{"id":1711,"date":"2012-05-31T17:22:20","date_gmt":"2012-05-31T16:22:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1711"},"modified":"2012-06-01T14:29:54","modified_gmt":"2012-06-01T13:29:54","slug":"30-05-2012-halli-galli-beim-anwohnerparken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2012\/05\/31\/30-05-2012-halli-galli-beim-anwohnerparken\/","title":{"rendered":"30.05.2012: Halli Galli beim Anwohnerparken"},"content":{"rendered":"<p>Ausnahmsweise wurde gestern nicht am Westpark sondern am R\u00f6cklplatz gespielt \u2013 f\u00fcr den Ortskenner ein Graus, was die Parkplatzsuche betrifft. Doch schon nach einer vergeblichen Runde um den Block tat sich ein wunderbar gro\u00dfer Parkplatz auf. Der hatte zwar einen kleinen tempor\u00e4ren Nachteil, da dort bis 20:00 Uhr Halteverbot galt, aber es war ja bereits viertel nach Sieben. Brav wie immer dackelten wir zum Parkscheinautomaten und stellten erstaunt fest, dass nicht wie \u00fcblich bis 23 Uhr Zahlungspflicht besteht sondern nur bis 18 Uhr. Prima, auch noch die Parkgeb\u00fchren gespart!<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Looping Louie&#8221;<\/strong><br \/>\nBei Moritzens stand erst einmal eine Stunde Spielen mit dem Nachwuchs auf dem Programm. Hocherfreut stellte Aaron fest, dass Looping Louie schon spielbereit auf dem Tisch stand. Das Spiel war bereits Anfang der 90er Jahre auch unter erwachsenen Spielern sehr beliebt und endlich ergab sich die M\u00f6glichkeit, es einmal auszuprobieren.<\/p>\n<p>Pilot Louie in seiner knatternden Kiste dreht unentwegt seine Kreise und st\u00f6\u00dft dabei die kleinen M\u00fcnzen der Spieler von deren Ablage und wer als letzter noch eine M\u00fcnze besitzt, gewinnt das Spiel. Dazu muss geschickt eine kleine Wippe direkt vor der eigenen M\u00fcnzablage gedr\u00fcckt werden, wenn Louie gerade zur Karambolage ansetzt. Wenn das Timing und der Schwung stimmen, fliegt Louie \u00fcber die eigene Ablage hinweg und greift den n\u00e4chsten Spieler an. Mit gutem Augenma\u00df und gef\u00fchlvollem Finger l\u00e4sst sich Louie so beeinflussen, dass der n\u00e4chste Spieler chancenlos ist und eine seiner drei M\u00fcnzen verliert.<\/p>\n<p>Konzentration, Gef\u00fchl und Timing f\u00fchren hier zum Erfolg und nicht nur der J\u00fcngste in der Runde hatte einen Riesenspa\u00df.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron 7 (schneller Spa\u00df f\u00fcr die ganze Familie), G\u00fcnther 6, Moritz 6<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Halli Galli&#8221;<\/strong><br \/>\n\u00c4hnlich wie beim 15 Jahre fr\u00fcher ver\u00f6ffentlichten \u201eZaster\u201c geht es hier wild zu. Reihum decken die Spieler die oberste Karte ihres Stapels auf und sobald in Summe genau f\u00fcnf gleiche Fr\u00fcchte auf dem Tisch zu sehen sind, gilt es als erster die kleine Glocke in der Tischmitte zu schlagen. Der Gewinner bekommt alle offenliegenden Karten auf seinen Stapel und wer als letzter nach vielen Durchg\u00e4ngen noch Karten besitzt, gewinnt das Spiel.<\/p>\n<p>Der vierj\u00e4hrige Milo schlug sich im Kreis der Erwachsenen bestens und landete mit G\u00fcnther im Endspiel. \u201eHalli Galli\u201c kann also ebenfalls als echtes schnelles Familienspiel \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron 6 (nett, aber etwas zu wenig Wiederspielreiz), G\u00fcnther 6, Moritz 7<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Nightfall&#8221;<\/strong><br \/>\nVor vier Wochen lag \u201eNichtfall\u201c bereits auf dem Tisch und hatte schon w\u00e4hrend des Spiels heftige Diskussionen \u00fcber die richtige Spielstrategie ausgel\u00f6st. Zum Schluss gab es dann eine eher vernichtende Kritik wegen der Unausgewogenheit und gef\u00fchlten Beliebigkeit der Spielz\u00fcge. Diesmal sollte das Spiel ebenfalls in einer 3er-Runde aber mit anderer Zusammensetzung nochmal eine Chance bekommen.