{"id":195,"date":"2008-08-01T02:58:57","date_gmt":"2008-08-01T01:58:57","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=195"},"modified":"2009-11-19T01:43:37","modified_gmt":"2009-11-19T00:43:37","slug":"30072008-liegt-ausgerechnet-buxtehude-auf-der-peloponnes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/08\/01\/30072008-liegt-ausgerechnet-buxtehude-auf-der-peloponnes\/","title":{"rendered":"30.07.2008: Liegt &#8220;Ausgerechnet Buxtehude&#8221; auf der &#8220;Peloponnes&#8221;?"},"content":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal in diesem Jahr konnten wir den Spielabend drau\u00dfen auf der Terrasse am Westpark abhalten. Ein laues Sommerl\u00fcftchen lockte ins Freie und das Wetterleuchten in ungef\u00e4hrdender Entfernung bot die ideale Hintergrundkulisse.<br \/>\nAuch ohne seinen Pelzmantel h\u00e4tte Peter problemlos die Stunden bis Mitternacht ausgehalten. Allerdings hatte er sich in noch w\u00e4rmere Gefilde zur\u00fcckgezogen. Wie hei\u00df es zwischen Europa und Afrika wirklich hergegangen ist, wird er uns das n\u00e4chste Mal pers\u00f6nlich erz\u00e4hlen. Wenn es nicht mehr jugendfrei ist, wird schlupp! die Sache zugemacht!<br \/>\n<strong>1. &#8220;Peloponnes&#8221;<\/strong><br \/>\nBernd Eisenstein (&#8220;Maya&#8221;) arbeitet an einem neuen Spiel, das er bis Essen 2009 herausbringen will. Uns hat er jetzt einen Prototypen zum Ausprobieren geschickt. Es ist ein anspruchsvolles Spiel, das gerade in Vielspieler-Reihen gut ankommen sollte.<br \/>\nWalter hatte sich in die Spielregeln eingearbeitet. Allein deshalb durfte er heute die Regeln erkl\u00e4ren. Sein didaktisches Geschick wird ja sonst nur au\u00dferhalb der eigenen vier W\u00e4nde anerkannt. Im eigenen Lande gilt der Prophet nix. Kritisch wurde jedes Regeldetail abgeklopft. Schon mitten in seinem Vortrag wanderte die Spielregel von Hand zu Hand, um zu verifizieren, was er da mit sicheren, klaren S\u00e4tzen zum Besten gab. Niemals wurden schon im Vorfeld die m\u00f6glichen Gewinnstrategien so ausgiebig diskutiert wie heute. Eigentlich w\u00fcnsche ich mir solche Einleitungen bei allen neuen Spielen, aber offensichtlich kann das nur f\u00fcr Prototypen gehandhabt werden, weil dann jeder noch heimlich dem Autor etwas am Zeug flicken zu k\u00f6nnen vermeint. Doch &#8220;Peloponnes&#8221; hat schon einen sehr ausgereiften Zustand, die Mechanismen sind gut aufeinander abgestimmt und das Regelwerk ist bereits wasserdicht formuliert. Wenn wir bei der Erarbeitung von &#8220;1830&#8221; genauso gr\u00fcndlich vorgegangen w\u00e4ren, dann h\u00e4tten wir wahrscheinlich einen ganzen Abend opfern m\u00fcssen, um die Entfaltung der Gesellschaften und ihrer Strecken entsprechend ausf\u00fchrlich darzulegen. Bei &#8220;Peloponnes&#8221; waren wir in einer guten Stunde durch.<br \/>\nDie Spieler repr\u00e4sentieren archaische Zivilisationen auf der griechischen Halbinsel und m\u00fcssen ihren Marktwert gegen die unvermeidlichen Naturkatastrophen vorw\u00e4rts bringen. Es geht um Rohstoffe, Geld und Bev\u00f6lkerung. Die einzelnen Vorw\u00e4rtsschritte erfolgen mittels offen ausliegender Pl\u00e4ttchen, die von den Spielern ersteigert werden. Auktionen sind ja grunds\u00e4tzlich kein neuartiges Spielelement, hier aber erhalten sie einiges pfiffige Beiwerk. Warum sollte man f\u00fcr ein Objekt mehr bieten als unbedingt notwendig? In &#8220;Peloponnes&#8221; gibt es gewichtige Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Nicht nur denjenigen, da\u00df der Bieter mit dem h\u00f6chsten Gebot als erstes ziehen darf! Aaron fluchte in den ersten Runden auch noch aus einem anderen Grund und nannte in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden alle seine Mitspieler reihum mit dem bekannten Wort aus 4 oder 5 Buchstaben! Ich habe mich extra vergewissert, da\u00df mich meine Ohren nicht get\u00e4uscht haben und da\u00df ich es hier protokollieren darf:&#8221;X [X = &#8220;G\u00fcnther&#8221; | &#8220;Hans&#8221; | &#8220;Walter&#8221;, Du bist ein Arsch!