{"id":188,"date":"2008-06-05T19:23:24","date_gmt":"2008-06-05T19:23:24","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=188"},"modified":"2008-06-05T19:23:24","modified_gmt":"2008-06-05T19:23:24","slug":"04062008-zug-um-zug-zu-senji","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/06\/05\/04062008-zug-um-zug-zu-senji\/","title":{"rendered":"04.06.2008: &#8220;Zug um Zug&#8221; zu &#8220;Senji&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Moritz hat sich geoutet. In einem Interview hat er bekannt, da\u00df er viele Ideen zu eigenen Spiele-Erfindungen hat und hierbei gerne Pate stehen w\u00fcrde. Gleich hat ihn ein Spieleverlag unter Vertrag genommen. Wer und Was und Wie und Wann ist aber noch streng geheim.<br \/>Peter lie\u00df diese Entwicklung nicht ruhen. Sogleich hat auch er eine Menge Zeit in eine neue Spiele-Erfindung investiert und bot uns die Grundz\u00fcge seiner Idee zur Begutachtung an. Es soll ein Kartenspiel sein. Die Karten werden von einem verdeckten Stapel gezogen. (Oder war der Stapel offen?) Die gezogene Karte darf ein Spieler auf die Hand nehmen oder an seine Mitspieler weitergeben. (Vielleicht sogar gegen versteigern?) Die weitergegebenen Karten m\u00fcssen sofort ausgespielt werden, die Handkarten darf man dazulegen, wenn es einem pa\u00dft.<br \/>G\u00fcnther meinte: &#8220;Zu dieser Idee gibt es bestimmt schon f\u00fcnf andere Spiele&#8221;. Er hat ausdr\u00fccklich &#8220;f\u00fcnf&#8221; gesagt. Das erg\u00e4nzende &#8220;hundert&#8221; hat er aus H\u00f6flichkeit unterdr\u00fcckt. Aber Peter wird&#8217;s schon richten!<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Senji&#8221;<\/strong><br \/>Ein nagelneues Spiel vom franz\u00f6sischen Asmod\u00e9e-Verlag. Das Spielbrett zeigt eine japanische Insel, und wer sich besser in der Geographie auskennt, wei\u00df auch, ob es sich um Hokkaido oder Kamasutra handelt. Auch das Spielmaterial besitzt lauter japanische Namen. Walter fragte, was &#8220;Senji&#8221; hei\u00dft. Peter siedelte es in der Gegend von: &#8220;Ein Kampf&#8221; an, aber Aaron meinte: &#8220;Vielleicht &#8220;Drei Bier&#8221;. Aber so gut ist mein Japanisch auch nicht&#8221;.<br \/>Dabei ist der Kampf nur ein optionales Element. Die Spieler erhalten einen Samurai, drei Festungen, drei Pr\u00e4senz-Chips und jede Menge Karten: Handelskarten, Kampfkarten, Geiselkarten und Samuraikarten. Pro Runde darf jeder mit seinen anvertrauten Pfunden wuchern: Entweder neue Handelskarten ziehen oder seine Pr\u00e4senz-Chips vermehren oder sie bewegen. Eineinhalb Stunden (in Worten: neunzig Minuten) dauerte Aarons knappe Einf\u00fchrung in das Spiel. Besonders die Kampfregeln k\u00f6nnen sich sehen lassen. Eine tolle Mischung aus W\u00fcrfeln, Allianzen und Dahinmeucheln von Geiseln. Vor allem am W\u00fcrfelmechanismus h\u00e4tte unser Oberkampfw\u00fcrfler Moritz seine helle Freude gehabt.<br \/>Peter bekam gleich wieder eine Menge Inspiration f\u00fcr sein eigenes Kartenspiel. Walter hatte dagegen mit dem gesamten Spielablauf noch seine liebe M\u00fch und Not. Er hatte immer noch keinen Dunst vom Schimmer einer Ahnung \u00fcber das &#8220;to have a plan&#8221;, als Peter sich schon l\u00e4ngst eine Siegesstrategie zurechtgelegt hatte und Aaron seine erste Kooperation anbot. Walter mu\u00dfte entschieden darauf pochen, die Spielregeln vor alle im Hinblick auf das &#8220;Warum&#8221; nochmals erkl\u00e4rt zu bekommen.<br \/>Wer friedlich gestimmt ist, treibt auf Teufel komm&#8217; raus Handel, sammelt und tauscht siegpunkt-tr\u00e4chtige Karten-Kombinationen und beendet das Spiel mit 60 Siegpunkten ohne einen einzigen Kampf. Wahrscheinlich sogar als Sieger. An dieser Stelle erinnert das Spiel an eine Kombination von &#8220;Quartett&#8221; und &#8220;Schwarzer Peter&#8221;. Gebildete Spieler k\u00f6nnen hierin auch ein &#8220;Advanced Civilization&#8221; sehen.<br \/>Wir waren alle friedlich gestimmt und investierten 95% unseres Zugpotentials in Handelskarten und nur 5% in die Vermehrung unserer Schlagkraft. Kein Wunder, da\u00df nach einer guten Stunde Spielen Aaron und Loredana nahezu gleichzeitig ausriefen: &#8220;Ich habe das Gef\u00fchl, das Spiel hat noch gar nicht angefangen!&#8221;. Eine Aussage, die sicherlich mehr als nur einen wahren Kern enthielt.