{"id":1979,"date":"2013-10-17T15:04:10","date_gmt":"2013-10-17T14:04:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=1979"},"modified":"2013-10-18T08:51:34","modified_gmt":"2013-10-18T07:51:34","slug":"16-10-2013-goetter-und-gelehrte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2013\/10\/17\/16-10-2013-goetter-und-gelehrte\/","title":{"rendered":"16.10.2013: G\u00f6tter und Gelehrte"},"content":{"rendered":"<p>Alle Schaltjahre schaut der Millionenspieler Michael Andersch mal bei uns am Westpark vorbei. Heute war es wieder soweit.<\/p>\n<p>Seine Einsch\u00e4tzung zum Trend auf dem Spielemarkt:<\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt mehr Kooperationsspiele als fr\u00fcher.<\/li>\n<li>Crowd Funding bringt einschneidende Bewegungen in die Spiele-Herstellung. Allerdings kann er diesem neuen Markt-Verfahren \u00fcberhaupt nichts abgewinnen. Er hat in diesem Genre noch kein einziges Spiel gefunden, das ihn \u00fcberzeut hat. (Wir \u00fcbrigens auch noch nicht.) Nicht umsonst haben die G\u00f6tter vor den Preis den Schwei\u00df gesetzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>1. &#8220;Numeris Romanis&#8221;<\/strong><br \/>\nAarons Drei-Wochen-Embyro zur Einstimmung. Wir w\u00fcrfeln mit altr\u00f6mischen Ziffern neur\u00f6mische Zahlen und m\u00fcssen dabei vorgegebene Zielwerte erreichen.<\/p>\n<p>Die Verbl\u00fcffung \u00fcber das einfache und eigentlich jeden Berufs-Kniffler \u00fcberzeugen m\u00fcssende Prinzip hat nachgelassen. Wir warten noch auf den entscheidenen Kick, der dieser Spielidee in bezug auf Spannung, Variabilit\u00e4t, Spielwitz und Nachhaltigkeit zum Durchbruch verhilft.<\/p>\n<p><em>Noch keine WPG-Wertung.<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Noblemen&#8221;<\/strong><br \/>\nDie erste Freude am Spiel entsteht beim Zusammenstecken der Sichtschirme. Peter forderte Aaron auf, bei seinen Spielen auch mal etwas zu Stecken zu erfinden. Hier bleibt Aaron aber lieber beim Altbew\u00e4hrten. Peters Rat, den oberen Querstab doch besser hinten rein zu stecken, weil man da tiefer komme, wurde hingegen gerne angenommen. Adel verpflichtet.<\/p>\n<p>In einem sehr vielseitigen Entwicklungsspiel erweitern wir unseren Grundbesitz an Feld, Wald und Wiese, bauen Burgen, Schl\u00f6sser und Kapellen, rei\u00dfen uns die K\u00f6nigin unter den Nagel, treiben Steuern ein und stiften der Kirche, um aus all diesen Aktivit\u00e4ten zu mehr Geld, mehr Immobilien, mehr Prestige und finalmente zu mehr Siegpunkten zu kommen.<\/p>\n<p>Michael durfte Peter das Spiel erkl\u00e4ren. Ruhig, \u00fcberlegen, gekonnt. Er ist halt ein Profi und \u201eNoblemen\u201c ist eines seiner (vielen) Lieblingsspiele. Das Spiel ist ein Kampf gegen die vielf\u00e4ltigen eigenen Engp\u00e4sse an Entwicklungsresourcen; doch wenn man die Linien erkannt hat, wird aus dem Darben schnell ein Schwelgen.<\/p>\n<p>Michael zog auch siegpunktem\u00e4\u00dfig gleich allen davon. Schnell eine Wiese angelegt, Burg und Kirche gebaut, die K\u00f6nigin becirct (st\u00e4ndig), die Grundst\u00fccke so geformt, dass sich keine fremden Ritter darauf tummeln konnten, umgekehrt aber seine Ritter schnell auf die Kirschb\u00e4ume in Nachbars Garten gescheucht. Seine 81 Siegpunkte gegen\u00fcber den 65 von G\u00fcnther und Peter \u2013 von Aaron und Walter ganz zu schweigen \u2013 kamen schon fast einer Deklassierung gleich.<\/p>\n<p>Das Ritter-Prinzip wurde als nach allgemeinem Empfinden als negatives Spielelement (\u201eDesignfehler\u201c!) eingestuft:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Ritter schadet einem willk\u00fcrlich w\u00e4hlbaren Mitspieler.<\/li>\n<li>Ein Hintermann profitiert von den Spielfehlern seines Vorg\u00e4ngers; die anderen Mitspieler sind gegen\u00fcber diesen unverdienten Profiten machtlos.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>WPG-Wertung: Zum bisherigen guten Durchschnitt von 8 Punkten vergaben Michael 9 und Peter 7 Punkte (weniger Zufallseffekte w\u00e4ren ihm lieber).<\/em><\/p>\n<p><strong>Gelehrtendiskussion<\/strong><br \/>\nNach jeder Dekade erh\u00e4lt jeder Spieler eine \u201eSkandalkarte\u201c. Er nimmt sich dazu drei Karten vom Stapel, w\u00e4hlt davon eine aus und gibt die anderen zur\u00fcck. Frage: Unterscheidet sich die Auswahl an Skandalkarten, unter denen jeder Spieler w\u00e4hlen darf, wenn man<\/p>\n<ol style=\"list-style-type: lower-alpha;\">\n<li>die zur\u00fcckgelegen Skandalkarten vom Vorg\u00e4nger zur Seite legt, oder<\/li>\n<li>die zur\u00fcckgelegen Skandalkarten vom Vorg\u00e4nger in den Reststapel wieder einmischt?