<\/p>\n<p>Bereits in der ersten Runde entspann sich fast die identische Diskussion wie vor vier Wochen: ist es besser, nur einen Spieler anzugreifen und damit den Schaden zu konzentrieren oder verteilt man lieber seine Angriffsst\u00e4rke auf die beiden Gegenspieler und schw\u00e4cht m\u00f6glichst gleichm\u00e4\u00dfig? Obwohl G\u00fcnther und Aaron eher konzentrierte Angriffe durchf\u00fchrten, hatten alle Spieler zu Beginn der (wie sich herausstellte) letzten Runde je f\u00fcnf Schadenskarten. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle drei Spieler schon eine recht m\u00e4chtige Kartenhand und konnten entsprechend viele Schadenspunkte verteilen.<\/p>\n<p>G\u00fcnther griff mit geballter Macht den v\u00f6llig wehrlosen Moritz an und f\u00fcgte ihm acht Schaden zu. Damit war der Sieg f\u00fcr Moritz ausgeschlossen. Der revangierte sich dann postwendend, indem er mit einer gekonnt konstruierten Kette sieben Schaden auf G\u00fcnther spielte. Damit war die letzte Schadenskarte gezogen und das Spiel zu Ende. Alle fanden das Ergebnis (Aaron 5 Schaden, G\u00fcnther 12, Moritz 13) \u00e4u\u00dferst unbefriedigend, denn mit etwas anderer Verteilung der Schadenspunkte h\u00e4tte beliebige andere Spielergebnisse erzeugt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Was bleibt, ist das Gef\u00fchl, dass aus den sch\u00f6nen Mechanismen in \u201eNightfall\u201c nicht das herausgeholt wurde, was machbar gewesen w\u00e4re und die Vermutung, dass es eigentlich ein 2er-Spiel ist.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther 4 (5 f\u00fcr eine 2er-Runde), Rest unver\u00e4ndert<\/em><\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Urban Sprawl&#8221;<\/strong><br \/>\n\u201eDominant Species\u201c vom gleichen Autor war vor einem Jahr bei uns wegen seiner guten Mechanismen gelobt worden, die leider durch eine zu lange Spieldauer und ungl\u00fcckliche Kingmaker-Effekte etwas entwertet werden. Nun liegt Chad Jensen\u2019s neuestes Spiel auf dem Tisch, dass im Netz teils \u00fcberw\u00e4ltigend gute, teils ebenso schlechte Kommentare bekam. Entsprechend gespannt waren wir, wie es in unserer 4er-Runde ankommt.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/IMG_0025.jpg\" alt=\"Urban Sprawl\" title=\"Urban Sprawl\" width=\"350\" height=\"433\" class=\"alignright size-full wp-image-1712\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/IMG_0025.jpg 350w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/IMG_0025-121x150.jpg 121w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/IMG_0025-242x300.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><br \/>\nWir sind Stadtplaner und \u2013entwickler mit der Aufgabe, auf einem Spielplan die ausgewiesenen Baupl\u00e4tzen m\u00f6glichst optimal mit Geb\u00e4uden der vier Kategorien \u201eresidential\u201c, \u201ecommercial\u201c, \u201ecivic\u201c und \u201eindustrial\u201c zu bebauen. Bauen kostet Geld, umso mehr, je teurer ein Viertel ist und bringt Siegpunkte, umso mehr, je zusammenh\u00e4ngender die einzelnen Geb\u00e4udekategorien gebaut werden.<\/p>\n<p>Um \u00fcberhaupt bauen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen wir einerseits passende Baugenehmigungen und anderseits passende Bauauftr\u00e4ge. Beides gibt es in einer offenen Auslage zu erwerben. Dabei kosten die Karten unterschiedlich viele Aktionspunkte, von denen jeder Spieler pro Runde sechs ausgeben kann. Das reicht dann immer f\u00fcr die beiden \u201ebilligsten\u201c Baugenehmigungen und die beiden \u201ebilligsten\u201c Bauauftr\u00e4ge. Leider passen die nicht notwendigerweise zueinander und so muss man sich doch mal mit weniger Kartenerwerb zufrieden geben. Entsprechend geringer ist dann die Anzahl m\u00f6glichen Bauaktionen auf dem Spielplan. Zu guter Letzt muss dann noch f\u00fcr jedes gebaute Geb\u00e4ude Baukosten entsprechend dem bebauten Viertel bezahlt werden. Das passende Geld hat man besser schon rechtzeitig durch die Abgabe (unbrauchbarer) Baugenehmigungen eingestrichen.