{"id":2002,"date":"2013-11-14T16:14:12","date_gmt":"2013-11-14T15:14:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2002"},"modified":"2013-11-20T18:06:24","modified_gmt":"2013-11-20T17:06:24","slug":"13-10-2013-erste-pflaumen-aus-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2013\/11\/14\/13-10-2013-erste-pflaumen-aus-essen\/","title":{"rendered":"13.11.2013: Erste Pflaumen aus Essen"},"content":{"rendered":"<p>Seit Aarons \u201eYunnan\u201c als offiziell produziertes Spiel in die \u00d6ffentlichkeit getreten ist, hat sich unser Spieler-Kritiker-Selbstverst\u00e4ndnis gewandelt. Wir sind sensibler geworden f\u00fcr Kritiken im Internet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2007\" aria-describedby=\"caption-attachment-2007\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2007 \" alt=\"Yunnan \u2013 jeder Westparker bekam ein Freiexemplar\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/YunnanUndEleven.jpg\" width=\"500\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/YunnanUndEleven.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/YunnanUndEleven-150x86.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/YunnanUndEleven-300x172.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2007\" class=\"wp-caption-text\">Yunnan \u2013 jeder Westparker bekam ein Freiexemplar<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sie k\u00f6nnen jetzt auch \u201euns\u201c (vorwiegend nat\u00fcrlich Aaron) treffen, und sie tun weh, wenn sie ungerecht sind, auf fehlerhaftem Regelverst\u00e4ndnis oder einer nur bruchst\u00fcckhaften Auseinandersetzung mit dem Spiel beruhen. Ja sogar dann, wenn sie berechtigt sein sollten. Die Karawane zieht nicht mehr so unbeeindruckt weiter, wenn die Hunde bellen.<br \/>\nTrotzdem wollen wir weiterhin frisch fromm fr\u00f6hlich ans Werk gehen und weiterhin auf fremde Werke einschlagen, wenn uns danach zumute ist. Man darf alles nicht so ernst nehmen, uns nicht, das Spiel nicht, und das Leben auch nicht.<br \/>\n(\u00dcbrigens: Pflaumen sind auch Fr\u00fcchte.)<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Spyrium&#8221;<\/strong><br \/>\nDen Begriff \u201eSpyrium\u201c sucht man im Internet vergebens. Alle mittels Google ermittelten Beitr\u00e4ge h\u00e4ngen direkt mit dem neuen Spiel von Ystari zusammen. Verlassen wir uns also auf die Angabe des Verlages und glauben einfach, dass \u201eSpirium\u201c ein geheimnisvolles Material mit hoher energetischer Wirksamkeit ist. Zumindest im \u201eSpirium\u201c von William Attia, dem Autor des genialen &#8220;Caylus&#8221;.<br \/>\nIn sechs Runden plazieren wir unsere Arbeiter an ausliegende \u00f6ffentliche Ertragsk\u00e4rten oder auf sukzessiv erworbene private Ertragsk\u00e4rtchen und gewinnen damit Geld, Spyrium, Siegpunkte, weitere Arbeiter, Privilegien-K\u00e4rtchen, die unsere weiteren Aktionen allgemein f\u00f6rdern und belohnen, oder Fabriken, in denen wir ganz privat unser Siegpunkt-S\u00fcppchen kochen k\u00f6nnen.