{"id":1908,"date":"2013-05-23T12:09:13","date_gmt":"2013-05-23T11:09:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1908"},"modified":"2013-05-23T14:46:24","modified_gmt":"2013-05-23T13:46:24","slug":"22-05-2013-champagner-fuer-die-pferde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2013\/05\/23\/22-05-2013-champagner-fuer-die-pferde\/","title":{"rendered":"22.05.2013: Champagner f\u00fcr die Pferde"},"content":{"rendered":"<p>Aaron brachte zum Empfang eine Flasche Champagner mit. Er ehrte damit Moritz, der gerade mit seinem provozierenden St\u00fcck \u201eThe Tragedy of a Friendship\u201c \u00fcber Nitzsches Ha\u00dfliebe zu Wager, gen\u00e4hrt aus Moritzens Ha\u00dfliebe zu Wagner, in Antwerpen Welturauff\u00fchrung feierte.<br \/>\nEine Premiere am Westpark waren die vorz\u00fcglichen, hausgemachten Schoko-Mandeln-Muffins. Nicht vom Hausherrn gebacken, sondern von unserem Gastspieler Frank Zurm\u00fchlen aus Holzminden, den Aaron bei seinen Aktivit\u00e4ten als Spieleautor kennen und sch\u00e4tzen gelernt hatte.<br \/>\nDas lockere Vorgepl\u00e4nkel wurde von Moritz abrupt unterbrochen \u201eSpiel auf den Tisch!\u201c<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Horse Fever&#8221;<\/strong><br \/>\nEs geht um Pferderennen. Wir setzen auf Platz oder Sieg in einer Auswahl von sechs Pferden und gewinnen im Erfolgsfall Geld &#8211; f\u00fcr unsere n\u00e4chsten Wetteins\u00e4tze &#8211; und Siegpunkte f\u00fcr den Endsieg.<figure id=\"attachment_1910\" aria-describedby=\"caption-attachment-1910\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HorseFever.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HorseFever.jpg\" alt=\"Frank und Moritz im Pferde-Fieber\" width=\"350\" height=\"298\" class=\"size-full wp-image-1910\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HorseFever.jpg 350w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HorseFever-150x128.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HorseFever-300x255.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1910\" class=\"wp-caption-text\">Frank und Moritz im Pferde-Fieber<\/figcaption><\/figure><br \/>\nDas Rennen wird ganz simpel entschieden: Es werden Karten gezogen, die nach einer halb zuf\u00e4lligen, halb Wettquoten-orientieren Verteilung die Anzahl der Schritte angeben, die jedes Pferd vorw\u00e4rts zieht. Anschlie\u00dfend werden noch zwei Pferde ausgew\u00fcrfelt, die einen Zusatzschritt tun. Diese Prozedur wird solange wiederholt, bis alle Pferde die Ziellinie \u00fcberschritten haben. Das alles geht blitzschnell! Innerhalb von ein bis zwei Minuten ist ein Rennen abgewickelt.<br \/>\nDoch wia im richtigen Leben ist um dieses Rennen herum eine gewaltige Menagerie aufgebaut, in der wir unsere Ambitionen als Profis im Pferdesport austoben k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li> Wir kaufen Pferde mit unterschiedlichen Renn-Qualit\u00e4ten: Schnellerer Start, schnellerer Spurt, Vorteile als Schlu\u00dflichter, Vorteile im Ziel. Von allen gekauften Pferden d\u00fcrfen wir aber nur eines an den Start schicken.<br \/>\nEs geh\u00f6rt nicht viel Durchblick dazu, vorauszusehen, dass jeder Spieler nur eines, n\u00e4mlich sein bestes Pferd ins Rennen schickt. Eigentlich brauchte jeder nur ein einziges Pferd.<\/li>\n<li> Wir kaufen Rennst\u00e4lle um damit zus\u00e4tzlich Gelder und Siegpunkte einstreichen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAllerdings gibt es nur einen einzigen freien Rennstall auf dem Markt. Etwas wenig f\u00fcr f\u00fcnf Mitspieler. Weitere Rennst\u00e4lle k\u00f6nnten wir versuchen, von unseren Mitspieler abzukaufen. Doch so bl\u00f6d war keiner (der Verk\u00e4ufer). Nicht einmal der Versuch dazu wurde gemacht.