{"id":185,"date":"2008-05-01T19:37:33","date_gmt":"2008-05-01T19:37:33","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=185"},"modified":"2008-05-01T19:37:33","modified_gmt":"2008-05-01T19:37:33","slug":"30042008-der-konig-von-siam-fuhlte-sich-im-stone-age-wie-verhext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/05\/01\/30042008-der-konig-von-siam-fuhlte-sich-im-stone-age-wie-verhext\/","title":{"rendered":"30.04.2008: Der &#8220;K\u00f6nig von Siam&#8221; f\u00fchlte sich im &#8220;Stone Age&#8221; &#8220;wie verhext&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><em>Einf\u00e4ltigen Freuden sind nach Ansicht der Utopier auch die Spieler ergeben. Denn wo bleibt da das Vergn\u00fcgen, sagen sie, wenn man W\u00fcrfel \u00fcber das Spielbrett rollen l\u00e4\u00dft, und das schon so oft getan hat, da\u00df einem das bi\u00dfchen Vergn\u00fcgen, falls eines dabei w\u00e4re, schon durch die ewige Wiederholung m\u00f6chte verleidet sein?<\/em><br \/>Thomas Morus (&#8220;Utopia&#8221;)<br \/><strong>1. &#8220;Stone Age&#8221;<\/strong><br \/>Es galt, Walters Rechnereien einer Nagelprobe zu unterziehen. Dabei waren Aaron und Hans noch Neulinge im Steinzeitalter und Walter durfte ihnen die Spielregeln erkl\u00e4ren, ohne da\u00df ihm Peter \u00fcber den Mund fahren konnte.<br \/>G\u00fcnther wurde Startspieler. In seinem ersten Zug w\u00e4hlte er sich von den &#8220;Potenz-Feldern&#8221; gleich die &#8220;H\u00fctte&#8221; zum Kinder-Kriegen und offenbarte damit, da\u00df er die Hungerstrategie einschlagen wollte. Walter kl\u00e4rte ihn nicht auf, da\u00df R\u00fcdiger Dorn (Vater von &#8220;Goa&#8221;) gerade erst mitgeteilt hatte, da\u00df diese Strategie, seiner Erfahrung nach, auf die Verliererstrategie f\u00fchren m\u00fc\u00dfte.<br \/>Die fr\u00fcher mal bef\u00fcrchtete starre Startentwicklung blieb vollst\u00e4ndig aus. Hans ging auf Zivilisationskarten aus, Aaron auf Rohstoffe, Walter als Letzter wurde nolens volens ebenfalls in die Hungerstrategie hinein gedr\u00e4ngt. Doch da er in der Sitz-Reihenfolge vor G\u00fcnther drankam, hatte er nat\u00fcrlich die bessere Position.<br \/>Aaron w\u00fcrfelte entgegen seinem sprichw\u00f6rtlichen W\u00fcrfelgl\u00fcck wirklich wie ein Weltmeister. G\u00fcnther tat das, wie schon beim letzten Mal, eher in der ironischen Bedeutung dieses Ausdrucks.<br \/>Die Rohstoffe sind nicht begrenzt. Wie schon gewohnt mu\u00dften wir fehlendes Holz durch Go-Steine ersetzen. Diese Ersatzm\u00f6glichkeit ist zweifellos ein Zugest\u00e4ndnis an einen famili\u00e4ren Spielerkreis. Unter harten Zockern kann der Mangel an Rohstoffen durchaus zu freudvoll-leidvoll aggressiven Spielweisen herangezogen werden.<br \/>G\u00fcnther und Walter gerieten mit ihrer Hungerstrategie tief in die Minuspunkte, w\u00e4hrend sich die konstruktiv spielenden Hans und Aaron in ihren Siegpunkten sonnten. Doch nach wenigen Runden schlugen die \u00fcberz\u00e4hligen P\u00f6ppel voll durch. Mit 40 bis 50 Siegpunkte pro Runde \u00fcber Geb\u00e4udepl\u00e4ttchen und Rohstoffe konnten sie sich blitzschnell an die Spitze setzen, und die regelm\u00e4\u00dfigen 10 Minuspunkte f\u00fcr das Hungern fielen kaum mehr ins Gewicht.<br \/>Allerdings standen Aaron und Hans ein uneingeschr\u00e4nkter Ackerbau zur Verf\u00fcgung, und bald hatten beide mehr Ackerland als sie zur Ern\u00e4hrung ihrer P\u00f6ppel brauchen. Beider Ern\u00e4hrungsfrage war vollst\u00e4ndig gel\u00f6st, und wenn es in der Ern\u00e4hrungsphase ans Zahlen ging, konnten sie provokativ in die Runde rufen &#8220;Django zahlt heute wieder nicht&#8221;!