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zu den Baugenehmigungen und \u2013auftr\u00e4gen. Nachdem ein Spieler seine Aktionen durchgef\u00fchrt hat, werden die Kartenreihen wieder vom verdeckten Stapel aufgef\u00fcllt. Ob jetzt hier Brauchbares dabei ist und zu welchen Aktionspunktkosten, ist v\u00f6llig zufallsabh\u00e4ngig und damit unplanbar. Damit wird schon ein Problem deutlich: man kann nicht nachdenken, wenn man nicht dran ist. Dazu kommt, dass es au\u00dfer Baugenehmigungen und \u2013auftr\u00e4gen noch jede Menge Ereigniskarten gibt, die, wenn aufgedeckt, sofort ausgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Dazu kommen gelegentliche \u00c4mterwahlen, die durch ein Symbol auf den Karten angezeigt werden. Diese Nachf\u00fcll\/Ereignis\/Wahlphasen zwischen den Z\u00fcgen kann gerne noch einmal solange dauern wie der Zug eines Spielers und bringen pro Runde Geld-\/Siegpunkt-Zu-\/Abfl\u00fcsse, die ebenfalls in der Gr\u00f6\u00dfenordnung dessen liegt, was ein Spieler pro Runde durch eigene Aktionen bewerkstelligen kann.<\/p>\n<p>Das alles f\u00fchrt dazu, dass man in einer 4er-Runde \u00be der Zeit unbeteiligt dabeisitzt und staunend die Schwankungen des eigenen Geld- und Siegpunktstands bewundert.<\/p>\n<p>Nach 2 Stunden hatten wir ca. ein Drittel der Kartenstapel durchgespielt und keiner hatte mehr Lust, m\u00f6glicherweise 4 weitere Stunden gespielt zu werden. Also brachen wir ab.<\/p>\n<p>Die Auswertung ergab, dass bei unserer Runde rund 50% der eigenen Siegpunkte nicht durch eigene Aktionen sondern durch Aktionen der Mitspieler oder Ereigniskarten generiert wurden. Dass ein Spiel mit einer Spieldauer von 4 oder mehr Stunden, von denen man 3 Stunden plan- und aufgabenlos rumsitzt und bei dem die H\u00e4lfte der Siegpunkte fremdgesteuert vergeben werden, bei Boardgamegeek so viele Top-Bewertungen bekommt, ist bemerkenswert.<\/p>\n<p>Obwohl die Spielmechanismen von \u201eUrban Sprawl\u201c recht gut und stimmig sind, wollte bei uns trotzdem kein gutes Spielgef\u00fchl aufkommen und das Spiel wirkt insgesamt \u201ekaputt\u201c. Kein Vergleich zu \u201eDominant Species\u201c jedenfalls.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron 3 (eine \u00e4tzende Kombination aus Zufall, Wartezeit und langer Spieldauer), G\u00fcnther 4, Moritz 4<\/em><\/p>\n<p>Gegen 1 Uhr morgens ging es dann zur\u00fcck zu unserem Auto. Und siehe da, wir hatten ein Kn\u00f6llchen. Interessanterweise ausgestellt um 22:05 Uhr, also nicht weil wir vor 20 Uhr im Halteverbot standen. Hatten wir den Hinweis auf dem Parkautomaten falsch gelesen? Hatten wir nicht, wie wir schnell pr\u00fcfen konnten. Aber da war ja noch dieses Schild am Anfang der Stra\u00dfe. Und da lernten wir dann eine neue Parkzeitenkonstruktion in M\u00fcnchen kennen: bis 18 Uhr kostet es Geld, von 18 bis 23 Uhr d\u00fcrfen nur Anwohner parken und ab 23 Uhr darf wieder jeder umsonst. Parken am R\u00f6cklplatz wird immer schwieriger\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausnahmsweise wurde gestern nicht am Westpark sondern am R\u00f6cklplatz gespielt \u2013 f\u00fcr den Ortskenner ein Graus, was die Parkplatzsuche betrifft. Doch schon nach einer vergeblichen Runde um den Block tat sich ein wunderbar gro\u00dfer Parkplatz auf. 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