{"id":191,"date":"2008-06-26T10:55:43","date_gmt":"2008-06-26T10:55:43","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=191"},"modified":"2008-06-26T10:55:43","modified_gmt":"2008-06-26T10:55:43","slug":"25062008-preusen-gegen-deutschland-und-die-turkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/06\/26\/25062008-preusen-gegen-deutschland-und-die-turkei\/","title":{"rendered":"25.06.2008: Preu\u00dfen gegen Deutschland und die T\u00fcrkei"},"content":{"rendered":"<p>Thomas der J\u00fcngere ist wieder in unsere Reihen zur\u00fcckgekehrt. Lange Zeit hat er sich an den prallen Br\u00fcsten der n\u00e4hrenden Mutter festgesogen, jetzt mu\u00df er selber Milch geben, und das kostet offensichtlich weniger Zeit und Energie als das Einsaugen. Er findet wieder Mu\u00dfe zum Spielen.<br \/>Die Halbfinal-Begegnung zwischen Deutschland und der T\u00fcrkei hatte unsere Reihen gelichtet und so kam der R\u00fcckkehrer gerade richtig, einen neuen Kampfabend mit &#8220;Friedrich&#8221; zu komplettieren.<br \/><strong>1. &#8220;Friedrich&#8221;<\/strong><br \/>Thomas kannte das Spiel noch nicht, hatte sich aber schon im Internet mit den verschiedenen Rezensionen und Kommentaren besch\u00e4ftigt. Er wu\u00dfte sogar, da\u00df in den letzten beiden Jahren jeweils Friedrich-Weltmeisterschaften ausgetragen worden waren, und da\u00df dabei jedesmal die Preu\u00dfen gewonnen hatten.<br \/>Aaron durfte diesmal die Preu\u00dfen spielen. In meinen Augen ist es ein &#8220;d\u00fcrfen&#8221;, denn der Preu\u00dfenspieler hat das ganze Spiel \u00fcber die gr\u00f6\u00dften Spielanteile. Hinterher war Aaron damit gar nicht so gl\u00fccklich geworden, denn die preu\u00dfischen Gegner haben alle ein klares Kriegsziel vor Augen, dem man Schritt f\u00fcr Schritt n\u00e4her kommen kann, die Preu\u00dfen k\u00f6nnen nur lavieren und taktieren, um bei allen anderen das Erreichen des Kriegszieles zu verhindern. Eine deutlich weniger klare Aufgabenstellung.<br \/>Walter \u00fcbernahm die \u00d6sterreicher, immerhin die zweitst\u00e4rkste Milit\u00e4rmacht und Thomas bekam das R\u00e4nder-Trio Frankreich, Ru\u00dfland und Schweden.<br \/>Als alter Kriegsspieler trieb Thomas seine russischen Gener\u00e4le gleich an alle Fronten. Nach zwei, drei Runden tummelten sie sich schon bei den blonden Schwedinnen. Doch ihre ureigenste Hausaufgabe hatten sie nicht gel\u00f6st: die preu\u00dfischen Stellungen im \u00e4u\u00dfersten Nordosten hatten sie nicht eingenommen. General Lehwaldt konnte hier die preu\u00dfischen St\u00e4dte \u00fcber viele Runden hin halten, verteidigen oder zur\u00fcckerobern. Mit einem einzigen General war die gesamte preu\u00dfische Ostfront stabilisiert. Als Klose das 2:1 f\u00fcr die Deutschen k\u00f6pfelte, verlor Ru\u00dfland bei Stettin gerade eine ganze Schlacht und drei Armeen. Die russischen Gener\u00e4le, die in Schweden das s\u00fc\u00dfe Leben kennengelernt hatten, kehrten nicht mehr lebend auf die Schlachtfelder zur\u00fcck.<br \/>Aaron zog die Hannoveraner zur\u00fcck bis an Nord- und Ostsee und setzte gegen die Franzosen lieber seine m\u00e4chtigen Preu\u00dfen ein. Ein guter Schachzug; damit gewann er weitaus mehr Flexibilit\u00e4t an der Westfront und konnte dosiert auf den franz\u00f6sischen Vormarsch reagieren. Die a priori schwach ausgestatteten Hannoveraner hatten ihrerseits keine Schwierigkeiten die ebenfalls schwachen Schweden im Zaum zu halten. Die Schweden verloren auch als erste die Lust an weiteren Kampfhandlungen. Ziemlich zeitgleich mit Lahm&#8217;s wundersch\u00f6nem Siegestreffer zogen sie sich vollst\u00e4ndig aus dem Schlachtenget\u00fcmmel zur\u00fcck.