<br \/>\nDas bemerkenswerteste Element in \u201eSpyrium\u201c ist der Setzprozess auf die \u00f6ffentlichen Ertragsk\u00e4rtchen. Pro Runde werden neun St\u00fcck in einem drei mal drei Felder gro\u00dfen Quadrat offen auf den Tisch gelegt, und die Spieler setzen reihum ihre Arbeiter jeweils zwischen zwei K\u00e4rtchen. Wenn man einen Arbeiter sp\u00e4ter wieder zur\u00fccknimmt, kann man eine der beiden anliegenden Karten<\/p>\n<ul>\n<li>nutzen, d.h. ihre Quellen f\u00fcr Geld oder Spyirum einen Augenblick lang f\u00fcr sich sprudeln lassen<\/li>\n<\/ul>\n<p>oder<\/p>\n<ul>\n<li>kaufen, d.h. ihre Erwerbsquellen in alle Zukunft nur noch f\u00fcr sich selber sprudeln lassen, muss aber umso mehr Geld hinbl\u00e4ttern, je mehr eigene oder fremde Arbeiter noch um die Karte herumstehen.<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_2006\" aria-describedby=\"caption-attachment-2006\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2006 \" alt=\"Spyrium \u2013 man beachte das 57te Weinglas\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Spyrium1.jpg\" width=\"500\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Spyrium1.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Spyrium1-150x93.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Spyrium1-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2006\" class=\"wp-caption-text\">Spyrium \u2013 man beachte das 57te Weinglas<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hiermit ist ein spannender Antagonismus verbunden: nutzen oder kaufen, noch warten oder gleich zuschlagen? Viele Konkurrenz macht den Kauf teuer, manchmal teurer, als es sich ein Spieler leisten kann. Wer allerdings zu lange wartet, hat das Nachsehen, wenn ein Mitspieler eher zuschl\u00e4gt. Und wenn gar beide Erwerbskarten rechts und links bzw. oberhalb und unterhalb eines Arbeiters weggekauft wurden, geht der Arbeiter ganz leer aus und muss in dieser Runde ohne Ertrag wieder nach Hause gebracht werden.<br \/>\nEs gibt viel zu \u00fcberlegen, wohin man seine Arbeiter placiert. Die Effekte der verschiedenen Karten spielen die wichtigste Rolle, daneben aber auch die Spielerreihenfolge, die bereits positionierten Arbeiter der Mitspieler, die eigenen Resourcen \u2013 M\u00f6glichkeiten und Bed\u00fcrfnisse an Geld und Syprium \u2013 , sowie die Ambition und Potenz der Konkurrenz. Die vielen Abh\u00e4ngigkeiten kann man in der ersten Begegnung mit dem Spiel noch gar nicht \u00fcberblicken. Beim ersten Mal muss man erst eine Stunden lang die Spielregeln studieren und anderthalb Stunden lang die ersten drei Runden spielen (mit unausweichlichem wiederholtem Regelstudium), bevor dann in einer weiteren halben Stunde &#8211; jetzt schon recht fl\u00fcssig &#8211; die letzten drei Runden absolviert werden k\u00f6nnen. (Man beachte den Lerneffekt!)<br \/>\nWenn man das Spiel beherrscht, k\u00f6nnte man es vielleicht in einer Stunde schaffen. Wenn man es dann aber erst richtig ernsthaft angeht, die Freude des Entdeckens und den spielerischen Einstieg hinter sich hat, dann wird es wohl jedesmal viel Schwei\u00df und Gehirnschmalz kosten. Bei uns wird es dann auch weiterhin nicht unter zwei Stunden abgehen &#8230;<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (der Mechanismus und alles am Spiel ist OK, am Ende zieht es sich etwas lang), G\u00fcnther: 7 (h\u00fcbsches Planspiel), Horst: 7, Moritz: 8 (sehr gutes Design, sehr viel Interaction, viele Spannungselemente), Walter: 7 (alles funktioniert ausgezeichnet. F\u00fcr das im Grunde aber doch sehr einfache Kaufen-oder-Nutzen-Prinzip dauert ein Spiel zu lang; das k\u00f6nnte mit der Zeit monoton werden.)