{"id":1903,"date":"2013-05-09T15:44:58","date_gmt":"2013-05-09T14:44:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1903"},"modified":"2013-05-10T08:06:59","modified_gmt":"2013-05-10T07:06:59","slug":"08-01-2013-errate-den-rialto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2013\/05\/09\/08-01-2013-errate-den-rialto\/","title":{"rendered":"08.05.2013: Errate den Rialto"},"content":{"rendered":"<p>Seit langem mal wieder am Westpark ein flotter Dreier. Birgit wurde explizit dazu eingeladen, aber sie wollte weder teilnehmen noch zuschauen. Schade.<br \/>\nWas hast Du verpa\u00dft, Birgit? Zwei neue und zwei altbew\u00e4hrte Spiele f\u00fcr Erwachsene. Na ja, im Grunde genommen ist das doch immer wieder alles dasselbe.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Rialto&#8221;<\/strong><br \/>\nStefan Feld war in den letzten Jahren ganz sch\u00f6n produktiv. Seit 2011 zeichnete er f\u00fcr sechs renommierte Spiele  als Autor: \u201eDie Burgen von Burgund\u201c, \u201eStrasbourg\u201c, \u201eTrajan\u201c, \u201eKaispeicher\u201c, \u201eBora Bora\u201c und \u201eBr\u00fcgge\u201c.<br \/>\n<figure id=\"attachment_1905\" aria-describedby=\"caption-attachment-1905\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Rialto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Rialto.jpg\" alt=\"Rialto\" width=\"400\" height=\"446\" class=\"size-full wp-image-1905\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Rialto.jpg 400w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Rialto-135x150.jpg 135w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Rialto-269x300.jpg 269w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1905\" class=\"wp-caption-text\">Rialto<\/figcaption><\/figure>In Rialto sind wir wieder in einer weltbekannten Stadt und bet\u00e4tigen uns als<\/p>\n<ul>\n<li>Doge, um Startspieler zu werden und verschiedenen Priorit\u00e4ten zu genie\u00dfen<\/li>\n<li>Bauherr und bauen Geb\u00e4ude, die uns Spielvorteile f\u00fcr das weitere Spiel gew\u00e4hren geben: z.B. mehr und flexibleres Material<\/li>\n<li>M\u00fcnzer, um mit dem erworbenen Geld die Vorteile der Geb\u00e4ude erst finanzieren zu k\u00f6nnen\/li&gt;\n<\/li>\n<li>Gondoliere, um als solcher Ratsherren zu zeugen<\/li>\n<li>Ratsherr und versuchen in den sechs Stadteilen die Mehrheiten zu erringen<\/li>\n<li>Br\u00fcckenbauer, um den Wert der Stadtteile, in der wir die Mehrheit anstreben, zu erh\u00f6hen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Welche Rolle wir spielen, wird durch Rollenkarten vorbestimmt. Pro Runde liegt f\u00fcr jeden Spieler ein Stapel mit sechs solcher Rollenkarten aus. Vom Startspieler ausgehend w\u00e4hlt jeder Spieler einen Stapel und zieht zus\u00e4tzlich noch zwei Karten verdeckt nach.<\/p>\n<p>Diese Karten bestimmen ziemlich pr\u00e4destinierend unser Schicksal. Zu Gl\u00fcck gibt es Jokerkarten \u2013 sogar viele &#8211; , die variabel eingesetzt werden k\u00f6nnen. Und wir k\u00f6nnen Geb\u00e4ude mit der Eigenschaft bauen, die Qualit\u00e4t unserer Kartenhand zu ver\u00e4ndern. Doch der damit gewonnene Freiheitsgrad f\u00fcr unsere Zugm\u00f6glichkeiten h\u00e4lt sich in Grenzen. Alles ist gut, am Ende war irgendetwas besser.<br \/>\nBei Spielende sprudeln, wie es sich f\u00fcr ein gutes Feld-Spiel geh\u00f6rt, reichlich Siegpunktquellen. W\u00e4hrend des Spiels ist allerdings nur schwer erkennbar, wo die ergiebigsten Quellen sprudeln werden. Keiner kann am Ende genau sagen, warum er gewonnen hat. Gl\u00fccklicherweise trifft dieses Schicksal ja auch nur einen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (d\u00fcmpelt wenig planbar vor sich hin), Horst: 5 (nicht locker, nicht leicht, daf\u00fcr aber nervig), Walter:6 (kein Spa\u00df, kein Spiel, aber rund).