{"id":1861,"date":"2013-02-22T23:04:19","date_gmt":"2013-02-22T22:04:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1861"},"modified":"2013-02-23T20:55:02","modified_gmt":"2013-02-23T19:55:02","slug":"20-02-2013-der-westpark-im-asyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2013\/02\/22\/20-02-2013-der-westpark-im-asyl\/","title":{"rendered":"20.02.2013: Der Westpark im Asyl"},"content":{"rendered":"<p>Unser Malermeister Stefan werkelt wieder am Westpark. Jetzt werden die Treppen geschliffen und gestrichen. Dank modernster Staubsauger h\u00e4lt sich der anfallende Staub in Grenzen, doch als Spiellokalit\u00e4t kann die Baustelle nicht benutzt werden. Peter und Loredana sprangen als Gastgeber ein und luden in ihre wundersch\u00f6ne Wohnung nach Schwabing ein. Nach zw\u00f6lf Jahren gemeinsamen Westparkgamerns war Walter erstmals dort zu Gast.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Yunnan&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1863\" aria-describedby=\"caption-attachment-1863\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/TeeUndPferderoute.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1863\" alt=\"Yunnan - Tee- und Pferderoute\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/TeeUndPferderoute-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/TeeUndPferderoute-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/TeeUndPferderoute-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/TeeUndPferderoute.jpg 512w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1863\" class=\"wp-caption-text\">Yunnan &#8211; Tee- und Pferderoute<\/figcaption><\/figure>\n<p>Argentum hat Aarons Eigenentwicklung fest in den Griff genommen, um es dieses Jahr in Essen herauszubringen. Es kommt nochmals ein ganz neuer Wind hinein, wenn ein Profi-Verlag den letzten Schliff an einer Spieleentwicklung \u00fcbernimmt. Das Neudesign des Spielbretts mit seinen spieltechnischen Merkhilfen hat auch in unseren Augen eine ganze Stufe neuer Qualit\u00e4t hinzugewonnen. Die verschiedenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Mitspieler-Entwicklung sind jetzt auf einen Blick f\u00fcr jedermann erkennbar. Ein Teil der unvermeidlichen Rechenarbeit (Additionen und Multiplikationen im unteren Zahlenraum) wird von Tabellen \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Eine ganze Reihe Testgruppen von Gelegenheits- bis zu Vielspielern durften bei Argentum ihren Senf abgeben. Nach Ansicht des Verlags \u201everlief jede Partie anders\u201c. Was zweifellos als Qualit\u00e4tsmerkmal anzusehen ist. Zu gro\u00df ist das Angebot alternativer Gewinnstrategien, von denen sich jede einzelne innerhalb eines bestimmten Mitspielerchaos\u2019 (= im positiven Gewurl der verschiedenen Mitspieler-Ambitionen) als \u00fcberaus erfolgreich erweisen kann, und mit der man zum Sieg schie\u00dft. Das Schie\u00dfen liegt aber nicht an einer ausufernden Balance, sondern an der Vielzahl aussichtsreicher Zug-Optionen. Aaron hast die verschiedenen M\u00f6glichkeiten nicht ausgebremst, um die Mitspieler auf einen goldenen Mittelweg zu zwingen, sondern er hat sie gef\u00f6rdert, so dass jede einzelne f\u00fcr sich die Chance auf einen Gesamtsieg bietet. Und f\u00fcr das n\u00e4chste Spiel \u00dcberlegungen herausfordert, diesen Siegespfad entweder selber zu nutzen oder den anderen zu verbauen.<\/p>\n<p>Auf dem Aktionen-Tableau, wo die einzelnen Spieler um ihre Entwicklungsfortschritte an Masse und Beweglichkeit, an St\u00e4rke und Resourcen bieten, findet ein regsamer Verdr\u00e4ngungswettbewerb statt. Ein sicheres Indiz f\u00fcr eine wohlporportionierte Bilanz von Angebot, daraus resultierenden Vorteilen und vorhandener Geldmasse. Und wenn zu viele Mitspieler sich hier einmal ambitioniert verausgaben, dann lohnt sich ein einmaliger, schneller Gang zur Bank, um f\u00fcr die n\u00e4chsten paar Runden alle Geldsorgen loszuwerden.