<br \/>Loredana hatte schon mehr als die H\u00e4lfte der Siegpunkte bis zum Zieleinlauf eingesammelt, als G\u00fcnther probeweise den ersten Kampf vom Zaune brach. Er murkste Peter ab und konnte daf\u00fcr gleich eine erkleckliche Menge Siegpunkte auf seinem Konto verbuchen. Daf\u00fcr hatte er aber seine Stammlande entv\u00f6lkern m\u00fcssen und bot somit ein ideales Eroberungsziel f\u00fcr Aaron, der es nicht lassen konnte, sich an den hinterbliebenen Witwen und Waisen zu vergreifen. Doch wenig Feind bedeutet auch wenig Ehr. Die Siegpunkte beim Erobern schwach verteidigter Gebiete flie\u00dfen nur sehr sp\u00e4rlich. F\u00fcr eine seiner Eroberungen erhielt Aaron ganze Null Siegpunkte. Wenn das Spiel noch lange gedauert h\u00e4tte, h\u00e4tte er vielleicht davon noch profitiert. So aber war es nicht und Aaron kann diese seine Erfolge h\u00f6chstenfalls in der &#8220;Geschichte meines Lebens&#8221; zum Besten geben.<br \/>Peter war gutm\u00fctig. &#8220;Das Spiel ist nicht dappig&#8221; meine er. Doch als ihn vier verdutzte Gesichter anblickten, korrigierte er sich: &#8220;Es ist nicht total broken&#8221;. Was hei\u00dft hier schon total: Einen friedlichen Sieg entscheidet das hundertprozentige Kartengl\u00fcck und einen kriegerischen Sieg entscheidet das hundertprozentige W\u00fcrfelgl\u00fcck. Peter blieb in der Defensive. Zu Walters Kritik am Zufall meinte er provokativ: &#8220;Meinst Du, es w\u00e4re das gleiche, jeder zieht eine Karte und wer die h\u00f6chste zieht hat gewonnen?!&#8221; Aaron erwiderte darauf: &#8220;Nicht so lustig und nicht so lang!&#8221;<br \/>Wenn jemand fragen sollte, was bei &#8220;Senij&#8221; so lustig war: Immerhin vergossen wir drei Gl\u00e4ser Wein und zwei Gl\u00e4ser Mineralwasser auf dem Tisch. Ein neuer Rekord am Westpark!<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (ganz sch\u00f6n viel f\u00fcr ein &#8220;Das Spiel ist kaputt&#8221;), G\u00fcnther: 3 (nach German-Game-Ma\u00dfstab), Loredana: 5 (Non-German-Game-Ma\u00dfstab), Peter: 6 (Araber Bonus), Walter: 4 (Lohnt sich der Lernaufwand?)<\/em><br \/>Aaron wird sich vielleicht zu einer Rezension erbarmen.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>&#8220;One down is good Bridge!&#8221; &#8220;Dos menos&#8221; ist der Tod beim Bluff. Immer wieder mu\u00dfte eine bedr\u00f6ppelte Seele zwei W\u00fcrfel auf einmal abgeben, bis Loredana mit &#8220;Dos mas&#8221; das Endspiel gegen Aaron gewonnen hatte.<br \/>Im letzten Spiel standen Aaron und Loredana mit je 3 und G\u00fcnther mit 1 W\u00fcrfel im Endspiel. Drei W\u00fcrfel mit zwei Dreien und einem Stern waren sichtbar, Aaron mit 2 und Loredana mit 1 W\u00fcrfel hatten nachgew\u00fcrfelt. Loredana hob auf 7 mal die Drei! Acht mal die Drei war selbst f\u00fcr einen Mathematiker zu hoch. Welche Alternative gab es noch zum Anzweifeln? G\u00fcnther hatte kurz dar\u00fcber nachgedacht, aber dann hatte ihn doch der Mut verlassen: 4 mal der Stern w\u00e4r&#8217;s gewesen!<\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Zug um Zug &#8211; Das Kartenspiel&#8221;<\/strong><br \/>Loredana und Peter waren bereits mit der vorletzten U-Bahn abged\u00fcst, f\u00fcr die Einheimischen und die Autobesitzer war es noch ein bi\u00dfchen fr\u00fch. F\u00fcr ein altes Spiel in einem neuen Gewand sollte es noch reichen.<br \/>Days of Wonder hat Alan R. Moon&#8217;s &#8220;Zug um Zug&#8221; als Kartenspiel herausgebracht. Man findet vieles wieder: Streckenkarten, Lokomotiven als Jokerkarten, Karten mit Streckenverbindungen, den Nachziehstapel und die offene Auslage, aus denen man sich pro Runde zwei Streckenkarten ziehen darf.<br \/>Es gibt leichte \u00c4rgerelemente mit Blockieren von Farben und mit Wegnehmen von Karten aus den Sammlungen der Mitspieler.<br \/>Peter h\u00e4tte f\u00fcr seine zu geb\u00e4rende Kartenspiel-Erfindung eine Menge neuer Ideen mitbekommen, wenn er nicht so scharf auf die vorletzte U-Bahn gewesen w\u00e4re.<br \/><em>WPG-Wertung: Haben wir nicht mehr abgefragt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moritz hat sich geoutet. In einem Interview hat er bekannt, da\u00df er viele Ideen zu eigenen Spiele-Erfindungen hat und hierbei gerne Pate stehen w\u00fcrde. Gleich hat ihn ein Spieleverlag unter Vertrag genommen. Wer und Was und Wie und Wann ist aber noch streng geheim.Peter lie\u00df diese Entwicklung nicht ruhen. 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