<\/em><br \/>\n\u201eSpyrium\u201c ist keine Pflaume.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Ebbes&#8221;<\/strong><br \/>\nAuf den ersten Blick ein Stichkartenspiel mit all seinen gewohnten Eigenschaften:<\/p>\n<ul>\n<li>Jede Karte hat eine definierte Wertigkeit \u2013 hier einen Zahlenwert von 1 bis 15.<\/li>\n<li>Jeder spielt reihum eine Karte zu einem Stich.<\/li>\n<li>Man muss die ausgespielte Farbe bedienen.<\/li>\n<li>Wer nicht bedienen kann, darf trumpfen.<\/li>\n<li>Die h\u00f6chstwertige Karte der ausgespielten Farbe bzw. der h\u00f6chste gespielte Trumpf gewinnt den Stich.<\/li>\n<li>Wer einen Stich gemacht hat, spielt zum n\u00e4chsten aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In jedem Stich gibt es gute und schlechte Wertungskarten. Jeder m\u00f6chte Stiche mit m\u00f6glichst viele guten und m\u00f6glicht wenig schlechten Karten machen. Daneben gibt es noch \u201eebbes\u201c-Karten. Pf\u00e4lzer und Hessen wissen von Haus aus, was das hei\u00dft: \u201eetwas\u201c. Wer von den ebbes-Karten die meisten oder die wenigsten hat, bekommt keinen Siegpunkt daf\u00fcr, alle anderen, die also gerade \u201eebbes\u201c davon haben, bekommen einheitlich drei Siegpunkte. Trumpf-, Plus-, Minus- und Ebbes-Karten sind jeweils die Karten einer bestimmten Farbe: rot, gr\u00fcn, gelb oder blau.<br \/>\nSoweit so gut. Doch jetzt kommt \u201eebbes\u201c! Die Zuordnung der Farben zu ihrem Effekt ist zu Spielbeginn nicht festgelegt, das kommt alles erst im Laufe des Spieles heraus. Die Kartenfarbe der ersten gespielten \u201e1\u201c bestimmt die Trumpffarbe, die erste gespielte \u201e2\u201c bestimmt die Plus-Karten usw. Das geht so bis zur f\u00fcnften und letzten Farbe, die \u201enix\u201c z\u00e4hlt.<br \/>\nDa geht einem leidenschaftlichen Stichkartenspieler doch das Messer in der Tasche auf. Alles, was \u00fcblicherweise an einem solchen Spiel Spa\u00df macht, ist weggefallen, Es gibt keinen Gesamt-Plan, wie man seine Kartenhand anlegen soll, und &#8211; w\u00e4hrend eines Gro\u00dfteils des Spiels &#8211; kein Wissen dar\u00fcber, ob ein Stich gut ist oder schlecht. Wenn sich die Fronten gekl\u00e4rt haben, ist die Kartenhand ausgelutscht und die W\u00fcrfel f\u00fcr Plus- und Minus-Punkte sind l\u00e4ngst gefallen.<br \/>\nIn Essen wurde \u201eEbbes\u201c sehr hoch gehandelt. Unser angehender Bundesligaspieler Walter warf heute aber bereits nach der ersten Runde das Handtuch. Er war nur dann willens, weiter zu spielen, wenn wir die Regeln modifizieren. Z.B. k\u00f6nnte der Startspieler (oder der Spieler links von ihm), gleich zu Beginn des Spiels frei die Trumpffarbe bestimmen, der n\u00e4chste die Plusfarbe usw. Aber Aaron wollte unbedingt bei der Werktreue bleiben und lie\u00df nur offiziell formulierte Experten-Regeln zu.<\/p>\n<ul>\n<li>Bei der Variante 1 (\u201eSpielen mit mehr Karten.\u201c) werden von jeder Farbe noch ein paar mehr Karten ins Spiel genommen. Im Regelheft steht dazu \u201eDas macht das Spiel noch spannender, da es i.d.R. l\u00e4nger dauert, bis die Bestimmerkarten fallen\u201c. Das kam f\u00fcr uns gar nicht in Frage. Horst h\u00e4tte bestimmt dazu gesagt: \u201eNoch mehr Schei\u00df!\u201c.