<\/em><br \/>\nHallo Pegasus-Verlag: Wir vermi\u00dften eine Spielhilfe, auf der jeder Spieler die Effekte und Pr\u00e4mien der einzelnen Rollen jederzeit klar und deutlich nachlesen kann.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Divinare&#8221;<\/strong><br \/>\nDer erste Blick auf den Namen t\u00e4uscht. Es geht um nichts G\u00f6ttliches, es handelt sich schlichtwegs um das englische Verb f\u00fcr \u201eerraten\u201c.<\/p>\n<p>Von den vier Farben rot, gr\u00fcn, gelb und blau gibt es insgesamt 36 Karten. Die Karten werden gemischt und 12 davon zur Seite gelegt. Jetzt gilt es zu erraten, wieviele Karten von jeder Farbe \u00fcbrig geblieben sind.<\/p>\n<p>Das ist der nackte Kern des Spiels, doch darum herum ist ein h\u00fcbsches intellektuelles, psychologisches und chaotisches Szenarium aufgebaut.<\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen Karten werden n\u00e4mlich verdeckt an die Spieler ausgeteilt und jeder Spieler deckt abwechselnd eine Karte auf, bis alle Karten offen liegen. Aus der Reihenfolge, in der die Spieler die verschiedenen Kartenfarben offenlegen, l\u00e4\u00dft sich so peut-a-peut erschlie\u00dfen, wieviele Karten es wohl ingesamt werden k\u00f6nnten. Doch dieser Ablauf w\u00e4re noch zu stumpf, es ist noch mehr Raffinesse eingebaut: Von den zu Spielbeginn erhaltenen Karten gibt jeder Spieler die H\u00e4lfte an seinen rechten Nachbarn weiter und erh\u00e4lt entsprechend viele Karten von seinem linken Nachbarn. Damit kennt jeder Spieler schon mal (in einer 3er-Runde) die H\u00e4lfte aller zur Verf\u00fcgung stehenden Karten und auch die H\u00e4lfte der Kartenhand eines Nachbarn.<\/p>\n<p>Auch das Raten der Karten jeder Farbe geht nicht ohne Schikane ab. Jedesmal wenn ein Spieler die Karte einer Farbe ausspielt, darf er einen Tipp f\u00fcr die Gesamtzahl der Karten <strong>dieser Farbe<\/strong> bei Spielende abgeben. Er <strong>muss<\/strong> sogar einen Tipp abgeben, d.h. er muss beim Spielen einer Karte seinen bisherigen Tipp <strong>ver\u00e4ndern<\/strong>. F\u00fcr jede Farbe darf jede Gesamtzahl nur einmal getippt werden. Wer zu sp\u00e4t kommt, findet seinen Lieblingstipp bereits besetzt. Wer aber zu fr\u00fch gleich die (vermutlich) richtige Zahl tippt und hat noch eine Karten dieser Farbe auf der Hand, muss seinen richtigen Tipp-Platz wieder verlassen &#8211; und ihn ggf. einem besser getimed habenden Mitspieler \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Sind die H\u00e4lfte der Karten gespielt, werden nochmals zwei Karten an die Nachbarn weitergegeben. Damit kann man das Feld nochmals aufmischen, d.h. ggf. die Mitspieler nochmals zwingen, ihre guten Tipp-Pl\u00e4tze zu verlassen. Ganz sch\u00f6n trickreich. Ganz sch\u00f6n psychologisch. Und rechnerisch. Und planerisch. Und spielerisch!<\/p>\n<p>Nach etwa 15 Minuten ist ein Spiel zu Ende. Horst verlangte spontan eine Wiederholung und bekam sie auch ohne Widerrede. W\u00e4hrend die anderen immer noch im Dunkeln tappten \u201eEs l\u00e4uft ganz schlecht. Ich hab\u2019s noch nicht verstanden\u201c, konnte er triumphieren: \u201eAber ich hab\u2019s jetzt verstanden!\u201c Mit gro\u00dfem Vorsprung wurde er Sieger. Doch er verriet nicht das Geheimnis seines Erfolges!