<\/li>\n<li> Wir kaufen \u201eAktionen\u201c, mit denen wir die Qualit\u00e4t des eigenen oder der fremden Pferde manipulieren k\u00f6nnen, z.B. schnellerer oder kein schnellerer Start, schnellerer oder kein schnellerer Spurt, Strafgelder f\u00fcr das Setzen auf das Pferd, Punktabz\u00fcge f\u00fcr Sieg oder Platz.<br \/>\nDie Aktionskarten dazu werden verdeckt gezogen (Auswahl 1 aus 4) und verdeckt dem jeweiligen Pferd zugeordnet, so dass die Siegesaussichten eines Pferdes f\u00fcr die nachfolgenden Wetten umso \u201eeinsichtiger\u201c abgesch\u00e4tzt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li> Wir kaufen \u201eAufgaben\u201c, deren Erf\u00fcllung uns in der Schlu\u00dfwertung ein paar Zusatzpunkte zuschustern, z.B. wenn wir die meisten Pferde besitzen, die meisten Rennst\u00e4lle, das meiste Geld oder die wenigsten (!) Prim\u00e4r-Siegpunkte.<\/li>\n<li> Wir kaufen \u201eHelfer\u201c, die uns bei unseren sp\u00e4teren K\u00e4ufen finanzielle Vorteile gew\u00e4hren, z.B. kostenloser kauf weiterer \u201eHelfer\u201c.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, was das Ganze mit Pferderennen zu tun hat, wenigstens erh\u00f6ht es unseren Freiheitsgrad im Spielablauf. Und ein bisschen Unberechenbarkeit mehr kann nicht schaden (, sagten sich die Spieleautoren).<\/li>\n<li>Wie nehmen Kredite bei der Bank oder bei der Mafia auf, um nach einer Pechstr\u00e4hne wieder fl\u00fcssig zu werden, ohne einen Offenbarungseid leisten zu m\u00fcssen.<br \/>\nWer sich nicht rechtzeitig mit liquiden Mitteln eingedeckt hat, solche aber f\u00fcr Zwangswetten oder Geldstrafen ben\u00f6tigt, scheidet aus. Das Ende des Spiels kann er dann von den Parkpl\u00e4tzen aus weiterverfolgen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es gibt tausende (nicht ganz) verschiedene Karten unterschiedlicher Bedeutungen, aus denen wir uns jeweils aus einer vorgegenen, blind zu ziehenden Anzahl die Gew\u00fcnschtesten heraussuchen d\u00fcrfen. Leider sind die erkl\u00e4renden Piktogramme ziemlich uneinsichtig, so dass wir st\u00e4ndig in der Spielregel nachschauen mussten, welche Wirkung sie besitzen. Damit ging eine Menge Zeit verloren. Sicherlich nicht die H\u00e4lfte der ben\u00f6tigten Spielzeit von zwei-ein-halb Stunden, aber doch ein erheblicher Teil davon.<br \/>\n\u00dcber f\u00fcnf Rennen geht ein Spiel. Nach zwei Rennen war Moritz sein gesamtes Geld losgeworden und lag aussichtslos am Ende; ihm drohte ein Zuschauerdasein als Insolvent. Da wandte er sich an die Mafia. Gro\u00dfz\u00fcgig finanzierte sie seine durchaus konservativen Ambitionen: Er investierte die Massen seines Geldes grunds\u00e4tzlich in den Mainstream, und er deckte sich mit jeder Menge Aufgaben ein, die ihm bei Spielende Siegpunkte bringen sollten. Seine \u201eStrategie\u201c war erfolgreich. Er konnte alle seine Aufgaben (z.B. die meisten Aufgaben (!), die wenigsten Siegpunkte (!), das meiste Geld &#8230;) alle erf\u00fcllen. Mit dem letzten Spurtw\u00fcrfel im letzten Rennen konnte sein Pferd \u201eBlue Blood\u201c auch noch den f\u00fchrenden \u201eFragor Rojo\u201c auf der Zielllinie abfangen und drei rote Siegwetten seiner Mitspieler zunichte machten. Das reichte zu seinem Sieg.