<\/li>\n<li>Bei der Variante 2 (\u201eBestimmerkarten aussuchen\u201c) wird zwar die Farbverteilung modizifiert, das \u00e4ndert aber nichts an den grunds\u00e4tzlichen ebbes-spezifischen Eigenschaften. Walter gab unter der Bedingung nach: \u201eJeder darf pro Karte-Spielen h\u00f6chstenfalls 5 Sekunden \u00fcberlegen \u2013 sonst breche ich ab!\u201c Im zweiten Stich durfte er abbrechen &#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (keine Punktevergabe f\u00fcr die Grundversion), G\u00fcnther: 3 (f\u00fcr weniger Punkte m\u00fc\u00dfte er das Spiel besser kennen lernen), Horst: 1 (fassungslos, ob eines solchen Spiele-Designs), Moritz: 10 (2 Punkte f\u00fcr die Basisversion, 6 Punkte f\u00fcr die Expertenregeln, und weitere 2 Punkte hat ihm der Protokollf\u00fchrer jetzt untergejubelt), Walter: 2 (offensichtlich gibt es Runden \u2013 siehe Essen 2013 \u2013 in denen das Spiel ankommt, meines ist es nicht. \u00dcberhaupt nicht!)<\/em><br \/>\n&#8220;Ebbes&#8221; ist eine Frucht.<\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Die Ratten im Gem\u00e4uer&#8221;<\/strong><br \/>\nDas Spiel basiert auf der Erz\u00e4hlung \u201cThe Rats in the Walls\u201c von H.P. Lovecraft. Zumindest die Ratten sind daraus entnommen und die Gehirnsubstanz (Chips), die die Spieler so peut-a-peut verlieren, bis der erste Spieler keine mehr hat und damit das Spiel beendet. Mit dem gehirnigsten Spieler als Sieger.<br \/>\nWir w\u00fcrfeln mit Hexaw\u00fcrfeln, die auf zwei Seiten Ratten abgebildet haben, auf den anderen vier Seiten aber leeres Nichts enthalten. Mit einem W\u00fcrfel f\u00e4ngt man an und gibt den W\u00fcrfelbecher samt Inhalt mit der Aussage: \u201eKeine Ratten im Gem\u00e4uer\u201c bzw. \u201e1, 2, 3 &#8230; Ratten im Gem\u00e4uer\u201c verdeckt an den Nebenmann weiter. Der Nebenmann kann das glauben oder anzweifeln. Beim Anzweifeln wird der W\u00fcrfelbecher gehoben und entsprechend L\u00fcge oder Wahrheit verliert der L\u00fcger bzw. der Anzweifler einen Gehirn-Chip.<br \/>\nBeim Glauben wird ein Rattenw\u00fcrfel dazugenommen und der n\u00e4chste Spieler muss damit entweder ebenfalls \u201ekeine Ratten\u201c oder eine Ratte mehr als sein Vorg\u00e4nger w\u00fcrfeln. Man kann seinem Vordermann aber auch eine vorgegebene Anzahl von Ratten glauben und den Becher ohne einen zus\u00e4tzlichen W\u00fcrfel und ohne Neuzuw\u00fcrfeln weitergeben. Damit kommen Bluff-Elemente ins Spiel.<br \/>\nEine weitere, nicht zu untersch\u00e4tzende, von uns aber kaum genutzte Regel ist, dass man nach dem Anschauen des eigenen Wurfes \u2013 bei Nichtfallen \u2013 ein weiteres Mal zu w\u00fcrfeln darf und die W\u00fcrfel jetzt ohne sie anzuschauen mit der \u00fcblichen Ansage weitergeben darf.<br \/>\nG\u00fcnther hat lange dar\u00fcber nachgegr\u00fcbelt, ob der Zahlungsmechanismus f\u00fcr die Strafpr\u00e4mien stimmig ist und ob es daf\u00fcr ein (triviales) eindeutig bestes Vorgehen gibt. Er ist damit noch zu keiner abschlie\u00dfenden Wertung gekommen, es wird aber wohl alles rechtens sein.<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (das Spiel funktioniert und; wir haben viel gelacht), G\u00fcnther: 5 (mu\u00df erst noch die Tendenz ermitteln, insbesondere das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von Glauben und Anzweifeln), Moritz: 7 (das Spiel ist nicht dumm, es gibt gen\u00fcgend Anla\u00df zum Bluffen, Henning Poehls bestes Spiel), Walter: 5 (Die Pfiffigigkeit, insbesondere die Psychologie und Schlu\u00dffolgerungsm\u00f6glichkeiten bei den Vorgaben treffen bei Weitem nicht das Original-\u201eBluff\u201c.)