&#8221; kam bei jeder Bietaktion \u00fcber seine Lippen, weil er seine reichlich vorhandenen Kr\u00f6ten geizig im Beutel verwahrte hatte, statt sich gem\u00e4\u00df dem Prinzip &#8220;keep fully invested&#8221; bei den Objekten seiner Begierde zu engagieren. Doch mit diesen selbst im Bayernland anfechtbaren Ausdruck war unsere Stimmung keinesfalls gekennzeichnet. G\u00fcnther flocht hier seine Lebenserfahrung ein: &#8220;Einer ist immer der Arsch!&#8221;<br \/>\nDie in zuf\u00e4lligen, aber kalkulierbaren Abst\u00e4nden hereinbrechenden Katastrophen l\u00f6sten nat\u00fcrlich keine \u00fcbersch\u00e4umenden Begeisterungsst\u00fcrme aus. Doch auf der Peloponnes lernt man hier schnell den Sokratesschen Gleichmut zu bewahren. Und als G\u00fcnther verzweifelt fragte: \u201eWie werde ich meine Leute los\u201c, tr\u00f6stete ihn Hans mit der Hoffnung auf die Pest. Am Ende f\u00fchlte sich jeder im Katastrophenchaos erst richtig wohl.<br \/>\nDaf\u00fcr gab es Heulen und Z\u00e4hneklappern, als einige Spieler schon vor den letzten Runden ihr Geld leichtfertig verpulvert hatten und nun mit neidischen Gesichtern auf ihre potenten Mitspieler schielen mu\u00dften, die ihre Sparstr\u00fcmpfe jetzt erst \u00f6ffneten und sich die letzten dicken Fische aus dem Landschaftsgarten herausangelten. Kein Wunder, da\u00df der knauserige Culus-Creator schlie\u00dflich als Sieger hervorging. Die anderen wu\u00dften alle nur zu erkl\u00e4ren, warum sie NICHT gewonnen hatten.<br \/>\n100 Minuten dauerte unser Spiel, aber nur weil wir jeden Zug ausgiebig kommentierten und uns immer mal wieder \u00fcber das zutreffende Regelverst\u00e4ndnis zusammenraufen mu\u00dften. Aber eigentlich mu\u00df diese Begleiterscheinung auf der Habenseite verbucht werden. Man kann ein Spiel sicherlich auch in der H\u00e4lfte der Zeit \u00fcber die Runden bringen, aber warum? Jede Minute war kurzweilig und hinterher diskutierten wir noch eine weitere Stunde lang relativ kontrovers \u00fcber die Verteilung von K\u00f6nnen, Gl\u00fcck, Chaos und Planbarkeit auf der Peloponnes. Am sch\u00e4rfsten pl\u00e4dierte Aaron f\u00fcr die Unw\u00e4gbarkeiten zum Sieg. Als ob er wieder verdr\u00e4ngen wollte, warum er gewonnen hatte.<br \/>\nBeim n\u00e4chsten Mal werden wir uns am Anfang ganz fest um die besten Einnahme-Quellen schlagen und erst in den letzten 3 Runden auf Bev\u00f6lkerungswachstum ausgehen. Das, was dazwischen passiert, die Zuw\u00e4chse an Rohstoffen und Luxusg\u00fctern \u00fcberlassen wir dann mehr oder weniger der spielerischen Opportunit\u00e4t. Ein neuer Kampf um die Siegpunkte auf der Peloponnes wird in jedem Fall nochmals stattfinden.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Das Spiel ist ja noch nicht fertig, aber in seiner jetzigen Fassung w\u00fcrde es zwischen 7 oder 8 WPG-Punkten angesiedelt werden.<\/em><br \/>\n<strong>2. &#8220;Ausgerechnete Buxtehude&#8221;<\/strong><br \/>\nEin Spiel nach den Prinzipien von &#8220;Anno Domini&#8221;: Anstatt die zeitliche Reihenfolge von Ereignissen der Weltgeschichte zu bestimmen oder zu erraten, m\u00fcssen die Spieler die relative geographische Position von St\u00e4dten in Deutschland richtig einordnen. Liegt Westerland jetzt s\u00fcdlicher oder n\u00f6rdlicher von Kiel? Wenn noch gen\u00fcgend Freiheiten gegeben sind, kann man es wenigstens westlicher davon einordnen. Oder wird das etwa bezweifelt?<br \/>\nAnzweifeln ist erlaubt und bringt oder kostet einen Siegpunkt. In zwei Zwischenwertungen und einer Endwertung kann man nochmals raten, wie viele auf den beiden geographischen Achsen ausliegenden St\u00e4dte insgesamt falsch eingeordnet sind. Hier sind weitere Siegpunkte zu ergattern.<br \/>\nKurz und b\u00fcndig! Ein gelungener Absacker, der heute sogar unserem &#8220;Bluff&#8221; die letzten Minuten rauben konnte.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 7, G\u00fcnther: 7, Hans: 7,\u00a0 Walter: 7<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal in diesem Jahr konnten wir den Spielabend drau\u00dfen auf der Terrasse am Westpark abhalten. Ein laues Sommerl\u00fcftchen lockte ins Freie und das Wetterleuchten in ungef\u00e4hrdender Entfernung bot die ideale Hintergrundkulisse. Auch ohne seinen Pelzmantel h\u00e4tte Peter problemlos die Stunden bis Mitternacht ausgehalten. Allerdings hatte er sich in noch w\u00e4rmere Gefilde zur\u00fcckgezogen. 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