<br \/>Am Ende konnte sich Hans 7 Kunstwerke zulegen und damit in der Schlu\u00dfwertung nochmals 49 Siegpunkte auf seine Seite bringen. Auch mit seinen restlichen Zivilisationskarten hatte er ein gl\u00fcckliches H\u00e4ndchen bewiesen. Seine erhebliche Zusatzpr\u00e4mien brachten ihn &#8211; etwas \u00fcberraschend &#8211; doch noch an die Spitze, vor Walter, dem Hungerer. G\u00fcnther wurde mit seiner ebenfalls versuchten Hungerstrategie Letzter, aber etwas ungl\u00fccklich, weil sich zwei Hungerer ja gegenseitig die Butter vom Brot nehmen. Und zugleich \u00fcberlassen sie den anderen Steinzeitmenschen fast kampflos Ackerbau und Kunst f\u00fcr Punktgewinn und anderweitigen P\u00f6ppeleinsatz. Ein einzelner Hungerer hat durchaus Siegeschancen. Er mu\u00df aber trotzdem noch gl\u00fccklich spielen, und alle anderen m\u00fcssen sich innerhalb der anderen punktetr\u00e4chtigen Spielelemente geh\u00f6rig Konkurrenz machen.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 8 (neu), G\u00fcnther: 7 (unver\u00e4ndert), Hans: 6 (vermi\u00dft Interaktion),  Walter: 8 (verbessert, wenn alle wissen, wo es lang geht, wird das Spiel noch reichhaltiger)<\/em><br \/><strong>2. &#8220;K\u00f6nig von Siam&#8221;<\/strong><br \/>Ein Spiel von Histogame, die mit &#8220;Friedrich&#8221; eines der besten Kriegs-Brettspiele der Welt herausgebracht haben. Das war einer der Gr\u00fcnde, warum sich Aaron das Spiel angeschafft hat.<br \/>Eigentlich ist es nur ein 2-3 Personen-Spiel. Bei 4 Mitspielern m\u00fcssen jeweils zwei zusammenspielen und k\u00f6nnen nur gemeinsam siegen oder verlieren. F\u00fcr hartgesottene Einzelk\u00e4mpfer ist das nat\u00fcrlich ein Nachteil.<br \/>Es geht um die Eroberung von Siam und Umgebung. Jeder Spieler darf mittels Aktionskarten verschiedenfarbige P\u00f6ppel von einem gemeinsamen Vorrat auf die verschiedenen L\u00e4ndereien im Spielbrett bringen. Er darf P\u00f6ppel innerhalb der L\u00e4ndereien verschieben und P\u00f6ppel vom Spielbrett herunternehmen und in seinen Besitz bringen. Die P\u00f6ppel stellen Fraktionen dar, die in den L\u00e4ndereien Mehrheiten bilden sollen; mit den gleichfarbigen P\u00f6ppeln im Eigenbesitz \u00fcbt ein Spieler die Kontrolle \u00fcber eine Fraktion aus. Wer bis Spielende die meisten Mehrheitsfraktionen kontrolliert, hat gewonnen.<br \/>Unser erstes Probespiel dauerte eine ganze Stunde, und am Ende wu\u00dfte immer noch keiner, wie das Spiel eigentlich funktioniert. Wir diskutieren die verschiedenen Planungsm\u00f6glichkeiten, nach denen die Spielerallianzen vorgehen k\u00f6nnten, doch zu einem abschlie\u00dfenden Bild kamen wir nicht. Das sagt allerdings wesentlich mehr \u00fcber das Spiel aus als \u00fcber unsere geistige Potenz in der Stunde um Mitternacht. Vom ersten Augenblick an &#8220;to have a plan&#8221; erscheint schlichtweg nicht m\u00f6glich.<br \/>Wenn ich das Spiel nochmals beginnen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich bis zu H\u00e4lfte des Spieles meine Aktionskarten zur\u00fcckhalten und die mehr oder weniger chaotische Spielentwicklung abwarten. Erst dann k\u00f6nnte ich Bilanz ziehen und &#8211; nach den Regeln &#8211; unabgesprochen aber doch einvernehmlich mit meinem Partner den Versuch einer Spielplanung aufsetzen. Doch wenn sich alle so verhalten, funktioniert das auch nicht.