<\/em><br \/>\nDie Ratten sind zumindest ein reifer Herbstapfel. Der enge, l\u00e4ngliche W\u00fcrfelbecher \u2013 \u00e4hnlich wie bei bestimmten Backgammon-Ausgaben &#8211; ist leider mangelhaft. Die W\u00fcrfel bleiben darin \u00fcbereinander stehen. Vielleicht ging Herr Poehl davon aus, dass jeder Spieler zuhause ohnehin einen funktionierenden W\u00fcrfelbecher hat.<\/p>\n<p><strong>4. &#8221; Malacca &#8220;<\/strong><br \/>\nAls Bluff-Spiel wurde \u201eMalacca\u201c heute propagiert, doch handelt es sich hierbei eher um ein nur halbgereimtes Mitspieler-Chaos-Spiel. Zumindest in einer Dreierrunde. (Horst und Moritz waren inzwischen auf dem Heimweg.)<br \/>\nJeweils eine von zw\u00f6lf Schiffsk\u00e4rtchen mit einem Geldwert zwischen 3 und 13 wird auf den Tisch gelegt, und alle Mitspieler legen verdeckt eine von drei Aktionskarten, gem\u00e4\u00df der sie sich als \u201ePirat\u201c, \u201eVerteidiger\u201c oder neutraler \u201eH\u00e4ndler\u201c bet\u00e4tigen wollen. Zus\u00e4tzlich d\u00fcrfen sie auf ihre Aktionskarte noch eine Summe Geldes in beliebiger H\u00f6he einsetzen. Jetzt kommt die Wertung. Sind am Ende die Piraten in der Mehrzahl, so teilen sie unter sich den Wert des aktuellen Schiffes, sowie die Geldeinlagen der H\u00e4ndler und Verteidiger. Sind die Verteidiger in der Mehrzahl, so teilen sie unter sich die Geldeinlagen der Piraten. Die Piraten verlieren damit au\u00dferdem noch die H\u00e4lfte des nicht eingesetzten Geldes an die Bank. Ist das Schiff nicht gekapert worden, erhalten die H\u00e4ndler den eingesetzten Geldbetrag doppelt zur\u00fcck.<br \/>\nWorum geht es?<br \/>\nPro Zug (Schiff) k\u00f6nnen die Piraten eine erkleckliche Summe verdienen, besonders am Anfang, wenn alle Spieler noch wenig Geldmasse f\u00fcr H\u00e4ndler-Verdoppelungen zur Verf\u00fcgung haben. Sie gehen allerdings das Risiko ein, mindestens die H\u00e4lfte ihres Gesamt-Besitzes zu verlieren, wenn das Kapern schief geht. Die Verteidiger verdienen nur, wenn die Piraten Geldbetr\u00e4ge einsetzen, ansonsten bekommen sie f\u00fcr ihre Tapferkeit keinen Pfennig, h\u00f6chstenfalls eine spezielle Aktionskarte mit doppelter Piraten-, Verteidigungs- oder H\u00e4ndlerkraft, die f\u00fcr sich gesehen aber keine Siegpunkte wert ist. Die H\u00e4ndler verdienen immer nur in der H\u00f6he ihres eingesetzten Geldes. Am Anfang haben sie daf\u00fcr noch sehr wenig Liquidit\u00e4t, sp\u00e4ter k\u00f6nnen das gro\u00dfe Summen werden, allerdings mit dem Risiko eines Totalverlustes durch die Piraten.<br \/>\nWie spielt man?<br \/>\nAm Anfang sind alle wohl Piraten (mit oder ohne einen Geldeinsatz, der hier ohnehin nichts zum wandelnden Verm\u00f6gen beitr\u00e4gt) und teilen sich die G\u00fcter auf den Schiffskarten. Es gibt keine Motivation, davon auszubrechen und auf Verteidigung zu mimen. Dazu br\u00e4uchte man Mehrheiten, die aber nur zuf\u00e4llig sind. Genau um das Dabeisein bei den Mehrheiten geht es. Wer Lust hat, kann aus den investierten Geldsummmen Kaffeesatz-Leserei betreiben und auf die gew\u00e4hlte Rolle des Mitspielers schlie\u00dfen. Dabei ist alles mehr als vage. Doch das ist offensichtlich das verfolgte und erreichte Ziel des Spieldesigns.