<br \/>\nAber es zeigte auch, was an strategischer Herausforderung in \u201eHorse Fever\u201c eingebaut ist: Ein einziger W\u00fcrfelwurf f\u00fcr \u201eBlue Blood\u201c. Dank unseres Gastes waren wir in einer sehr lockeren, spieligen Stimmung. Kein Vorschlag zu vorzeitigem Spielabbruch, keine vorzeitige Meckerei, kein gelangweiltes Sich-Zur\u00fccklehnen. Frank konnte nach eifrigem Studieren des Regelheftes  immerhin konstatieren: \u201eEs gab Testspieler!\u201c. Vielleicht sollten wir immer mit einem Champagner anfangen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (das Spiel dauert zu lang, das ganze Drumherum ist eher nervig, ich spiele lieber \u201eFavoriten\u201c), Frank: 8 (das Thema \u2013 u.a. langes Vorgepl\u00e4nkel um Manipulationen und Wetteins\u00e4tze vor dem Rennen, anschlie\u00dfend kurzer Rennverlauf \u2013 ist gut umgesetzt, h\u00fcbsche und originelle Grafik), G\u00fcnther: 5 (die H\u00e4lfte der Karten h\u00e4tte man weglassen k\u00f6nnen, zu viel Brimborium f\u00fcr ein simples Pferderennen), Moritz: 7 (das Rennen ist spannend, ich habe mich nicht gelangweilt), Walter: 6 (wohlwollend; Chaos durch die undurchschaubaren Regelelemente, Chaos durch die verdeckten Mitspieleraktionen)<\/em><br \/>\nAaron lies irgendwann mal die Bemerkung los \u201e<strong>all looks no brain<\/strong>\u201c, doch ich wei\u00df nicht mehr genau, worauf er das beziehen wollte.<br \/>\nLiebe italienische Spieleautoren, lieber Verlag Cranio Creations: Der \u201eMond\u201c ist im Deutschen m\u00e4nnlich und \u201enero\u201c schreibt man mit \u201esch\u201c!<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Poison&#8221;<\/strong><br \/>\nEines der fr\u00fchen Knizia-Spiele, aus der Zeit, als der Autor noch mit Lust, Liebe und Leidenschaft jedes seiner vielen Kinder zeugte. Mit Erfolg. Im August 2009 wurde &#8220;Poison&#8221; unser \u201eSpiel des Monats\u201c. In drei Session-Reports haben wir das h\u00fcbsche, schnelle, pfiffige Kartenspiel bei uns bereits beschrieben. Der erste davon war am 13.08.2009<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Frank siedelte sich mit seinen 7 Punkte genau innerhalb der Vier-F\u00fcnftel-Mehrheit der Westpark-Gamers an.<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Flaschenteufel&#8221;<\/strong><br \/>\nEines der wenigen Spiele, die h\u00e4ufiger, um nicht zu sagen regelm\u00e4\u00dfig, bei uns gespielt werden. Oft als Absacker, wenn die geistigen Batterien noch mehr Leistung bringen als f\u00fcr ein \u201eBluff\u201c ben\u00f6tigt werden.<br \/>\nAaron freute sich, einen Neuling dabei zu haben und noch dazu in der Sitzreihenfolge genau vor ihm. Im gnadenlosen Kampf um die Hauptaufgabe, seine niedrigsten Karten loszuwerden, ohne damit auf dem Teufelsstich sitzen zu bleiben, ist es von gro\u00dfem Vorteil, wenn ein Vorg\u00e4nger aus Unerfahrenheit seine Kartenhand etwas weniger gnadenlos abspielt.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Frank lobte die vorz\u00fcgliche spielerische Umsetzung von Stevensons M\u00e4rchen-Motiv und vergab hervorragende 9 Punkte. Nicht als einziger in unsere Gruppe, sondern als Dritter von vierzehn.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aaron brachte zum Empfang eine Flasche Champagner mit. Er ehrte damit Moritz, der gerade mit seinem provozierenden St\u00fcck \u201eThe Tragedy of a Friendship\u201c \u00fcber Nitzsches Ha\u00dfliebe zu Wager, gen\u00e4hrt aus Moritzens Ha\u00dfliebe zu Wagner, in Antwerpen Welturauff\u00fchrung feierte. Eine Premiere am Westpark waren die vorz\u00fcglichen, hausgemachten Schoko-Mandeln-Muffins. 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