<\/p>\n<p>Nach einer knappen Stunde Spielzeit ist die Schlacht geschlagen. Neuling (und Hausherr) Peter gewann. Vor G\u00fcnther. Entweder ein Zeichen f\u00fcr seine \u00fcberragende Intelligenz und Spielplanung, oder ein Zeichen f\u00fcr die vielen netten \u00dcberraschungen, die Yunnan bereith\u00e4lt. Alle Verlierer wu\u00dften oder ahnten, dass sie etwas falsch gemacht hatten. Nur Aaron hatte alles richtig gemacht. Er war der Non-playing-Protokollf\u00fchrer und sammelte Erfahrungspunkte f\u00fcr neue Detailgespr\u00e4che mit dem Argentum Verlag.<\/p>\n<p><em>Keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel in der Entwicklung.<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;T-Rex&#8221;<\/strong><br \/>\nGastgeber Peter forderte nostalgischen Spielgenu\u00df und legte eine ganze Latte alter und antiquierter Spiele aufs Parkett. \u201eSan Juan\u201c : das geht doch blo\u00df zu viert! \u201eBluff\u201c : doch nicht den ganzen restlichen Abend! \u201eHavoc\u201c : etwas zu pokerig, und was der Spiele und der Ablehungsslogans noch mehr sind. Schlie\u00dflich landeten wir bei \u201eT-Rex\u201c, vor 10 Jahren gleich zweimal von Aaron und Moritz mit einem englisch-sprachigen Report bedacht.<br \/>\nJeder Spieler hat das gleiche Set von Karten, von dem er aber immer nur einen zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlten Teil zum Spielen auf der Hand h\u00e4lt; die restlichen Karten liegen als verdeckte Nachziehstapel auf dem Tisch.<\/p>\n<p>Reihum spielt jeder Spieler eine Karte aus und darf dann<\/p>\n<ul>\n<li>ein bis drei Karten nachziehen<\/li>\n<\/ul>\n<p>oder<\/p>\n<ul>\n<li>eine Wertung einleiten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ist eine Wertung eingeleitet, darf jeder Spieler noch genau eine Karte spielen (mit den gleichen Effekten wie oben). Ist eine der nachgespielten Karten wiederum Wertung-einleitend und mit zwar mit h\u00f6heren Wert als die aktuelle Karte, so wird die Wertungseinleitung prolongiert, d.h. jeder Spieler darf \/ muss jetzt <strong>noch<\/strong> eine Karte spielen. Danach wird geschaut, wer die h\u00f6chstwertige Karte vor sich liegen hat. Dieser Spieler bekommt ein einfarbiges Kuckucksei. Wer am Ende die meisten Eier hat, hat gewonnen. Gleichfarbige Eier bringen eine quadratische steigende Siegpunktquote.<\/p>\n<p>Eine Mischung aus Gl\u00fcck und Mitspielerchaos f\u00fchren zum Sieg. Man kann das auf zweierlei Weise angehen:<br \/>\nErnsthaft: dann geht das Ganze ziemlich verkniffen \u00fcber die B\u00fchne<br \/>\nLocker: dann ist das ein reiner Zeitvertreib.<\/p>\n<p>Wir spielten es \u00fcberwiegend locker. Unsere begleitenden locker-l\u00e4sterlichen Kommentare veranla\u00dften Peter zum leidensvollen Kommentar: \u201eMit Euch spiele ich das nicht mehr!\u201c<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: reduzierte seine vor 10 Jahren vergebenen 7 Punkte auf 5, G\u00fcnther: gesellte sich mit erstmal vergebenen 5 Punkten dazu, die anderen blieben bei ihrer im Schnitt 2 Punkte h\u00f6hreren Wertung.<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Traumfabrik&#8221;<\/strong><br \/>\nAaron suchte mittels seines \u201eSpielefinder\u201c (ein Menue-Punkt links auf unserer Internet-Seite) ein 5-Personen-Spiel, das Loredana gl\u00fccklich macht. Die ehemals ausgiebig getesteten 2-Personen-Spiele mit Peter werden schon lange nicht mehr kommentiert. Wir landeten bei der \u201eTraumfabrik\u201c, vor 9 \u00bd Jahren letztmals am Westpark aufgelegt, mit 10 Punkten von Peter und 9 von Loredana h\u00f6chlichst eingestuft.<\/p>\n<p>Aaron kramte etwas s\u00fcffisant unsere damalige Spielkritik hervor:<\/p>\n<p><em>Dabei handelt es sich doch nur um ein simples Versteigerungsspiel. Keine gro\u00dfen Strategien, keine r\u00e4tselhaften Abenteuer, keine t\u00f6dlichen Gladiatoren-K\u00e4mpfe, lediglich trivialer Geldeinsatz zum Anwerben von Personal f\u00fcr die Realisierung von Filmprojekten.