<br \/>\nWer zuf\u00e4llig mal eine deutlich h\u00f6hrere Geldmasse besitzt als seine Mitspieler \u2013 was bei dem chaotischen Spielablauf durchaus der Fall sein kann -, wird den Deubel tun und weiterhin auf Pirat oder Verteidiger gehen. Als passiver H\u00e4ndler mit Null-Einsatz wird er erfolgreich seinen Gewinn \u00fcber die Runden retten k\u00f6nnen. Auch das liegt im Design, aber ob das so gewollt ist?<br \/>\nWer war bei uns wohl dieser erfolgreiche Aussitz-H\u00e4ndler? Nat\u00fcrlich der G\u00fcnther, der ungekr\u00f6nte Beherrscher von System und Chaos!<br \/>\n<em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (m\u00f6chte die etwas stumpfen Mechanismen des Kampfes um das liebe Geld nicht unbedingt noch einmal spielen), G\u00fcnther: 5 (es gibt Gruppen, in denen so ein vages Spiel dann pl\u00f6tzlich doch funktioniert. A.b.N: Hat es bei uns also nicht funktioniert? Sind Deine 5 Punkte also sher gruppendynamisch zu betrachten?), Walter: 4 (ein holpernder Zeitvertreib. \u201eTo have a plan\u201c? \u2013 Fehlanzeige).<\/em><br \/>\nMalacca ist eher ein Kelterapfel.<\/p>\n<p><strong>5. &#8220;Valeo&#8221;<\/strong><br \/>\nAaron hat sein \u201eNumeris Romanis\u201c \u2013 die Spielidee mit den r\u00f6mischen Ziffern auf griechischen Hexaw\u00fcrfeln \u2013 gr\u00fcndlich \u00fcberarbeitet. Jetzt bekommt jeder eine feste Anzahl von W\u00fcrfeln in die Hand, mit denen er ein einzigel Mal verdeckt w\u00fcrfelt. Die Spieler legen dann reihum ihre Ergebnisse w\u00fcrfelweise einzeln auf ein scrabble-artiges Spielbrett. Am Ende werden die darin enthaltenen r\u00f6mischen Zahlen identifiziert und als Siegpunkte den Spielern zugeschrieben. Jeder bekommt nur Siegpunkte f\u00fcr die Zahlen, an denen er die Mehrheit von W\u00fcrfeln hat. Oder alle Spieler werden anteilig ihrer W\u00fcrfelanzahl entlohnt. Oder, oder &#8230;<br \/>\n<em>Noch keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel in der Findungs-Phase..<\/em><br \/>\nValeo ist ein noch unreifes Fr\u00fcchtchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Aarons \u201eYunnan\u201c als offiziell produziertes Spiel in die \u00d6ffentlichkeit getreten ist, hat sich unser Spieler-Kritiker-Selbstverst\u00e4ndnis gewandelt. Wir sind sensibler geworden f\u00fcr Kritiken im Internet. Sie k\u00f6nnen jetzt auch \u201euns\u201c (vorwiegend nat\u00fcrlich Aaron) treffen, und sie tun weh, wenn sie ungerecht sind, auf fehlerhaftem Regelverst\u00e4ndnis oder einer nur bruchst\u00fcckhaften Auseinandersetzung mit dem Spiel beruhen. Ja &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2013\/11\/14\/13-10-2013-erste-pflaumen-aus-essen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">13.11.2013: Erste Pflaumen aus Essen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[459,461,458,460],"class_list":["post-2002","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende","tag-ebbes","tag-malacca","tag-spyrium","tag-the-rats-in-the-walls"],"views":4427,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2002"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2002\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}