<br \/>Walter hatte seine \u00d6sterreicher sehr zur\u00fcckhaltend eingesetzt. Sollte das Abwarten f\u00fcr die Alliierten nicht von Vorteil sein? Die Preu\u00dfen ziehen neun Kampfkarten pro Runde, die Alliierten dagegen elf, also zwei mehr. Das mu\u00df das Z\u00fcnglein an der Waage auf Dauer doch zugunsten der Alliierten ausschlagen lassen. Preu\u00dfens Taktik mu\u00df es doch sein, durch kurze, gezielte, \u00fcberlegene Scharm\u00fctzel die Kampfkraft der Gegner zu schw\u00e4chen. Oder t\u00e4usche ich mich da? Wir haben dieses Hypothese bis zum Spielende kontrovers diskutiert.<br \/>Thomas lie\u00df nicht nur als Russe die Ostpreu\u00dfen \u00fcberleben, er lie\u00df sich als Franzose auch viel zu lange von den Hannoveranern in die Suppe spucken. Cumberland und Ferdinand von Braunschweig ritten immer noch lustig \u00fcber die L\u00fcneburger Heide, als Ballack und Schweinsteiger schon l\u00e4ngst wieder frisch gewaschen und gestriegelt aus der Kabine kamen. Vielleicht lag das allerdings auch an Aaron&#8217;s vorz\u00fcglichem preu\u00dfisch-hannoveraner Rochieren.<br \/>Aaron lie\u00df auch die beiden preu\u00dfischen Gener\u00e4le Keith und Seydlitz nahezu bewegungslos als drohende Wacht an der Nei\u00dfe zur\u00fcck, und Walter fand mit seinen \u00d6sterreichern lange kein Mittel, die notwendigen St\u00e4dteeroberungen in Oberschlesien anzugehen. Das Schicksal hatte ihm zu viele Herzkarten und zu wenig Kreuzkarten in die Hand gegeben. Schlie\u00dflich vereinigte er die 24 Armeen von drei Gener\u00e4len zu einem einzigen Armeecorps und versuchte mit einer l\u00e4ngerfristigen Erm\u00fcdungsschlacht die Preu\u00dfen zu vertreiben. Doch dann verlor er die Geduld, setzte alles auf eine Karte und focht in einer Schlacht den Kreuzkampf bis zur bitteren Neige aus. Wie im richtigen Leuthen zogen die \u00d6sterreicher trotz materieller \u00dcberlegenheit den K\u00fcrzeren. Ihre 24 Armeen wurde bis fast in die Ukrainischen Steppen vertrieben; sie fanden keinen Anschlu\u00df mehr an ihren Tro\u00df und mu\u00dften elendiglich verhungern.<br \/>Inzwischen hatte Beckenbauer die ZDF-Rabauken Kerner, Klop und Meier mit Lob \u00fcbersch\u00fcttet und die Lichter auf der Bregenzer Seeb\u00fchne waren ausgegangen. \u00d6sterreich hatte sich praktisch verabschiedet, die Entscheidung konnte nur noch zwischen Franzosen, Rheinarmee und Preu\u00dfen fallen. Es war abzusehen, da\u00df dies noch ein langes, z\u00e4hes Ringen werden konnte. Unser Maxvorst\u00e4dter w\u00e4re schon seit 2 Stunden mit der letzten U-Bahn nach Hause gefahren. Aaron r\u00e4umte freiwillig Magdeburg und Halberstadt, um den Franzosen den Weg in die letzten beiden Siegst\u00e4dte zu \u00f6ffnen. Doch Thomas wollte sich nicht so einfach zum Sieger k\u00fcren lassen. Wir brachen ab.<br \/>F\u00fcnf Stunden Kriegsspiel, f\u00fcnf Stunden hartes Ringen, aber zugleich f\u00fcnf Stunden spannendes Spiel um Geschichte und Geschichten war zu Ende.<br \/><em>Thomas dr\u00fcckte die WPG-Wertung durch vorl\u00e4ufige 7-Punkte um einen zehntel Punkt nach unten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas der J\u00fcngere ist wieder in unsere Reihen zur\u00fcckgekehrt. Lange Zeit hat er sich an den prallen Br\u00fcsten der n\u00e4hrenden Mutter festgesogen, jetzt mu\u00df er selber Milch geben, und das kostet offensichtlich weniger Zeit und Energie als das Einsaugen. 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