<\/p>\n<p>Wenn G\u00fcnther dabei gewesen w\u00e4re, dann w\u00e4re es jetzt schon Mitternacht gewesen. Die vielen Varianten an m\u00f6glichen Kartenverteilungen (sie gehen in die Millionen), die Auswahl der vier Karten f\u00fcr die erste Weitergabe an den Nachbarn (etwa f\u00fcnfzig Auswahlm\u00f6glichkeiten), die Schlussfolgerungen aus dem Empfang der Karten vom Nachbarn auf die Gesamtverteilung (jetzt nicht quantifiziert), die Reihenfolge der Abspiels der ersten vier Karten einschlie\u00dflich der zweiten Weitergabe von zwei weiteren Karten an den Nachbarn (bis zu zwanzigtausend Kombinationen), das h\u00e4tte er versucht, bis ins letzte Detail auszurechnen. Nicht weil er will, sondern weil er es von seiner Natur her einfach muss. Mit ihm darf man am Westpark nicht auf der Flucht sein! Wie gut, dass wir nur ein flotter Dreier waren!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (schnell erkl\u00e4rt, schnell gespielt), Horst: 7 (interessant, regt die grauen Zellen an), Walter: 7 (vielf\u00e4ltige Herausforderungen in einem ausgereiften, spielerischen Spiel).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Verflixxt!&#8221;<\/strong><br \/>\nG\u00fcnthers ausgefallene Denkzeit mussten \/ konnten wir jetzt noch mit einer Auswahl von Oldtimern des Hausherrn am Westpark f\u00fcllen. Nachdem \u201eEin solches Ding\u201c nach kurzem Vorstellen erneut verworfen wurde, gelangte \u201eVerflixxt!\u201c auf den Tisch.<\/p>\n<p>Ein lockeres leichtes W\u00fcrfelspiel. Zum Erholen nach geistigen H\u00f6chstleistungen sowie als Einstieg in solche. (Letzteres war heute nicht mehr vorgesehen.) Trotz vieler Material- und Regel-Erweiterungen ist die Basisversion immer noch am stimmigsten. Wir spielten nach der Variante 4: Das Spiel endet, wenn der erste Spieler alle seine Figuren im Ziel hat. Dadurch wird der trivialen Siegstrategie, n\u00e4mlich niedrige Zahlen zu w\u00fcrfeln, und wann immer es geht, nur die W\u00e4rter zu bewegen, ein Riegel vorgeschoben.<\/p>\n<p>Spielerisch, taktisch, opportunistisch, gl\u00fccklich. Und schnell. Selbst unser G\u00fcnther h\u00e4tte hier keine Stunden Denkzeit unterbringen k\u00f6nnen. Wahrscheinlich h\u00e4tte er es sogar nicht einmal versucht. Ein gro\u00dfer Wurf aus dem Hause Ravensburger.<\/p>\n<p><em>Keine neuen Noten f\u00fcr ein 7,4 Punkte Spiel.<\/em><\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Anno Domini&#8221;<\/strong><br \/>\nWer genau wei\u00df, ob der erste Bummerang in Europa gebaut wurde, bevor der Papst die Diskussion \u00fcber die Evolutionstheorien erlaubte und ob die Sicherheitsnadel davor, dazwischen oder danach erfunden wurde, wird seine neun Karten mit Datumsfragen am ehesten los. Wer immer falsch r\u00e4t und sich dabei auch noch erwischen l\u00e4\u00dft, h\u00e4uft dagegen Strafkarte nach Strafkarte vor sich auf.<br \/>\nNach einer halben Stunde blickten Aaron und Walter immer noch auf einen unver\u00e4ndert strammen Besitz von neun Karten. Horst hatte deutlich abgebaut, durfte sich aber gerade mal wieder drei Strafkarten nehmen.<\/p>\n<p>Nach einem vergn\u00fcglichen Anfang verzichteten wir weise auf den letzten Teil der Reise.<\/p>\n<p><em> Keine neuen Noten f\u00fcr ein rundes 7 Punkte Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit langem mal wieder am Westpark ein flotter Dreier. Birgit wurde explizit dazu eingeladen, aber sie wollte weder teilnehmen noch zuschauen. Schade. Was hast Du verpa\u00dft, Birgit? Zwei neue und zwei altbew\u00e4hrte Spiele f\u00fcr Erwachsene. 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