\u201c<\/em> und <em> \u201eJeder verfolgt seine eigene Strategie des ersten Anscheines, ohne viele Gedanken daran zu verschwenden, welcher Blumentopf dabei herausspringen k\u00f6nnte. Zum Gl\u00fcck, denn wenn alle die wahre, gepr\u00fcfte und f\u00fcr gut befundene Strategie einschlagen, dann ist Traumfabrik nur noch ein Versteigerungsspiel. Ein simples.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Zweifellos muss man das Prinzip loben, wie die gebotenen Summen f\u00fcr Regisseure, Kamera, Schauspieler, Spezialeffekte und Musik wieder unter die Leute gebracht werden. Einer guten Designidee entsprechen auch die beiden Felder, in denen die Filmrollen nicht versteigert werden, sondern von denen jeder Mitspieler genau eine Rolle kostenfrei bekommt, so dass auch ein Spieler, der sich bei einer Versteigerung gerade total verausgabt hat, nicht rundenlang nur passiv zuschauen muss.<\/p>\n<p>Und die Querwirkungen von aktuellem Besitztum und Startspielerposition auf Bonuspunkte und Zugriffsvorteile stellen sogar eine planerische Herausforderung dar. Daneben sind Filmtitel wie \u201eVom Winde verweht\u201c und Schauspieler wie \u201eMarilyn Monroe\u201c durchaus von cineastischer Attraktivit\u00e4t.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron reduzierte schon wieder seine vor 10 Jahren vergebenen 7 Punkte auf 5, Loredana reduzierte auf 7, die anderen wollten Peters 10-Punkte-Euphorie nicht weiter besch\u00e4digen.<\/em><\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nHei\u00dfe Diskussion um das regelgerechte Nachw\u00fcrfeln. In der \u201eSpielerweiterung f\u00fcr ultracoole Zocker\u201c hei\u00dft es dazu w\u00f6rtlich: \u201e<strong>W\u00e4hrend<\/strong> eines Durchgangs hat jeder Spieler die M\u00f6glichkeit, neu zu w\u00fcrfeln.\u201c Gilt diese Zusatzregel auch f\u00fcr den Startspieler? Darf auch der Startspieler w\u00fcrfeln, die W\u00fcrfel anschauen, einen oder mehrere W\u00fcrfel offen herauslegen, eine beliebige erste Vorgabe machen und dann die restlichen W\u00fcrfeln nachw\u00fcrfeln? Ist dem Startspieler diese Option genommen, oder gilt das \u201ew\u00e4hrend\u201c im Regelheft &#8211; in \u00e4lteren Auflagen sogar noch unterstrichen &#8211; auch f\u00fcr dem Beginn eines Durchgangs? G\u00fcnther pl\u00e4dierte aus Symmetriegr\u00fcnden heftig f\u00fcr das Recht des Startspielers auf eine im Prinzip unsinnige und bei uns noch nie praktizierte Zusatzaktion.<\/p>\n<p>\u00c4ndert sich der Spielcharakter, wenn der Startspieler nach seinem ersten Wurf einen W\u00fcrfel herauslegt und nachw\u00fcrfelt? Alle hielten den Unterschied f\u00fcr \u201eminimal\u201c, nur Peter empfand ihn als \u201emonstr\u00f6s\u201c und versuchte dies leidenschaftlich bis verzweifelnd seinen vernagelten Mitspielern klar zu machen. Endlich ging der Versammlung das Licht auf: Legt der Startspieler einen W\u00fcrfel heraus und w\u00fcrfelt nach, so sind die Augenzahlen aller verdeckten W\u00fcrfel stochastisch gleichverteilt. Selbst f\u00fcr einen dummen Computer w\u00e4re es ein Kinderspiel, die Wahrscheinlichkeiten f\u00fcr Erh\u00f6hen oder Anzweifeln zu berechnen. Das Bluff-Element ist gleich Null!<\/p>\n<p>Leitet der Startspieler aber anhand lediglich seines Erstwurfes die Zocker-Sequenz ein, dann wird das Spiel seinem Namen gerecht, erst dann hat das \u00fcberaus reizvolle psychologische Bluff-Element seinen w\u00fcrdigen Platz bekommen! Wirklich ein monstr\u00f6ser Unterschied!<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Malermeister Stefan werkelt wieder am Westpark. Jetzt werden die Treppen geschliffen und gestrichen. Dank modernster Staubsauger h\u00e4lt sich der anfallende Staub in Grenzen, doch als Spiellokalit\u00e4t kann die Baustelle nicht benutzt werden. Peter und Loredana sprangen als Gastgeber ein und luden in ihre wundersch\u00f6ne Wohnung nach Schwabing ein. 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