<br \/>Vielleicht gibt es Leute, die damit schon besser zurecht kommen. Wir nicht. Vielleicht m\u00fcssen wir nochmals intensiver im Kleingedruckten der Spielanleitung nach etwas Aufkl\u00e4rung suchen.<br \/>Walter wollte schon mal mit 5 Punkten in die Vorgabe gehen, doch die anderen weigerten sich mangels gesicherter Spieleinsch\u00e4tzung eine Note abzugeben. Der &#8220;K\u00f6nig von Siam&#8221; wird wohl als eines der wenigen gespielten <strong>Spiele ohne Noten<\/strong> in unsere Geschichte eingehen.<br \/><em>Keine WPG-Wertung!<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Wie verhext&#8221;<\/strong><br \/>Passend zur Walpurgisnacht besch\u00e4ftigten wir uns mit Zauberern, Hexe, Druiden und was sonst noch alles zauberhaft dahin kreucht und fleucht.<br \/>Jeder Spieler bekommt 12 Zauberkarten, mit denen er Zutaten in Gold, Gold in Zutaten, oder Zutaten bzw. Gold in Siegpunkte verwandeln kann. Jeder hat die gleichen Karten und mu\u00df jeweils 5 davon ausw\u00e4hlen, mit denen er eine Runde bestreiten will. Der Startspieler legt die erste Karte heraus, z.B. &#8220;Ich bin der Zauberer und m\u00f6chte mit den erforderlichen Zutaten einen Zaubertrank bereiten&#8221;. Hat ein Mitspieler &#8211; mit der Wahrscheinlichkeit 5 aus 12 ! &#8211; zuf\u00e4llig die gleiche Karte ausgew\u00e4hlt, so kann er sagen: &#8220;So sei es&#8221; und kann dann etwa die H\u00e4lfte des Kartenvorteils nutzen, oder er macht dem ersten Spieler die Zaubererrolle streitig. Dann bekommt der erste Spieler gar nix, und der zweite alles. Haben insgesamt drei Spieler die gleiche Karte ausgew\u00e4hlt, so bekommen die ersten beiden nix und der dritte alles. Wer Pech hat, bekommt nie etwas, ihm kommt der Spielablauf dann vor &#8220;wie verhext&#8221;- daher der Name.<br \/>Irgendwie erinnert das an &#8220;Hol&#8217;s der Geier&#8221;, wobei die gespielten Karten aber nicht abgelegt, sondern wieder in die Kartenhand zur\u00fcckgenommen werden. Ged\u00e4chtnis und Berechenbarkeit z\u00e4hlen nichts, nur Chaos und Schadenfreude.<br \/>WPG-Wertung: Aaron: 5, G\u00fcnther: 4 (f\u00fcr eine lustige Runde, wenn man einen getrunken hat), Hans: 5 (Sieger-Bonus?), Walter: 4 (5 Punkte f\u00fcr einen anderen Spielerkreis)<br \/>Auch ein chaotisches Spiel sollte eine Rezension wert sein.<br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Nix Neues. In Spielerkreisen ist bekannt, da\u00df G\u00fcnther zu 90% ehrlich und solide spielt, und zu 10% total blufft. Sehr oft trifft er damit seinen Hintermann, diesmal traf es voll ihn.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf\u00e4ltigen Freuden sind nach Ansicht der Utopier auch die Spieler ergeben. Denn wo bleibt da das Vergn\u00fcgen, sagen sie, wenn man W\u00fcrfel \u00fcber das Spielbrett rollen l\u00e4\u00dft, und das schon so oft getan hat, da\u00df einem das bi\u00dfchen Vergn\u00fcgen, falls eines dabei w\u00e4re, schon durch die ewige Wiederholung m\u00f6chte verleidet sein?Thomas Morus (&#8220;Utopia&#8221;)1. &#8220;Stone Age&#8221;Es &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/05\/01\/30042008-der-konig-von-siam-fuhlte-sich-im-stone-age-wie-verhext\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">30.04.2008: Der &#8220;K\u00f6nig von Siam&#8221; f\u00fchlte sich im &#8220;Stone Age&#8221; &#8220;wie verhext&#8221;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende"],"views":1939,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}