{"id":181,"date":"2008-04-01T12:10:02","date_gmt":"2008-04-01T12:10:02","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=181"},"modified":"2008-04-01T12:10:02","modified_gmt":"2008-04-01T12:10:02","slug":"01042008-nostalgie-am-westpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/04\/01\/01042008-nostalgie-am-westpark\/","title":{"rendered":"01.04.2008: Nostalgie am Westpark"},"content":{"rendered":"<p>Um seiner dahinsiechenden Rubrik &#8220;Juwel des Monats&#8221; neue Impulse zu verleihen, hatte Moritz am Dienstag zu einem zus\u00e4tzlichen Spielabend in den Herkulessaal der Maxvorstadt eingeladen. Ausnahmsweise gab es diesmal keinerlei Teilnahmebeschr\u00e4nkungen. Jeder durfte mitmachen und war zudem aufgefordert, &#8220;the one game&#8221;, sein Leib- und Magenspiel aus Kindheit und Jugend vorzustellen.<br \/>Moritz fing den Abend sogleich mit &#8220;<strong>Schwerter statt Pflugscharen<\/strong>&#8221; an, einem taktischen Hieb- und Stichspiel aus dem Bellum-Verlag, mit dem schon zu Sions Zeiten sich die V\u00f6lker die K\u00f6pfe eingeschlagen haben. Aber Moritz w\u00e4re nicht Moritz, wenn er nicht noch einen zweiten Pfeil im K\u00f6cher gehabt h\u00e4tte. Die &#8220;<strong>Venus von Milo<\/strong>&#8221; ist ein traditionelles Gesellschaftsspiel, dessen Hauptreiz darin besteht, durch eine gelungene Kombination von fest vorgegebenen Regeln mit frei erfundenem Beiwerk ein Maximum an Lustgewinn zu erzielen.<br \/>Andrea&#8217;s Augen gl\u00e4nzten, als sie ihren Favoriten &#8220;<strong>Before the Pampers<\/strong>&#8221; auf den Tisch legen durfte. In dem spannenden Zwei-Personenspiel mu\u00df einer die Gedanken des anderen erraten, um mit ihm im Endspiel das zu machen, was der andere ohnehin schon immer gewollt hatte.<br \/>Hans trat mit &#8220;<strong>Schlaraffenland<\/strong>&#8221; an, einem von McDonalds gesponsorten Partyspiel, bei dem es darum geht, in m\u00f6glichst kurzer Zeit m\u00f6glichst viele Chicken and Wings zu vernichten. Fr\u00fcher hatte er im Freundeskreis Tag und Nacht damit verbringen k\u00f6nnen. Heute sind seine Mitspieler meist schon nach der Haribo Vorspeise abgeschlafft.<br \/>G\u00fcnther schwelgte in Erinnerungen an &#8220;<strong>Zeppelin<\/strong>&#8220;, einem Reisespiel aus dem Ravenshafener Aero Verlag. Was waren das doch f\u00fcr herrliche Zeiten &#8211; lange vor 1830 -, als man noch unabh\u00e4ngig von den engstirnigen schwarzen Linien auf gelben Hexagons, unbehindert von gegnerischen Tokens, quer durch den \u00c4ther seine Reise von Baltimore nach Ohio antreten durfte!<br \/>Loredana brachte eine alte Schuhschachtel mit, in der sie die Reste vom &#8220;<strong>Haus des Volkes<\/strong>&#8221; aufbewahrte, einem Wirtschafts- und Aufbauspiel aus dem l\u00e4ngst vergessenen Conducator-Verlag. Dieses Spiel hatte einst in ihrer Heimat sogar zum Pflichtunterricht geh\u00f6rt; jeden Morgen wurde damit die euphorische Weichenstellung f\u00fcr eine unerreichbare Zukunft gelegt.<br \/>Peter tr\u00e4umt immer noch von &#8220;<strong>Wei\u00df-blaue Bananenrepublik<\/strong>&#8220;, einer Realutopie des pr\u00e4potenten Selbstverlages &#8220;Tiger-und-Trapez&#8221; aus Wildpark-Kreuz. Hier spielen die Ananasz\u00fcchter aus Alaska gegen die Globalplayer aus Wittelsbach um die Weltherrschaft in der Lazarettstra\u00dfe. Schon fr\u00fch hatte er sich hier regelm\u00e4\u00dfig die begehrte Rolle des Megaphonogogen unter den Nagel rei\u00dfen k\u00f6nnen. Unerwarteterweise hat sich die Erde inzwischen schon so viele Male weitergedreht, da\u00df schon allein mit der Lokaltopologie heute keiner mehr zurechtkommt.<br \/>Walter hatte in seiner M\u00f6rdergrube noch ein gut erhaltenes &#8220;<strong>Mit Gift und Galle<\/strong>&#8221; entdecken k\u00f6nnen. In seiner Jungzellenzeit hatte er sich mit gleichgesinnten Freunden n\u00e4chtelang daran aufgeilen k\u00f6nnen. Auch heute noch versucht er zuweilen, ein paar Prinzipien dieses Spiels in den Abenden am Westpark zur Geltung zu bringen, doch nimmt ihn damit keiner mehr ernst.<br \/>Aaron packte sein &#8220;<strong>Robin Hood und die 40 R\u00e4uber<\/strong>&#8221; aus. Mit diesem vorz\u00fcglichen Feld-Wald-und-Wiesen-Spiel hatte er vor ca. 50 Jahren die Westpark-Gamers begr\u00fcndet. Das Spiel enth\u00e4lt ungez\u00e4hlte individuell geformte Zinnfiguren, die in der Originalausstattung leider alle unbemalt sind. Schon vor Jahren hatte Aaron begonnen, die Hauptfiguren eigenh\u00e4ndig zu bemalen. Jetzt hoffte er, das Werk mit den vereinten Kr\u00e4ften der Teilnehmer aus dem Herkulessaal vollenden zu k\u00f6nnen.<br \/>Er hatte sich nicht get\u00e4uscht. Wir steckten mental alle noch ganz tief in unserer gerade erst bewunderten Ostereierkunst und vertauschten mit Feuereifer die W\u00fcrfel gegen den Pinsel. In Flie\u00dfbandtechnik machten wir uns \u00fcber Sherwood-Ali, Maid Marian und Tricky-Morgane her, und als das kreisende Rad der Sonne den Rappen der Nacht mit goldenem Huf beschlagen hatte, waren wir alle genauso blau wie die englischen Araber von Nottingham.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um seiner dahinsiechenden Rubrik &#8220;Juwel des Monats&#8221; neue Impulse zu verleihen, hatte Moritz am Dienstag zu einem zus\u00e4tzlichen Spielabend in den Herkulessaal der Maxvorstadt eingeladen. Ausnahmsweise gab es diesmal keinerlei Teilnahmebeschr\u00e4nkungen. 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