<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Anachronistisch<\/strong><br \/>\nWer eine Kapelle baut, erh\u00e4lt zur Belohnung ebenfalls eine Skandalkarte! H\u00f6rt, h\u00f6rt! Der Autor Dwight Sullivan hat w\u00e4hrend der Entwicklung von \u201eNobleman\u201c garantiert noch nix von Limburg und Tebartz-van-Elst gewu\u00dft!<\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Tutanchamun&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1982\" aria-describedby=\"caption-attachment-1982\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tutanchamun.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1982\" alt=\"Michael und Peter beim Tutanchamun\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tutanchamun.jpg\" width=\"600\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tutanchamun.jpg 600w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tutanchamun-150x120.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tutanchamun-300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1982\" class=\"wp-caption-text\">Michael und Peter beim Tutanchamun<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was spielen wir als n\u00e4chstes? Michael war f\u00fcr Aarons \u201eYunnan\u201c. Er wollte das Spiel nicht erst auf der Spielermesse in Essen kennenlernen. Doch Peters Mienen legten ein Veto ein. Er geht bei der Spielauswahl die wenigsten Kompromisse ein. Und seine Mienen besitzen ein erhebliches Gewicht bei der Entscheidungsfindung &#8211; nicht nur wegen der Seltenheit, mit der er in den letzten Jahren am Westpark erscheint.<\/p>\n<p>So durfte G\u00fcnther die wohlerhaltenen Knochen von \u201eTutanchamun\u201c auftischen, ein Knizia-Spiel, das vor ca. dreitausend Spieljahren auf der Auswahlliste zum \u201eSpiel des Jahre 1993\u201c stand. Ziemlich genau vor 10 Jahren hat unser Hans seine erste Rezension verfasst &#8211; \u00fcber \u201eTutanchamun\u201c.<\/p>\n<p>69 \u201eSchatzk\u00e4rtchen mit verschiedenen Schatzarten\u201c liegen in einer langen Schlange auf dem Tisch. Die Spieler m\u00fcssen diese Schlangen-Strecke einmal von vorne bis hinten durchlaufen. Jeder darf so schnell \u2013 soviele Schatzk\u00e4rtchenschritte &#8211; vorw\u00e4rts gehen, wie er will, r\u00fcckw\u00e4rtsgehen ist nicht erlaubt. Das K\u00e4rtchen, bei dem er einen Stop einlegt, geh\u00f6rt ihm. Sobald das letzte K\u00e4rtchen einer Schatzart aufgenommen wurde, gibt es Punkte f\u00fcr die Mehrheiten daran.<\/p>\n<p>Spielende ist, wenn entweder alle Sch\u00e4tzk\u00e4rtchen aufgenommen wurden, oder wenn ein Spieler die geforderte Summe an Siegpunkten beisammen hat.<\/p>\n<p>Peter versuchte schnell zu punkten, um die zweite Endbedingungen zu schaffen, doch ein bis zwei Punkte vor dem Ziel verlie\u00dfen ihn seine Kr\u00e4fte. Michael verlegte sich auf hochwertige Sch\u00e4tzk\u00e4rtchen, untersch\u00e4tzte dabei aber ihre Verteilung innerhalb der Schlange: Drei von acht K\u00e4rtchen seines \u201ePharaonenklaviers\u201c lagen ganz am Ende der Strecke, sie wurden nicht mehr gewertet! Da hatte er einem Menge Ambitionen in ein gewichtiges Objekt investiert, das aber keine einzigen Tropfen Milch und Honig gab.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (bleibt), G\u00fcnther: 8 (bleibt), Michael: 4 (doofes Gelatsche. Objektiv ist das Spiel besser als es meine subjektive Punktevergabe aussagt), Peter: 6 (bleibt), Walter: 7 (ein Punkt mehr als bisher. Honorar f\u00fcr die kurze Spieldauer angesichtes der zu erwartenden Restlebenszeit).<\/em><\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nMichael gelang es, Moritzens schon einmal vor Jahren praktiziertes Kunstst\u00fcck zu wiederholen, auf Anhieb f\u00fcnf Sterne zu erw\u00fcrfeln. Problemlos konnte er damit mit einem Schlag unseren G\u00fcnther rauskicken. Nachdem er sich auch gegen die drei anderen Westparker schadlos durchsetzen und mit f\u00fcnf jungfr\u00e4ulichen W\u00fcrfeln trimphieren konnte, gab es zun\u00e4chst betretene Mienen am Westpark.<br \/>\nEintagsfliege! \u00dcber sein Abschneiden im zweiten Durchgang schweigt des S\u00e4ngers H\u00f6flichkeit. Die Welt war wieder in Ordnung.<\/p>\n<p>Nach Michaels sorgsam gef\u00fchrter Statistik \u00fcber alle gespielten Spiele, alle Sieger und alle Resultate konnte er den zwingenden strategischen Charakter von Bluff einwandfrei nachweisen: Bei insgesamt f\u00fcnf Durchg\u00e4ngen hatte jeder einmal gewonnen.<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Schaltjahre schaut der Millionenspieler Michael Andersch mal bei uns am Westpark vorbei. Heute war es wieder soweit. Seine Einsch\u00e4tzung zum Trend auf dem Spielemarkt: Es gibt mehr Kooperationsspiele als fr\u00fcher. 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