Gegner fehlt. Doch Loredana wollte sich aus weiblich-irrationalen Gr\u00fcnden die Reichsarmee nicht entgehen lassen; daf\u00fcr nahm sie auch die \u00d6sterreicher mit in Kauf. So blieben f\u00fcr Peter nur die Russen und die Schweden \u00fcbrig.<br \/>Russland fing &#8211; nach eigenem lautstarken Bekunden &#8211; einen Stellvertreterkrieg an, um den Schweden zum Sieg zu verhelfen. Von dieser verbalen Drohung lie\u00df sich Preussen t\u00e4uschen und steckte viel Energie in einen Vernichtungskrieg gegen die Schweden. Zu viel Energie, denn die Schweden wurden durch die erste Ereigniskarte gleich in den Separatfrieden geschickt, und daf\u00fcr brannte es in ganz Preussen an allen Ecken und Enden. Die Russen eroberten alle St\u00e4dte in Ostpreussen und r\u00fcckten in einer geschlossen Front nach Westen auf die St\u00e4dte in Pommern und Brandenburg vor, es war nur eine Frage der Zeit, wie lange sie noch aufgehalten werden konnten. \u00d6sterreich hatte langsam aber sicher die Vorherrschaft in Schlesien zur\u00fcckgewonnen und war daran, im S\u00fcden seine Siegbedingungen zu erf\u00fcllen. Selbst die kleine Reichsarmee tr\u00e4umte trotz einer vernichtenden Niederlage in den ersten Scharm\u00fctzeln wieder von einem Endsieg in Sachsen. Doch wie das Leben so spielt und wie es in &#8220;Friedrich&#8221; oft vorhergesagt wird: Frankreich konnte Hannover in die Knie zwingen und seine Siegbedingungen mit der Eroberung von Magdeburg vollenden, bevor noch Zar und Kaiser zum Schulterschlu\u00df kamen.<br \/><em>Peter mit 8 Punkten (&#8220;tolles Spiel, bin froh, da\u00df ich es gekauft habe&#8221;) und Loredana mit nur 7 Punkten (ihr war wohl die Reichsarmee nicht schlagkr\u00e4ftig genug) dr\u00fcckten den WPG-Schnitt <\/em>von bisherigen 8,6 auf immer noch sehr gute 8,3 Punkte.<br \/>Moritz und Walter haben schon eine Rezension geschrieben.<br \/><strong>2. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Im ersten 2:2 Endspiel Loredana gegen Hans legte Hans den Standard 1 mal die Vier vor. Loredana zweifelte erbarmungslos an. Mit Recht: Keiner der vier W\u00fcrfel war eine Vier. Der Rest war nur noch Formsache.<br \/>Im zweiten Endspiel lies sich Peter mit 4 W\u00fcrfeln gegen Loredanas einen W\u00fcrfel seine materielle \u00dcberlegenheit nicht mehr aus der Hand nehmen. Er hatte eine Eins, eine Zwei und zweimal die F\u00fcnf unter seinem Becher und begann mit 1 mal die Eins. Loredana hob auf 1 mal die Zwei. F\u00fcr Peter war das genug Information: Loredana war ganz sicher nicht im Besitz einer F\u00fcnf. Mit 2 mal die F\u00fcnf machte er den Sack zu.<br \/>Das dritte Endspiel bestritt Peter gegen Hans mit W\u00fcrfel-Gleichstand 2:2. Er begann langsam mit 1 mal die Eins, Hans hob auf 1 mal die F\u00fcnf und Peter steigerte auf 2 mal die F\u00fcnf. Jetzt schockte Hans mit 2 mal Stern!<br \/>Peter hatte eine Eins und einen Stern unter seinem Becher. Was tun?<br \/>Mit dem Mut der Verzweiflung legte er seinen Stern raus, hob auf 3 mal den Stern und w\u00fcrfelte nach: Einen Stern! Das war&#8217;s. Hansens Widerstand war zum zweiten Male gebrochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zentrum des heutigen Spielabends stand &#8220;Friedrich&#8221;. Ein phantastisches Spiel, bei dem man \u00fcber jeden einzelnen Verlauf ganze Romane schreiben k\u00f6nnte. Darauf will ich diesmal verzichten und stattdessen etwas ganz anderes tun. Schauen wir uns mal bei Google um, was es alles zu &#8220;Friedrich&#8221; zu sagen hat.55.200.000 Worte-Eintr\u00e4ge gibt es dazu und 1.220.000 Bilder. 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